Paris

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Paris
Die Hauptstadt
La Tour Eiffel vue de la Tour Saint-Jacques, Paris août 2014 (2).jpg
Arcdetriomphe 2.jpg
Paris Opera full frontal architecture, May 2009 (cropped).jpg
Louvre Courtyard, Looking West.jpg
Von oben, von links nach rechts: der Eiffelturm, der Arc de Triomphe auf der Champs-Élysées, der Palais Garnier und der Louvre
Flagge von Paris
Wappen von Paris
Motto(s): 
Fluctuat nec mergitur
"Von den Wellen geworfen, aber nie gesunken"
Paris liegt in Frankreich
Paris
Paris
Paris liegt in der Île-de-France (Region)
Paris
Paris
Koordinaten: 48°51′24″N 2°21′08″E / 48.856613°N 2.352222°EKoordinaten: 48°51′24″N 2°21′08″E / 48.856613°N 2.352222°E
LandFrankreich
Region:Île-de-France
DepartementParis
InterkommunalitätMétropole du Grand Paris
Unterabteilungen20 Arrondissements
Regierung
 - Bürgermeisterin (2020-2026) Anne Hidalgo (PS)
Fläche
1
105,4 km2 (40,7 sq mi)
 - Städtisch
 (2020)
2.853,5 km2 (1.101,7 qkm)
 - Metro
 (2020)
18.940,7 km2 (7.313,0 qkm)
 - Städtisch
 (2019)
10,858,852
 - Städtische Dichte3.800/km2 (9.900/qm)
 - Metro
 (Jan. 2017)
13,024,518
 - Metro-Dichte690/km2 (1.800/qm)
Demonym(e)Pariser(s) (en) Parisien(s) (masc.), Parisienne(s) (fem.) (fr), Parigot(s) (masc.), "Parigote(s)" (fem.) (fr, umgangssprachlich)
ZeitzoneUTC+01:00 (CET)
 - Sommer (DST)UTC+02:00 (CEST)
INSEE/Postleitzahl
75056 /75001-75020, 75116
Höhenlage28-131 m (92-430 ft)
(Durchschnittlich 78 m oder 256 ft)
Websitewww.paris.fr
1 Französische Katasterdaten, ohne Seen, Teiche, Gletscher > 1 km2 (0,386 sq mi oder 247 acres) und Flussmündungen.

Paris (französische Aussprache: [paʁi] (listen)) ist die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt Frankreichs, mit einer geschätzten Bevölkerung von 2.165.423 Einwohnern im Jahr 2019 auf einer Fläche von mehr als 105 km² (41 sq mi), was sie zur 34. bevölkerungsreichsten Stadt der Welt im Jahr 2020 macht. Seit dem 17. Jahrhundert ist Paris eines der weltweit wichtigsten Zentren für Finanzen, Diplomatie, Handel, Mode, Gastronomie, Wissenschaft und Kunst und wird manchmal auch als Hauptstadt der Welt bezeichnet. Die Stadt Paris ist das Zentrum und der Regierungssitz der Region und der Provinz Île-de-France oder Region Paris mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 12 262 544 im Jahr 2019, was etwa 19 % der Bevölkerung Frankreichs entspricht. Das BIP der Region Paris lag 2019 bei 739 Mrd. EUR (743 Mrd. USD) und ist damit das höchste in Europa. Laut der Economist Intelligence Unit Worldwide Cost of Living Survey war Paris im Jahr 2021 die Stadt mit den zweithöchsten Lebenshaltungskosten der Welt, gleichauf mit Singapur und nach Tel Aviv.

Paris ist ein wichtiges Eisenbahn-, Autobahn- und Luftverkehrskreuz, das von zwei internationalen Flughäfen bedient wird: Paris-Charles de Gaulle (der zweitgrößte Flughafen in Europa) und Paris-Orly. Das im Jahr 1900 eröffnete U-Bahn-System, die Pariser Métro, befördert täglich 5,23 Millionen Fahrgäste und ist damit nach der Moskauer Metro das am zweitstärksten frequentierte U-Bahn-System in Europa. Der Gare du Nord ist mit 262 Millionen Fahrgästen im Jahr 2015 der 24. verkehrsreichste Bahnhof der Welt und der verkehrsreichste Bahnhof außerhalb Japans. Paris ist vor allem für seine Museen und architektonischen Sehenswürdigkeiten bekannt: Der Louvre wurde 2021 von 2,8 Millionen Menschen besucht, obwohl die Museen aufgrund des COVID-19-Virus lange geschlossen waren. Das Musée d'Orsay, das Musée Marmottan Monet und das Musée de l'Orangerie sind bekannt für ihre Sammlungen französischer impressionistischer Kunst. Das Centre Pompidou Musée National d'Art Moderne besitzt die größte Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst in Europa. Das Musée Rodin und das Musée Picasso stellen die Werke zweier bekannter Pariser Künstler aus. Das historische Viertel entlang der Seine im Stadtzentrum gehört seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe; zu den beliebten Sehenswürdigkeiten dort gehört die Kathedrale Notre Dame de Paris auf der Île de la Cité, die nach dem Brand vom 15. April 2019 wegen Renovierung geschlossen ist. Weitere beliebte Sehenswürdigkeiten sind die gotische königliche Kapelle Sainte-Chapelle, ebenfalls auf der Île de la Cité, der für die Pariser Weltausstellung von 1889 errichtete Eiffelturm, das Grand Palais und das Petit Palais, die für die Pariser Weltausstellung von 1900 gebaut wurden, der Triumphbogen auf der Champs-Élysées und der Hügel Montmartre mit seiner Kunstgeschichte und der Basilika Sacré-Coeur.

Paris beherbergt mehrere Organisationen der Vereinten Nationen: die UNESCO, die Young Engineers / Future Leaders, die World Federation of Engineering Organizations und andere internationale Organisationen wie die OECD, das OECD-Entwicklungszentrum, das Internationale Büro für Maße und Gewichte, die Internationale Energieagentur, die Internationale Föderation für Menschenrechte, die Internationale Organisation der Frankophonie sowie europäische Einrichtungen wie die Europäische Weltraumorganisation, die Europäische Bankenaufsichtsbehörde oder die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde. Andere internationale Organisationen wurden in Paris gegründet, wie z. B. der CIMAC (Internationaler Rat für Verbrennungsmotoren | Conseil International des Machines à Combustion) im Jahr 1951 oder die modernen Olympischen Spiele im Jahr 1894, die dann nach Lausanne in der Schweiz verlegt wurden.

Der Tourismus in der Region Paris erholte sich 2021 und stieg auf 22,6 Millionen Besucher, dreißig Prozent mehr als 2020, aber immer noch deutlich unter dem Niveau von 2019. Die Zahl der Besucher aus den Vereinigten Staaten stieg gegenüber 2020 um 237 Prozent. Die Museen werden 2021 wiedereröffnet, wobei die Zahl der Besucher begrenzt ist und die Besucher Masken tragen müssen.

Der Fußballverein Paris Saint-Germain und der Rugby-Verein Stade Français haben ihren Sitz in Paris. Das 80 000 Zuschauer fassende Stade de France, das für die Fußballweltmeisterschaft 1998 erbaut wurde, befindet sich nördlich von Paris in der Nachbargemeinde Saint-Denis. In Paris findet jährlich das Grand-Slam-Tennisturnier French Open auf dem roten Sandplatz von Roland Garros statt. Die Stadt war 1900 und 1924 Austragungsort der Olympischen Spiele und wird 2024 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele sein. Die FIFA-Weltmeisterschaften 1938 und 1998, die Rugby-Weltmeisterschaft 2007 sowie die UEFA-Europameisterschaften 1960, 1984 und 2016 wurden ebenfalls in der Stadt ausgetragen. Jedes Jahr im Juli endet das Radrennen Tour de France auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris.

Stadtbild
Lage des Départements in der Region Île-de-France
Satellitenfoto mit Stadtgrenzen

Paris (deutsch: [paˈʁiːsAudiodatei abspielen; französisch: [paʁiAudiodatei abspielen) ist die Hauptstadt der Französischen Republik, Hauptort der Region Île-de-France und Globalstadt. Mit rund 2,17 Millionen Einwohnern ist Paris die viertgrößte Stadt der Europäischen Union (EU). Der Großraum ist mit über 12,5 Millionen Menschen die größte Metropolregion der EU.

Das heutige Paris entwickelte sich seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. aus der keltischen Siedlung „Lutetia“ auf der Île de la Cité. Später errichteten die Römer an der Seine eine Stadt, die im 6. Jahrhundert zunächst eine Hauptresidenz des Fränkischen Reiches wurde. Eine Blütezeit der Kunst und Kultur erlebte Paris im 16. Jahrhundert unter Franz I. Durch den Absolutismus, insbesondere unter Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert, wurde die Stadt um zahlreiche barocke Gebäude und Prachtstraßen bereichert und so zu einem beispielhaften Muster für barocken Städtebau. Obwohl die Königsresidenz 1682 nach Versailles verlegt wurde, blieb sie aufgrund ihrer politischen und wirtschaftlichen Bedeutung das Zentrum des Landes. Mit der Französischen Revolution kam ihr ab 1789 eine welthistorische Bedeutung zu. Die Industrialisierung führte im 19. Jahrhundert zu einem enormen Bevölkerungszuwachs, sodass 1846 erstmals die Grenze von einer Million Einwohnern überschritten wurde. In den folgenden Jahrzehnten bekam die Stadt durch die sogenannte Belle Époque und sechs Weltausstellungen weltweite Beachtung.

Etymologie

Das antike Oppidum, das der heutigen Stadt Paris entspricht, wurde erstmals Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. von Julius Caesar als Luteciam Parisiorum ("Lutetia der Parisii") erwähnt und ist später im 5. Jahrhundert n. Chr. als Parision und 1265 als Paris belegt. Während der römischen Epoche war die Stadt im Lateinischen als Lutetia oder Lutecia und im Griechischen als Leukotekía bekannt, was als Ableitung von der keltischen Wurzel *lukot- ('Maus') oder von *luto- ('Sumpf, Sumpf') interpretiert wird, je nachdem, ob die lateinische oder die griechische Form dem ursprünglichen gallischen Namen am nächsten kommt.

Der Name Paris leitet sich von seinen frühen Bewohnern ab, den Parisii (gallisch: Parisioi), einem gallischen Stamm aus der Eisenzeit und der Römerzeit. Die Bedeutung des gallischen Ethnonyms bleibt umstritten. Nach Xavier Delamarre könnte es sich von der keltischen Wurzel pario- ('Kessel') ableiten. Alfred Holder interpretierte den Namen als "die Macher" oder "die Befehlshaber", indem er ihn mit dem walisischen peryff ("Herr, Befehlshaber") verglich, wobei beide möglicherweise von einer proto-keltischen Form abstammen, die als *kwar-is-io- rekonstruiert wurde. Alternativ schlug Pierre-Yves Lambert vor, Parisii als "Speerleute" zu übersetzen, indem er das erste Element mit dem altirischen carr ("Speer") in Verbindung brachte, das sich von einem früheren *kwar-sā ableitet. Auf jeden Fall hat der Name der Stadt nichts mit dem Paris der griechischen Mythologie zu tun.

Paris wird oft als "Stadt des Lichts" (La Ville Lumière) bezeichnet, zum einen wegen seiner führenden Rolle im Zeitalter der Aufklärung, zum anderen, weil Paris eine der ersten europäischen Großstädte war, die ihre Boulevards und Denkmäler im großen Stil mit Gas beleuchtete. Im Jahr 1829 wurden auf der Place du Carrousel, der Rue de Rivoli und der Place Vendome Gasleuchten installiert. Bis 1857 wurden auch die Grand Boulevards beleuchtet. In den 1860er Jahren wurden die Boulevards und Straßen von Paris von 56 000 Gaslampen beleuchtet. Seit dem späten 19. Jahrhundert ist Paris in der französischen Umgangssprache auch als Panam(e) (sprich: [panam]) bekannt.

Die Einwohner sind im Englischen als "Parisians" und im Französischen als Parisiens ([paʁizjɛ̃] (hören)). Sie werden auch abwertend als Parigots ([paʁiɡo] (hören)).

Geschichte

Historische Zugehörigkeit

 Römische Republik 52-27 v. Chr.
 Römisches Reich 27 v. Chr. - 395 n. Chr.
 Weströmisches Reich 395-476
Königreich von Soissons 476-486
Francia 486-843
Westfrankenreich 843-987
 Königreich Frankreich 987-1792
 Erste Französische Republik 1792-1804
 Erstes Französisches Kaiserreich 1804-1814
Königreich Frankreich 1814-1815
 Erstes Französisches Kaiserreich 1815
Königreich Frankreich 1815-1830
 Julimonarchie 1830-1848
 Zweite Französische Republik 1848-1852
 Zweites Französisches Kaiserreich 1852-1870
 Dritte Französische Republik 1870-1940
Nazi Germany Militärverwaltung in Frankreich 1940-1944
∟ Teil des von Deutschland besetzten Europas von 1940 bis 1944
 Provisorische Regierung der Französischen Republik 1944-1946
 Vierte Französische Republik 1946-1958
France Französische Fünfte Republik 1958 bis heute

Ursprünge

Die Parisii, ein Unterstamm der keltischen Senones, bewohnten das Gebiet von Paris etwa seit der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. Eine der wichtigsten Nord-Süd-Handelsrouten der Region kreuzte die Seine auf der île de la Cité; dieser Kreuzungspunkt von Land- und Wasserhandelsrouten wurde nach und nach zu einem wichtigen Handelszentrum. Die Pariser trieben Handel mit vielen Flussstädten (einige bis zur Iberischen Halbinsel) und prägten zu diesem Zweck eigene Münzen.

Von den Parisiern geprägte Goldmünzen (1. Jahrhundert v. Chr.)

Die Römer eroberten 52 v. Chr. das Pariser Becken und begannen ihre Besiedlung am linken Ufer von Paris. Die römische Stadt hieß ursprünglich Lutetia (genauer: Lutetia Parisiorum, "Lutetia der Parisii", modernes Französisch Lutèce). Sie entwickelte sich zu einer blühenden Stadt mit einem Forum, Bädern, Tempeln, Theatern und einem Amphitheater.

Am Ende des Weströmischen Reiches war die Stadt als Parisius bekannt, ein lateinischer Name, der später zu Paris im Französischen wurde. Das Christentum wurde in der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. durch den heiligen Denis, den ersten Bischof von Paris, eingeführt: Der Legende nach wurde er, als er sich weigerte, vor den römischen Besatzern seinem Glauben abzuschwören, auf dem Hügel enthauptet, der als Mons Martyrum (lateinisch "Hügel der Märtyrer"), später "Montmartre", bekannt wurde und von dem aus er kopflos in den Norden der Stadt lief.

Chlodwig der Franke, der erste König der Merowinger-Dynastie, machte die Stadt ab 508 zu seiner Hauptstadt. Mit dem Beginn der fränkischen Herrschaft in Gallien kam es zu einer allmählichen Einwanderung der Franken nach Paris, und es entstanden die Pariser Frankendialekte. Die Befestigung der Île de la Cité konnte die Plünderung durch die Wikinger im Jahr 845 nicht verhindern, aber die strategische Bedeutung von Paris - mit seinen Brücken, die die Durchfahrt von Schiffen verhinderten - wurde durch die erfolgreiche Verteidigung bei der Belagerung von Paris (885-886) unter Beweis gestellt, für die der damalige Graf von Paris (comte de Paris), Odo von Frankreich, zum König von Westfrankreich gewählt wurde. Seit der Wahl von Hugo Capet, Graf von Paris und Herzog der Franken (duc des Francs), zum König des vereinigten Westfrankreichs im Jahr 987, entwickelte sich Paris zur größten und wohlhabendsten Stadt Frankreichs.

Die ältesten Bauwerke der Stadt stehen im Quartier Latin an den Hängen des Montagne Sainte-Geneviève, auf dem sich ab 52 v. Chr. die Römer in dominanter Lage ansiedelten.

Die stark restaurierten Überreste der im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten Arena von Lutetia und die Ruinen der sogenannten Thermen von Cluny (in das Musée national du Moyen Âge) aus der Zeit um 200 n. Chr. sind die einzigen sichtbaren Spuren aus der gallo-römischen Epoche.

Hoch- und Spätmittelalter bis Ludwig XIV.

The Palais de la Cité and Sainte-Chapelle, viewed from the Left Bank, from the Très Riches Heures du duc de Berry (month of June) (1410)
Der Palais de la Cité und die Sainte-Chapelle, vom linken Ufer aus gesehen, aus den Très Riches Heures du duc de Berry (Monat Juni) (1410)

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts war Paris zur politischen, wirtschaftlichen, religiösen und kulturellen Hauptstadt Frankreichs geworden. Der Palais de la Cité, die königliche Residenz, befand sich am westlichen Ende der Île de la Cité. Im Jahr 1163, während der Herrschaft Ludwigs VII., begann Maurice de Sully, Bischof von Paris, mit dem Bau der Kathedrale Notre-Dame am östlichen Ende der Insel.

Nachdem das Sumpfgebiet zwischen der Seine und ihrem langsameren "toten Arm" im Norden ab dem 10. Jahrhundert zugeschüttet worden war, verlagerte sich das kulturelle Zentrum von Paris auf das rechte Ufer. Im Jahr 1137 ersetzte ein neuer Marktplatz (die heutigen Les Halles) die beiden kleineren Plätze auf der Île de la Cité und dem Place de Grève (Place de l'Hôtel de Ville). Der letztgenannte Platz beherbergte den Sitz der Pariser Flusshandelsgesellschaft, einer Organisation, die später inoffiziell (wenn auch in späteren Jahren formell) die erste Stadtverwaltung von Paris wurde.

Im späten 12. Jahrhundert baute Philipp Augustus die Festung des Louvre aus, um die Stadt gegen die Flussinvasionen aus dem Westen zu verteidigen, ließ zwischen 1190 und 1215 die ersten Stadtmauern errichten, die Brücken zu beiden Seiten der zentralen Insel neu bauen und die Hauptverkehrsstraßen pflastern. Im Jahr 1190 wandelte er die ehemalige Kathedralschule von Paris in eine Studenten-Lehrer-Körperschaft um, die zur Universität von Paris wurde und Studenten aus ganz Europa anziehen sollte.

Mit 200.000 Einwohnern im Jahr 1328 war Paris, damals bereits die Hauptstadt Frankreichs, die bevölkerungsreichste Stadt Europas. Zum Vergleich: London hatte im Jahr 1300 nur 80 000 Einwohner.

Zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts hatte sich in den europäischen Städten so viel Unrat angesammelt, dass französische und italienische Städte Straßen nach menschlichen Abfällen benannten. Im mittelalterlichen Paris wurden mehrere Straßennamen von merde, dem französischen Wort für "Scheiße", inspiriert. Es gab die Rue Merdeux, die Rue Merdelet, die Rue Merdusson, die Rue des Merdons und die Rue Merdiere sowie eine Rue du Pipi.

Das Hôtel de Sens (15.-16. Jh.), ehemalige Residenz des Erzbischofs von Sens

Während des Hundertjährigen Krieges wurde Paris ab 1418 von englisch-freundlichen burgundischen Truppen besetzt, bevor es 1420 von den Engländern vollständig eingenommen wurde, als Heinrich V. von England in die französische Hauptstadt einmarschierte; trotz eines Befreiungsversuchs von Jeanne d'Arc 1429 blieb die Stadt bis 1436 unter englischer Besatzung.

In den französischen Religionskriegen Ende des 16. Jahrhunderts war Paris eine Hochburg der Katholischen Liga, die am 24. August 1572 ein Massaker am Bartholomäus-Tag verübte, bei dem Tausende von französischen Protestanten getötet wurden. Die Konflikte endeten, als der Thronanwärter Heinrich IV., der zum Katholizismus konvertiert war, um in die Hauptstadt zu gelangen, 1594 in die Stadt einzog, um die französische Krone zu beanspruchen. Dieser König führte während seiner Regierungszeit mehrere Verbesserungen in der Hauptstadt durch: Er vollendete den Bau der ersten nicht überdachten, mit Bürgersteigen gesäumten Brücke von Paris, der Pont Neuf, errichtete einen Anbau des Louvre, der diesen mit dem Tuilerienpalast verband, und schuf den ersten Pariser Wohnplatz, den Place Royale, den heutigen Place des Vosges. Trotz der Bemühungen Heinrichs IV. um eine bessere Verkehrsanbindung der Stadt trug die Enge der Pariser Straßen dazu bei, dass er 1610 in der Nähe des Marktplatzes Les Halles ermordet wurde.

Im 17. Jahrhundert war Kardinal Richelieu, der oberste Minister von Ludwig XIII, entschlossen, Paris zur schönsten Stadt Europas zu machen. Er baute fünf neue Brücken, eine neue Kapelle für das Kolleg der Sorbonne und einen Palast für sich selbst, den Palais-Cardinal, den er Ludwig XIII. vermachte. Nach Richelieus Tod im Jahr 1642 wurde der Palast in Palais-Royal umbenannt.

Lutetia Parisiorum vulgo Paris, Plan de Paris en 1657, Jan Janssonius

Aufgrund der Pariser Aufstände während des Fronde-Bürgerkriegs verlegte Ludwig XIV. seinen Hof 1682 in ein neues Schloss, Versailles. Obwohl sie nicht mehr die Hauptstadt Frankreichs war, blühten Kunst und Wissenschaft in der Stadt mit der Comédie-Française, der Akademie der Malerei und der Französischen Akademie der Wissenschaften. Um zu demonstrieren, dass die Stadt vor Angriffen sicher war, ließ der König die Stadtmauern niederreißen und durch von Bäumen gesäumte Boulevards ersetzen, die zu den heutigen Grands Boulevards wurden. Weitere Zeichen seiner Herrschaft waren das Collège des Quatre-Nations, der Place Vendôme, der Place des Victoires und Les Invalides.

18. und 19. Jahrhundert

Die Einwohnerzahl von Paris stieg von etwa 400.000 im Jahr 1640 auf 650.000 im Jahr 1780. Ein neuer Boulevard, die Champs-Élysées, dehnte die Stadt nach Westen bis zum Étoile aus, während sich das Arbeiterviertel Faubourg Saint-Antoine im Osten der Stadt immer mehr mit armen Wanderarbeitern aus anderen Regionen Frankreichs bevölkerte.

Die Erstürmung der Bastille am 14. Juli 1789, von Jean-Pierre Houël
Das Panthéon, ein Wahrzeichen der Rive Gauche, wurde 1790 fertiggestellt.

Paris war das Zentrum einer Explosion philosophischer und wissenschaftlicher Aktivitäten, die als Zeitalter der Aufklärung bekannt wurde. Diderot und d'Alembert veröffentlichten 1751 ihre Encyclopédie, und die Gebrüder Montgolfier starteten am 21. November 1783 von den Gärten des Château de la Muette aus den ersten bemannten Flug mit einem Heißluftballon. Paris war die Finanzhauptstadt Kontinentaleuropas, das wichtigste europäische Zentrum für Buchverlage und Mode sowie für die Herstellung feiner Möbel und Luxusgüter.

Im Sommer 1789 wurde Paris zum Schauplatz der Französischen Revolution. Am 14. Juli stürmte ein Mob das Arsenal der Invaliden, erbeutete Tausende von Waffen und stürmte die Bastille, ein Symbol der königlichen Autorität. Die erste unabhängige Pariser Kommune, der Stadtrat, trat im Hôtel de Ville zusammen und wählte am 15. Juli einen Bürgermeister, den Astronomen Jean Sylvain Bailly.

Ludwig XVI. und die königliche Familie wurden nach Paris gebracht und im Tuilerienpalast gefangen gehalten. Im Jahr 1793, als die Revolution immer radikaler wurde, wurden der König, die Königin und der Bürgermeister im Rahmen der Schreckensherrschaft zusammen mit mehr als 16 000 anderen Personen in ganz Frankreich guillotiniert (hingerichtet). Das Eigentum des Adels und der Kirche wurde verstaatlicht, die Kirchen der Stadt wurden geschlossen, verkauft oder abgerissen. Bis zum 9. November 1799 (coup d'état du 18 brumaire), als Napoléon Bonaparte als Erster Konsul die Macht übernahm, wurde Paris von verschiedenen revolutionären Gruppierungen regiert.

Während der Revolution war die Einwohnerzahl von Paris um 100.000 gesunken, doch zwischen 1799 und 1815 stieg sie um 160.000 auf 660.000 Einwohner an. Napoleon Bonaparte ersetzte die gewählte Regierung von Paris durch einen Präfekten, der nur ihm unterstellt war. Er begann mit der Errichtung von Denkmälern für den militärischen Ruhm, darunter der Arc de Triomphe, und verbesserte die vernachlässigte Infrastruktur der Stadt durch neue Brunnen, den Canal de l'Ourcq, den Friedhof Père Lachaise und die erste Metallbrücke der Stadt, die Pont des Arts.

Der im November 1888 im Bau befindliche Eiffelturm verblüffte die Pariser - und die ganze Welt - mit seiner Modernität.

Während der Restauration erhielten die Brücken und Plätze von Paris ihre Namen aus der Zeit vor der Revolution zurück. Die Julirevolution von 1830 (an die die Juli-Säule auf der Place de la Bastille erinnert) brachte einen konstitutionellen Monarchen, Louis Philippe I., an die Macht. Die erste Eisenbahnlinie nach Paris wurde 1837 eröffnet und leitete eine neue Periode massiver Zuwanderung aus den Provinzen in die Stadt ein. Louis-Philippe wurde 1848 durch einen Volksaufstand in den Straßen von Paris gestürzt. Sein Nachfolger Napoleon III. startete zusammen mit dem neu ernannten Präfekten der Seine, Georges-Eugène Haussmann, ein gigantisches öffentliches Bauprojekt zum Bau breiter neuer Boulevards, einer neuen Oper, eines zentralen Marktes, neuer Aquädukte, Abwasserkanäle und Parks, darunter der Bois de Boulogne und der Bois de Vincennes. Im Jahr 1860 annektierte Napoleon III. auch die umliegenden Städte und schuf acht neue Arrondissements, die Paris bis zu seinen heutigen Grenzen vergrößerten.

Während des Deutsch-Französischen Krieges (1870-1871) wurde Paris von der preußischen Armee belagert. Nach monatelanger Blockade, Hunger und anschließendem Bombardement durch die Preußen wurde die Stadt am 28. Januar 1871 zur Kapitulation gezwungen. Am 28. März ergriff eine revolutionäre Regierung, die Pariser Kommune, die Macht in Paris. Die Kommune hielt sich zwei Monate lang an der Macht, bis sie während der "Blutigen Woche" Ende Mai 1871 von der französischen Armee gewaltsam niedergeschlagen wurde.

Ende des 19. Jahrhunderts war Paris Schauplatz zweier großer internationaler Ausstellungen: der Weltausstellung von 1889, die anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution stattfand und auf der der neue Eiffelturm errichtet wurde, und der Weltausstellung von 1900, die Paris die Pont Alexandre III, das Grand Palais, das Petit Palais und die erste Pariser Métro-Linie bescherte. Paris wurde zum Laboratorium des Naturalismus (Émile Zola) und des Symbolismus (Charles Baudelaire und Paul Verlaine) sowie des Impressionismus in der Kunst (Courbet, Manet, Monet, Renoir).

20. und 21. Jahrhundert

Im Jahr 1901 war die Einwohnerzahl von Paris auf etwa 2 715 000 angewachsen. Zu Beginn des Jahrhunderts ließen sich Künstler aus aller Welt in Paris nieder, darunter Pablo Picasso, Modigliani und Henri Matisse. Es war die Geburtsstadt des Fauvismus, des Kubismus und der abstrakten Kunst, und Schriftsteller wie Marcel Proust erkundeten neue Wege in der Literatur.

Während des Ersten Weltkriegs befand sich Paris manchmal an der Front: 600 bis 1.000 Pariser Taxis spielten eine kleine, aber äußerst wichtige symbolische Rolle beim Transport von 6.000 Soldaten an die Front in der ersten Schlacht an der Marne. Die Stadt wurde auch von Zeppelinen bombardiert und von deutschen Langstreckenwaffen beschossen. In den Jahren nach dem Krieg, die als Les Années Folles bekannt sind, bleibt Paris ein Mekka für Schriftsteller, Musiker und Künstler aus aller Welt, darunter Ernest Hemingway, Igor Strawinsky, James Joyce, Josephine Baker, Eva Kotchever, Henry Miller, Anaïs Nin, Sidney Bechet Allen Ginsberg und der Surrealist Salvador Dalí.

In den Jahren nach der Friedenskonferenz lebten in der Stadt auch immer mehr Studenten und Aktivisten aus den französischen Kolonien und anderen asiatischen und afrikanischen Ländern, die später zu führenden Persönlichkeiten ihrer Länder wurden, wie Ho Chi Minh, Zhou Enlai und Léopold Sédar Senghor.

General Charles de Gaulle auf den Champs-Élysées bei der Feier der Befreiung von Paris, 26. August 1944

Am 14. Juni 1940 marschierte die deutsche Armee in Paris ein, das zur "offenen Stadt" erklärt worden war. Am 16. und 17. Juli 1942 verhafteten die französische Polizei und Gendarmerie auf deutschen Befehl 12 884 Juden, darunter 4 115 Kinder, und sperrten sie fünf Tage lang im Vel d'Hiv (Vélodrome d'Hiver) ein, von wo aus sie mit dem Zug in das Vernichtungslager Auschwitz transportiert wurden. Keines der Kinder kehrte zurück. Am 25. August 1944 wurde die Stadt von der 2. französischen Panzerdivision und der 4. Infanteriedivision der US-Armee befreit. Panzerdivision und der 4. Infanteriedivision der US-Armee befreit. General Charles de Gaulle führte eine große und bewegte Menschenmenge über die Champs Élysées zur Notre Dame de Paris und hielt vom Hôtel de Ville aus eine mitreißende Rede.

In den 1950er und 1960er Jahren wurde Paris zu einer der Fronten im algerischen Unabhängigkeitskrieg; im August 1961 töteten die Unabhängigkeitsbefürworter der FLN 11 Pariser Polizisten, was zur Verhängung einer Ausgangssperre für die Muslime Algeriens (die zu diesem Zeitpunkt französische Staatsbürger waren) führte. Am 17. Oktober 1961 kam es bei einer nicht genehmigten, aber friedlichen Demonstration von Algeriern gegen die Ausgangssperre zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten, bei denen mindestens 40 Menschen getötet wurden, von denen einige in die Seine geworfen wurden. Die unabhängigheitsfeindliche Organisation armée secrète (OAS) verübte ihrerseits 1961 und 1962 eine Reihe von Bombenanschlägen in Paris.

Im Mai 1968 besetzten protestierende Studenten die Sorbonne und errichteten Barrikaden im Quartier Latin. Tausende von Pariser Arbeitern schlossen sich den Studenten an, und die Bewegung weitete sich zu einem zweiwöchigen Generalstreik aus. Die Befürworter der Regierung gewannen die Wahlen im Juni mit großer Mehrheit. Die Ereignisse vom Mai 1968 in Frankreich führten zur Aufteilung der Universität Paris in 13 unabhängige Universitäten. 1975 änderte die Nationalversammlung den Status von Paris auf den anderer französischer Städte, und am 25. März 1977 wurde Jacques Chirac zum ersten gewählten Bürgermeister von Paris seit 1793. Der Tour Maine-Montparnasse, mit 57 Stockwerken und 210 Metern Höhe das höchste Gebäude der Stadt, wurde zwischen 1969 und 1973 gebaut. Es war sehr umstritten und ist nach wie vor das einzige Gebäude im Stadtzentrum, das über 32 Stockwerke hoch ist. Die Einwohnerzahl von Paris sank von 2.850.000 im Jahr 1954 auf 2.152.000 im Jahr 1990, da Familien der Mittelschicht in die Vororte zogen. Ein Vorortbahnnetz, das RER (Réseau Express Régional), wurde gebaut, um die Métro zu ergänzen; die Schnellstraße Périphérique, die die Stadt umschließt, wurde 1973 fertiggestellt.

Die meisten Nachkriegspräsidenten der Fünften Republik wollten ihre eigenen Denkmäler in Paris hinterlassen; Präsident Georges Pompidou gründete das Centre Georges Pompidou (1977), Valéry Giscard d'Estaing das Musée d'Orsay (1986); Präsident François Mitterrand, der 14 Jahre lang an der Macht war, baute die Opéra Bastille (1985-1989), den neuen Standort der Bibliothèque nationale de France (1996), den Arche de la Défense (1985-1989) und die Louvre-Pyramide mit ihrem unterirdischen Innenhof (1983-1989); Jacques Chirac (2006), das Musée du quai Branly.

Der Westen von Paris im Jahr 2016, fotografiert von einem SkySat-Satelliten

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts begann die Bevölkerung von Paris langsam wieder zu wachsen, da mehr junge Menschen in die Stadt zogen. Im Jahr 2011 erreichte sie 2,25 Millionen Einwohner. Im März 2001 wurde Bertrand Delanoë der erste sozialistische Bürgermeister von Paris. Um den Autoverkehr in der Stadt zu verringern, führte er 2007 das Vélib'-System ein, ein System, bei dem Fahrräder an Einwohner und Besucher vermietet werden. Bertrand Delanoë gestaltete auch einen Abschnitt der Autobahn am linken Seine-Ufer in eine städtische Promenade und einen Park um, die Promenade des Berges de la Seine, die er im Juni 2013 einweihte.

Im Jahr 2007 rief Präsident Nicolas Sarkozy das Projekt Grand Paris ins Leben, um Paris enger mit den Städten der Region zu verbinden. Nach zahlreichen Änderungen wurde das neue Gebiet mit dem Namen Metropole Grand Paris und 6,7 Millionen Einwohnern am 1. Januar 2016 geschaffen. Im Jahr 2011 genehmigten die Stadt Paris und die nationale Regierung die Pläne für den Grand Paris Express, ein insgesamt 205 Kilometer langes automatisiertes U-Bahn-Netz, das Paris, die drei Departements in der Umgebung von Paris, Flughäfen und TGV-Bahnhöfe miteinander verbinden soll und dessen Kosten auf 35 Milliarden Euro geschätzt werden. Das System soll bis 2030 fertig gestellt sein.

Anti-Terror-Demonstration auf der Place de la République nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo, 11. Januar 2015

Im Januar 2015 bekannte sich Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel zu Anschlägen in der Region Paris. 1,5 Millionen Menschen demonstrierten in Paris für Solidarität gegen den Terrorismus und für die Meinungsfreiheit. Im November desselben Jahres wurden bei Terroranschlägen, zu denen sich der ISIL bekannte, 130 Menschen getötet und mehr als 350 verletzt.

Geografie

Standort

Satellitenbild von Paris durch Sentinel-2

Paris liegt im nördlichen Zentralfrankreich, in einem nach Norden abknickenden Bogen der Seine, auf deren Kamm sich zwei Inseln befinden, die Île Saint-Louis und die größere Île de la Cité, die den ältesten Teil der Stadt bilden. Die Mündung des Flusses in den Ärmelkanal (La Manche) liegt etwa 375 km stromabwärts von der Stadt. Die Stadt ist auf beiden Ufern des Flusses weitläufig verteilt. Insgesamt ist die Stadt relativ flach, und der niedrigste Punkt liegt 35 m über dem Meeresspiegel. Paris hat mehrere markante Hügel, von denen der Montmartre mit 130 m der höchste ist.

Abgesehen von den Parks Bois de Boulogne und Bois de Vincennes erstreckt sich Paris über eine ovale Fläche von etwa 87 km2, die von der 35 km langen Ringstraße Boulevard Périphérique umschlossen wird. Die letzte große Eingliederung von Außenbezirken im Jahr 1860 gab der Stadt nicht nur ihre moderne Form, sondern schuf auch die 20 im Uhrzeigersinn angeordneten Arrondissements (Stadtbezirke). Von einer Fläche von 78 km2 im Jahr 1860 wurde das Stadtgebiet in den 1920er Jahren geringfügig auf 86,9 km2 erweitert. Im Jahr 1929 wurden die Waldparks Bois de Boulogne und Bois de Vincennes offiziell an die Stadt angegliedert, wodurch sich die Fläche der Stadt auf etwa 105 km2 erhöhte. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 2 300 km2 (890 km2).

Gemessen vom "Nullpunkt" vor der Kathedrale Notre-Dame liegt Paris 450 km südöstlich von London, 287 km südlich von Calais, 305 km südwestlich von Brüssel, 774 km nördlich von Marseille, 385 km nordöstlich von Nantes und 135 km südöstlich von Rouen.

Region Île-de-France mit dem 75. Département, der Stadt Paris. Die Vororte (banlieues) von Paris befinden sich in den Départements 92 (Hauts-de-Seine), 93 (Seine-Saint-Denis) und 94 (Val-de-Marne)

Klima

Herbst in Paris

Paris hat ein typisch westeuropäisches, ozeanisches Klima (Köppen: Cfb), das durch den Nordatlantikstrom beeinflusst wird. Das Klima ist das ganze Jahr über mild und mäßig feucht. Die Sommertage sind in der Regel warm und angenehm mit Durchschnittstemperaturen zwischen 15 und 25 °C (59 und 77 °F) und reichlich Sonnenschein. Es gibt jedoch jedes Jahr ein paar Tage, an denen die Temperatur über 32 °C steigt. Manchmal kommt es zu längeren Hitzeperioden, wie z. B. bei der Hitzewelle im Jahr 2003, als die Temperaturen wochenlang über 30 °C lagen, an manchen Tagen 40 °C erreichten und sich nachts kaum abkühlten. Frühling und Herbst haben im Durchschnitt milde Tage und frische Nächte, sind aber wechselhaft und unbeständig. Überraschend warmes oder kühles Wetter tritt in beiden Jahreszeiten häufig auf. Im Winter gibt es nur wenig Sonnenschein, die Tage sind kühl und die Nächte kalt, aber im Allgemeinen über dem Gefrierpunkt mit Tiefsttemperaturen um 3 °C (37 °F). Leichter Nachtfrost ist jedoch keine Seltenheit, aber die Temperatur sinkt selten unter -5 °C (23 °F). Schnee fällt jedes Jahr, bleibt aber selten am Boden liegen. In der Stadt gibt es manchmal leichten Schnee oder Schneegestöber mit oder ohne Niederschlag.

Paris hat eine durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge von 641 mm (25,2 in) und erlebt leichte, gleichmäßig über das Jahr verteilte Niederschläge. Allerdings ist die Stadt für gelegentliche, plötzliche, heftige Schauer bekannt. Die höchste aufgezeichnete Temperatur war 42,6 °C (108,7 °F) am 25. Juli 2019, die niedrigste war -23,9 °C (-11,0 °F) am 10. Dezember 1879.

Klimadaten für Paris (Parc Montsouris), Höhe: 75 m (246 ft), Normalwerte 1991-2020, Extremwerte 1872-heute
Monat Jan Feb März Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Rekordhoch °C (°F) 16.1
(61.0)
21.4
(70.5)
26.0
(78.8)
30.2
(86.4)
34.8
(94.6)
37.6
(99.7)
42.6
(108.7)
39.5
(103.1)
36.2
(97.2)
28.9
(84.0)
21.6
(70.9)
17.1
(62.8)
42.6
(108.7)
Durchschnittlicher Höchstwert °C (°F) 7.6
(45.7)
8.8
(47.8)
12.8
(55.0)
16.6
(61.9)
20.2
(68.4)
23.4
(74.1)
25.7
(78.3)
25.6
(78.1)
21.5
(70.7)
16.5
(61.7)
11.1
(52.0)
8.0
(46.4)
16.5
(61.7)
Tagesmittelwert °C (°F) 5.4
(41.7)
6.0
(42.8)
9.2
(48.6)
12.2
(54.0)
15.6
(60.1)
18.8
(65.8)
20.9
(69.6)
20.8
(69.4)
17.2
(63.0)
13.2
(55.8)
8.7
(47.7)
5.9
(42.6)
12.8
(55.0)
Durchschnittlicher Tiefstwert °C (°F) 3.2
(37.8)
3.3
(37.9)
5.6
(42.1)
7.9
(46.2)
11.1
(52.0)
14.2
(57.6)
16.2
(61.2)
16.0
(60.8)
13.0
(55.4)
9.9
(49.8)
6.2
(43.2)
3.8
(38.8)
9.2
(48.6)
Rekordtiefstwert °C (°F) −14.6
(5.7)
−14.7
(5.5)
−9.1
(15.6)
−3.5
(25.7)
−0.1
(31.8)
3.1
(37.6)
6.0
(42.8)
6.3
(43.3)
1.8
(35.2)
−3.8
(25.2)
−14.0
(6.8)
−23.9
(−11.0)
−23.9
(−11.0)
Durchschnittlicher Niederschlag mm (Zoll) 47.6
(1.87)
41.8
(1.65)
45.2
(1.78)
45.8
(1.80)
69.0
(2.72)
51.3
(2.02)
59.4
(2.34)
58.0
(2.28)
44.7
(1.76)
55.2
(2.17)
54.3
(2.14)
62.0
(2.44)
634.3
(24.97)
Durchschnittliche Niederschlagstage (≥ 1,0 mm) 9.9 9.1 9.5 8.6 9.2 8.3 7.4 8.1 7.5 9.5 10.4 11.4 108.9
Durchschnittliche schneereiche Tage 3.0 3.9 1.6 0.6 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0 0.7 2.1 11.9
Durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit (%) 83 78 73 69 70 69 68 71 76 82 84 84 76
Mittlere monatliche Sonnenscheinstunden 59.0 83.7 134.9 177.3 201.0 203.5 222.4 215.3 174.7 118.6 69.8 56.9 1,717
Durchschnittlicher Ultraviolett-Index 1 2 3 4 6 7 7 6 4 3 1 1 4
Quelle 1: Meteo France (Schneetage 1981-2010), Infoclimat.fr (relative Luftfeuchtigkeit 1961-1990)
Quelle 2: Wetteratlas (prozentualer Sonnenschein und UV-Index)

Paris befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 10,8 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 649,6 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Juli mit 18,4 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 3,5 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Mai mit 65,0 Millimetern im Mittel, der wenigste im August mit durchschnittlich 43,0 Millimetern.

Paris
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
54
7
3
 
44
8
3
 
49
12
5
 
53
15
7
 
65
19
11
 
55
22
13
 
63
24
16
 
43
25
15
 
55
21
13
 
60
16
9
 
52
10
5
 
59
8
4
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Météo-France; Luftfeuchtigkeit, Sonnenscheindauer: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Paris
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 6,9 8,2 11,8 14,7 19,0 21,8 24,4 24,6 20,8 15,8 10,4 7,8 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) 2,5 2,8 5,1 6,8 10,5 13,3 15,5 15,4 12,5 9,2 5,3 3,6 Ø 8,6
Temperatur (°C) 4,7 5,5 8,4 10,7 14,7 17,5 19,9 20,0 16,6 12,5 7,8 5,7 Ø 12
Niederschlag (mm) 53,7 43,7 48,5 53,0 65,0 54,6 63,1 43,0 54,7 59,7 51,9 58,7 Σ 649,6
Sonnenstunden (h/d) 1,9 2,9 5,1 6,0 7,5 8,1 7,8 7,1 6,0 4,1 2,0 1,5 Ø 5
Regentage (d) 10,2 9,3 10,4 9,4 10,3 8,6 8,0 6,9 8,5 9,5 9,7 10,7 Σ 111,5
Luftfeuchtigkeit (%) 86 81 76 69 71 73 73 74 79 85 87 88 Ø 78,5
Quelle: Météo-France; Luftfeuchtigkeit, Sonnenscheindauer: wetterkontor.de

Verwaltung

Die Stadtverwaltung

Eine Karte der Arrondissements von Paris

Fast während seiner gesamten langen Geschichte wurde Paris, abgesehen von einigen kurzen Perioden, direkt von Vertretern des Königs, des Kaisers oder des Präsidenten von Frankreich regiert. Erst 1974 wurde der Stadt von der Nationalversammlung kommunale Autonomie gewährt. Von 1794 bis 1977 war Paris mit Ausnahme von 14 Monaten die einzige französische Gemeinde ohne Bürgermeister und hatte damit weniger Autonomie als das kleinste Dorf. Die meiste Zeit von 1800 bis 1977 (mit kurzen Ausnahmen in den Jahren 1848 und 1870-71) wurde sie direkt vom Präfekten des Departements kontrolliert (bis 1968 vom Präfekten der Seine, von 1968 bis 1977 vom Präfekten von Paris).

Der erste moderne gewählte Bürgermeister von Paris war Jacques Chirac, der am 20. März 1977 zum ersten Bürgermeister der Stadt seit 1871 und erst zum vierten seit 1794 gewählt wurde. Die derzeitige Bürgermeisterin ist Anne Hidalgo, eine Sozialistin, die am 5. April 2014 zum ersten Mal gewählt und am 28. Juni 2020 wiedergewählt wurde.

Der Bürgermeister von Paris wird indirekt von den Pariser Wählern gewählt; die Wähler jedes der 20 Arrondissements der Stadt wählen Mitglieder des Conseil de Paris (Stadtrat von Paris), der dann den Bürgermeister wählt. Der Conseil de Paris besteht aus 163 Mitgliedern, wobei jedem Arrondissement eine von seiner Einwohnerzahl abhängige Anzahl von Sitzen zugeteilt wird, von 10 Mitgliedern für jedes der am wenigsten bevölkerten Arrondissements (1. bis 9.) bis zu 34 Mitgliedern für das bevölkerungsreichste (15.). Der Stadtrat wird nach dem Verhältniswahlrecht mit geschlossenen Listen in einem zweistufigen Verfahren gewählt. Die Listen der Parteien, die im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit oder im zweiten Wahlgang zumindest eine Mehrheit erreichen, erhalten automatisch die Hälfte der Sitze eines Arrondissements. Die verbleibende Hälfte der Sitze wird proportional auf alle Listen verteilt, die mindestens 5 % der Stimmen nach der Methode des höchsten Durchschnitts erhalten. Dadurch wird sichergestellt, dass die siegreiche Partei oder Koalition immer die Mehrheit der Sitze erhält, auch wenn sie nicht die absolute Mehrheit der Stimmen erhält.

Das Hôtel de Ville, das Rathaus, befindet sich seit 1357 am selben Ort.

Nach seiner Wahl spielt der Stadtrat eine weitgehend passive Rolle in der Stadtverwaltung, vor allem weil er nur einmal im Monat tagt. Der Stadtrat besteht aus einer Linkskoalition mit 91 Mitgliedern, darunter die Sozialisten, die Kommunisten, die Grünen und die extreme Linke, und 71 Mitgliedern der rechten Mitte sowie einigen Mitgliedern aus kleineren Parteien.

Jedes der 20 Pariser Arrondissements hat sein eigenes Rathaus und einen direkt gewählten Rat (conseil d'arrondissement), der wiederum einen Arrondissement-Bürgermeister wählt. Der Rat jedes Arrondissements setzt sich aus Mitgliedern des Conseil de Paris sowie aus Mitgliedern zusammen, die nur dem Rat des Arrondissements angehören. Die Anzahl der stellvertretenden Bürgermeister in jedem Arrondissement hängt von der Einwohnerzahl ab. Insgesamt gibt es 20 Arrondissement-Bürgermeister und 120 Vizebürgermeister.

Der Haushalt der Stadt für 2018 beläuft sich auf 9,5 Milliarden Euro, wobei ein Defizit von 5,5 Milliarden Euro erwartet wird. 7,9 Milliarden Euro sind für die Stadtverwaltung vorgesehen, 1,7 Milliarden Euro für Investitionen. Die Zahl der städtischen Beschäftigten ist von 40.000 im Jahr 2001 auf 55.000 im Jahr 2018 gestiegen. Der größte Teil des Investitionsbudgets ist für den öffentlichen Wohnungsbau (262 Millionen Euro) und für Immobilien (142 Millionen Euro) vorgesehen.

Métropole du Grand Paris

Eine Karte der Großstadt Paris (Métropole du Grand Paris) und ihrer Verwaltungsgebiete

Die Métropole du Grand Paris, oder einfach Grand Paris, wurde am 1. Januar 2016 offiziell ins Leben gerufen. Es handelt sich um eine Verwaltungsstruktur für die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Paris und ihren Vorstädten. Sie umfasst die Stadt Paris und die Gemeinden der drei Departements der inneren Vororte (Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne) sowie sieben Gemeinden in den äußeren Vororten, darunter Argenteuil in Val d'Oise und Paray-Vieille-Poste in Essonne, die hinzugefügt wurden, um die großen Flughäfen von Paris einzubeziehen. Die Metropole erstreckt sich über 814 Quadratkilometer (314 Quadratmeilen) und hat 6,945 Millionen Einwohner.

Die neue Struktur wird von einem Rat der Metropole mit 210 Mitgliedern verwaltet, die nicht direkt gewählt, sondern von den Räten der Mitgliedsgemeinden bestimmt werden. Bis 2020 werden seine grundlegenden Zuständigkeiten die Stadtplanung, der Wohnungsbau und der Umweltschutz sein. Der erste Präsident des Metropolrates, Patrick Ollier, Republikaner und Bürgermeister der Stadt Rueil-Malmaison, wurde am 22. Januar 2016 gewählt. Obwohl die Metropole fast sieben Millionen Einwohner zählt und 25 Prozent des französischen BIP erwirtschaftet, verfügt sie über einen sehr kleinen Haushalt: nur 65 Millionen Euro, verglichen mit acht Milliarden Euro für die Stadt Paris.

Die Regionalregierung

Die Region Île de France, zu der Paris und die umliegenden Gemeinden gehören, wird vom Regionalrat verwaltet, der seinen Sitz im siebten Arrondissement von Paris hat. Er setzt sich aus 209 Mitgliedern zusammen, die die verschiedenen Gemeinden der Region vertreten. Am 15. Dezember 2015 gewann eine Kandidatenliste der Union der Rechten, eines Zusammenschlusses von Parteien der Mitte und des rechten Spektrums unter der Führung von Valérie Pécresse, die Regionalwahlen knapp gegen eine Koalition aus Sozialisten und Umweltschützern. Die Sozialisten hatten die Region siebzehn Jahre lang regiert. Der Regionalrat besteht aus 121 Mitgliedern der Union der Rechten, 66 Mitgliedern der Union der Linken und 22 Mitgliedern der rechtsextremen Front National.

Nationale Regierung

Der Élysée-Palast, die offizielle Residenz des Präsidenten der Französischen Republik

Als Hauptstadt Frankreichs ist Paris der Sitz der nationalen Regierung Frankreichs. Für die Exekutive haben die beiden Chefs der Exekutive jeweils einen eigenen Amtssitz, der auch als Büro dient. Der Präsident der Französischen Republik residiert im Élysée-Palast im 8. Arrondissement, während der Premierminister seinen Sitz im Hôtel Matignon im 7. Die Ministerien der Regierung sind in verschiedenen Teilen der Stadt angesiedelt; viele befinden sich im 7.

Beide Häuser des französischen Parlaments befinden sich auf der Rive Gauche. Das Oberhaus, der Senat, tagt im Palais du Luxembourg im 6. Arrondissement, während das wichtigere Unterhaus, die Nationalversammlung, im Palais Bourbon im 7. Der Präsident des Senats, der zweithöchste Beamte Frankreichs (der Präsident der Republik ist der einzige Vorgesetzte), residiert im Petit Luxembourg, einem kleineren Palast, der dem Palais du Luxembourg angegliedert ist.

Der Palais-Royal, Sitz des Conseil d'État
Abgeordnete der Nationalversammlung von Paris (gewählt 2017)
Wahlkreis Mitglied Partei
1. Wahlbezirk von Paris Sylvain Maillard La République En Marche!
2. Wahlbezirk von Paris Gilles Le Gendre La République En Marche!
3. Wahlbezirk von Paris Stanislas Guerini La République En Marche!
Paris' 4. Wahlbezirk Brigitte Kuster Die Republikaner
5. Wahlbezirk von Paris Benjamin Griveaux La République En Marche!
6. Wahlbezirk von Paris Pierre Person La République En Marche!
Paris' 7. Wahlbezirk Pacôme Rupin La République En Marche!
Paris' 8. Wahlbezirk Laetitia Avia La République En Marche!
Paris' 9. Wahlbezirk Buon Tan La République En Marche!
Paris' 10. Wahlbezirk Anne-Christine Lang La République En Marche!
Paris' 11. Wahlbezirk Marielle de Sarnez MoDem
Paris' 12. Wahlbezirk Olivia Grégoire La République En Marche!
Der 13. Wahlbezirk von Paris Hugues Renson La République En Marche!
Der 14. Wahlbezirk von Paris Claude Goasguen Die Republikaner
Paris' 15. Wahlbezirk George Pau-Langevin Sozialistische Partei
Der 16. Wahlbezirk von Paris Mounir Mahjoubi La République En Marche!
Der 17. Wahlbezirk von Paris Danièle Obono La France Insoumise
18. Wahlbezirk von Paris Pierre-Yves Bournazel Die Republikaner

Die höchsten Gerichte Frankreichs befinden sich in Paris. Der Kassationsgerichtshof, das höchste Gericht der Judikative, das Straf- und Zivilsachen prüft, hat seinen Sitz im Palais de Justice auf der Île de la Cité, während der Conseil d'État, der die Exekutive rechtlich berät und als höchstes Gericht der Verwaltung über Rechtsstreitigkeiten gegen öffentliche Einrichtungen entscheidet, seinen Sitz im Palais-Royal im ersten Arrondissement hat. Der Verfassungsrat, ein beratendes Gremium, das in letzter Instanz über die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen und Regierungsdekreten entscheidet, tagt ebenfalls im Montpensier-Flügel des Palais Royal.

Paris und seine Region beherbergen den Sitz mehrerer internationaler Organisationen, darunter die UNESCO, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Internationale Handelskammer, den Pariser Club, die Europäische Weltraumorganisation, die Internationale Energieagentur, die Organisation internationale de la Francophonie, das Institut für Sicherheitsstudien der Europäischen Union, das Internationale Büro für Maß und Gewicht, das Internationale Ausstellungsbüro und die Internationale Vereinigung für Menschenrechte.

Nach dem Motto "Nur Paris ist Rom würdig, nur Rom ist Paris würdig" ist die einzige Partnerstadt von Paris Rom, obwohl Paris Partnerschaftsabkommen mit vielen anderen Städten in der Welt hat.

Polizei

Motorradfahrer der Polizei (Gendarmerie) in Paris

Für die Sicherheit von Paris ist hauptsächlich die Polizeipräfektur von Paris zuständig, eine Unterabteilung des Innenministeriums. Sie beaufsichtigt die Einheiten der Nationalpolizei, die in der Stadt und in den drei angrenzenden Departements patrouillieren. Sie ist auch für die Bereitstellung von Notdiensten zuständig, darunter die Pariser Feuerwehr. Ihr Sitz befindet sich am Place Louis Lépine auf der Île de la Cité.

Die Präfektur verfügt über 43 800 Beamte und eine Flotte von mehr als 6 000 Fahrzeugen, darunter Polizeiautos, Motorräder, Feuerwehrfahrzeuge, Boote und Hubschrauber. Die nationale Polizei verfügt über eine eigene Spezialeinheit für die Bekämpfung von Unruhen, die Kontrolle von Menschenmengen und die Sicherung öffentlicher Gebäude, die Compagnies Républicaines de Sécurité (CRS), die 1944 unmittelbar nach der Befreiung Frankreichs gegründet wurde. Bei Demonstrationen und öffentlichen Veranstaltungen sieht man im Stadtzentrum häufig Transporter mit CRS-Agenten.

Die Polizei wird von der Gendarmerie Nationale, einer Abteilung der französischen Streitkräfte, unterstützt, deren polizeiliche Einsätze jetzt jedoch vom Innenministerium überwacht werden. Die traditionellen Kepis der Gendarmen wurden 2002 durch Mützen ersetzt, und die Polizei wurde modernisiert, obwohl sie bei feierlichen Anlässen immer noch Kepis tragen.

Die Kriminalität in Paris ist mit der in den meisten Großstädten vergleichbar. Gewaltverbrechen sind im Stadtzentrum relativ selten. Politische Gewalt ist unüblich, obwohl es in Paris und anderen französischen Städten gleichzeitig zu sehr großen Demonstrationen kommen kann. Diese Demonstrationen, die in der Regel von einer starken Polizeipräsenz begleitet werden, können in Konfrontation ausarten und in Gewalt eskalieren.

Stadtbild

Panorama von Paris vom Eiffelturm aus gesehen in einer 360-Grad-Ansicht (der Fluss fließt von Nordosten nach Südwesten, von rechts nach links)

Städtebau und Architektur

Camille Pissarro, Boulevard Montmartre, 1897, Museum Eremitage

Paris ist eine der wenigen Hauptstädte der Welt, die nur selten durch eine Katastrophe oder einen Krieg zerstört wurde. Dafür ist selbst die früheste Geschichte noch im Stadtplan sichtbar, und die Jahrhunderte, in denen die Herrscher der Hauptstadt ihre jeweiligen architektonischen Stempel aufdrückten, haben zu einer Fülle von geschichtsträchtigen Denkmälern und Gebäuden geführt, deren Schönheit einen großen Teil dazu beigetragen hat, der Stadt ihr heutiges Ansehen zu verleihen. In ihrer Entstehungszeit, vor dem Mittelalter, bestand die Stadt aus mehreren Inseln und Sandbänken in einer Seine-Kurve, von denen heute noch zwei übrig sind: Île Saint-Louis und die Île de la Cité. Eine dritte Insel ist die 1827 künstlich angelegte Île aux Cygnes.

Das moderne Paris verdankt einen Großteil seines Stadtgrundrisses und seiner architektonischen Harmonie Napoleon III. und seinem Präfekten der Seine, Baron Haussmann. Zwischen 1853 und 1870 bauten sie das Stadtzentrum neu auf, schufen die breiten Boulevards und Plätze, an denen sich die Boulevards kreuzten, legten einheitliche Fassaden entlang der Boulevards fest und verlangten, dass die Fassaden aus dem charakteristischen creme-grauen "Pariser Stein" gebaut werden. Sie legten auch die großen Parks rund um das Stadtzentrum an. Auch die hohe Wohnbevölkerung im Stadtzentrum unterscheidet die Stadt von den meisten anderen westlichen Großstädten.

Rue de Rivoli
Place des Vosges

Die Pariser Städtebaugesetze unterliegen seit dem frühen 17. Jahrhundert einer strengen Kontrolle, insbesondere was die Ausrichtung der Straßenfront, die Gebäudehöhe und die Verteilung der Gebäude betrifft. In jüngster Zeit wurde die 1974-2010 geltende Begrenzung der Gebäudehöhe von 37 m auf 50 m im Zentrum und 180 m in einigen Randvierteln von Paris angehoben, doch in einigen zentraleren Vierteln der Stadt gelten immer noch ältere Bauhöhenvorschriften. Der 210 Meter hohe Tour Montparnasse war seit 1973 sowohl das höchste Gebäude von Paris als auch von Frankreich, doch diesen Rekord hält seit seinem Bau 2011 der Turm Tour First in Courbevoie im Viertel La Défense.

Pariser Beispiele historischer Baustile reichen mehr als ein Jahrtausend zurück, darunter die romanische Kirche der Abtei Saint-Germain-des-Prés (1014-1163), die frühgotische Architektur der Basilika Saint-Denis (1144), die Kathedrale Notre Dame (1163-1345), die Flamboyant-Gotik von Saint-Chapelle (1239-1248), die Barockkirchen Saint-Paul-Saint-Louis (1627-1641) und Les Invalides (1670-1708). Das 19. Jahrhundert brachte die neoklassizistische Kirche La Madeleine (1808-1842), den als Opernhaus dienenden Palais Garnier (1875), die neobyzantinische Basilika Sacré-Cœur (1875-1919) sowie den überschwänglichen Belle-Époque-Modernismus des Eiffelturms (1889) hervor. Zu den herausragenden Beispielen der Architektur des 20. Jahrhunderts gehören das Centre Georges Pompidou von Richard Rogers und Renzo Piano (1977), die Cité des Sciences et de l'Industrie von verschiedenen Architekten (1986), das Institut der Arabischen Welt von Jean Nouvel (1987), die Louvre-Pyramide von I. M. Pei (1989) und die Opéra Bastille von Carlos Ott (1989). Die zeitgenössische Architektur umfasst das Musée du quai Branly - Jacques Chirac von Jean Nouvel (2006), das Museum für zeitgenössische Kunst der Fondation Louis Vuitton von Frank Gehry (2014) und das neue Tribunal de grande instance de Paris von Renzo Piano (2018).

Wohnen

Die teuersten Wohnstraßen in Paris waren 2018 nach dem durchschnittlichen Quadratmeterpreis die Avenue Montaigne (8. Arrondissement) mit 22.372 Euro pro Quadratmeter, der Place Dauphine (1. Arrondissement; 20.373 Euro) und die Rue de Furstemberg (6. Arrondissement) mit 18.839 Euro pro Quadratmeter. Die Gesamtzahl der Wohnungen in der Stadt Paris lag 2011 bei 1.356.074 und damit über dem früheren Höchststand von 1.334.815 im Jahr 2006. Davon waren 1.165.541 (85,9 Prozent) Hauptwohnsitze, 91.835 (6,8 Prozent) waren Nebenwohnsitze und die restlichen 7,3 Prozent standen leer (gegenüber 9,2 Prozent im Jahr 2006).

Zweiundsechzig Prozent der Gebäude stammen aus den Jahren 1949 und davor, 20 Prozent wurden zwischen 1949 und 1974 gebaut, und nur 18 Prozent der verbleibenden Gebäude wurden nach diesem Zeitpunkt errichtet. Zwei Drittel der 1,3 Millionen Wohnungen in der Stadt sind Studio- und Zweizimmerwohnungen. In Paris leben im Durchschnitt 1,9 Personen pro Wohnung, eine Zahl, die seit den 1980er Jahren konstant geblieben ist, aber deutlich unter dem Durchschnitt von 2,33 Personen pro Wohnung in der Île-de-France liegt. Nur 33 % der Pariser mit Hauptwohnsitz sind Eigentümer ihrer Wohnung (gegenüber 47 % in der gesamten Île-de-France): Der größte Teil der Stadtbevölkerung ist zur Miete wohnhaft. Der Anteil der Sozialwohnungen an der Gesamtzahl der Wohnungen in der Stadt lag 2017 bei 19,9 %. Der Anteil der Sozialwohnungen ist in der Stadt sehr unterschiedlich und reicht von 2,6 % im wohlhabenden 7. Arrondissement über 24 % im 20. Arrondissement und 26 % im 14. Arrondissement bis hin zu 39,9 % im 19. Arrondissement am ärmeren südwestlichen und nördlichen Stadtrand.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2019, während einer Kälteperiode, führte eine Pariser NRO ihre jährliche stadtweite Zählung von Obdachlosen durch. Dabei wurden 3.641 Obdachlose in Paris gezählt, von denen zwölf Prozent Frauen waren. Mehr als die Hälfte von ihnen war bereits seit mehr als einem Jahr obdachlos. 2.885 lebten auf der Straße oder in Parks, 298 in Bahnhöfen und Metrostationen und 756 in anderen Notunterkünften. Dies ist ein Anstieg um 588 Personen gegenüber 2018.

Paris und seine Vorstädte

Paris und seine Vororte, vom Spot-Satelliten aus gesehen
Der Westen von Paris vom Tour Montparnasse aus gesehen im Jahr 2019

Abgesehen vom Bois de Boulogne, dem Bois de Vincennes und dem Pariser Hubschrauberlandeplatz, die im 20. Jahrhundert hinzukamen, sind die Verwaltungsgrenzen von Paris seit 1860 unverändert geblieben. Seit seiner Gründung im Jahr 1790 gab es ein größeres Departement Seine, das für Paris und seine Vororte zuständig war, aber aufgrund der steigenden Bevölkerungszahl in den Vororten war es schwierig geworden, es als eigenständige Einheit zu erhalten. Um dieses Problem zu lösen, wurde der übergeordnete "District de la région parisienne" ("Bezirk der Pariser Region") ab 1968 in mehrere neue Departements umstrukturiert: Paris wurde zu einem eigenständigen Departement, und die Verwaltung der Vororte wurde auf die drei neuen Departements um Paris herum aufgeteilt. Das Departement der Region Paris wurde 1977 in "Île-de-France" umbenannt, aber diese abgekürzte Bezeichnung "Region Paris" wird auch heute noch häufig verwendet, um die Île-de-France zu beschreiben und als vage Bezeichnung für den gesamten Ballungsraum Paris. Mit der Gründung der Métropole du Grand Paris am 1. Januar 2016 begannen lang geplante Maßnahmen zur Zusammenführung von Paris und seinen Vororten.

Die Entfremdung zwischen Paris und seinen Vorstädten, insbesondere das Fehlen von Verkehrsverbindungen in den Vorstädten, wurde mit dem Wachstum des Ballungsraums Paris nur allzu deutlich. Paul Delouvrier versprach, die mésentente zwischen Paris und den Vorstädten zu lösen, als er 1961 die Leitung der Region Paris übernahm: Zwei seiner ehrgeizigsten Projekte für die Region waren der Bau von fünf "villes nouvelles" ("neue Städte") in den Vorstädten und das RER-Pendelzugnetz. In den 1960er und 1970er Jahren wurden zahlreiche weitere Vorstadtsiedlungen (grands ensembles) gebaut, um eine kostengünstige Lösung für die rasch wachsende Bevölkerung zu bieten: Diese Viertel waren anfangs sozial gemischt, aber nur wenige Bewohner besaßen ihre Häuser tatsächlich (die wachsende Wirtschaft machte sie erst ab den 1970er Jahren für die Mittelschicht zugänglich). Die schlechte Bauqualität und die willkürliche Einfügung in das bestehende Stadtgebiet trugen dazu bei, dass diejenigen, die in der Lage waren, anderswohin zu ziehen, diese Viertel verließen und diejenigen, die nur begrenzte Möglichkeiten hatten, sie neu besiedelten.

Diese Viertel, die so genannten quartiers sensibles, liegen im Norden und Osten von Paris, insbesondere in den Stadtteilen Goutte d'Or und Belleville. Im Norden der Stadt befinden sie sich hauptsächlich im Departement Seine-Saint-Denis und in geringerem Maße im Osten im Departement Val-d'Oise. Weitere schwierige Gebiete befinden sich im Seine-Tal, in Évry und Corbeil-Essonnes (Essonne), in Mureaux und Mantes-la-Jolie (Yvelines) sowie verstreut in den Sozialwohnungsvierteln, die durch Delouvriers politische Initiative "ville nouvelle" von 1961 entstanden.

Die städtische Soziologie des Ballungsraums Paris entspricht im Wesentlichen der des Paris des 19. Jahrhunderts: Die wohlhabenden Schichten befinden sich im Westen und Südwesten, die mittleren und unteren Schichten im Norden und Osten. Die übrigen Gebiete sind überwiegend von der Mittelschicht bewohnt, mit Inseln der reichen Bevölkerung, die sich aus historischen Gründen dort angesiedelt haben, nämlich Saint-Maur-des-Fossés im Osten und Enghien-les-Bains im Norden von Paris.

Demografie

Volkszählung 2018 Region Paris
Land/Gebiet der Geburt Einwohnerzahl
France Großraum Frankreich 9,177,492
Algeria Algerien 329,863
Morocco Marokko 252,801
Portugal Portugal 232,769
Tunisia Tunesien 127,449
Flag of Guadeloupe (local).svg Guadeloupe 80,785
Drapeau aux serpents de la Martinique.svg Martinique 75,446
China China 70,988
Turkey Türkei 67,738
Mali Mali 66,422
Ivory Coast Côte d'Ivoire 63,784
Senegal Senegal 60,214
Italy Italien 57,732
Romania Rumänien 53,457
Democratic Republic of the Congo Demokratische Republik Kongo 52,222
Sri Lanka Sri Lanka 45,603
Spain Spanien 45,492
Cameroon Kamerun 45,250
Republic of the Congo Republik Kongo 38.546
Haiti Haiti 36,600
Poland Polen 35,576
Vietnam Vietnam 35,044
Cambodia Kambodscha 30,215
 Blason Réunion DOM.svg Réunion 29,947
India Indien 29,509
Serbia Serbien 25,473
Lebanon Libanon 20,953
Madagascar Madagaskar 20,896
Germany Deutschland 20,352
Pakistan Pakistan 20,119
Russia Russland 18,942
Mauritius Mauritius 18.793
Guinea Guinea 18,714
Brazil Brasilien 17,732
United Kingdom Vereinigtes Königreich 17,692
United States Vereinigte Staaten 17,492
United Nations Andere Länder und Territorien 855.046

Die offiziell geschätzte Einwohnerzahl der Stadt Paris betrug am 1. Januar 2022 laut INSEE, dem offiziellen französischen Statistikamt, 2.165.423. Dies ist ein Rückgang um 11.000 Einwohner gegenüber Januar 2021 und ein Rückgang um 65.000 Einwohner innerhalb von sechs Jahren. Trotz dieses Rückgangs bleibt Paris mit 252 Einwohnern pro Hektar (Parks nicht mitgerechnet) die am dichtesten besiedelte Stadt in Europa. Dieser Rückgang wird zum Teil auf eine niedrigere Geburtenrate, den Wegzug von Bewohnern der Mittelschicht und den möglichen Verlust von Wohnraum in der Stadt aufgrund von Kurzzeitvermietungen für den Tourismus zurückgeführt.

Paris ist nach Berlin, Madrid und Rom die viertgrößte Gemeinde in der Europäischen Union. Laut Eurostat liegt Paris (6,5 Mio. Einwohner) hinter London (8 Mio.) und vor Berlin (3,5 Mio.), basierend auf der Einwohnerzahl der von Eurostat als "Urban Audit Core Cities" bezeichneten Städte im Jahr 2012.

Bevölkerung der Stadt selbst, des Stadtgebiets und des Ballungsraums von 1800 bis 2010

Die Einwohnerzahl von Paris liegt heute unter dem historischen Höchststand von 2,9 Millionen im Jahr 1921. Die Hauptgründe dafür waren ein erheblicher Rückgang der Haushaltsgröße und eine dramatische Abwanderung der Einwohner in die Vororte zwischen 1962 und 1975. Zu den Faktoren der Abwanderung gehörten die Deindustrialisierung, hohe Mieten, die Gentrifizierung vieler innerer Stadtteile, die Umwandlung von Wohnraum in Büroräume und der zunehmende Wohlstand von Arbeiterfamilien. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kam der Bevölkerungsverlust der Stadt vorübergehend zum Stillstand; die Einwohnerzahl stieg von 2.125.246 im Jahr 1999 auf 2.240.621 im Jahr 2012, bevor sie 2017, 2018 und 2021 wieder leicht zurückging.

Paris ist der Kern eines bebauten Gebiets, das weit über seine Grenzen hinausreicht: Die Agglomeration Parisienne, die statistisch als Unité Urbaine (Stadtgebiet) bezeichnet wird, war 2017 mit 10.785.092 Einwohnern das größte Stadtgebiet der Europäischen Union. Die von der Stadt beeinflusste Pendlertätigkeit geht sogar noch weit darüber hinaus, und zwar im statistischen Aire d'attraction de Paris ("funktionales Gebiet", eine statistische Methode, die mit einem Ballungsraum vergleichbar ist), das 2017 eine Bevölkerung von 13 024 518 hatte, was 19,6 % der Bevölkerung Frankreichs entspricht und den größten Ballungsraum der Eurozone darstellt.

Laut Eurostat, dem statistischen Amt der EU, war die Gemeinde Paris im Jahr 2012 mit 21.616 Einwohnern pro Quadratkilometer innerhalb der Stadtgrenzen (statistisches Gebiet NUTS-3) die am dichtesten besiedelte Stadt in der Europäischen Union und lag damit noch vor Inner London West mit 10.374 Einwohnern pro Quadratkilometer. Derselben Volkszählung zufolge wiesen die drei an Paris angrenzenden Departements Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne eine Bevölkerungsdichte von über 10 000 Personen pro Quadratkilometer auf und gehörten damit zu den zehn am dichtesten besiedelten Gebieten der EU.

Migration

Jährliches durchschnittliches Haushaltseinkommen (Median) im Jahr 2018 in der Stadt Paris und der Petite Couronne (Départements Hauts-de-Seine, Val-de-Marne und Seine-Saint-Denis)
  • unter 19.500 Euro
  • 19.500 bis 25.000 Euro
  • 25.000 bis 32.500 Euro
  • über 32.500 Euro
  • Paris zieht seit Jahrhunderten Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen an, sei es wegen politischer Verfolgung, aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen der kulturellen Anziehungskraft der Stadt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zogen vor allem Italiener und osteuropäische Juden in die Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten Armenier (nach dem Völkermord 1915), Polen, Russen und Ukrainer („weiße Russen“ nach der Oktoberrevolution 1917) Schon in der Zwischenkriegszeit, v. a. aber nach dem Zweiten Weltkrieg, kamen zahlreiche Gastarbeiter aus Süd- und Osteuropa nach Frankreich und viele von ihnen ließen sich dort nieder, vor allem im Umland von Paris; so führten oft Spanier und Portugiesen den Haushalt der reichen Pariser Familien. Die jüngste und größte Einwanderungswelle stammte aus den ehemaligen französischen Kolonien, etwa von den Antillen, dem Maghreb, Subsahara-Afrika und Indochina. Vor allem die traditionellen Arbeiterviertel im Osten der Stadt waren Anziehungspunkte von Einwanderern, etwa Belleville (19. und 20. Arrondissement), außerdem das 10., das über ein tamilisch-indisch geprägtes Viertel verfügt, das 11. und das 13. Arrondissement, das heute mit der größten Chinatown Europas ostasiatisch geprägt ist. Teile des 18. Arrondissements sind afrikanisch oder arabisch geprägt, vor allem das Quartier de la Goutte-d’Or. Zwischen dem überwiegend wohlhabenden und weißen Vierteln im Stadtzentrum und im Westen und den multikulturellen Randgebieten im Osten besteht dabei ein deutlicher Unterschied. Durch die erwähnte Gentrifizierung innerhalb der Stadtgrenzen werden zunehmend ärmere Haushalte und Mieter, oft Einwanderer, aus der Stadt heraus gedrängt. In den Vororten von Paris ist der Anteil der nicht-europäischen Einwanderer weit höher, vor allem in den nördlichen und östlichen, wo Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Probleme verbreitet sind; es besteht ein Trend zur Segregation und Ghettobildung (siehe dazu auch den Artikel Banlieue). Da Frankreich die ethnische oder religiöse Zugehörigkeit seiner Bewohner nicht statistisch erfasst, gibt es wenig genaue Daten zur ethnischen Zusammensetzung der Pariser Bevölkerung. In Paris selbst sind 20,4 % der Bevölkerung Einwanderer, also nicht in Frankreich geboren, 14,4 % sind außerhalb Europas geboren. Der Anteil der Jugendlichen unter 18 Jahren mit Migrationshintergrund (mindestens ein Elternteil nicht in Frankreich geboren) beträgt 41 %. Mehr als die Hälfte dieser Jugendlichen haben ihre Wurzeln außerhalb Europas. In der Region Île-de-France liegt dieser Prozentsatz bei 37 %, in einigen Vororten bei über 50 %. Insgesamt sind nach einer Erhebung aus dem Jahr 2006 17 % der Bewohner der Region Île-de-France Einwanderer, 35 % haben einen Migrationshintergrund.

    Laut der französischen Volkszählung von 2012 sind 586 163 Einwohner der Stadt Paris, d. h. 26,2 %, und 2 782 834 Einwohner der Region Paris (Île-de-France), d. h. 23,4 %, außerhalb des französischen Mutterlandes geboren (letztere Zahl stieg von 22,4 % bei der Volkszählung 2007). 26.700 von ihnen in der Stadt Paris und 210.159 in der Region Paris wurden in Übersee geboren (mehr als zwei Drittel davon in den französischen Westindischen Inseln) und werden daher nicht als Einwanderer gezählt, da sie bei ihrer Geburt die französische Staatsbürgerschaft besaßen.

    In der Region Paris waren 590.504 Einwohner Einwanderer aus Europa, 627.078 Einwanderer aus dem Maghreb, 435.339 aus Afrika südlich der Sahara und Ägypten, 69.338 aus der Türkei, 322.330 aus Asien (außerhalb der Türkei), 113.363 aus Amerika und 2.261 aus dem Südpazifik. Die beiden letztgenannten Einwanderergruppen werden wiederum von den Einwanderern aus den französischen Überseeregionen und -gebieten auf dem amerikanischen Kontinent und im Südpazifik bei weitem übertroffen.

    Im Jahr 2012 lebten 8.810 britische Staatsbürger und 10.019 US-Bürger in der Stadt Paris (Ville de Paris) und 20.466 britische Staatsbürger und 16.408 US-Bürger in der gesamten Region Paris (Île-de-France).

    Religion

    Sacré-Cœur auf dem Montmartre
    St-Gervais-et-St-Protais in Le Marais

    Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war Paris die größte katholische Stadt der Welt. Die französischen Volkszählungsdaten enthalten keine Informationen über die Religionszugehörigkeit. Laut einer Umfrage des Institut français d'opinion publique (IFOP), eines französischen Meinungsforschungsinstituts, aus dem Jahr 2011 bezeichneten sich 61 Prozent der Einwohner der Region Paris (Île-de-France) als römisch-katholisch. In der gleichen Umfrage bezeichneten sich 7 Prozent der Einwohner als Muslime, 4 Prozent als Protestanten, 2 Prozent als Juden und 25 Prozent als religionslos.

    Nach Angaben des INSEE sind zwischen 4 und 5 Millionen Franzosen in einem überwiegend muslimischen Land geboren oder haben mindestens einen Elternteil, der in einem solchen Land geboren wurde, insbesondere in Algerien, Marokko und Tunesien. Eine IFOP-Umfrage aus dem Jahr 2008 ergab, dass von den Einwanderern aus diesen überwiegend muslimischen Ländern 25 Prozent regelmäßig in die Moschee gingen; 41 Prozent praktizierten die Religion, und 34 Prozent waren gläubig, praktizierten die Religion aber nicht. In den Jahren 2012 und 2013 gab es schätzungsweise fast 500.000 Muslime in der Stadt Paris, 1,5 Millionen Muslime in der Region Île-de-France und 4 bis 5 Millionen Muslime in Frankreich.

    Die jüdische Bevölkerung in der Region Paris wurde 2014 auf 282.000 geschätzt, die größte Konzentration von Juden in der Welt außerhalb Israels und der Vereinigten Staaten.

    Internationale Organisationen

    Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hat seit November 1958 ihren Sitz in Paris. Paris ist auch der Sitz der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Paris beherbergt den Sitz der Europäischen Weltraumorganisation, der Internationalen Energieagentur, der Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde und seit 2019 auch der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde.

    Wirtschaft

    La Défense, das größte Geschäftsviertel in Europa
    Unternehmen mit Hauptsitz
    in der Region Paris, sortiert nach Umsatz
    (2021)
    Paris
    Rangliste
    Unternehmen Welt
    Rangliste
    1 AXA 46
    2 Total S.A. 52
    3 Crédit Agricole 82
    4 Carrefour 96
    5 BNP Paribas 97
    6 EDF 105
    Quelle: Fortune Global 500 (2021)
    Der Eiffelturm und das Stadtviertel La Défense

    Die Wirtschaft der Stadt Paris basiert größtenteils auf Dienstleistungen und Handel; von den 390.480 Unternehmen in der Stadt sind 80,6 Prozent im Handel, Transport und diversen Dienstleistungen tätig, 6,5 Prozent im Baugewerbe und nur 3,8 Prozent in der Industrie. In der Region Paris (Île-de-France) ist die Situation ähnlich: 76,7 Prozent der Unternehmen sind im Handel und im Dienstleistungssektor tätig, 3,4 Prozent in der Industrie.

    Bei der Volkszählung 2012 waren 59,5 % der Arbeitsplätze in der Region Paris im Bereich der marktbestimmten Dienstleistungen angesiedelt (12,0 % im Groß- und Einzelhandel, 9,7 % im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, 6,5 % im Bereich Information und Kommunikation, 6,5 % im Bereich Verkehr und Lagerei, 5,9 % im Finanz- und Versicherungswesen, 5,8 % im Bereich der administrativen und unterstützenden Dienstleistungen, 4. 6,6 % im Bereich Beherbergung und Gastronomie und 8,5 % im Bereich sonstige marktbestimmte Dienstleistungen), 26,9 % im Bereich nicht marktbestimmte Dienstleistungen (10,4 % im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen, 9,6 % im Bereich öffentliche Verwaltung und Verteidigung und 6,9 % im Bildungswesen), 8,2 % im Bereich Verarbeitendes Gewerbe und Versorgung (6,6 % im Verarbeitenden Gewerbe und 1,5 % im Bereich Versorgung), 5,2 % im Baugewerbe und 0,2 % in der Landwirtschaft.

    Die Region Paris zählte im Jahr 2010 5,4 Millionen Beschäftigte, von denen 2,2 Millionen in 39 Arbeitsämtern (pôles d'emplois) oder Geschäftsbezirken tätig waren. Der größte dieser Bezirke, gemessen an der Zahl der Beschäftigten, wird im Französischen als QCA (quartier central des affaires) bezeichnet und befindet sich im westlichen Teil der Stadt Paris, in den Arrondissements 2, 8, 9, 16 und 18. Im Jahr 2010 arbeiteten hier 500.000 Angestellte, das sind etwa 30 % der Angestellten in Paris und 10 % der Angestellten in der Île-de-France. Die größten Wirtschaftszweige im Central Business District sind das Finanz- und Versicherungswesen (16 % der Beschäftigten im Bezirk) und die Unternehmensdienstleistungen (15 %). Der Bezirk umfasst auch eine große Konzentration von Kaufhäusern, Einkaufszentren, Hotels und Restaurants sowie Regierungsbüros und Ministerien.

    Das zweitgrößte Geschäftsviertel, gemessen an der Zahl der Beschäftigten, ist La Défense im Westen der Stadt, wo sich in den 1990er Jahren viele Unternehmen niedergelassen haben. Im Jahr 2010 arbeiteten hier 144 600 Beschäftigte, von denen 38 % im Finanz- und Versicherungswesen und 16 % im Bereich der unterstützenden Dienstleistungen für Unternehmen tätig waren. Zwei weitere wichtige Bezirke, Neuilly-sur-Seine und Levallois-Perret, sind Erweiterungen des Pariser Geschäftsviertels und von La Défense. Ein weiterer Bezirk, zu dem Boulogne-Billancourt, Issy-les-Moulineaux und der südliche Teil des 15. Arrondissements gehören, ist ein Zentrum für Medien und Informationstechnologie.

    Die führenden französischen Unternehmen, die im Fortune Global 500 für 2021 aufgeführt sind, haben alle ihren Sitz in der Region Paris: sechs im zentralen Geschäftsviertel der Stadt Paris und vier in der Nähe der Stadt im Departement Hauts-de-Seine, drei in La Défense und eines in Boulogne-Billancourt. Einige Unternehmen, wie die Société Générale, haben sowohl in Paris als auch in La Défense Niederlassungen.

    Die Region Paris ist mit einem BIP von 681 Milliarden Euro (~850 Milliarden US-Dollar) und einem Pro-Kopf-Einkommen von 56.000 Euro (~70.000 US-Dollar) die führende Wirtschaftsregion Frankreichs. Im Jahr 2011 lag das BIP der Region an zweiter Stelle unter den europäischen Regionen und das Pro-Kopf-BIP war das vierthöchste in Europa. Während die Bevölkerung der Region Paris im Jahr 2011 18,8 Prozent der Bevölkerung des französischen Mutterlandes ausmachte, lag das BIP der Region Paris bei 30 Prozent des BIP des französischen Mutterlandes.

    Die Wirtschaft der Region Paris hat sich allmählich von der Industrie auf Dienstleistungsbranchen mit hoher Wertschöpfung (Finanzwesen, IT-Dienstleistungen) und Hightech-Produktion (Elektronik, Optik, Luft- und Raumfahrt usw.) verlagert. Die intensivste Wirtschaftstätigkeit der Region Paris durch das zentrale Departement Hauts-de-Seine und das vorstädtische Geschäftsviertel La Défense verlagert das wirtschaftliche Zentrum von Paris in den Westen der Stadt, in ein Dreieck zwischen der Opéra Garnier, La Défense und dem Val de Seine. Obwohl die Pariser Wirtschaft von Dienstleistungen dominiert wird und die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe stark zurückgegangen ist, ist die Region nach wie vor ein wichtiges Zentrum der verarbeitenden Industrie, insbesondere der Luftfahrt-, Automobil- und "Öko"-Industrie.

    In der weltweiten Lebenskostenerhebung 2017 der Economist Intelligence Unit, die auf einer Erhebung vom September 2016 basiert, rangiert Paris auf Platz sieben der teuersten Städte der Welt und auf Platz zwei in Europa, nach Zürich.

    Im Jahr 2018 war Paris mit Singapur und Hongkong die teuerste Stadt der Welt.

    Station F ist ein Inkubator für Start-ups im 13. Arrondissement von Paris. Sie gilt als die größte Startup-Einrichtung der Welt.

    Beschäftigung

    Beschäftigung nach Wirtschaftszweigen in der Region Paris (petite couronne), mit Bevölkerungs- und Arbeitslosenzahlen (2015)

    Laut INSEE-Zahlen von 2015 arbeiten 68,3 Prozent der Beschäftigten in der Stadt Paris im Handel, Verkehr und im Dienstleistungssektor, 24,5 Prozent in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheits- und Sozialwesen, 4,1 Prozent in der Industrie und 0,1 Prozent in der Landwirtschaft.

    Die meisten Angestellten in Paris sind in 370.000 Dienstleistungsunternehmen beschäftigt, die sich auf die nordwestlichen Bezirke 8, 16 und 17 konzentrieren. Die Pariser Finanzdienstleister konzentrieren sich auf das Banken- und Versicherungsviertel im zentral-westlichen 8. und 9. In den Pariser Kaufhausbezirken im 1., 6., 8. und 9. Arrondissement sind zehn Prozent der meist weiblichen Pariser Arbeitnehmer beschäftigt, davon 100.000 im Einzelhandel. Vierzehn Prozent der Pariserinnen und Pariser arbeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe und anderen Dienstleistungen für Privatpersonen. Neunzehn Prozent der Pariser Beschäftigten arbeiten für den Staat, entweder in der Verwaltung oder im Bildungswesen. Die Mehrheit der Pariser Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen arbeitet in den Krankenhäusern und Sozialwohnungen, die sich auf die Randbezirke 13, 14, 18, 19 und 20 konzentrieren. Außerhalb von Paris sind im westlichen Departement Hauts-de-Seine im Bezirk La Défense, der sich auf das Finanz- und Versicherungswesen und die wissenschaftliche Forschung spezialisiert hat, 144 600 Menschen beschäftigt, und im nordöstlichen Seine-Saint-Denis sind im audiovisuellen Sektor 200 Medienunternehmen und 10 große Filmstudios angesiedelt.

    Das verarbeitende Gewerbe von Paris konzentriert sich größtenteils auf die Vororte, und in der Stadt selbst gibt es nur etwa 75 000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe, von denen die meisten im Textil-, Bekleidungs-, Lederwaren- und Schuhgewerbe tätig sind. Das verarbeitende Gewerbe in der Region Paris ist auf das Transportwesen spezialisiert, vor allem auf Automobile, Flugzeuge und Züge, das jedoch stark rückläufig ist: Die Zahl der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe in der Region Paris ging zwischen 1990 und 2010 um 64 Prozent zurück, in der Region Paris waren es im gleichen Zeitraum 48 Prozent. Dies ist größtenteils auf die Verlagerung von Unternehmen in Gebiete außerhalb der Region Paris zurückzuführen. In den 800 Luft- und Raumfahrtunternehmen der Region Paris waren 100.000 Menschen beschäftigt. Weitere 100.000 Beschäftigte sind in 400 Unternehmen der Automobilindustrie tätig, von denen viele im Departement Yvelines rund um die Werke von Renault und PSA-Citroën angesiedelt sind (allein in diesem Departement sind 33.000 Menschen beschäftigt), aber die Branche insgesamt hat mit der Schließung eines großen Citroën-Montagewerks in Aulnay-sous-Bois im Jahr 2014 einen großen Verlust erlitten.

    Das südliche Departement Essonne ist auf Wissenschaft und Technologie spezialisiert, während das südöstliche Val-de-Marne mit seinem Lebensmittelgroßmarkt in Rungis auf die Lebensmittelverarbeitung und die Getränkeindustrie spezialisiert ist. Der Niedergang des verarbeitenden Gewerbes in der Region Paris wird schnell durch die Öko-Industrie ersetzt, in der etwa 100.000 Menschen beschäftigt sind. Während im Jahr 2011 in Paris selbst nur 56.927 Bauarbeiter tätig waren, waren im Großraum 246.639 Personen im Baugewerbe beschäftigt, vor allem in den Departements Seine-Saint-Denis (41.378) und Hauts-de-Seine (37.303) sowie in den neuen Gewerbegebieten, die dort entstehen.

    Arbeitslosigkeit

    Die Arbeitslosenquote in Paris lag im 4. Trimester 2021 bei sechs Prozent, verglichen mit 7,2 Prozent in der gesamten Ile-de-France und 7,4 Prozent in ganz Frankreich. Dies war die niedrigste Quote seit dreizehn Jahren.

    Einkommen

    Medianeinkommen in Paris und den nächstgelegenen Departements im Jahr 2018 (hohes Einkommen in rot, niedriges Einkommen in gelb)

    Das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen (nach Abzug von Sozial-, Renten- und Krankenversicherungsbeiträgen) lag 2011 in Paris bei 36.085 Euro. Die Spanne reichte von 22.095 € im 19. Arrondissement bis 82.449 € im 7. Der Median des zu versteuernden Einkommens lag 2011 in Paris bei 25 000 EUR und in der Île-de-France bei 22 200 EUR. Im Allgemeinen sind die Einkommen im westlichen Teil der Stadt und in den westlichen Vororten höher als im nördlichen und östlichen Teil des Stadtgebiets.

    Paris hat zwar einige der reichsten Viertel Frankreichs, aber auch einige der ärmsten, vor allem im östlichen Teil der Stadt. Im Jahr 2012 verdienten 14 Prozent der Haushalte in der Stadt weniger als 977 Euro pro Monat, der offiziellen Armutsgrenze. Im 19. Arrondissement lebten fünfundzwanzig Prozent der Einwohner unterhalb der Armutsgrenze, im 18. 24 Prozent, im 20. 22 Prozent und im 10. 18 Prozent. Im wohlhabendsten Viertel der Stadt, dem 7. Arrondissement, lebten 7 Prozent unter der Armutsgrenze, im 6. Arrondissement 8 Prozent und im 16.

    Tourismus

    Touristen aus der ganzen Welt machen den Louvre zum meistbesuchten Kunstmuseum der Welt.

    Der Tourismus in der Region Paris erholte sich im Jahr 2021 und stieg auf 22,6 Millionen Besucher, dreißig Prozent mehr als 2020, aber immer noch deutlich unter dem Niveau von 2019. Die Zahl der Besucher aus den Vereinigten Staaten stieg gegenüber 2020 um 237 Prozent.

    Der Großraum Paris, der Paris und die drei umliegenden Departements umfasst, verzeichnete im Jahr 2019 38 Millionen Besucher, ein Rekord, gemessen an den Hotelankünften. Darunter waren 12,2 Millionen französische Besucher. Von den ausländischen Besuchern kamen die meisten aus den Vereinigten Staaten (2,6 Millionen), dem Vereinigten Königreich (1,2 Millionen), Deutschland (981 Tausend) und China (711 Tausend). Der Tourismus in Paris und der Region ging jedoch aufgrund der COVID-19-Pandemie auf 17,5 Millionen im Jahr 2020 zurück, wobei die Zahl der ausländischen Touristen, gemessen an den Hotelübernachtungen, um 78 Prozent und die der französischen Gäste um 56 Prozent zurückging, was einem Gesamtrückgang von 68 Prozent entspricht. Dies verursachte einen Rückgang der Hoteleinnahmen um 15 Milliarden Euro.

    Im Jahr 2018 war Paris, gemessen am Euromonitor Global Cities Destination Index, mit 19,10 Millionen Besuchern das am zweithäufigsten besuchte Reiseziel der Welt, hinter Bangkok (22,78 Millionen), aber vor London (19,09 Millionen). Nach Angaben des Paris Convention and Visitors Bureau sind 393 008 Beschäftigte im Großraum Paris, d. h. 12,4 % der Gesamtbeschäftigten, in tourismusbezogenen Sektoren wie Hotel- und Gaststättengewerbe, Verkehr und Freizeit tätig.

    Denkmäler und Attraktionen

    Die Passage Jouffroy, eine der überdachten Passagen von Paris

    Die wichtigste kulturelle Attraktion der Stadt war 2019 die Basilika Sacré-Cœur (11 Millionen Besucher), gefolgt vom Louvre (9,6 Millionen Besucher), dem Eiffelturm (6,1 Millionen Besucher), dem Centre Pompidou (3,5 Millionen Besucher) und dem Musée d'Orsay (3,3 Millionen Besucher).

    Im Zentrum von Paris befinden sich die meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt, darunter die Kathedrale Notre Dame (derzeit wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen) und der Louvre sowie die Sainte-Chapelle; Les Invalides, wo sich das Grab von Napoleon befindet, und der Eiffelturm liegen am linken Ufer südwestlich des Zentrums. Das Panthéon und die Katakomben von Paris befinden sich ebenfalls am linken Seine-Ufer. Die Seine-Ufer von der Pont de Sully bis zur Pont d'Iéna gehören seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Die Axe historique, hier von der Concorde bis zur Grande Arche von La Défense

    Weitere Sehenswürdigkeiten liegen von Osten nach Westen entlang der historischen Achse von Paris, die vom Louvre über den Tuileriengarten, die Luxorsäule auf dem Place de la Concorde und den Arc de Triomphe bis zum Grande Arche von La Défense verläuft. Die Basilika von St. Denis in Seine-Saint-Denis ist die Wiege der gotischen Architektur und die königliche Nekropole der französischen Könige und Königinnen. Die Region Paris beherbergt drei weitere UNESCO-Kulturerbestätten: das Schloss von Versailles im Westen, das Schloss von Fontainebleau im Süden und den mittelalterlichen Jahrmarkt von Provins im Osten. In der Region Paris hat das Disneyland Paris in Marne-la-Vallée, 32 Kilometer östlich des Pariser Stadtzentrums, im Jahr 2017 9,66 Millionen Besucher empfangen.

    Hotels

    Im Jahr 2019 gab es im Großraum Paris 2.056 Hotels, darunter 94 Fünf-Sterne-Hotels, mit insgesamt 121.646 Zimmern. Paris ist seit langem für seine Grandhotels bekannt. Das Hotel Meurice, das 1817 für britische Reisende eröffnet wurde, war eines der ersten Luxushotels in Paris. Die Ankunft der Eisenbahn und die Pariser Weltausstellung von 1855 brachten die ersten Touristenströme und die ersten modernen Grandhotels: das Hôtel du Louvre (heute ein Antiquitätenmarkt) im Jahr 1855, das Grand Hotel (heute das InterContinental Paris Le Grand Hotel) im Jahr 1862 und das Hôtel Continental im Jahr 1878. Das Hôtel Ritz am Place Vendôme wurde 1898 eröffnet, gefolgt vom Hôtel Crillon in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert am Place de la Concorde im Jahr 1909, dem Hotel Bristol in der Rue du Faubourg Saint-Honoré im Jahr 1925 und dem Hotel George V im Jahr 1928.

    Zusätzlich zu den Hotels waren 2019 im Großraum Paris 60.000 Wohnungen bei Airbnb registriert. Nach französischem Recht müssen die Vermieter dieser Wohnungen die Pariser Tourismussteuer zahlen. Im Jahr 2016 zahlte das Unternehmen 7,3 Millionen Euro an die Stadtverwaltung.

    Kultur

    Malerei und Bildhauerei

    Pierre Mignard, Selbstporträt, zwischen 1670 und 1690, Öl auf Leinwand, 235 cm × 188 cm (93 in × 74 in), The Louvre

    Seit Jahrhunderten zieht Paris Künstler aus aller Welt an, die in die Stadt kommen, um sich weiterzubilden und sich von den zahlreichen künstlerischen Ressourcen und Galerien der Stadt inspirieren zu lassen. Infolgedessen hat sich Paris den Ruf als "Stadt der Kunst" erworben. Italienische Künstler hatten einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Kunst in Paris im 16. und 17. Jahrhundert, insbesondere auf die Bildhauerei und die Reliefs. Malerei und Bildhauerei wurden zum Stolz der französischen Monarchie, und die französische Königsfamilie beauftragte zahlreiche Pariser Künstler mit der Ausschmückung ihrer Paläste während der Epoche des französischen Barock und Klassizismus. Bildhauer wie Girardon, Coysevox und Coustou erwarben sich einen Ruf als die besten Künstler am königlichen Hof im Frankreich des 17. Pierre Mignard wurde in dieser Zeit der erste Maler von König Ludwig XIV. 1648 wurde die Académie royale de peinture et de sculpture (Königliche Akademie für Malerei und Bildhauerei) gegründet, um dem großen Interesse an der Kunst in der Hauptstadt Rechnung zu tragen. Sie war bis 1793 die wichtigste Kunstschule Frankreichs.

    Auguste Renoir, Bal du moulin de la Galette, 1876, Öl auf Leinwand, 131 cm × 175 cm (52 in × 69 in), Musée d'Orsay

    Paris erlebte seine künstlerische Blütezeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert, als sich eine Künstlerkolonie in der Stadt und in den Kunstschulen niederließ, die mit einigen der besten Maler der Zeit verbunden waren: Henri de Toulouse-Lautrec, Édouard Manet, Claude Monet, Berthe Morisot, Paul Gauguin, Pierre-Auguste Renoir und andere. Die Französische Revolution und der politische und soziale Wandel in Frankreich hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf die Kunst in der Hauptstadt. Paris spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Romantik in der Kunst, mit Malern wie Géricault. Der Impressionismus, der Jugendstil, der Symbolismus, der Fauvismus, der Kubismus und das Art déco entwickelten sich in Paris. Im späten 19. Jahrhundert strömten viele Künstler aus den französischen Provinzen und der ganzen Welt nach Paris, um ihre Werke in den zahlreichen Salons und Ausstellungen auszustellen und sich einen Namen zu machen. Künstler wie Pablo Picasso, Henri Matisse, Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Jean Metzinger, Albert Gleizes, Henri Rousseau, Marc Chagall, Amedeo Modigliani und viele andere wurden mit Paris verbunden. Picasso, der in Le Bateau-Lavoir in Montmartre wohnte, malte zwischen 1905 und 1907 seine berühmten Gemälde La Famille de Saltimbanques und Les Demoiselles d'Avignon. Montmartre und Montparnasse werden zu Zentren der künstlerischen Produktion.

    Die bekanntesten Namen französischer und ausländischer Bildhauer, die sich in der Neuzeit in Paris einen Namen gemacht haben, sind Frédéric Auguste Bartholdi (Freiheitsstatue - Die Freiheit, die die Welt erleuchtet), Auguste Rodin, Camille Claudel, Antoine Bourdelle, Paul Landowski (Statue des Christus Erlöser in Rio de Janeiro) und Aristide Maillol. Das Goldene Zeitalter der Pariser Schule endete zwischen den beiden Weltkriegen.

    Fotografie

    Der Erfinder Nicéphore Niépce stellte 1825 in Paris die erste dauerhafte Fotografie auf einer polierten Zinnplatte her. Nach dem Tod von Niépce ließ Louis Daguerre 1839 die Daguerrotypie patentieren, die bis in die 1860er Jahre die gängigste Form der Fotografie wurde. Die Arbeiten von Étienne-Jules Marey in den 1880er Jahren trugen wesentlich zur Entwicklung der modernen Fotografie bei. Im Pariser Surrealismus, bei Man Ray und Maurice Tabard, spielte die Fotografie eine zentrale Rolle. Zahlreiche Fotografen erlangten Berühmtheit für ihre Fotografien von Paris, darunter Eugène Atget, der für seine Darstellungen von Straßenszenen bekannt ist, Robert Doisneau, der für seine verspielten Bilder von Menschen und Marktszenen bekannt ist (darunter Le baiser de l'hôtel de ville, das zu einer Ikone der romantischen Vision von Paris geworden ist), Marcel Bovis, der für seine Nachtaufnahmen bekannt ist, sowie andere wie Jacques-Henri Lartigue und Henri Cartier-Bresson. Die Plakatkunst wurde im späten 19. Jahrhundert in Paris durch die Werke von Henri de Toulouse-Lautrec, Jules Chéret, Eugène Grasset, Adolphe Willette, Pierre Bonnard, Georges de Feure, Henri-Gabriel Ibels, Paul Gavarni und Alphonse Mucha ebenfalls zu einer wichtigen Kunstform.

    Museen

    Musée du Louvre mit Pyramide im Mittelpunkt

    Das 1793 in der früheren Residenz der französischen Könige eröffnete Musée du Louvre beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen mit über 380.000 Werken, von denen etwa 35.000 ausgestellt werden. Die Exponate decken einen Zeitraum, der von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts reicht. Das Gebäude liegt im Zentrum von Paris zwischen dem rechten Seineufer und der Rue de Rivoli. Sein Innenhof liegt in einer Linie mit der Avenue des Champs-Élysées und bildet damit den Ursprung der sogenannten Axe historique, der historischen Achse.

    Das Musée d’Orsay, Innenansicht

    Das Musée d’Orsay entstand in dem ehemaligen gleichnamigen Bahnhof, dem Gare d’Orsay, am südlichen Ufer der Seine gegenüber dem Tuileriengarten. Das Bahnhofsgebäude wurde 1900 von Victor Laloux für die Verbindung Paris–Orléans gebaut, 1939 wegen Kapazitätsproblemen geschlossen und 1978 als historisches Bauwerk eingestuft. Unter Leitung der Architektin Gae Aulenti wurde es von 1980 bis 1986 unter behutsamer Wahrung der alten Bausubstanz zum heutigen Museum umgebaut. Weltweit einzigartig ist die Sammlung französischer Impressionisten. Daneben werden Gemälde, Skulpturen, Fotos und Möbel von herausragender Qualität aus der Zeit von 1848 bis 1914 gezeigt. Vertreten sind fast alle Stilrichtungen dieses Zeitraums sowie Werke vieler Einzelkünstler.

    Das 1977 nach Plänen der Architekten Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini eröffnete Kunst- und Kulturzentrum Centre Georges-Pompidou (Centre National d’Art et de Culture Georges Pompidou) sorgte durch seine Architektur aus Stahl und Glas für Aufsehen: alle Versorgungsleitungen sind an der Fassade angebracht. Es wurde als interaktives Informationszentrum konzipiert, das freien Zugang zu Wissen garantieren soll. Es beherbergt die Bibliothèque publique d’information (Bpi) und das Musée National d’Art Moderne mit einer hervorragenden Sammlung von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, vor allem Werke des Surrealismus, Fauvismus, Kubismus und des Abstrakten Expressionismus. Das Musikforschungsinstitut IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique) ist ihm organisatorisch angeschlossen.

    Das Musée Picasso besitzt etwa 250 Werke aus allen Schaffensperioden Picassos, insbesondere Gemälde und Skulpturen, sowie Gemälde aus der persönlichen Sammlung des Künstlers, unter anderem von Georges Braque, Paul Cézanne, Henri Matisse, Joan Miró und Amedeo Modigliani. Das Museum befindet sich im ehemaligen Hôtel Salé, einem in den Jahren 1656–1659 im Maraisviertel erbauten Hôtel particulier, dessen Bezeichnung sich von seinem damaligen Bauherrn, dem für die Eintreibung von Salzsteuer zuständigen königlichen Staatsbeamten Pierre Aubert, Spitzname Salé („Gesalzener“) ableitet.

    Das Musée national du Moyen Âge (vor 1980: Musée de Cluny) in dem spätgotischen ehemaligen Abtspalast Hôtel de Cluny (1485–1490) beherbergt eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Kunstgegenstände. Es gestattet den Zutritt zu den benachbarten früheren Thermen aus gallo-römischer Zeit. Im September 2000 wurde neben dem Hôtel de Cluny der mittelalterliche Garten (Jardin médiéval) mit einer Fläche von zirka 5.000 Quadratmetern angelegt.

    Das Petit Palais

    Das Grand Palais entstand nach Plänen der Preisträger des Prix de Rome, den Architekten Henri Deglane (1851–1932) und Albert Louvet (1860–1936), als Ausstellungshalle zur Pariser Weltausstellung von 1900. Es besitzt eine 240 Meter lange und 20 Meter hohe Fassade mit ionischen Säulen. Im Gebäude finden bedeutende Kunst- und Gemäldeausstellungen statt. Im Westflügel ist der Palais de la découverte (Palast der Entdeckung) untergebracht, ein naturwissenschaftliches Museum, das zu praktischen Erkundungen einlädt und ein Planetarium betreibt.

    Dem Grand Palais gegenüber steht der zur gleichen Zeit und zu gleichem Zweck von dem Architekten Charles Girault (1880 Prix de Rome) im neobarocken Stil der Belle Époque errichtete Petit Palais. Der mit einem prunkvoll vergoldeten schmiedeeisernen Eingangstor und reichen Deckenmalereien ausgestattete halbrunde Bau, dessen Fassaden fast nur aus Fenstern bestehen, beherbergt seit 1902 das städtische Museum der schönen Künste Musée d’art moderne de la Ville de Paris.

    Nahe dem Eiffelturm befindet sich seit 2006 das Musée du quai Branly für Völkerkunde. Mehrere naturkundliche Museen sind im Muséum national d’histoire naturelle zusammengefasst und befinden sich an verschiedenen Standorten, etwa im Bereich des Jardin des Plantes. Am 27. Oktober 2014 eröffnete die Stiftung Louis Vuitton ein Privatmuseum, das die Kunstsammlung von Bernard Arnault beherbergt.

    Musée d'Orsay

    Die Pariser Museen waren über weite Strecken des Jahres 2020 geschlossen, wurden aber 2021 schrittweise wieder geöffnet, wobei die Zahl der Besucher begrenzt war und die Besucher Masken tragen und einen Impfausweis vorlegen mussten.

    Der Louvre verzeichnete 2021 2,8 Millionen Besucher, gegenüber 2,7 Millionen im Jahr 2020, und steht damit weiterhin an der Spitze der meistbesuchten Museen der Welt. Zu seinen Schätzen gehören die Mona Lisa (La Joconde), die Statue der Venus von Milo und die Freiheit, die das Volk anführt. Das zweitmeistbesuchte Museum der Stadt war 2021 mit 1,5 Millionen Besuchern das Centre Georges Pompidou, auch bekannt als Beaubourg, das das Musée National d'Art Moderne beherbergt. Das drittmeistbesuchte Pariser Museum war 2021 das Nationale Museum für Naturgeschichte mit 1,4 Millionen Besuchern. Es ist berühmt für seine Dinosaurier-Artefakte, Mineraliensammlungen und seine Galerie der Evolution. Es folgt das Musée d'Orsay, das sich mit der Kunst des 19. Jahrhunderts und den französischen Impressionisten befasst und eine Million Besucher hatte. Paris beherbergt eines der größten Wissenschaftsmuseen Europas, die Cité des sciences et de l'industrie (984.000 Besucher im Jahr 2020). Die anderen meistbesuchten Pariser Museen im Jahr 2021 waren die Fondation Louis Vuitton (691.000), das Musée du Quai Branly - Jacques Chirac, das die indigene Kunst und die Kulturen Afrikas, Asiens, Ozeaniens und Amerikas zeigt. (616.000); das Musée Carnavalet (Geschichte von Paris) (606.000) und das Petit Palais, das Kunstmuseum der Stadt Paris (518.000).

    Das Musée de l'Orangerie, das sich in der Nähe des Louvre und des Orsay befindet, stellt ebenfalls Impressionisten und Postimpressionisten aus, darunter die meisten der großen Seerosen-Wandgemälde von Claude Monet. Das Musée national du Moyen Âge oder Cluny-Museum zeigt mittelalterliche Kunst, darunter den berühmten Wandteppichzyklus Die Dame und das Einhorn. Das Guimet-Museum oder Musée national des arts asiatiques besitzt eine der größten Sammlungen asiatischer Kunst in Europa. Es gibt auch bemerkenswerte Museen, die einzelnen Künstlern gewidmet sind, darunter das Musée Picasso, das Musée Rodin und das Musée national Eugène Delacroix.

    Die Militärgeschichte Frankreichs, vom Mittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg, wird im Musée de l'Armée in Les Invalides, in der Nähe des Grabes von Napoleon, anschaulich dargestellt. Neben den nationalen Museen, die vom Kulturministerium verwaltet werden, unterhält die Stadt Paris 14 Museen, darunter das Carnavalet-Museum über die Geschichte von Paris, das Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris, das Palais de Tokyo, das Haus von Victor Hugo, das Haus von Balzac und die Katakomben von Paris. Es gibt auch bemerkenswerte Privatmuseen; das Museum für zeitgenössische Kunst der Fondation Louis Vuitton, das vom Architekten Frank Gehry entworfen wurde, wurde im Oktober 2014 im Bois de Boulogne eröffnet.

    Theater

    Die Comédie-Française (Salle Richelieu)

    Bedingt durch die Tradition des Zentralismus in Frankreich haben die wichtigsten Theater- und Ballettensembles des Landes ihren Sitz in Paris. Das Programm ist mannigfaltig und einem der Veranstaltungskalender, Pariscope oder Officiel des Spectacles, zu entnehmen, die an jedem Zeitungskiosk erhältlich sind. Stark ermäßigte Theaterkarten sind jeden Tag ab 13:00 Uhr für Vorstellungen am Abend desselben Tages an einem der beiden Theaterkioske (Kiosque Théâtre) (vor dem Montparnasse-Bahnhof und neben der Madeleine-Kirche) erhältlich. Die Pariser Oper (heute Opéra national de Paris) und ihre Vorgängerinstitute spielen in der Geschichte der Oper durch stilprägende Uraufführungen eine bedeutende Rolle. Heute betreibt sie zwei Opernhäuser. Die 1875 eröffnete, nach ihrem Architekten Opéra Garnier oder Palais Garnier genannte alte Oper ist mit einer Fläche von 11.237 Quadratmetern das größte Theater der Welt, während die 1989 eingeweihte neue Opéra Bastille sich durch ihre herausragende Bühnentechnik auszeichnet. Seit der Eröffnung der neuen Oper wird das Palais Garnier hauptsächlich, aber nicht ausschließlich für Ballettaufführungen und klassische Opern genutzt. Die Pariser Oper unterhält ein hauseigenes Ballett, das Ballet de l’Opéra de Paris, mit einer angeschlossenen Ballettschule.

    Die Opéra Garnier

    Auch die Comédie-Française oder Théâtre français, deren Schauspielensemble sich rühmen darf, 1680 aus der Zusammenlegung von Molières ehemaligem „Illustre Théâtre“ mit anderen Schauspieltruppen hervorgegangen zu sein, hat eine lange Tradition. Berühmte Schauspieler waren unter anderem Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault. Das heute staatliche Theater spielt ein vorwiegend klassisches Repertoire.

    Das Théâtre des Champs-Élysées, von 1911 bis 1913 nach Plänen von Henry van de Velde von Auguste Perret ausgeführt, erregte Anfang des 20. Jahrhunderts durch seine Architektur und skandalumwitterte Aufführungen Aufsehen. Als Musiktheater und Konzerthaus ist es Heimstätte des Orchestre national de France und des Orchestre Lamoureux sowie Stützpunkt der Wiener Philharmoniker in Frankreich.

    Aufmerksamkeit gebührt auch den Programmen des Théâtre du Châtelet am Place du Châtelet und dem gegenüberliegenden Théâtre de la Ville (dt. Stadttheater).

    Zeitgenössische Komödien, Boulevard- und Vaudeville-Stücke werden in unzähligen kleinen Theatern aufgeführt, wie beispielsweise im Théâtre des Bouffes-Parisiens, das Jacques Offenbach am 5. Juli 1855 gründete. Der Name des Theaters leitet sich ab von „Opéra bouffe“ – „Komische Oper“, wie Offenbach zahlreiche seiner Werke betitelte.

    Freunden des Revuetheaters sind die Shows des Moulin rouge, des Lido und des Paradis Latin zu empfehlen. Das Moulin rouge, am 6. Oktober 1889 von Joseph Oller eröffnet, der bereits die Music Hall L’Olympia besaß, leitet seinen Namen ab von der markanten Nachbildung einer roten Mühle auf seinem Dach. Berühmt wurde es durch seine Cancan- und Chahut-Cancan-Tänzerinnen. Nicht ganz so aufwändig, aber unverhohlen erotischer sind die Darbietungen in den Folies Bergère.

    Rockkonzerte finden im Zénith im Parc de la Villette und im Palais Omnisports de Paris-Bercy statt. Das Zénith wurde 1983 auf Initiative des damaligen Kulturministers Jack Lang nach Plänen der Architekten Philippe Chaix und Jean-Paul Morel erbaut und am 12. Januar 1984 mit einem Konzert des französischen Sängers Renaud eingeweiht.

    Die Arènes de Lutèce (Arenen von Lutetia) gelten als ältestes noch erhaltenes Bauwerk der Hauptstadt. Das römische Amphitheater befindet sich in der Rue Monge, im 5. Arrondissement. Die Arena stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und wurde bis zum Ende des 3. Jahrhunderts genutzt. Circa 17.000 Personen konnten den Theatervorstellungen, aber auch Kämpfe auf Leben und Tod, beiwohnen. Mit dem Aufkommen des Christentums verloren die römischen Zirkusse allgemein an Bedeutung und als im 3. und 4. Jahrhundert die germanischen Stämme in das römische Gallien einfielen, wurden die Arènes de Lutèce stillgelegt und ihre Steine für den Bau von Stadtmauern und anderen Befestigungsanlagen verwendet.

    Das Varieté und das Kabarett sind berühmte Pariser Institutionen. Das Moulin Rouge wurde im Jahr 1889 eröffnet. Es war wegen seiner großen roten Windmühlen-Imitation auf dem Dach weithin sichtbar und wurde zur Geburtsstätte des als French Cancan bekannten Tanzes. Es trug dazu bei, die Sängerinnen Mistinguett und Édith Piaf sowie den Maler Toulouse-Lautrec berühmt zu machen, der Plakate für das Lokal entwarf. 1911 erfand das Tanzlokal Olympia Paris die große Treppe, um seine Shows im Wettbewerb mit seinem großen Konkurrenten, den Folies Bergère, zu etablieren. Zu seinen Stars in den 1920er Jahren gehörte die amerikanische Sängerin und Tänzerin Josephine Baker. Später präsentierte das Olympia Paris Dalida, Edith Piaf, Marlene Dietrich, Miles Davis, Judy Garland und die Grateful Dead.

    Im Casino de Paris traten viele berühmte französische Sänger auf, darunter Mistinguett, Maurice Chevalier und Tino Rossi. Weitere berühmte Pariser Varietés waren das 1946 eröffnete Le Lido auf den Champs-Élysées und der 1951 eröffnete Crazy Horse Saloon, in dem Striptease, Tanz und Zauberei geboten wurden. Heute gibt es in Paris ein halbes Dutzend Varietés, die hauptsächlich von Besuchern der Stadt besucht werden.

    Literatur

    Victor Hugo

    Das erste in Frankreich gedruckte Buch, Epistolae ("Briefe") von Gasparinus de Bergamo (Gasparino da Barzizza), wurde 1470 in Paris in der von Johann Heynlin gegründeten Presse veröffentlicht. Seitdem ist Paris das Zentrum des französischen Verlagswesens, die Heimat einiger der bekanntesten Schriftsteller und Dichter der Welt und Schauplatz zahlreicher klassischer Werke der französischen Literatur. Fast alle Bücher, die im Mittelalter in Paris veröffentlicht wurden, waren nicht in französischer, sondern in lateinischer Sprache verfasst. Erst im 17. Jahrhundert wurde Paris zur anerkannten Hauptstadt der französischen Literatur, mit Autoren wie Boileau, Corneille, La Fontaine, Molière, Racine, Charles Perrault, von denen einige aus der Provinz stammten, sowie mit der Gründung der Académie française. Im 18. Jahrhundert spielte sich das literarische Leben in Paris in den Cafés und Salons ab; es wurde von Voltaire, Jean-Jacques Rousseau, Pierre de Marivaux und Pierre Beaumarchais dominiert.

    Im 19. Jahrhundert war Paris Heimat und Thema für einige der größten französischen Schriftsteller, darunter Charles Baudelaire, Stéphane Mallarmé, Mérimée, Alfred de Musset, Marcel Proust, Émile Zola, Alexandre Dumas, Gustave Flaubert, Guy de Maupassant und Honoré de Balzac. Victor Hugos Der Glöckner von Notre Dame inspirierte die Renovierung des Schauplatzes, der Notre-Dame de Paris. Ein weiteres Werk von Victor Hugo, Les Misérables, das er während des Zweiten Kaiserreichs im französischen Exil schrieb, beschreibt den sozialen Wandel und die politischen Unruhen im Paris der frühen 1830er Jahre. Jules Verne, einer der populärsten französischen Schriftsteller, arbeitete am Theatre Lyrique und an der Pariser Börse, während er in der Nationalbibliothek für seine Geschichten recherchierte.

    Jean-Paul Sartre

    Im 20. Jahrhundert wurde die Pariser Literaturszene von Persönlichkeiten wie Colette, André Gide, François Mauriac, André Malraux, Albert Camus und nach dem Zweiten Weltkrieg von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre dominiert. In der Zwischenkriegszeit lebten hier viele bedeutende Schriftsteller im Ausland, darunter Ernest Hemingway, Samuel Beckett, Miguel Ángel Asturias, Alejo Carpentier und Arturo Uslar Pietri. Der Literaturnobelpreisträger von 2014, Patrick Modiano (der in Paris lebt), hat einen Großteil seines literarischen Werks auf die Darstellung der Stadt während des Zweiten Weltkriegs und in den 1960er bis 1970er Jahren ausgerichtet.

    Paris ist eine Stadt der Bücher und der Buchläden. In den 1970er Jahren waren 80 Prozent der französischsprachigen Verlage in Paris angesiedelt, fast alle am linken Ufer in den Arrondissements 5, 6 und 7. Seitdem sind einige Verlage wegen der hohen Preise in die preiswerteren Stadtteile umgezogen. Paris ist auch eine Stadt der kleinen Buchläden. Allein im 5. Arrondissement gibt es etwa 150 Buchläden, dazu kommen weitere 250 Buchstände entlang der Seine. Kleine Pariser Buchhandlungen sind durch ein französisches Gesetz vor der Konkurrenz von Discount-Buchhändlern geschützt; Bücher, auch E-Books, dürfen nicht mehr als fünf Prozent unter dem Einbandpreis des Verlags verkauft werden.

    Musik

    Olympia, ein berühmter Musiksaal

    Im späten 12. Jahrhundert wurde in Notre-Dame eine Schule für Polyphonie gegründet. Unter den Trouvères aus Nordfrankreich wurde eine Gruppe von Pariser Aristokraten für ihre Gedichte und Lieder bekannt. Auch die Troubadoure aus Südfrankreich waren sehr beliebt. Während der Herrschaft von François I., im Zeitalter der Renaissance, wurde die Laute am französischen Hof populär. Die französische Königsfamilie und die Höflinge "vergnügten sich mit Masken, Balletten, allegorischen Tänzen, Rezitalen, Opern und Komödien", und es wurde eine nationale Musikdruckerei gegründet. Zu den bekannten Komponisten der Barockzeit gehörten Jean-Baptiste Lully, Jean-Philippe Rameau und François Couperin. Das Conservatoire de Musique de Paris wurde 1795 gegründet. Bis 1870 hatte sich Paris zu einem wichtigen Zentrum für Sinfonie-, Ballett- und Opernmusik entwickelt.

    Zu den Komponisten der Romantik (in Paris) gehören unter anderem Hector Berlioz (La Symphonie fantastique), Charles Gounod (Faust), Camille Saint-Saëns (Samson et Delilah), Léo Delibes (Lakmé) und Jules Massenet (Thaïs). Carmen von Georges Bizet wurde am 3. März 1875 uraufgeführt. Seitdem ist Carmen eine der beliebtesten und meistgespielten Opern des klassischen Kanons. Zu den Komponisten des Impressionismus, die neue Werke für Klavier, Orchester, Oper, Kammermusik und andere Musikformen schufen, gehören insbesondere Claude Debussy (Suite bergamasque und ihr bekannter dritter Satz, Clair de lune, La Mer, Pelléas et Mélisande), Erik Satie (Gymnopédies, Je te veux", Gnossiennes, Parade) und Maurice Ravel (Miroirs, Boléro, La valse, L'heure espagnole). Mehrere im Ausland geborene Komponisten wie Frédéric Chopin (Polen), Franz Liszt (Ungarn), Jacques Offenbach (Deutschland), Niccolò Paganini (Italien) und Igor Strawinsky (Russland) etablierten sich in Paris oder trugen mit ihren Werken und ihrem Einfluss wesentlich dazu bei.

    Charles Aznavour

    Bal-musette ist ein französischer Musik- und Tanzstil, der in den 1870er und 1880er Jahren in Paris populär wurde. Um 1880 gab es in Paris etwa 150 Tanzlokale in den Arbeitervierteln der Stadt. In den Cafés und Kneipen der Stadt tanzte man die Bourrée zur Begleitung der Cabrette (ein geblasener Dudelsack, im Volksmund "Musette" genannt) und oft auch der Vielle à roue (Drehleier). Pariser und italienische Musiker, die Akkordeon spielten, übernahmen den Stil und etablierten sich vor allem im 19. Arrondissement in den Bars des Auvergnat, und die romantischen Klänge des Akkordeons wurden zu einer der musikalischen Ikonen der Stadt. Paris wurde zu einem bedeutenden Zentrum des Jazz und zieht auch heute noch Jazzmusiker aus der ganzen Welt in seine Clubs und Cafés.

    Paris ist die geistige Heimat des Zigeunerjazz, und viele der Pariser Jazzer, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelten, spielten zunächst in der Stadt Bal-musette. Django Reinhardt wurde in Paris berühmt, nachdem er als kleiner Junge in einem Wohnwagen ins 18. Arrondissement gezogen war, und trat in den 1930er und 1940er Jahren mit dem Geiger Stéphane Grappelli und dessen Quintette du Hot Club de France auf.

    Unmittelbar nach dem Krieg entstanden im Viertel Saint-Germain-des-Pres und im nahe gelegenen Viertel Saint-Michel zahlreiche kleine Jazzclubs, die aus Platzmangel meist in Kellern untergebracht waren, darunter das Caveau des Lorientais, der Club Saint-Germain, das Rose Rouge, das Vieux-Colombier und das berühmteste, das Le Tabou. Sie machten die Pariser mit der Musik von Claude Luter, Boris Vian, Sydney Bechet, Mezz Mezzrow und Henri Salvador bekannt. Die meisten dieser Clubs wurden Anfang der 1960er Jahre geschlossen, als sich der Musikgeschmack in Richtung Rock'n'Roll verlagerte.

    Einige der besten Manouche-Musiker der Welt sind hier zu finden und spielen abends in den Cafés der Stadt. Zu den bekanntesten Jazzlokalen gehören das New Morning, Le Sunset, La Chope des Puces und Bouquet du Nord. Jedes Jahr finden in Paris mehrere Festivals statt, darunter das Paris Jazz Festival und das Rockfestival Rock en Seine. Das Orchestre de Paris wurde 1967 gegründet. Am 19. Dezember 2015 gedachten Pariser und andere Fans weltweit des 100. Geburtstags von Edith Piaf, einer Kabarettistin, Liedermacherin und Schauspielerin, die weithin als Frankreichs nationale Chanteuse gilt und einer der größten internationalen Stars Frankreichs ist. Zu den anderen Sängern mit ähnlichem Stil gehören Maurice Chevalier, Charles Aznavour, Yves Montand und Charles Trenet.

    Paris hat eine große Hip-Hop-Szene. Diese Musik wurde in den 1980er Jahren populär. Die Anwesenheit einer großen afrikanischen und karibischen Gemeinschaft trug zu ihrer Entwicklung bei, sie gab vielen Minderheiten eine Stimme und einen politischen und sozialen Status.

    Kino

    Salah Zulfikar und Sabah in Paris und die Liebe (1972)

    Die Filmindustrie wurde in Paris geboren, als Auguste und Louis Lumière am 28. Dezember 1895 im Grand Café den ersten Kinofilm für ein zahlendes Publikum vorführten. Viele der Pariser Konzert- und Tanzsäle wurden in Kinosäle umgewandelt, als das Medium ab den 1930er Jahren populär wurde. Später wurden die meisten der großen Kinosäle in mehrere kleinere Säle unterteilt. Der größte Kinosaal von Paris befindet sich heute im Theater Grand Rex mit 2 700 Plätzen.
    Große Multiplex-Kinos wurden seit den 1990er Jahren gebaut. UGC Ciné Cité Les Halles mit 27 Sälen, MK2 Bibliothèque mit 20 Sälen und UGC Ciné Cité Bercy mit 18 Sälen gehören zu den größten.

    Die Pariser neigen dazu, die gleichen Kinotrends wie viele andere Weltstädte zu verfolgen, wobei die Kinos hauptsächlich von Hollywood-Filmen dominiert werden. An zweiter Stelle steht das französische Kino mit bedeutenden Regisseuren (réalisateurs) wie Claude Lelouch, Jean-Luc Godard und Luc Besson und dem eher slapstickartigen Genre mit dem Regisseur Claude Zidi als Beispiel. Auch europäische und asiatische Filme werden häufig gezeigt und geschätzt. Am 2. Februar 2000 realisierte Philippe Binant in Paris die erste digitale Kinoprojektion in Europa mit der von Texas Instruments entwickelten DLP CINEMA-Technologie.

    Restaurants und Küche

    Speisesaal des Vagenende
    Le Zimmer, am Place du Châtelet, wo Géo Lefèvre 1902 Henri Desgrange die Idee einer Tour de France vorschlug

    Seit dem späten 18. Jahrhundert ist Paris berühmt für seine Restaurants und die Haute Cuisine, also für Speisen, die sorgfältig zubereitet und kunstvoll präsentiert werden. Das 1786 von Antoine Beauvilliers in den Arkaden des Palais-Royal eröffnete Luxusrestaurant La Taverne Anglaise mit seinem eleganten Speisesaal, der umfangreichen Speisekarte, den Leinentischdecken, der umfangreichen Weinkarte und den gut ausgebildeten Kellnern wurde zum Vorbild für künftige Pariser Restaurants. Aus der gleichen Zeit stammt das Restaurant Le Grand Véfour im Palais-Royal. Die berühmten Pariser Restaurants des 19. Jahrhunderts, darunter das Café de Paris, das Rocher de Cancale, das Café Anglais, das Maison Dorée und das Café Riche, befanden sich meist in der Nähe der Theater am Boulevard des Italiens; sie wurden in den Romanen von Balzac und Émile Zola verewigt. Mehrere der heute bekanntesten Pariser Restaurants entstanden während der Belle Époque, darunter das Maxim's in der Rue Royale, das Ledoyen in den Gärten der Champs-Élysées und das Tour d'Argent am Quai de la Tournelle.

    Aufgrund der kosmopolitischen Bevölkerung von Paris sind heute alle regionalen Küchen Frankreichs und fast alle nationalen Küchen der Welt in der Stadt zu finden; es gibt mehr als 9.000 Restaurants in der Stadt. Der Guide Michelin ist seit 1900 ein Standardführer für französische Restaurants und vergibt seine höchste Auszeichnung, drei Sterne, an die besten Restaurants in Frankreich. Im Jahr 2018 befinden sich von den 27 Michelin-Drei-Sterne-Restaurants in Frankreich zehn in Paris. Darunter befinden sich sowohl Restaurants mit klassischer französischer Küche, wie das L'Ambroisie am Place des Vosges, als auch solche, die nicht-traditionelle Menüs anbieten, wie das L'Astrance, das französische und asiatische Küche kombiniert. Mehrere der berühmtesten Köche Frankreichs, darunter Pierre Gagnaire, Alain Ducasse, Yannick Alléno und Alain Passard, haben in Paris Drei-Sterne-Restaurants.

    Das Café Les Deux Magots auf dem Boulevard Saint-Germain

    Neben den klassischen Restaurants gibt es in Paris noch einige andere Arten von traditionellen Esslokalen. Das Café kam im 17. Jahrhundert aus der Türkei nach Paris, und im 18. Jahrhundert waren die Pariser Cafés Zentren des politischen und kulturellen Lebens der Stadt. Das Café Procope am linken Ufer stammt aus dieser Zeit. Im 20. Jahrhundert waren die Cafés des linken Ufers, insbesondere das Café de la Rotonde und das Café Le Dôme in Montparnasse sowie das Café de Flore und das Café Les Deux Magots am Boulevard Saint Germain, die alle noch in Betrieb sind, wichtige Treffpunkte für Maler, Schriftsteller und Philosophen. Ein Bistro ist ein Restaurant mit bescheidener Ausstattung und bescheidenen Preisen, mit einer Stammkundschaft und einer gemütlichen Atmosphäre. Seinen Namen soll es 1814 von den russischen Soldaten erhalten haben, die die Stadt besetzten; "Bistro" bedeutet auf Russisch "schnell", und sie wollten ihre Mahlzeiten schnell serviert bekommen, damit sie wieder in ihr Lager zurückkehren konnten. Echte Bistros sind in Paris immer seltener anzutreffen, was auf die steigenden Kosten, die Konkurrenz durch billigere ethnische Restaurants und die veränderten Essgewohnheiten der Pariser Gäste zurückzuführen ist. Ursprünglich war eine Brasserie eine Taverne neben einer Brauerei, in der zu jeder Stunde Bier und Speisen serviert wurden. Seit der Pariser Weltausstellung von 1867 entwickelte sich die Brasserie zu einem beliebten Restaurant, in dem Bier und andere Getränke von jungen Frauen in der jeweiligen Tracht des Getränks serviert wurden. Heute werden in Brasserien, wie in Cafés, den ganzen Tag über Speisen und Getränke serviert.

    Restaurant „Lapérouse“ im 6. Arrondissement
    Ein marokkanisches Restaurant im 14. Arrondissement

    Die zeitlich ersten Restaurants weltweit im heutigen Sinn entstanden mit der Französischen Revolution in Paris, in der auch das alte Zunftrecht aufgehoben wurde, nach dem beispielsweise Suppenküchen und Pastetenbäcker streng getrennt waren. Namensgeber des Restaurants war der Wirt einer Suppenküche in Paris, Boulanger, der laut Eigenwerbung „göttliche Restaurants“, besonders stärkende bouillons, anbot. 1765 erstritt er sich die Genehmigung, trotz der Zunftregeln neben Suppen auch Hammelfüße mit Sauce zu servieren. Von da an nannte er sich „Restaurateur“ und seine bouillon wurde zum Namensgeber der Restaurants, die verschiedene Speisen anboten.

    „Restaurateure sind diejenigen, welche die echten Brühen, genannt Restaurants, herstellen und außerdem alle möglichen Crèmes, Suppen mit Reis und Nudeln, Eier, Makkaroni, Hähnchen, Konfitüren, Kompott und andere gesunde und appetitliche Gerichte anbieten… Der Preis jedes Gerichts ist fest, und sie werden zu jeder Zeit am Tag serviert. Damen dürfen dort verkehren und sich Speisen zubereiten lassen.“

    Almanach Dauphin des Jahres 1777; nach Fritz Ruf, 1989

    Vor der Revolution gab es in Paris noch weniger als hundert Restaurants, aber schon um 1800 waren es etwa 500 bis 600. Es wurde Sitte, dass sich zugezogene Abgeordnete, die oft wenig repräsentativ wohnten, und wohlhabend gewordene Bürger zu geschäftlichen Besprechungen und privaten Verabredungen im Restaurant trafen. Die Pariser Restaurants wurden mehrheitlich von Köchen und deren Brigaden betrieben, denen nach der Flucht ihrer adligen Arbeitgeber ins Ausland nichts anderes übrig blieb, als sich selbständig zu machen. Dabei brachten sie einen aufwändigen Kochstil mit, der Bürgerlichen bis dahin nicht zugänglich war. So verband sich die Haute Cuisine im Restaurant mit den informellen, die adlige Etikette geringschätzenden, bürgerlichen Umgangsformen. Heute gibt es in Paris Tausende von Restaurants, die dem Gast Speisen der französischen Küche wie auch internationale Gerichte anbieten.

    Mode

    Magdalena Frackowiak auf der Pariser Modewoche (Herbst 2011)

    Seit dem 19. Jahrhundert ist Paris eine internationale Modehauptstadt, insbesondere im Bereich der Haute Couture (Kleidung, die auf Bestellung für Privatkunden handgefertigt wird). Hier sind einige der größten Modehäuser der Welt beheimatet, darunter Dior und Chanel, aber auch viele andere bekannte und zeitgenössische Modedesigner wie Karl Lagerfeld, Jean-Paul Gaultier, Yves Saint Laurent, Givenchy und Christian Lacroix. Die Pariser Modewoche, die im Januar und Juli unter anderem im Carrousel du Louvre stattfindet, ist eine der vier wichtigsten Veranstaltungen im internationalen Modekalender. Auch in den anderen Modemetropolen der Welt, Mailand, London und New York, finden Modewochen statt. Darüber hinaus ist Paris auch der Sitz des größten Kosmetikunternehmens der Welt: L'Oréal, sowie drei der fünf weltweit führenden Hersteller von Luxusmode-Accessoires: Louis Vuitton, Hermés und Cartier. Die meisten der großen Modedesigner haben ihre Ausstellungsräume entlang der Avenue Montaigne, zwischen den Champs-Élysées und der Seine.

    Feiertage und Feste

    Parade der republikanischen Garde am Tag der Bastille

    Der Tag der Bastille, der an die Erstürmung der Bastille im Jahr 1789 erinnert und das größte Fest der Stadt ist, ist eine Militärparade, die jedes Jahr am 14. Juli auf den Champs-Élysées zwischen dem Arc de Triomphe und dem Place de la Concorde stattfindet. Sie umfasst einen Überflug der Patrouille de France über die Champs-Élysées, eine Parade militärischer Einheiten und Ausrüstungen sowie ein Feuerwerk am Abend, wobei das spektakulärste am Eiffelturm stattfindet.

    Weitere jährliche Feste sind Paris-Plages, ein Fest von Mitte Juli bis Mitte August, bei dem das rechte Seineufer in einen temporären Strand mit Sand, Liegestühlen und Palmen verwandelt wird, Journées du Patrimoine, Fête de la Musique, Techno Parade, Nuit Blanche, Cinéma au clair de lune, Printemps des rues, Festival d'automne und Fête des jardins. Der Carnaval de Paris, eines der ältesten Feste in Paris, geht auf das Mittelalter zurück.

    Bildung

    Das Hauptgebäude der ehemaligen Universität von Paris wird heute von der Universität Sorbonne, der Neuen Sorbonne und anderen autonomen Universitäten genutzt.

    Paris ist das Departement mit dem höchsten Anteil an hochgebildeten Menschen. Im Jahr 2009 besaßen etwa 40 % der Pariser einen Hochschulabschluss oder höher, der höchste Anteil in Frankreich, während 13 % keinen Abschluss haben, der drittniedrigste Anteil in Frankreich. Das Bildungswesen in Paris und der Region Île-de-France beschäftigt rund 330.000 Menschen, davon 170.000 Lehrer und Professoren, die etwa 2,9 Millionen Kinder und Studenten in rund 9.000 Grund-, Sekundar- und Hochschulschulen und -einrichtungen unterrichten.

    Die Universität von Paris wurde im 12. Jahrhundert gegründet und wird oft nach einer ihrer ursprünglichen mittelalterlichen Hochschulen als Sorbonne bezeichnet. Nach den Studentendemonstrationen von 1968 wurde sie 1970 in dreizehn autonome Universitäten aufgeteilt. Die meisten Hochschulen befinden sich heute im Quartier Latin, wo sich die alte Universität befand, andere sind über die Stadt und die Vororte verstreut.

    Die École des hautes études en sciences sociales (EHESS), Frankreichs prestigeträchtigste Hochschule für Sozialwissenschaften, hat ihren Sitz im sechsten Arrondissement.

    Die Region Paris beherbergt die höchste Dichte an Grandes Écoles in Frankreich - 55 spezialisierte Hochschulen außerhalb oder innerhalb der öffentlichen Universitätsstruktur. Die prestigeträchtigen öffentlichen Universitäten werden in der Regel als grands établissements bezeichnet. Die meisten der Grandes Écoles wurden in den 1960er und 1970er Jahren in die Vororte von Paris verlegt, und zwar auf neue Campusse, die viel größer sind als die alten Campusse in der überfüllten Stadt Paris. Die École Normale Supérieure, PSL University, ist jedoch in der Rue d'Ulm im 5. Es gibt eine große Anzahl von Ingenieurschulen, allen voran die Universität PSL (die mehrere Hochschulen wie die École des Mines, die École nationale supérieure de chimie, die École Pratique des Hautes Études und Paris-Dauphine umfasst), die Universität Paris-Saclay (die mehrere Hochschulen wie AgroParisTech, CentraleSupélec und ENS Paris-Saclay), das Polytechnische Institut von Paris (das mehrere Hochschulen wie die École Polytechnique, Télécom Paris und die École nationale de la statistique et de l'administration économique umfasst) sowie unabhängige Hochschulen wie die École des Ponts et Chaussées oder Arts et Métiers. Außerdem gibt es zahlreiche Wirtschaftshochschulen, darunter HEC, INSEAD, ESSEC und ESCP Europe. Während die ENA, die Schule für die Ausbildung höherer Beamter, von Paris nach Straßburg verlegt wurde, befinden sich drei der renommiertesten sozialwissenschaftlichen Universitäten, Sciences Po (7. Arrondissement), École des hautes études en sciences sociales (6. Arrondissement) und Paris-Dauphine (16. Arrondissement), weiterhin in Paris. Die Pariser Journalistenschule CELSA der Universität Sorbonne befindet sich in Neuilly-sur-Seine. Paris beherbergt auch mehrere der berühmtesten französischen Gymnasien wie das Lycée Louis-le-Grand, das Lycée Henri-IV, das Lycée Janson de Sailly und das Lycée Condorcet. Das Nationale Institut für Sport und Leibeserziehung im 12. Arrondissement ist sowohl ein Institut für Leibeserziehung als auch ein hochrangiges Trainingszentrum für Spitzensportler.

    Bibliotheken

    Bibliothek Sainte-Geneviève

    Die Bibliothèque nationale de France (BnF) betreibt öffentliche Bibliotheken in Paris, darunter die Bibliothek François Mitterrand, die Bibliothek Richelieu, die Bibliothek Louvois, die Bibliothek Opéra und die Bibliothek Arsenal. Im 4. Arrondissement gibt es drei öffentliche Bibliotheken. Die Forney-Bibliothek im Marais-Viertel ist den dekorativen Künsten gewidmet, die Arsenal-Bibliothek ist in einem ehemaligen Militärgebäude untergebracht und verfügt über eine umfangreiche Sammlung französischer Literatur, und die Bibliothèque historique de la ville de Paris, ebenfalls im Marais, beherbergt die Pariser Geschichtsforschung. Die Bibliothek Sainte-Geneviève befindet sich im 5. Arrondissement; sie wurde von Henri Labrouste entworfen und Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut und enthält eine Abteilung für seltene Bücher und Manuskripte. Die Bibliothèque Mazarine, im 6. Arrondissement, ist die älteste öffentliche Bibliothek Frankreichs. Die Médiathèque Musicale Mahler im 8. Arrondissement wurde 1986 eröffnet und enthält Sammlungen zum Thema Musik. Die Bibliothek François Mitterrand (auch Très Grande Bibliothèque genannt) im 13. Arrondissement wurde 1994 nach einem Entwurf von Dominique Perrault fertiggestellt und besteht aus vier Glastürmen.

    In Paris gibt es mehrere wissenschaftliche Bibliotheken und Archive. Die Bibliothek der Sorbonne im 5. Arrondissement ist die größte Universitätsbibliothek in Paris. Neben dem Standort an der Sorbonne gibt es Zweigstellen in Malesherbes, Clignancourt-Championnet, Michelet-Institut d'Art et d'Archéologie, Serpente-Maison de la Recherche und Institut des Etudes Ibériques. Weitere wissenschaftliche Bibliotheken sind die Interuniversitäre Pharmazeutische Bibliothek, die Universitätsbibliothek Leonardo da Vinci, die Bibliothek der Paris School of Mines und die Universitätsbibliothek René Descartes.

    Sport

    Parc des Princes

    Die bekanntesten Sportvereine von Paris sind der Fußballverein Paris Saint-Germain F.C. und die Rugbyvereine Stade Français und Racing 92, wobei letzterer seinen Sitz etwas außerhalb der Stadt hat. Das 80 000 Zuschauer fassende Stade de France, das für die Fußballweltmeisterschaft 1998 erbaut wurde, befindet sich nördlich von Paris in der Gemeinde Saint-Denis. Es wird für Fußball, Rugby Union und Leichtathletik genutzt. Es dient der französischen Fußballnationalmannschaft als Austragungsort für Freundschaftsspiele und Qualifikationsspiele für große Turniere, ist alljährlich Austragungsort für die Heimspiele der französischen Rugby-Nationalmannschaft im Rahmen der Sechs-Nationen-Meisterschaft und beherbergt mehrere wichtige Spiele der Rugbymannschaft des Stade Français. Neben dem Paris Saint-Germain F.C. gibt es in der Stadt eine Reihe weiterer Profi- und Amateurfußballvereine: Paris FC, Red Star, RCF Paris und Stade Français Paris.

    Tour de France 2010, Champs Élysées

    Paris war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1900 und 1924 und wird 2024 Gastgeber der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele sein.

    Die Stadt war auch Austragungsort der Endrunde der FIFA-Weltmeisterschaft 1938 (im Stade Olympique de Colombes) sowie der FIFA-Weltmeisterschaft 1998 und des Endspiels der Rugby-Weltmeisterschaft 2007 (beide im Stade de France). Drei UEFA-Champions-League-Endspiele des laufenden Jahrhunderts wurden ebenfalls im Stade de France ausgetragen: 2000, 2006 und 2022. Zuletzt war Paris Gastgeber der UEFA Euro 2016, sowohl im Parc des Princes in der Stadt selbst als auch im Stade de France, wo das Eröffnungsspiel und das Finale ausgetragen wurden.

    Die letzte Etappe des berühmtesten Radrennens der Welt, der Tour de France, endet immer in Paris. Seit 1975 endet das Rennen auf den Champs-Elysées.

    Die French Open, die auf rotem Sand gespielt werden, sind eines der vier Grand Slams im Profi-Tennis.

    Tennis ist ein weiterer beliebter Sport in Paris und in ganz Frankreich. Die French Open, die jedes Jahr auf dem roten Sandplatz des Nationalen Tenniszentrums Roland Garros ausgetragen werden, sind eines der vier Grand-Slam-Turniere der Profi-Tennisweltmeisterschaft. Die Bercy-Arena mit 17 000 Plätzen (offiziell AccorHotels Arena und früher Palais Omnisports de Paris-Bercy) ist Austragungsort des jährlichen ATP-Tennisturniers Paris Masters und war schon häufig Schauplatz nationaler und internationaler Turniere im Basketball, Boxen, Radsport, Handball, Eishockey, Springreiten und anderen Sportarten. Die Bercy-Arena war auch Austragungsort der 2017 IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft, zusammen mit Köln, Deutschland. Die Endrunden der FIBA EuroBasket 1951 und der EuroBasket 1999 wurden ebenfalls in Paris ausgetragen, letztere im Palais Omnisports de Paris-Bercy.

    Die Basketballmannschaft Levallois Metropolitans trägt einige ihrer Spiele im 4 000 Zuschauer fassenden Stade Pierre de Coubertin aus. Eine weitere Profimannschaft der Spitzenklasse, Nanterre 92, spielt in Nanterre.

    Infrastruktur

    Verkehr

    Der Bahnhof Gare du Nord ist der verkehrsreichste in Europa.

    Paris ist ein wichtiges Eisenbahn-, Autobahn- und Luftverkehrskreuz. Île-de-France Mobilités (IDFM), früher Syndicat des transports d'Île-de-France (STIF) und davor Syndicat des transports parisiens (STP), überwacht das Verkehrsnetz in der Region. Das Syndikat koordiniert den öffentlichen Verkehr und vergibt ihn an die RATP (die 347 Buslinien, die Métro, acht Straßenbahnlinien und Teile des RER betreibt), die SNCF (die die Vorortbahnen, eine Straßenbahnlinie und die anderen Teile des RER betreibt) und das Optile-Konsortium privater Betreiber, das 1.176 Buslinien betreibt.

    Laut einer INSEE-Umfrage aus dem Jahr 2018 nutzt eine große Mehrheit der Pariser (64,3 Prozent) öffentliche Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit. Nur 10,6 Prozent pendeln mit dem Auto zur Arbeit. 10,5 Prozent gingen zu Fuß oder benutzten Rollschuhe, 5,5 Prozent fuhren mit dem Fahrrad und 4,4 Prozent mit dem Motorrad zur Arbeit.

    Die Fahrradwege werden verdoppelt, und es werden Anreize für Elektroautos geschaffen. Die französische Hauptstadt verbannt die umweltschädlichsten Autos aus den wichtigsten Vierteln.

    Eisenbahnen

    Als zentraler Knotenpunkt des nationalen Eisenbahnnetzes sind die sechs großen Pariser Bahnhöfe (Gare du Nord, Gare de l'Est, Gare de Lyon, Gare d'Austerlitz, Gare Montparnasse, Gare Saint-Lazare) und ein kleinerer (Gare de Bercy) an drei Netze angeschlossen: den TGV, der vier Hochgeschwindigkeitsstrecken bedient, die Corail-Züge mit normaler Geschwindigkeit und die Vorortbahnen (Transilien).

    Métro, RER und Straßenbahn

    Eingang zur Station Saint-Sébastien – Froissart der Pariser Metro

    Der Verkehr in Paris wird überwiegend über die U-Bahn abgewickelt. Die Métro Paris ist nach London (1863), Glasgow und Budapest (beide 1896) die viertälteste U-Bahn Europas. Die erste Métrolinie wurde am 19. Juli 1900 eröffnet. Das Pariser U-Bahn-Netz besteht aus 16 Linien (14 vollwertige und zwei Ergänzungslinien) und ist mit 219,9 Kilometern Gesamtlänge eines der größten Netze der Welt. Die Métro wird täglich von rund 5 Millionen Menschen genutzt. Ergänzend zum Métro-Netz gibt es das Réseau Express Régional (RER), dessen Züge Paris mit den Vororten (Banlieues) verbinden. Zum RER-Netz gehören die Linien A bis E, die auf den zentralen Streckenabschnitten Zugfolgen von bis zu zwei Minuten erreichen. Das jetzige RER hat seine Ursprünge in den von der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF oder ihren Vorgängern stillgelegten Vorortbahnen, von denen eine Linie (der heutige südliche Abschnitt des RER B) schon 1937 von der Pariser Métro übernommen wurde. Von 1862 an bestand auch ein Personenverkehrsangebot auf einer Ringbahn entlang der Thiersschen Stadtbefestigung, dem Chemin de Fer de Petite Ceinture (deutsch „kleine Gürtelbahn“), die auch für den Güterverkehr genutzt wurde. Der Personenverkehr auf der Petite centure wurde 1934 zugunsten von Omnibuslinien eingestellt.

    Der weitere Großraum Paris wird von dem Nahverkehrssystem Transilien bedient. Dieses unterscheidet sich von den RER-Zügen unter anderem darin, dass die Transilien-Linien nicht die Stadt unterqueren, sondern in den großen Zentralbahnhöfen enden. Das gesamte Nahverkehrsnetz erschließt sich dem Touristen durch das Ticket Paris Visite oder die günstigeren Tageskarten Mobilis.

    Am 21. November 1853 fuhren in Paris die ersten Pferdestraßenbahnen, es waren die ersten in Europa. Mit der Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes begann man am 6. November 1881. Der Betrieb wurde am 14. August 1938 eingestellt. Nach 54 Jahren Unterbrechung verkehrt seit dem 6. Juli 1992 wieder eine Straßenbahn durch die Vororte, seit dem 16. Dezember 2006 verkehrt mit der neu gebauten Linie T3 die Straßenbahn auch wieder in Paris selbst. In den letzten Jahren wurden mehrere Neubaustrecken eröffnet und bestehende Strecken erweitert. Heute (Dezember 2014) befahren die insgesamt neun Linien ein 105 Kilometer langes Streckennetz mit 183 Stationen. Die neue Linie T3 führt entlang der Boulevards des Maréchaux in zwei Abschnitten von der Seine-Brücke Pont du Garigliano im Südwesten bis zur Porte de Vincennes im Osten von Paris und von dort zur Porte de la Chapelle im Norden der Stadt. Die seit der Verlängerung im Dezember 2012 gut 22 Kilometer lange Strecke ist überwiegend als Rasengleis ausgeführt und für 270.000 Fahrgäste pro Tag ausgelegt. Zugleich mit dem Streckenbau wurden die Straßen entlang der Strecke architektonisch neu gestaltet, eine Auflage der Pariser Behörden. Dazu gehören auch zahlreiche neu gepflanzte Bäume, Freiluftkunstwerke und neu gestaltete Fahrrad- und Fußwege. Paris ist auch von einem dichten Netz aus Buslinien durchzogen. Die Busse mit den dreistelligen Nummern fahren in die Vororte, die Busse mit zweistelligen Nummern verkehren nur innerhalb der Stadt. Die meisten Omnibusse fahren zwischen 6:30 Uhr und 20:30 Uhr, die wichtigsten Linien länger bis etwa 1 Uhr nachts. Die Nachtbusse Noctilien verkehren täglich die ganze Nacht. Trolleybusse fuhren zum ersten Mal während der Weltausstellung in Paris zwischen April 1900 und November 1900, ein weiteres Mal zwischen 1912 und 1914 sowie nach einer Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg von April 1925 bis Juli 1935. Nach einer siebeneinhalbjährigen Pause wurde der Betrieb noch während des Zweiten Weltkrieges im Januar 1943 wieder aufgenommen und im April 1966 endgültig eingestellt.

    Fahrradvermietsystem Velib' in Paris

    Seit 2007 gibt es ein flächendeckendes Netz von Fahrradmietstationen mit Velib'. Das System umfasst über 20.000 Fahrräder an 1202 Stationen in Paris und einigen Gemeinden im Umland der französischen Hauptstadt und gilt als das größte seiner Art weltweit. Mit der Einführung von Vélib spielt Radverkehr erstmals eine signifikante Rolle im Pariser Stadtverkehr; diese wurde später von einer Vielzahl von privaten, stationslosen Fahrradverleihsystemen ergänzt. Seit 2016 gibt es in Paris auch einen Sharing Service mit Elektromotorrollern. Seit 2018 gibt es eine Vielzahl von konkurrierenden E-Tretroller-Verleihsystemen.

    In den nächsten 15 Jahren werden mehr als 26,5 Mrd. € in die Erweiterung des Métro-Netzes in die Vororte investiert, vor allem in das Projekt Grand Paris Express.

    Luftverkehr

    Im Jahr 2020 war der Flughafen Paris-Charles de Gaulle der verkehrsreichste Flughafen in Europa und der acht verkehrsreichste Flughafen der Welt.

    Paris ist ein wichtiger internationaler Luftverkehrsknotenpunkt mit dem fünftgrößten Flughafensystem der Welt. Die Stadt wird von drei internationalen Verkehrsflughäfen angeflogen: Paris-Charles de Gaulle, Paris-Orly und der Flughafen Beauvais-Tillé. Zusammen verzeichneten diese drei Flughäfen im Jahr 2019 ein Passagieraufkommen von 112 Millionen. Es gibt auch einen Flughafen für die allgemeine Luftfahrt, Paris-Le Bourget, der historisch gesehen der älteste Pariser Flughafen ist und dem Stadtzentrum am nächsten liegt, der heute nur noch für private Geschäftsflüge und Flugschauen genutzt wird.

    Der Flughafen Orly, der sich in den südlichen Vororten von Paris befindet, löste von den 1950er bis in die 1980er Jahre Le Bourget als Hauptflughafen von Paris ab. Der Flughafen Charles de Gaulle, der am Rande der nördlichen Vororte von Paris liegt, wurde 1974 für den kommerziellen Verkehr geöffnet und wurde 1993 zum verkehrsreichsten Pariser Flughafen. Im Jahr 2017 war er der 5. verkehrsreichste Flughafen der Welt nach internationalem Verkehr und ist das Drehkreuz für die nationale Fluggesellschaft Air France. Der Flughafen Beauvais-Tillé liegt 69 Kilometer nördlich des Pariser Stadtzentrums und wird von Charterfluggesellschaften und Low-Cost-Carriern wie Ryanair genutzt.

    Im Inland wurde der Flugverkehr zwischen Paris und einigen der größten Städte Frankreichs wie Lyon, Marseille oder Straßburg durch die Eröffnung mehrerer TGV-Hochgeschwindigkeitsstrecken in den 1980er Jahren weitgehend durch den Hochgeschwindigkeitsverkehr ersetzt. Nach der Eröffnung der LGV Méditerranée im Jahr 2001 ging beispielsweise der Flugverkehr zwischen Paris und Marseille von 2.976.793 Passagieren im Jahr 2000 auf 1.502.196 Passagiere im Jahr 2014 zurück. Nach der Eröffnung der LGV Est im Jahr 2007 ging der Flugverkehr zwischen Paris und Straßburg von 1.006.327 Passagieren im Jahr 2006 auf 157.207 Passagiere im Jahr 2014 zurück.

    Der internationale Luftverkehr hat in den letzten Jahren zwischen Paris und den Flughäfen der Golfstaaten, den Schwellenländern Afrikas, Russland, der Türkei, Portugal, Italien und dem chinesischen Festland deutlich zugenommen, während zwischen Paris und den Britischen Inseln, Ägypten, Tunesien und Japan ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist.

    Autobahnen

    Ringstraßen von Paris

    Die Stadt ist auch der wichtigste Knotenpunkt des französischen Autobahnnetzes und wird von drei umlaufenden Autobahnen umgeben: der Périphérique, die in etwa dem Verlauf der Festungsanlagen aus dem 19. Jahrhundert um Paris folgt, der A86 in den inneren Vororten und schließlich der Francilienne in den äußeren Vororten. Paris verfügt über ein ausgedehntes Straßennetz mit über 2.000 km Schnellstraßen und Autobahnen.

    Wasserstraßen

    Die Region Paris ist das aktivste Schifffahrtsgebiet Frankreichs, wobei der größte Teil des Güterumschlags von den Pariser Häfen in den Anlagen rund um Paris abgewickelt wird. Die Flüsse Loire, Rhein, Rhône, Maas und Schelde können über Kanäle erreicht werden, die mit der Seine verbunden sind, darunter der Canal Saint-Martin, der Canal Saint-Denis und der Canal de l'Ourcq.

    Radfahren

    Vélib' an der Place de la Bastille

    In Paris gibt es 440 km Fahrradwege und -routen. Dazu gehören piste cyclable (Fahrradwege, die durch physische Barrieren wie einen Bordstein vom übrigen Verkehr getrennt sind) und bande cyclable (ein Fahrradweg, der durch einen aufgemalten Pfad auf der Straße gekennzeichnet ist). Etwa 29 km speziell gekennzeichnete Busspuren dürfen von Radfahrern benutzt werden, wobei eine Schutzwand vor Beeinträchtigungen durch Fahrzeuge schützt. Radfahrer haben auch das Recht, auf bestimmten Einbahnstraßen in beide Richtungen zu fahren. Paris bietet ein Fahrradverleihsystem namens Vélib' mit mehr als 20.000 öffentlichen Fahrrädern, die an 1.800 Abstellstationen verteilt sind und für kurze und mittlere Entfernungen, einschließlich Einwegfahrten, gemietet werden können.

    Elektrizität

    Die Stromversorgung von Paris erfolgt über ein peripheres Netz, das aus mehreren Quellen gespeist wird. Im Jahr 2012 stammten rund 50 % des in der Île-de-France erzeugten Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in der Nähe der Außengrenzen der Region; weitere Energiequellen waren Wärmekraft (35 %), Müllverbrennung (9 % - zusammen mit den Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen versorgen sie die Stadt auch mit Wärme), Methangas (5 %), Hydraulik (1 %), Solarenergie (0,1 %) und eine vernachlässigbare Menge Windkraft (0,034 GWh). Ein Viertel der Fernwärme der Stadt soll aus einem Werk in Saint-Ouen-sur-Seine kommen, das eine 50/50-Mischung aus Kohle und 140.000 Tonnen Holzpellets aus den Vereinigten Staaten pro Jahr verbrennt.

    Wasser und sanitäre Einrichtungen

    Ein Blick auf die Seine, die Île de la Cité und ein Bateau Mouche

    In seiner frühen Geschichte verfügte Paris nur über die Flüsse Seine und Bièvre als Wasserwege. Ab 1809 versorgte der Canal de l'Ourcq Paris mit Wasser aus weniger verschmutzten Flüssen im Nordosten der Hauptstadt. Ab 1857 leitete der Bauingenieur Eugène Belgrand unter Napoleon III. den Bau einer Reihe neuer Aquädukte, die das Wasser aus der ganzen Stadt zu mehreren auf den höchsten Punkten der Hauptstadt errichteten Reservoirs führten. Von da an wurde das neue Reservoirsystem zur Haupttrinkwasserquelle von Paris, und die Reste des alten Systems, die in die tieferen Ebenen derselben Reservoirs gepumpt wurden, wurden fortan für die Reinigung der Pariser Straßen verwendet. Dieses System ist immer noch ein wichtiger Bestandteil des modernen Pariser Wasserversorgungsnetzes. Heute verfügt Paris über ein mehr als 2 400 km langes unterirdisches Kanalnetz, das für die Ableitung der Abwässer der Stadt bestimmt ist.

    1982 führte Bürgermeister Chirac die auf Motorrädern montierte Motocrotte ein, um die Pariser Straßen von Hundekot zu befreien. Das Projekt wurde 2002 zugunsten eines neuen und besser durchgesetzten Gesetzes aufgegeben, demzufolge Hundebesitzer mit einem Bußgeld von bis zu 500 € belegt werden können, wenn sie ihren Hundekot nicht beseitigen. Die Luftverschmutzung in Paris ist in Bezug auf Feinstaub (PM10) mit 38 μg/m3 die höchste in Frankreich. Bei der Stickstoffdioxid-Belastung weist Paris einen der höchsten Werte in der EU auf.

    Parks und Gärten

    Die Rasenflächen des Parc des Buttes-Chaumont an einem sonnigen Tag
    Die Passerelle de l'Avre, die die Seine überquert und eine Verbindung zwischen dem Bois de Boulogne und Saint-Cloud in Hauts-de-Seine herstellt, ist der westlichste Punkt der Stadt Paris.

    Paris verfügt heute über 421 städtische Parks und Gärten mit einer Fläche von über 3.000 Hektar und mehr als 250.000 Bäumen. Zwei der ältesten und berühmtesten Gärten von Paris sind der Tuileriengarten (1564 für den Tuilerienpalast angelegt und zwischen 1664 und 1672 von André Le Nôtre umgestaltet) und der Jardin du Luxembourg für den 1612 für Marie de' Medici errichteten Palais du Luxembourg, in dem heute der Senat untergebracht ist. Der Jardin des plantes war der erste botanische Garten in Paris, der 1626 vom Arzt Ludwigs XIII., Guy de La Brosse, für den Anbau von Heilpflanzen angelegt wurde.

    Zwischen 1853 und 1870 schufen Kaiser Napoleon III. und der erste Park- und Gartendirektor der Stadt, Jean-Charles Adolphe Alphand, den Bois de Boulogne, den Bois de Vincennes, den Parc Montsouris und den Parc des Buttes-Chaumont, die sich in den vier Himmelsrichtungen rund um die Stadt befinden, sowie zahlreiche kleinere Parks, Plätze und Gärten in den Pariser Stadtteilen. Seit 1977 hat die Stadt 166 neue Parks angelegt, vor allem den Parc de la Villette (1987), den Parc André Citroën (1992), den Parc de Bercy (1997) und den Parc Clichy-Batignolles (2007). Einer der neuesten Parks, die Promenade des Berges de la Seine (2013), wurde auf einer ehemaligen Autobahn am linken Seine-Ufer zwischen der Pont de l'Alma und dem Musée d'Orsay angelegt und bietet schwimmende Gärten und einen Blick auf die Wahrzeichen der Stadt.

    Wöchentliche Parkruns finden im Bois de Boulogne und im Parc Montsouris statt.

    Die höchste natürliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der Hügel (Butte) Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern. Auf den Hügel fährt die Standseilbahn Funiculaire de Montmartre. Der am Nordhang angelegte Weinberg ist, seit auch im Parc Georges Brassens im Parc de Belleville und im Parc de Bercy Wein wächst, nicht mehr der einzige von Paris.

    Die Pariser Straßen sind mit rund 89.000 Bäumen gesäumt. Das städtische Gartenbauamt Direction des Parcs, Jardins et Espaces Verts de Paris unterhält innerhalb der Stadtgrenzen 2.437 Hektar Grünflächen, zu denen außer den beiden großen Stadtwäldern Bois de Vincennes (995 Hektar) und Bois de Boulogne (846 Hektar) auch die 14 innerstädtischen Friedhöfe (92 Hektar) zählen, die Gartenbauschule École Du Breuil (22 Hektar), das Gartenbauzentrum Jardin des Serres d’Auteuil (8,5 Hektar), in dem Blumen und Sträucher gezüchtet werden, und der neue Centre horticole de la Ville de Paris (Blumenproduktion) in Rungis, Fresnes und Achères (insgesamt 477 Hektar).

    Als Erholungsgebiet abzuziehen sind die bepflanzten Böschungen der Ringautobahn Boulevard périphérique (51 Hektar). Auf die Grünanlagen von städtischen Sportanlagen, Schulen, Kindergärten und Krippen entfallen 36 Hektar. Die restliche Fläche (386 Hektar) wird von öffentlichen Promenaden, Parks, Gärten, den squares genannten begrünten Plätzen und von Blumenrabatten eingenommen. Die Stadt Paris besitzt darüber hinaus jenseits ihrer Grenzen sechs weitere Friedhöfe, den Wald Bois de Beauregard bei La Celle-Saint-Cloud.

    Außer den städtischen Anlagen stehen den Bewohnern und Besuchern von Paris sieben vom Staat unterhaltene Gärten und Parks mit insgesamt 118 Hektar Fläche zur Verfügung.

    Friedhöfe

    In den Pariser Katakomben liegen die sterblichen Überreste von etwa 6 Millionen Menschen.

    Während der römischen Epoche befand sich der Hauptfriedhof der Stadt am Rande der Siedlung am linken Ufer. Dies änderte sich jedoch mit dem Aufkommen des katholischen Christentums, als fast jede innerstädtische Kirche über angrenzende Friedhöfe verfügte, die von ihren Gemeinden genutzt wurden. Mit dem Wachstum von Paris wurden viele dieser Friedhöfe, insbesondere der größte Friedhof der Stadt, der Friedhof der Heiligen Unschuldigen, überfüllt, was für die Hauptstadt recht unhygienische Bedingungen schuf. Als die innerstädtischen Bestattungen ab 1786 verboten wurden, überführte man den Inhalt aller Pariser Gemeindefriedhöfe in einen renovierten Teil der Pariser Steinminen vor dem Stadttor "Porte d'Enfer", dem heutigen Place Denfert-Rochereau im 14. Die Überführung der Gebeine vom Cimetière des Innocents in die Katakomben fand zwischen 1786 und 1814 statt; ein Teil des Stollennetzes und der Überreste kann heute im Rahmen der offiziellen Besichtigung der Katakomben besichtigt werden.

    Nach der versuchsweisen Einrichtung mehrerer kleinerer Friedhöfe in den Vororten sorgte der Präfekt Nicholas Frochot unter Napoleon Bonaparte für eine endgültigere Lösung, indem er drei große Pariser Friedhöfe außerhalb der Stadtgrenzen anlegen ließ. Es handelte sich dabei um die 1804 eröffneten Friedhöfe von Père Lachaise, Montmartre, Montparnasse und später Passy. Diese Friedhöfe wurden wieder innerstädtisch, als Paris 1860 alle benachbarten Gemeinden innerhalb seines viel größeren Rings von Vorstadtbefestigungen angliederte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden neue Vorstadtfriedhöfe angelegt: Die größten davon sind der Cimetière parisien de Saint-Ouen, der Cimetière parisien de Pantin (auch bekannt als Cimetière parisien de Pantin-Bobigny), der Cimetière parisien d'Ivry und der Cimetière parisien de Bagneux. Einige der berühmtesten Persönlichkeiten der Welt sind auf Pariser Friedhöfen begraben, darunter Oscar Wilde, Frederic Chopin, Jim Morrison, Édith Piaf und Serge Gainsbourg.

    Grabsteine im Friedhof Père Lachaise

    Der Père Lachaise ist der größte Friedhof von Paris und einer der berühmtesten Friedhöfe der Welt. Er ist nach François d’Aix de Lachaise benannt, auf dessen Gärten der Friedhof errichtet wurde. Das Konzept des Père Lachaise wurde 1808 dem neoklassischen Architekten Alexandre-Théodore Brongniart anvertraut, der zu dieser Zeit Generaloberinspekteur der zweiten Sektion für Öffentliche Arbeiten im Département Seine und der Stadt Paris war. Brongniart entwarf die großen Achsen sowie Grabmonumente, von denen aber nur das für die Familie Greffulhe im neogotischen Stil verwirklicht wurde.

    Gesundheitswesen

    Das Hôtel-Dieu de Paris, das älteste Krankenhaus der Stadt

    Die Gesundheitsfürsorge und der medizinische Notdienst in der Stadt Paris und ihren Vororten werden von der Assistance publique - Hôpitaux de Paris (AP-HP) gewährleistet, einem öffentlichen Krankenhaussystem, das mehr als 90.000 Mitarbeiter (einschließlich Ärzte, Hilfspersonal und Verwaltungspersonal) in 44 Krankenhäusern beschäftigt. Es ist das größte Krankenhaussystem in Europa. Es bietet Gesundheitsfürsorge, Lehre, Forschung, Prävention, Bildung und Rettungsdienst in 52 medizinischen Fachrichtungen. Die Krankenhäuser werden jährlich von mehr als 5,8 Millionen Patienten besucht.

    Eines der bemerkenswertesten Krankenhäuser ist das Hôtel-Dieu, das 651 gegründet wurde und das älteste Krankenhaus der Stadt ist, auch wenn das heutige Gebäude das Ergebnis eines Umbaus von 1877 ist. Weitere Krankenhäuser sind das Pitié-Salpêtrière-Krankenhaus (eines der größten in Europa), das Hôpital Cochin, das Bichat-Claude Bernard-Krankenhaus, das Hôpital Européen Georges-Pompidou, das Bicêtre-Krankenhaus, das Beaujon-Krankenhaus, das Curie-Institut, das Lariboisière-Krankenhaus, das Necker-Enfants Malades-Krankenhaus, das Hôpital Saint-Louis, das Hôpital de la Charité und das American Hospital of Paris.

    Medien

    Hauptsitz der Agence France-Presse in Paris

    In Paris und seinen Vororten erscheinen zahlreiche Zeitungen, Zeitschriften und Publikationen, darunter Le Monde, Le Figaro, Libération, Le Nouvel Observateur, Le Canard enchaîné, La Croix, Pariscope, Le Parisien (in Saint-Ouen), Les Échos, Paris Match (Neuilly-sur-Seine), Réseaux & Télécoms, Reuters France und L'Officiel des Spectacles. Die beiden renommiertesten Zeitungen Frankreichs, Le Monde und Le Figaro, sind das Herzstück des Pariser Verlagswesens. Agence France-Presse ist die älteste französische und eine der ältesten kontinuierlich arbeitenden Nachrichtenagenturen der Welt. Die AFP, wie sie umgangssprachlich abgekürzt wird, hat ihren Hauptsitz in Paris, wie schon seit 1835. France 24 ist ein Nachrichtensender, der von der französischen Regierung betrieben wird und seinen Sitz in Paris hat. Eine weitere Nachrichtenagentur ist France Diplomatie, die vom Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten betrieben wird und sich ausschließlich mit diplomatischen Nachrichten und Ereignissen befasst.

    Der meistgesehene Sender Frankreichs, TF1, befindet sich im nahe gelegenen Boulogne-Billancourt. France 2, France 3, Canal+, France 5, M6 (Neuilly-sur-Seine), Arte, D8, W9, NT1, NRJ 12, La Chaîne parlementaire, France 4, BFM TV und Gulli sind weitere Sender in und um die Hauptstadt. Radio France, Frankreichs öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, und seine verschiedenen Kanäle haben ihren Sitz im 16. Auch Radio France Internationale, eine weitere öffentliche Rundfunkanstalt, hat ihren Sitz in der Stadt. In Paris befindet sich auch der Hauptsitz von La Poste, dem nationalen Postunternehmen Frankreichs.

    Bemerkenswerte Persönlichkeiten

    • Anstelle eines solchen Artikels kann das Folgende hilfreich sein:
      • Kategorie:Personen aus Paris
      • Kategorie:Listen von Franzosen
      • Liste der Ehrenbürger von Paris
      • Liste französischer Persönlichkeiten

    Internationale Beziehungen

    Partnerstädte - Schwesterstädte

    Paris gewidmete Säule in der Nähe der Diokletiansthermen in Rom
    Rom gewidmete Skulptur auf dem Platz Paul Painlevé in Paris

    Seit dem 9. April 1956 unterhält Paris eine exklusive und wechselseitige Städtepartnerschaft nur mit:

    Seule Paris est digne de Rome; seule Rome est digne de Paris. (auf Französisch)
    Solo Parigi è degna di Roma; solo Roma è degna di Parigi. (auf Italienisch)
    "Nur Paris ist Rom würdig; nur Rom ist Paris würdig".

    Andere Beziehungen

    Paris unterhält Freundschafts- und Kooperationsabkommen mit:

    Paris unterhält eine einzige Städtepartnerschaft weltweit, und zwar mit Rom seit 1956.

    Geologie

    Das Pariser Becken bildet eine große Schichtstufenlandschaft. Schüsselförmig liegen hier die Schichten des Mesozoikums und des Paläogens (früher Alttertiär) ineinander und sind von der Abtragung zu einer weit gespannten Stufenlandschaft ausgearbeitet worden, deren Stufen sich jeweils nach außen richten.

    Nur im östlichen Teil herrschen am Abfall dieser Stufen gegen die Saône-Furche tektonische Bruchlinien vor. Sie bewirken die steilen Abfälle des Plateaus von Langres und der Côte d’Or (bis 636 Meter), die berühmte Weinbaugebiete sind, da sie im Regenschatten der Leeseite größere Sonnenscheindauer haben und zudem noch die Vorteile der Südexposition genießen.

    Eine gewisse Ungleichförmigkeit besteht insofern, als die Schichtenfolge im nordöstlichen Teil vollkommener ist als im Westen. Die etwas stärkere Heraushebung des Ostflügels hat auch allgemein größere Höhenunterschiede und eine markantere Herausbildung der Stufen mit sich gebracht. Beckeneinwärts ragt als bedeutende Stufe die der Eozänen-Kalke auf, in deren Innerem die Île-de-France, das Ballungsgebiet von Paris, eingebettet liegt.

    Seine

    Die Île aux Cygnes mit den Bäumen der Allée des Cygnes
    Die Île de la Cité und die Île Saint-Louis

    Die Seine verbindet Paris mit Burgund im Landesinneren und mit dem Ärmelkanal an der Nordküste. Der hier leichte Übergang über sie war der wichtigste Faktor für die Entstehung und Entwicklung der Stadt, die auf der größten der seinerzeit zahlreichen Seineinseln ihren Ursprung hat. Sie spaltet die Stadt in zwei ungleiche Uferhälften, das nördliche Ufer, das grob betrachtet dem Handel und Finanzen gewidmete rechte Ufer (Rive Droite) und die südliche Stadthälfte am linken Ufer (Rive Gauche), die mit dem Quartier Latin als Viertel der Intellektuellen angesehen wird und als Wohngegend gefragt ist. Seit 1991 ist das Seineufer von Paris zwischen der Pont de Sully und den Brücken Pont d'Iéna (rechtes) und Pont de Bir-Hakeim (linkes Ufer) mit 365 Hektar Fläche Weltkulturerbe.

    Inseln

    Die Île de la Cité im Herzen der Stadt wurde in der Antike besiedelt und ist damit der älteste Teil der Hauptstadt. 1584 ließ Heinrich III. drei der westlichen Inselspitze vorgelagerte kleine und sumpfige Inseln untereinander verbinden und gliederte sie der größeren an. Damit wuchs die Fläche im Laufe der Jahrhunderte von ursprünglich 8 auf insgesamt 17 Hektar an. So konnte ein „königlicher“ Platz, die Place Dauphine, mit einer einheitlichen Saumbebauung entstehen und aus dem Verkauf der Häuser das Geld zum Bau einer Brücke beschafft werden, welche die Verbindung zu den beiden Seineufern herstellt. Die Pont Neuf (deutsch „Neue Brücke“) ist heute die älteste der in Paris erhaltenen Brücken.

    Auch die Île Saint-Louis, die kleinere der nebeneinander liegenden Seineinseln, ist eine Zusammenfügung von zwei Inselchen, der Île aux Vaches und der Île Notre Dame. Im Gegensatz zu ihrer großen Schwester, der Cité, blieb sie bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts unbebaut. Im Jahre 1614 beauftragte Ludwig XIII. den Bauunternehmer Christophe Marie mit der Erschließung des Geländes. Marie schüttete den Seinearm zu, umfasste die beiden kleinen Inseln mit einer Kaimauer und ließ Brücken zu den Flussufern errichten. Ab etwa 1618 wurde das Gelände zunächst mit Häusern für Handwerker und Kaufleute bebaut, ab 1638 auch mit luxuriösen Stadtpalästen für hohe Würdenträger. Die Bebauung mit geraden Straßen folgte einem festen Grundplan, der noch heute erkennbar ist.

    Die frühere Île des Cygnes (Schwaneninsel) wurde 1773 mit dem Champ de Mars, dem Manöverfeld der Militärschule, verbunden. Ihr Name ging auf die Île aux Cygnes über, einen im Jahr 1825 künstlich in der Seine angelegten Damm, auf dem unter anderem eine Kopie der Freiheitsstatue steht. Der Damm entstand als Fundament für eine auffällige Brücke, die Pont de Bir-Hakeim, deren unteres Niveau die Stützen für den darüber gelegenen Viadukt der Metro aufzunehmen hatte.

    Stadtgliederung

    Paris wurde im Jahre 1790 Verwaltungssitz des Départements Seine mit der Ordnungsnummer 75 und ist seit der Neugliederung der Départements der Region Île-de-France im Jahre 1968 gleichzeitig Stadt und Département. Abgesehen von der geografischen Gliederung in Rive Droite, Rive Gauche und „Inseln“ ist Paris in Stadtbezirke (Arrondissements, abgekürzt Arrdt.) und Viertel (Quartiers) unterteilt. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen (Rive Droite, „rechtes Ufer“) und einen südlichen Teil (Rive Gauche, „linkes Ufer“); administrativ ist sie in 20 Stadtbezirke (Arrondissements) unterteilt. Seit dem 11. Juli 2020 sind das 1., 2., 3. und 4. Arrondissement verwaltungsrechtlich in einem einzigen Sektor namens Paris Centre zusammengefasst.

    Die 20 nummerierten Stadtbezirke tragen die Postleitzahlen 75001 bis 75020 und durchziehen Paris spiralförmig von innen nach außen. Die Spirale beginnt im historischen Stadtkern, der Gegend um den Louvre, das Palais Royal und das Forum des Halles, und endet nach zweieinviertel im Uhrzeigersinn verlaufenden Umdrehungen im Osten der Stadt, dem Arrondissement des Friedhofs Père Lachaise. Jedem Arrondissement steht ein Bürgermeister (maire d’arrondissement) vor, der im Bürgermeisteramt seines Bezirkes (mairie d’arrondissement) residiert (außer für die ersten vier Arrondissements, die ab 2020 im Secteur Centre zusammengefasst sind und von einem einzigen Bürgermeister verwaltet werden). Jeder Bezirk untergliedert sich seinerseits in Viertel, französisch Quartiers.

    Karte der Arrondissements
    1. Louvre
    2. Bourse
    3. Temple
    4. l’Hôtel de Ville
    5. Panthéon
    6. Luxembourg
    7. Palais Bourbon
    8. l’Élysée
    9. l’Opéra
    10. l’Entrepôt
    1. Popincourt
    2. Reuilly
    3. Gobelin
    4. l’Observatoire
    5. Vaugirard
    6. Passy
    7. Batignolles-Monceaux
    8. Buttes-Montmartre
    9. Buttes-Chaumont
    10. Ménilmontant

    Hoheitssymbole

    Die Hauptelemente des Großen Wappens unter den königlichen Lilien beziehen sich auf die Seine (hier an der Kaserne der Garde républicaine in der Rue de Babylone im siebten Arrondissement).

    Die Stadt Paris führt ein großes und ein kleines Wappen sowie eine blau-rote Flagge. Wappen und Wahlspruch sind an vielen Bauwerken angebracht.

    Wappen von Paris
    Blasonierung: „Unter einem blauen mit goldenen Lilien besäten Schildhaupt schwimmt auf einem blauen Schildfuß in Rot ein silbernes einmastiges Schiff mit einem geblähten silbernen Segel.“
    Wappenbegründung: Ein Siegel zeigte bereits 1210 das einmastige Schiff. Es ist ein Hinweis auf die Stadtgründung auf der Altstadtinsel Île de la Cité. Das Wappen ist seit 1358 bekannt. Das Schildhaupt mit den Fleur-de-Lys war eine Wappenvermehrung zur „Guten Stadt“. Verschiedene Wappenvarianten sind bekannt: Mit Mauerkrone, mit einem Wappenspruch auf einem Goldband unter dem oder um den Schild. Auch eine Wappenform mit drei Schiffen ist bekannt.

    An dem Kranz aus Eichen- und Wacholderlaub hängen die drei der Stadt verliehenen Orden (von rechts nach links in der Draufsicht): Ordre de la Libération (24. März 1945); Croix de Guerre (1914–1918, 28. Juli 1919), Ehrenlegion (9. Oktober 1900)

    Die Devise lautet auf Latein „Fluctuat nec mergitur“ (etwa: „Sie verändert sich, geht aber nicht unter“ oder „Sie schwankt, aber sie geht nicht unter“). Der Wahlspruch ist seit mindestens 1581 in Verbindung mit der Stadt nachgewiesen; Georges-Eugène Haussmann machte die Devise als Präfekt des Départements Seine 1853 zum offiziellen Leitspruch der Stadt.

    Die beiden Farben werden meist den Farben der französischen Monarchie vor der Revolution zugeordnet. Dabei steht das Rot heraldisch seit den Römern für den Herrscheranspruch und das Blau war den Bourbonen-Lilien unterlegt. Eine andere Erklärung ist, dass Rot die Farbe eines Feldzeichens der Könige von Frankreich war, nämlich des Banners von Dionysius von Paris (französisch Saint Denis), des ersten Bischofs der Stadt und Märtyrers der katholischen Kirche; die Farbe symbolisierte dabei das Blut des Heiligen. Das Blau habe Philippe Auguste (1165–1223) in seine Fahne genommen, weil es als Farbe für die Mutter Gottes (Vierge Marie) steht.

    Gesellschaft

    Religionen

    Etwa 65 % der Einwohner sind getauft, rund 60 % bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben, die meisten praktizieren den lateinischen Ritus, einige wenige auch den armenischen und ukrainischen Ritus. Der Erzbischof von Paris ist auch für die Katholiken der östlichen Riten zuständig. Insgesamt gibt es in Paris innerhalb der politischen Grenzen der Stadt 94 katholische Gemeinden, des Weiteren 73 protestantische Kirchen der verschiedensten Konfessionen, 15 griechisch- und russisch-orthodoxe Kirchen, sechs rumänisch-orthodoxe Kirchen, sieben Synagogen für die etwa 220.000 Juden und 19 Moscheen für die rund 80.000 Muslime, überwiegend Sunniten. Nur knapp 12 % der Christen und etwa 15 % der Juden sind praktizierende Gläubige.

    Kultur und Sehenswürdigkeiten

    Frankreich erscheint in Tourismus-Statistiken als das meistbesuchte Land der Erde. Die französische Hauptstadt beherbergt eine Vielzahl sehenswerter kirchlicher und weltlicher Bauwerke, Straßen, Plätze und Parks, etwa 160 Museen, rund 200 Kunstgalerien, circa 100 Theater, über 650 Kinos und mehr als 10.000 Restaurants. Das Angebot an kulturellen Veranstaltungen ist mit zahlreichen Konzerten, Ausstellungen, Musik- und Filmfestivals, Modenschauen sowie der Austragung sportlicher Wettbewerbe reichhaltig. Die Uferpromenade der Seine in Paris wurde 1991 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

    Im ersten Halbjahr 2016 sanken die Besucherzahlen wichtiger Museen in Paris aus verschiedenen Gründen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. 2015 waren die 15 meistbesuchten Museen und museale Monumente von mehr als einer Million Menschen besucht worden, der Louvre hatte über 8 Millionen Besucher.

    Bauwerke

    Brücken

    Pont Neuf an der Westspitze der Île de la Cité
    Blick auf die Seine, Pont des Invalides

    Die Seine fließt im Großraum Paris ab der Einmündung der Marne bei Vincennes im Pariser Becken in einem weiten Linksbogen von Südosten durch das Zentrum, um dann in einer engen Rechtskurve bei Boulogne-Billancourt sich wieder bis St. Denis nach Norden zu biegen und dabei noch einmal die City von Norden zu umfassen. Danach biegt sie in einem Bogen um Colombes/Villeneuve-la-Garenne erneut nach Nordwesten ab, um sich dann weiter Richtung Ärmelkanal zu schlängeln. Etwa 40 Brücken (ponts) und einige Stege überspannen die Seine und verbinden die zentralen Arrondissements miteinander. Die Insel Île de la Cité ist über insgesamt 9 Brücken sowohl mit der benachbarten Île Saint-Louis verbunden (Pont Saint-Louis) als auch mit den beiden Ufern (rechtes Ufer, in Fließrichtung: Pont d’Arcole, Pont Notre-Dame, Pont au Change; linkes Ufer: Pont de l’Archevêché, Pont au Double, Petit Pont, Pont Saint-Michel). Der Pont Neuf führt über die Westspitze der Insel und verbindet die Insel mit beiden Ufern. Er ist die älteste der heutigen Pariser Seinebrücken. Die jüngste ist die Passerelle Simone-de-Beauvoir, die seit 2006 ohne Strebepfeiler 194 Meter Spannweite überbrückt. Viele Brücken entstanden im 19. Jahrhundert und sind Eisenkonstruktionen. Abends werden die Brücken nach einem bestimmten, die Baustrukturen betonenden Konzept angeleuchtet. Zusammen mit den Uferbefestigungen bilden die Brücken ein städtebaulich prägendes Merkmal der Stadt. Außer den Seinebrücken gibt es noch ca. 300 andere Brückenbauwerke in der Stadt: über Kanäle und Straßen, über Gleise und in Parks.

    Weltliche Bauwerke

    Mittelalter
    Die im 13. Jhdt. erbaute gotische Sainte-Chapelle

    Nach dem Untergang des Römischen Reiches entstanden zunächst vor allem Sakralbauten, während die in Paris weilenden fränkischen Teilkönige sich den ehemaligen Palast der römischen Statthalter auf der Île de la Cité zu eigen machten, der im Laufe der Jahrhunderte mehrmals vergrößert und umgebaut wurde und heute als Palais de la Cité bekannt ist.

    Die ältesten erhaltenen Teile des Palais de la Cité sind die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts unter Ludwig IX. dem Heiligen von Pierre de Montreuil errichtete Palastkapelle Sainte-Chapelle und die unteren Partien des sogenannten Bonbec-Turmes an der Nordfassade. Die danebenliegenden beiden Tortürme Tour d’Argent (Silberturm) und Tour de César (auch Tour de Montgomery genannte) sowie der nach seiner Uhr Tour de l’Horloge genannte, im 19. Jahrhundert stark veränderte Eckturm entstanden etwas später unter Philippe IV. dem Schönen. Hinter der massiven Doppelturmanlage verbirgt sich die nach dem früheren Palastverwalter (Concierge) benannte Conciergerie, die bereits um 1400 als Gefängnis genutzt wurde und während der Revolution als „Wartesaal für die Guillotine“ diente.

    Bereits bald nach 1358 war der Palais de la Cité als Königsresidenz aufgegeben worden, und zwar zu Gunsten des heute verschwundenen Hôtel Saint-Pol, der im Osten von Paris entstandenen Burg von Vincennes und der schon 1190 unter Philippe-Auguste entstandenen Wehranlage des früheren Louvre, deren mächtiger runder Bergfried seinerzeit das rechte Ufer beherrschte.

    Das Stadtschloss Louvre, wie wir es heute kennen, ist das Ergebnis von zahlreichen Baukampagnen unter vielen Königen und umfasst Teile aus dem Mittelalter, der Renaissance, der Barockzeit, dem Zweiten Kaiserreich sowie das bedeutende, seit 1981 auf Wunsch des Staatspräsidenten François Mitterrand von dem Architekten Ieoh Ming Pei geschaffene „unterirdische Reich“ des Louvre, das in erster Linie der Schaffung fehlender Infrastrukturen für das hier angesiedelte Museum dient.

    17. Jahrhundert
    Die Gartenfassade des Palais du Luxembourg

    Dem Palais du Luxembourg, im Jahre 1615 von Maria von Medici als Landschloss weit außerhalb der damaligen Stadtgrenzen bei dem Architekten Salomon de Brosse in Auftrag gegeben, liegen wenigstens teilweise Pläne des Palazzo Pitti in Florenz zugrunde, in dem die Königinmutter und Regentin ihre Kindheit verlebt hatte. Die Gartenseite erfuhr im 19. Jahrhundert erhebliche Veränderungen. Hier tagt seit 1852 der französische Senat, der den zu dem Palais gehörenden, früher königlichen, heute staatlichen Schlosspark Jardin du Luxembourg der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

    Der Palais Royal, nördlich vom Louvre, wurde in den Jahren 1627 bis 1629 von Jacques Lemercier für den ersten Minister Ludwigs XIII., Kardinal Richelieu, gebaut, kam nach dessen Tod an die Krone und nahm seinen heutigen Namen an. Dort wuchs Ludwig XIV. auf. Heute beherbergt der Palais den Staatsrat (Conseil d’État), den Verfassungsrat (Conseil constitutionnel), das Kultusministerium, aber auch die Comédie-Française. An den Hof, in dem Daniel Buren ein interessantes begehbares Kunstwerk schuf, schließt sich ein schöner Garten an.

    Weitere wichtige Bauten des 17. Jahrhunderts sind die Barockkirche des Val-de-Grâce-Klosters, das Collège des Quatre-Nations, heute Sitz des Institut de France, das Hôtel des Invalides und das Observatoire.

    18. Jahrhundert

    Der Élysée-Palast ursprünglich nach seinem Auftraggeber Hôtel d’Évreux und später nach der nahegelegenen Avenue des Champs-Élysées benannt, ist der Amtssitz des französischen Staatspräsidenten. Erbaut wurde er in den Jahren von 1718 bis 1722 nach den Plänen des Architekten Armand-Claude Mollet, der das umliegende Grundstück kurz zuvor an den Grafen von Évreux, Henri-Louis de la Tour d’Auvergne, verkauft hatte und von diesem nun mit dem Bau einer Residenz beauftragt wurde. Nach dem Tod des Grafen im Jahre 1753 erwarb Jeanne-Antoinette Poisson, besser bekannt als Marquise de Pompadour, den Palast und ließ ihn durch ihren Architekten im Inneren stilvoll herrichten. Der Garten wurde auf ihre Vorstellungen hin vergrößert und um Säulengänge und Lauben sowie ein Labyrinth erweitert. Der Palast liegt nördlich der Seine in einer der weltweit wichtigsten Einkaufsstraßen Rue du Faubourg Saint-Honoré, nur einige Schritte von den Champs-Élysées und wenige Gehminuten von dem Concordenplatz entfernt.

    Der Palais Bourbon entstand ebenfalls im 18. Jahrhundert, wurde aber später mit einer klassizistischen Fassade versehen. Er liegt am südlichen Ufer der Seine und gab dem 7. Arrondissement seinem Namen. In ihm tagt die Französische Nationalversammlung. Die Kirche Sainte Marie Madeleine liegt dem Palast auf dem nördlichen Ufer in einer Sichtachse gegenüber.

    Das Panthéon

    Unter Ludwig XV. entstanden die grandiosen Bauten von Ange-Jacques Gabriel, welche die Nordseite der Place de la Concorde bilden; die La Monnaie oder Hôtel des Monnaies genannte Münzprägewerkstatt, zwischen 1771 und 1777 von Jacques Denis Antoine geschaffen, und die École militaire (Militärschule), ebenfalls ein Werk von Ange-Jacques Gabriel. Der weitaus imposanteste, von weit her sichtbare Bau aus dieser Zeit ist jedoch das Panthéon, ein Kuppelbau, der sowohl in die sakralen als auch in die profanen Bauten der Stadt eingereiht werden kann, da er mehrmals seine Bestimmung gewechselt hat.

    Das Panthéon wurde zwischen 1764 und 1790 von Jacques-Germain Soufflot und seinen Schülern als Klosterkirche für die damals hier befindliche Benediktinerabtei errichtet, deren Refektorium sowie ein Turm in dem nahegelegenen Lycée Henri IV erhalten sind, einer der ältesten und bekanntesten Schulen Frankreichs. Nach der Französischen Revolution 1789 wurde die Kirche zur nationalen Ruhmeshalle erklärt. Nach mehreren Umwidmungen im 19. Jahrhundert ist sie seit 1885 erneut Ruhmeshalle Frankreichs. Entsprechend illuster ist die Liste der hier beigesetzten Personen: Voltaire, Victor Hugo, Émile Zola, Jean-Jacques Rousseau, Pierre und Marie Curie. 1849 gelang dem Physiker Léon Foucault mit dem nach ihm benannten Pendel hier der empirische Nachweis der Erdrotation. Das Pendel befindet sich heute in der Kapelle der ehemaligen Abtei St-Martin-des-Champs, die Teil des Musée des arts et métiers geworden ist.

    19. Jahrhundert
    Der Arc de Triomphe

    Das schönste, wenngleich nicht das repräsentativste Bauwerk des 1. Kaiserreiches schufen zwischen 1806 und 1808 Charles Percier und Fontaine mit dem in der sogenannten Cour Napoléon des Louvre errichteten Arc de Triomphe du Carrousel.

    Noch während des Baus des Arc de Triomphe du Carrousel gab Napoléon I. 1806 den großen Triumphbogen an der Place de l’Étoile in Auftrag, der erst 1836 unter Louis-Philippe vollendet wurde. Als Inspiration diente der allerdings deutlich kleinere Titusbogen in Rom. Der Triumphbogen steht im Zentrum des Platzes, der seit 1970 Place Charles de Gaulle – Étoile heißt, am westlichen Ende der Avenue des Champs-Élysées und ist Teil der Axe historique (historische Achse), einer Reihe von Monumenten und großen Straßen, die weiter westlich in das Défense-Viertel weisen.

    Im gleichen Jahr wurde der Bau eines Ruhmestempels zu Ehren der napoleonischen Grande Armée geplant. Dieses erst 1842 fertiggestellte Gebäude kennen wir heute als Madeleine-Kirche. Ebenfalls im 1. Kaiserreich wurde der Auftrag für die Errichtung der Börse vergeben. 1808 von Alexandre-Théodore Brongniart begonnen, wurde sie nach dessen Tod 1827 von Éloi Labarre vollendet.

    Ein Wallace-Brunnen im 9. Arrondissement

    Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verwandelte die bis dahin größtenteils noch vom Mittelalter geprägte Stadt sich in eine prestigevolle, beispielhafte und moderne Metropole, welche die Bewunderung von Tausenden von ausländischen Weltausstellungsbesuchern hervorrief. Der umwälzenden Stadtsanierung, die nach dem Willen Napoleons III. von dem ihm treu ergebenen Baron Haussmann durchgeführt wurde, verdankt Paris seine breiten Straßen, mehrere Brücken, zahlreiche Plätze und Parks sowie die Anlage der beiden Stadtwälder und nicht zuletzt die Säumung der neuen Straßen mit den für Paris so typischen Häusern im sogenannten „Haussmann-Stil“. Durch Charles Marville sind Fotografien aus der damaligen Umbruchszeit erhalten geblieben, die die alten Straßenzüge und Gebäude kurz vor der Neugestaltung dokumentieren. Krönung dieser schaffensfrohen Epoche wurde das als Palais Garnier bezeichnete Opernhaus der Pariser Oper, das 1875 von Charles Garnier fertiggestellt wurde.

    Für den Neubau des Universitätsgebäudes der Sorbonne wurde 1885 die größte Pariser Baustelle des 19. Jahrhunderts eröffnet, wenn man von der Konstruktion des Eiffelturmes, dem Werk eines Ingenieurs, absieht. Erst 1901 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Die Sorbonne, eine der ältesten Universitäten nördlich der Alpen, war schon im 13. Jahrhundert im Quartier Latin gegründet worden. Hier studierten und lehrten einige der bedeutendsten Philosophen des Mittelalters.

    Die Brücke Pont Alexandre III mit dem Eiffelturm rechts

    Das Wahrzeichen der Stadt ist der 300,51 Meter hohe Eiffelturm (Tour Eiffel), (324,8 Meter mit Antenne), eine Konstruktion aus dem Jahre 1889, die für die Weltausstellung nur temporär errichtet werden sollte. Der Stahlfachwerkturm ist nach seinem Erbauer Alexandre Gustave Eiffel benannt. Er ist eine der größten Touristenattraktionen mit mehr als sechs Millionen Besuchern jährlich. Im Jahr 2002 wurde der 200-millionste Besucher gezählt.

    Über das ganze Stadtgebiet von Paris verteilt, hauptsächlich an den meistbenutzten Fußgängerwegen, befinden sich die Wallace-Brunnen. Die öffentlichen Trinkwasserspender in Form kleiner gusseiserner Skulpturen sind nach dem Engländer Richard Wallace benannt, der ihre Errichtung finanzierte. Ihrer herausragenden Ästhetik wegen gelten sie weltweit als ein Wahrzeichen der Stadt.

    21. Jahrhundert

    2006 eröffnete das Musée du quai Branly. 2014 wurden das Museum Fondation Louis Vuitton im Bois de Boulogne und das geschichtsträchtige Grandhotel Hotel The Peninsula Paris nahe dem Triumphbogen eröffnet. 2015 wurde das Hexagone Balard, ein Gebäudeensemble in welchem das französische Verteidigungsministerium seinen neuen Sitz hat, eröffnet. Es beherbergt 9300 Arbeitsplätze. Ebenfalls 2015 eröffnete die neue Pariser Philharmonie im Parc de la Villette. Der Neubau des Forum des Halles eröffnete im Jahr 2016. 2017 eröffnete der Neue Justizpalast im Nordwesten der Stadt. Der Wolkenkratzer mit 160 Meter Höhe stellt eine bedeutende neue Landmarke dar. Seit 2017 im Bau befinden sich die 180 m und 122 m hohen Tours Duo im 13. Bezirk im Südwesten der Stadt (geplante Fertigstellung 2020).[veraltet] Laufende Großprojekte sind der Umbau und die Aufstockung der Tour Montparnasse, die Erweiterung der Gare du Nord und die Errichtung der 180 m hohen Tour Triangle im 15. Bezirk (geplanter Baubeginn 2020).[veraltet]

    Kirchen

    Neuzeit

    Mit dem Bau der Pfarrkirche Saint-Eustache wurde im 16. Jahrhundert begonnen. Die Kirche wurde um 1640 fertiggestellt. Sie befindet sich im 1. Arrondissement und war die Kirche der Händler des benachbarten Marktes, der Hallen von Paris (heute mit dem Forum des Halles bebaut). Der spätgotische Sakralbau weist bereits Züge der aufkommenden Renaissance auf.

    Der Dôme des Invalides (Invalidendom, eigentlich Invalidenkuppel) wurde zwischen 1670 und 1691 von Jules Hardouin-Mansart auf dem linken Seineufer erbaut (7. Arrdt.). Diese prächtige Kuppelkirche ist, so wie die benachbarte Soldatenkirche Saint-Louis des Invalides Teil des Hôtel des Invalides und zählt zu den schönsten Bauten des klassizistischen Barocks in Frankreich. Ihr Inneres wurde im 19. Jahrhundert zu einem Grabmal für den französischen Kaiser Napoléon I. umgestaltet. Dessen Leichnam ruht hier seit 1861 nach seiner Überführung aus Sankt Helena 1840, so wie verschiedene andere bedeutende Persönlichkeiten.

    Die Basilique du Sacré-Cœur auf der Butte Montmartre

    Der Bau der Kirche La Madeleine nördlich der Place de la Concorde (8. Arrdt.) begann 1764 nach dem Entwurf des Architekten Pierre Contant d’Ivry und wurde im Dezember 1791 aufgrund der Französischen Revolution eingestellt. Die Arbeiten wurden von dem Architekten Jean-Jacques-Marie Huvé (1783–1852) wieder aufgenommen und im Jahre 1842 abgeschlossen, die Weihe zur Pfarrkirche erfolgte am 9. Oktober 1845. Die Innenausstattung entstammt vorwiegend den Jahren 1830–1840. Als besonders sehenswert gilt die Statue der Maria Magdalena von Carlo Marochetti. Die Orgel des bedeutenden französischen Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll (1811–1899) gilt als eine der klangvollsten der Stadt.

    Die Basilique du Sacré-Cœur (Basilika vom Heiligen Herzen) ist eine römisch-katholische Wallfahrtskirche auf dem Hügel von Montmartre und bildet den höchstgelegenen Punkt der Stadt nach dem Eiffelturm. Der Bau der Kirche im „Zuckerbäckerstil“ wurde 1875 von dem Architekten Paul Abadie begonnen, der sich in einem Wettbewerb gegen 78 Mitbewerber durchgesetzt hatte und dessen Entwurf deutlich durch den römisch-byzantinischen Stil alter Kirchen wie der Hagia Sophia und des Markusdoms in Venedig inspiriert wurde. Abadie verstarb bereits 1884. Ihm folgten bis zur Fertigstellung 1914 sechs Architekten in der Bauleitung nach.

    Film

    Paris kann auf eine lange und erfolgreiche Filmgeschichte zurückblicken. Pariser Unternehmer und Gesellschaften wie die Gebrüder Lumière, Pathé Frères oder Gaumont waren es, die den Film hinaus in die Welt trugen. So erfanden die Gebrüder Lumière im Jahre 1895 den Cinématographen, ein Gerät das sowohl Filme aufnehmen als auch abspielen konnte. Sie führten ihn am 22. März jenes Jahres erstmals vor. Die Aufführung in der Pariser Société d’encouragement pour l’industrie nationale gilt als eine der ersten Filmvorführungen der Welt. In der Folge bereisten die Lumières die größten Städte Europas, um ihre Erfindung zu verbreiten – mit Erfolg. In den folgenden Jahren machte sich rasch Konkurrenz in Paris breit. Die Pathé Frères stiegen bald zu einem der größten Filmproduzenten Europas auf und exportierten ihre Stummfilme weltweit. In den großen Städten Europas wurden Außenstellen und Kinos gegründet.

    Aber auch Paris selbst war in vielen Filmen Drehort und Filmkulisse. Abgesehen von den zahlreichen Aufnahmen der Stummfilmzeit, oft dokumentarischer Natur, war die Stadt sowohl in inländischen, aber auch in ausländischen Spielfilmproduktionen zu sehen.

    Einzelhandel

    Paris beherbergt eine Vielzahl an Kaufhäusern, Einkaufszentren und Märkten. Einige davon sind wegen ihres Prestiges, ihrer Tradition und ihrer Architektur weltbekannt. So gilt das Luxuskaufhaus Le Bon Marché auf der Rive gauche als das erste moderne Warenhaus der Welt. Ebenfalls weltbekannt sind die Galeries Lafayette, deren Pariser Stammhaus sich durch seine Jugendstilarchitektur auszeichnet. Die große Zentralhalle mit ihrer Glaskuppel ist ein Baumonument und Denkmal. Nur wenige Meter entfernt befindet sich am Boulevard Haussmann im 9. Arrondissement das Kaufhaus Printemps, dessen zentrale Halle gleichfalls über eine Jugendstil-Glaskuppel verfügt.

    Große Halle in den Galeries Lafayette

    In der Nähe der Opéra Bastille liegt der Flohmarkt Marché d’Aligre. Das Angebot reicht von Kleidung, Obst, Keramik und Bildern bis zu Lebensmitteln und Blumen. Der Markt ist morgens, täglich außer montags geöffnet. Überwiegend Kleidung aus allen Bereichen, aber auch moderne Kunstgegenstände hat der Puces de la Porte de Montreuil nahe der Metrostation Porte de Montreuil im Angebot. Kleidung und Haushaltswaren kann man auf dem Marché aux puces de la Porte de Vanves nahe der Metrostation Porte de Vanves erwerben. Der Puces de Saint-Ouen-Clignancourt besteht aus einer Anzahl mehrerer Märkte, die miteinander verbunden sind. Einige der dortigen Händler haben sich auf hochwertige Kunstgegenstände spezialisiert, aber es werden vor allem preiswerte Artikel angeboten.

    Das Le Louvre des antiquaires nahe dem Palais Royal und dem Louvre gehört zu den größten und bekanntesten Antiquitätengeschäften in Paris. In rund 250 Räumen und auf drei Etagen werden zahlreiche Waren aus der ganzen Welt angeboten. Neben Möbeln, Gemälden und Teppichen kann man Kristall, Waffen, Spielzeug, Uhren und Schmuck käuflich erwerben. Antiquarische und gebrauchte Bücher werden an den vielen Buchhändlerständen (bouquinistes) an der Seine verkauft.

    Paris beherbergt zahlreiche Mode-Boutiquen, die auch Prêt-à-porter bekannter Modehäuser verkaufen. Haute Couture kann man bei Chanel in der Rue Cambon, bei Dior in der Avenue Montaigne und bei Christian Lacroix in der Rue du Faubourg Saint-Honoré sowie in der Avenue Montaigne erwerben. Laufstegmoden bekommt man bei Gianni Versace in der Rue des Saints-Pères, bei Jean Paul Gaultier in der Nähe der Metrostation Bourse und bei Cerruti 1881 nahe der Metrostation Madeleine. Elegante Kleidung einkaufen kann man auch in Saint-Germain, im Le Marais oder in der Galerie Vivienne (nahe Les Halles).

    Wirtschaft und Infrastruktur

    Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 erwirtschafte der Großraum Paris ein Bruttoinlandsprodukt von 715 Milliarden US-Dollar (KKB). In der Rangliste der wirtschaftsstärksten Metropolregionen weltweit belegte er damit den 6. Platz.

    In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Paris im Jahre 2018 den 39. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.

    Verkehr

    Luftqualität

    Fahrradfahrer auf der Rue du Temple am 27. September 2015, einem autofreien Tag

    Paris weist eine hohe Luftverschmutzung auf, die neben der Industrie und Haushalten vom Verkehr stammt. Die durchschnittliche Konzentration an Feinstaub (PM10) beträgt 38 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der Grenzwert von 80 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde 2015 in manchen Stadtteilen häufig überschritten. Die Stadtverwaltung erließ mehrere Maßnahmen, darunter sowohl zeitlich beschränkte als auch dauerhafte, um die Luftverschmutzung zu verringern und den Kraftverkehr zu reduzieren: Bereits im Jahr 2013 wurde die südliche Seineuferstraße im Bereich der Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt und in eine Fußgängerzone umgewandelt, im September 2016 folgte die nördlichen Uferstraße. Im Oktober 2015 ordnete Hidalgo einen autofreien Tag für einen kleinen Teil der Innenstadt an. Seit Mai 2016 werden die Champs-Elysées am jeweils ersten Sonntag des Monats für den Kraftverkehr gesperrt. 2016 wurden am Wochenende nach dem weltweiten autofreien Tag, dem 22. September, über 640 Kilometer für motorisierten Verkehr gesperrt.

    Anfang Dezember 2016 bewegten wochenlange hohe PM10-Werte über 80 Mikrogramm pro Kubikmeter, die zu Einschränkungen in der Nutzung von privaten Personenkraftwagen in Paris und den Nachbargemeinden führten: über mehrere Tage wurde u. a. wechselweise das Fahren von Autos mit geraden bzw. ungeraden Kennzeichenzahlen verboten und die kostenfreie Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel eingeführt. Seit Sonntag, 15. Januar 2017, wurde eine Umweltzone in der Innenstadt, die Zone à circulation restreinte, eingerichtet, die auch für Fahrzeuge aus dem Ausland gilt. Ausgenommen ist die Stadtautobahn Boulevard périphérique. Die erforderliche Plakette ist nach Schadstoffklassen gestaffelt und erlaubt differenziertere Fahrverbote je nach Belastung. Bürgermeisterin Anne Hidalgo beabsichtigt die Zahl der Personenkraftwagen langfristig zu halbieren und damit vor allem die Luftqualität bezüglich Stickstoffdioxid und der Feinstaubwerte zu verbessern. Per 30. August 2021 wurde auf den meisten Straßen Tempo 30 eingeführt.

    Persönlichkeiten

    Ehrenbürger

    Nach der Ernennung des Malers, Grafikers und Bildhauers Pablo Picasso zum Ehrenbürger der Stadt Paris im Jahr 1971 wurden bis zum Jahr 2003 keine derartigen Ehrungen mehr vorgenommen. Seither wurden zu Ehrenbürgern ernannt: der US-amerikanische Journalist und schwarze Politaktivist Mumia Abu-Jamal (2003), die französisch-kolumbianische Kämpferin gegen Korruption und kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Íngrid Betancourt (2003), die birmanische Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (2004), die nigerianische Rechtsanwältin und Bürgerrechtlerin Hauwa Ibrahim (2006). Darüber hinaus ernannte der Stadtrat im Jahr 2008 den chinesischen Bürgerrechtler Hu Jia, den Dalai Lama, die bangladeschische Frauenrechtlerin Taslima Nasrin und Gilad Shalit zu Ehrenbürgern, im Jahr 2010 die iranische Menschenrechtsaktivistin Schirin Ebadi, im Jahr 2011 den iranischen Filmregisseur Jafar Panahi und den brasilianischen Umweltschutzaktivisten Raoni Metuktire.

    Söhne und Töchter der Stadt

    In Paris geborene Persönlichkeiten

    Paris war Geburtsort zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderen der französische Premierminister und Staatspräsident Jacques Chirac, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der Komponist Georges Bizet, die Schriftstellerin, Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir, die Filmregisseure Claude Chabrol, Roman Polański und François Truffaut, der Pädagoge, Historiker und Sportfunktionär Pierre de Coubertin, der Chansonnier, Komponist und Schriftsteller Serge Gainsbourg, der Präfekt und Stadtplaner Georges-Eugène Haussmann, die Chemikerin und Nobelpreisträgerin Irène Joliot-Curie, die Malerin Adélaïde Labille-Guiard, der Maler Édouard Manet, die Schauspielerin Sophie Marceau, der Maler Claude Monet, die Chansonsängerin Édith Piaf, die Schriftstellerin George Sand sowie die Sängerin und Schauspielerin Caterina Valente.

    Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

    Bekannte Einwohner von Paris

    Zu den Persönlichkeiten, die in Paris gewirkt haben, gehören unter anderem die US-amerikanisch-französische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin Josephine Baker, der Schriftsteller Honoré de Balzac, der polnische Komponist Frédéric Chopin, die Schauspielerin Marlene Dietrich, der Metallbauingenieur Gustave Eiffel, der deutsche Schriftsteller Heinrich Heine, der US-amerikanische Sänger und Lyriker Jim Morrison von der Rockgruppe The Doors, der deutschstämmige französische Komponist Jacques Offenbach und die irisch-englischen Literaten Oscar Wilde und James Joyce.

    Seit den 1950er-Jahren war Paris ein Anziehungspunkt für afroamerikanische Jazzmusiker, die sich dort wesentlich freier bewegen konnten als in den damals noch von der Rassensegregation beherrschten Vereinigten Staaten: Sidney Bechet zog es nach Frankreich, „weil es näher an Afrika liegt“. Bei den Jazzfestivals 1948 in Nizza und Paris triumphierte der junge Miles Davis, der an der Seine Juliette Gréco kennen und lieben lernte. Paris beflügelte nicht nur ihn, sondern auch Bud Powell, Idrees Sulieman oder Benny Waters. Regisseure wie Louis Malle („Fahrstuhl zum Schafott“) und Roger Vadim experimentierten in den 1950er-Jahren mit spontan zur Leinwand improvisierten Jazz-Soundtracks. Ende der 1960er emigrierten Musiker wie Anthony Braxton, das Art Ensemble of Chicago oder Frank Wright an die Seine, wo heute (Stand 2007) noch David Murray mit Valérie Malot lebt.