Rom

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Roma
Rom
Roma Rom (Italien)
Staat Italien
Region Latium
Metropolitanstadt Rom (RM)
Koordinaten 41° 53′ N, 12° 29′ OKoordinaten: 41° 53′ 0″ N, 12° 29′ 0″ O
Höhe 37 m s.l.m.
Fläche 1287,36 km²
Einwohner 2.837.332 (31. Dez. 2019)
Fraktionen → Stadtgliederung Roms
Postleitzahl 00100 (allgemein) und 00121–00199
Vorwahl +39–06
ISTAT-Nummer 058091
Bezeichnung der Bewohner Romani
Schutzpatron Petrus und Paulus
Website www.comune.roma.it

Links: Kolosseum, Pantheon und Trevi-Brunnen.
Rechts: Petersdom und Engelsburg.
Unten: Tiber und Engelsbrücke.
Satellitenaufnahme von Rom

Rom (lateinisch Rōma; italienisch Roma [ˈroːma], amtlich Roma Capitale) ist die Hauptstadt Italiens, Hauptort der Region Latium und historische Hauptstadt des Römischen Reichs und des Kirchenstaats. Die Stadt liegt in der Mitte der italienischen Halbinsel am Fluss Tiber. Mit etwa drei Millionen Einwohnern im Stadtgebiet bzw. rund vier Millionen Einwohnern in der Agglomeration ist sie die größte Stadt Italiens sowie die drittgrößte der Europäischen Union. Außerdem ist Rom mit einem Gemeindegebiet von 1287,36 km² auch die flächenmäßig ausgedehnteste Stadt des Landes.

Rom wurde erstmals im 1. Jahrhundert v. Chr. vom Dichter Tibull Ewige Stadt genannt. Diese Bezeichnung, ursprünglich eine Antonomasie, wurde zu einem Ehrennamen für die Stadt wegen der Bedeutung in ihrer bis heute drei Jahrtausende umspannenden Geschichte. Der von den Römern praktizierten Legende nach wurde Rom im Jahre 753 v. Chr. gegründet, ist jedoch wahrscheinlich älter. Nach der Abschüttelung des Einflusses der Etrusker etablierte sich Rom als ein unabhängiger Stadtstaat, welcher im Laufe der Jahrhunderte Italien und daraufhin den größten Teil des antiken Mittelmeerraums in Besitz nehmen konnte. Das in der Stadt Rom entstandene Latein, gesprochener lokaler Dialekt und italische Sprache, hat sich durch die römische Expansion über ganz Italien vor allem im südwestlichen Mittelmeerraum verbreitet und dort die lokalen Sprachen fundamental beeinflusst, was zur Entstehung der romanischen Sprachen geführt hat. Das klassische Latein hat sich als lingua franca der Wissenschaft, Philosophie, Kunst, Theologie, Politik und Diplomatie bis in die Neuzeit halten können. Das antike römische Stadtrecht hat bis heute einen bedeutenden Einfluss in den europäischen Rechtsordnungen hinterlassen.

Noch vor dem Niedergang des Weströmischen Reiches verlor Rom an Bevölkerung und politischem Einfluss, war aber durch das Mittelalter und die Neuzeit hinweg ein Zentrum der christlichen Religion und bildet bis heute eines der Zentren des Abendlandes. Nach der Eroberung durch italienische Truppen ist Rom seit 1871 wieder Teil eines vereinigten Italiens bis hin zu den Alpen, wie schon jahrhundertelang in der Antike: „alle Wege führen nach Rom“. Abgeordnetenkammer, Senat, Präsident, Regierung und der Verfassungsgerichtshof der italienischen Republik haben ihren Sitz in Rom, auch heute Verwaltungssitz der Region Latium und der Metropolitanstadt Rom Hauptstadt, die 2015 die vorherige Provinz Rom ersetzte. Rom ist in 15 municipi aufgeteilt.

Roma capitale („Rom Hauptstadt“) hat einen besonderen Status als Gemeinde inne. Innerhalb der Stadtgrenzen befindet sich der Staat (der) Vatikanstadt. Er ist ein unabhängiger Binnenstaat und Sitz des Papstes, also des Bischofs von Rom. Dieser ist Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sowie des Heiligen Stuhls; letzterer bildet ein eigenständiges Völkerrechtssubjekt, womit die Stadt Rom seit 1834 (Etablierung des Sitzes des Malteser-Ritterordens) zwei von drei nichtstaatlichen Völkerrechtssubjekten beherbergt. Außerdem haben dort die UNO-Unterorganisationen FAO, IFAD und WFP ihren Sitz.

Rom ist außerordentlich reich an bedeutenden Bauten und Museen und Ziel zahlreicher Touristen. Die Altstadt von Rom, der Petersdom und die Vatikanstadt wurden von der UNESCO im Jahr 1980 zum Weltkulturerbe erklärt.

Im Jahr 2019 war Rom mit 8,6 Millionen Touristen die 14. meistbesuchte Stadt der Welt, die drittmeistbesuchte in der Europäischen Union und das beliebteste Reiseziel in Italien. Ihr historisches Zentrum wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Rom war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1960 und ist auch Sitz mehrerer Sonderorganisationen der Vereinten Nationen, wie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), des Welternährungsprogramms (WFP) und des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD). Die Stadt beherbergt auch das Sekretariat der Parlamentarischen Versammlung der Union für den Mittelmeerraum (UfM) sowie den Sitz zahlreicher internationaler Unternehmen wie Eni, Enel, TIM, Leonardo S.p.A. sowie nationaler und internationaler Banken wie Unicredit und BNL. Roms Geschäftsviertel EUR ist die Heimat zahlreicher Ölindustrien, der pharmazeutischen Industrie und von Finanzdienstleistungsunternehmen. Die Präsenz renommierter internationaler Marken in der Stadt hat Rom zu einem wichtigen Zentrum für Mode und Design gemacht, und die Cinecittà-Studios waren Schauplatz vieler Oscar-prämierter Filme.

Etymologie

Rom von der Santissima Trinità dei Monti aus gesehen

Der älteste lateinische Beleg des Namens findet sich auf der Cista Ficoroni aus dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. Doch bereits in der etwa bei Dionysios von Halikarnassos erhaltenen, indirekten griechischen Überlieferung des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. begegnet der Name in der Form Ῥώμη Rhṓmē, so bei Hellanikos von Lesbos, Antiochos von Syrakus und Damastes von Sigeion. Während im Althochdeutschen neben Rōma auch die Form Rūma* als Name der Stadt bestand, benutzte man auf der mittelhochdeutschen Sprachstufe meist Rōme oder Rome, kannte aber auch schon die Verkürzung auf Rōm und Rom. Die Etymologie des Wortes Roma selbst ist ungeklärt, doch werden hierzu seit der Antike unterschiedliche Theorien erörtert.

Neben meist rein mythischen Erklärungen, die den Namen mit zahlreichen Personen namens Romus oder Roma in Verbindung brachten und die Gründungssage mit der griechischen Mythologie verknüpften, stand in der antiken Namenserklärung die Geschichte um Romulus und Remus im Vordergrund. Die erstmals bei Diokles von Peparethos niedergelegte Erzählung, die zumindest für Plutarch als besonders glaubwürdig und belegt galt, führte den Namen auf Romulus, den Gründer der Roma quadrata, zurück, flocht aber den ficus Ruminalis, einen schattenspendenden Feigenbaum auf dem späteren Forum ein. Dessen Name wurde wiederum entweder von Romulus hergeleitet oder von dem altlateinischen Wort ruma für die säugende Brust, was sich in die Geschichte mit den von der Wölfin gesäugten Zwillingen fügte. „Rationalistischere“ Darstellungen verbanden den Namen der Stadt, den die Pelasger in mythischer Vorzeit dem von ihnen gegründeten Ort gegeben haben sollen, mit dem griechischen Wort ῥώμη ‚Kraft‘, ‚Stärke‘. Lehnte man eine griechische Stadtgründung Roms ab, verwies man darauf, dass die Stadt einst den Namen Valentia (von lateinisch valentia ‚Kraft‘, ‚Stärke‘) trug, der unter griechischem Einfluss sich in Ῥώμη gewandelt habe.

Moderne Herleitungen des Namens verfolgen verschiedene Ansätze. Am weitesten verbreitet ist die Verbindung mit der indogermanischen Wurzel *.sreṷ- ‚fließen‘, was für Roma eine Bedeutung ‚Siedlung am Fluss’ ergebe. Das lateinische Wort rūma ‚weibliche Brust‘ und Rūmon als alten Namen des Tibers stellte Massimo Pittau immer wieder in diesen bereits in der antiken Literatur konstruierten Zusammenhang.

Gleichermaßen weit verbreitet ist die Herleitung aus einem etruskischen Gentilnamen Ruma. Der Name würde einem Vorschlag des Sprachwissenschaftlers Wilhelm Schulze aus dem Jahr 1904 folgend die ‚Siedlung der tuskischen ruma‘ bezeichnen. Insbesondere in der italienischen Forschung findet dieser Ansatz Zustimmung, wird aber auch von Wissenschaftlern anderer Länder favorisiert. Hiergegen wurde eingewandt, dass der etruskische Name der Stadt zwar *Ruma lautete, lateinische Wörter mit etruskischer Wurzel aber immer deren /u/-Laut behielten. Da das Etruskische ursprünglich jedoch keinen Laut /o/ kenne, der erst nach einer inneretruskischen Lautverschiebung des 6./5. Jahrhunderts v. Chr. und somit Jahrhunderte nach Stadt- oder Siedlungsgründung begegnet, müsste man als Stadtnamen auch im Lateinischen Ruma erwarten. Aus diesem Grund sei eine Herleitung des Stadtnamens aus dem Etruskischen unwahrscheinlich.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ansätze, die meist keine weitere Diskussion auslösten und nicht weiterverfolgt wurden.

Römische Darstellung des Gottes Tiberinus, Kapitolshügel in Rom

Der Gründungsmythos der alten Römer besagt, dass der Name Roma vom Gründer und ersten König der Stadt, Romulus, stammt.

Geschichte

In den Nachkriegsjahrzehnten erlebte Italien einen nie da gewesenen Wirtschaftsaufschwung (miracolo economico) und eine starke Landflucht: Millionen Menschen aus Süditalien und den Bergregionen der Abruzzen strömten in die Hauptstadt. Um die Barackensiedlungen der unmittelbaren Nachkriegszeit zu beseitigen, entstanden ab 1962 wie in allen italienischen Großstädten Großwohnsiedlungen, die in Rom oft ungeplant und ohne Baugenehmigung in die römische Campagna gesetzt und nachträglich gegen eine Gebühr legalisiert wurden. Gleichzeitig entstanden in den 1960er und 1970er Jahren auch Wohngebiete für die aufstrebenden Mittelschicht. Bis 1980 hatte sich die Einwohnerzahl der Stadt verdoppelt.

Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1960

1955 wurde die erste Linie der U-Bahn Metropolitana di Roma eröffnet und 1960 fanden in Rom die XVII. Olympischen Sommerspiele statt.

Die so genannten borgate abusive ‚missbräuchliche Vorstädte‘ boten oft keinerlei Infrastruktur, keine Grünanlagen, keine Schulen oder Kindergärten. Während in der Innenstadt die Kirchen aufgrund ihrer Überzahl oft kaum noch zu erhalten sind, fehlten sie in der Umgebung zunächst völlig. Während inzwischen zahlreiche Kirchenneubauten in den Vorstädten entstanden sind, fehlen dort bis heute Grünanlagen oder Sportstätten und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist unzureichend. Die sozialen Probleme der Vorstädte waren in den 1970er Anlass für soziale Kämpfe der radikalen Linken, Hausbesetzungen und Streiks. Linksextreme und rechtsextreme Gruppierungen (opposti estremisti) lieferten sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei; gleichzeitig wucherte in diesen Jahren auch die organisierte Kriminalität, für deren Verstrickungen der Fall der Magliana-Bande exemplarisch steht. Trauriger Höhepunkt der politischen Gewalt der 1970er Jahre im ganzen Land war 1978 die Entführung und Ermordung des Ministerpräsidenten Aldo Moro durch Mitglieder der Roten Brigaden. Das zeitlich letzte Beispiel dieser oft als misslungen eingestuften Stadtplanung ist der Wohnkomplex Corviale (auch genannt il serpentone ‚die Riesenschlange‘), der 1975–1982 entstand. In den 1980er Jahren entspannte sich die Situation etwas und ein Teil der römischen Mittelschicht verließ im Zuge einer Suburbanisierung die Stadt.

Unter dem Pontifikat Papst Johannes Pauls II. erlebte die Stadt zweimal einen nie zuvor gewesenen Menschenandrang. Im Heiligen Jahr 2000 kamen zum Gottesdienst am Weltjugendtag zwei Millionen Menschen vor die Tore der Stadt. An den Begräbnisfeierlichkeiten am 8. April 2005 auf dem Petersplatz nahmen 200 Staats- und Regierungschefs sowie drei bis vier Millionen Menschen aus aller Welt teil, von denen aber nur 300.000 Platz fanden, die übrigen verfolgten die Zeremonien auf Videogroßbildschirmen.

Seit der Wahl von Bürgermeister Francesco Rutelli 1993 konnten Verbesserungen bei der Luftqualität erreicht werden, jedoch änderte sich an den strukturellen Problemen der Stadt wie dem Verkehr oder der Müllentsorgung unter ihm und seinen Nachfolgern nur wenig. Nachdem Rom jahrelang von Bürgermeistern des Mitte-Links-Lagers regiert worden war, bedeutete die Wahl des Nationalkonservativen Gianni Alemanno im Jahr 2008 einen Einschnitt; in seiner Amtszeit verschlimmerten sich die Probleme der Stadt weiter und unter seinem sozialdemokratischen Nachfolger Ignazio Marino wurde 2015 ein gigantischer Korruptionsskandal um das kriminelle Netzwerk der Mafia Capitale aufgedeckt. Die Enttäuschung der Römer über die etablierten Parteien brachte im Sommer 2016 Virginia Raggi von der Protestbewegung MoVimento 5 Stelle an die Spitze der Stadt.

Markt auf dem Campo de’ Fiori
Die Spanische Treppe, italienisch Scalinata di Trinità dei Monti, mit der Kirche Santissima Trinità dei Monti im Hintergrund

Die großen Bauten des 20. Jahrhunderts wurden fast alle in den Außenvierteln wie dem EUR errichtet; in der Innenstadt dagegen sind Baumaßnahmen aus denkmalpflegerischen Gründen nur selten erlaubt. Derzeit finden große Grabungen im Bereich der antiken Kaiserforen statt. Im modernen Stadtbild ist die Vergangenheit noch an vielen Stellen anzutreffen. So ist etwa das Theater des Pompeius am Campo de’ Fiori aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., in dessen Vorhof zu Cäsars Zeit die Kurie untergebracht war und wo er wohl auch getötet wurde, noch zu großen Teilen erhalten. Allerdings ist im Verlauf der Jahrhunderte aus dem Halbrund für die Zuschauer eine Wohnbebauung geworden. Heute befinden sich darin Keller und eine Tiefgarage, Restaurants und Bars, Privatwohnungen und Hotelpensionen. Alle Zimmer haben auf Grund der ursprünglichen halbrunden Theaterstruktur einen trapezförmigen Grundriss.

Die Erneuerung der Stadt stellt die Römer im Alltag oft vor große Probleme. Schon der Bau einer riesigen Tiefgarage zum Jahr 2000 in einen Tuffhügel am Petersplatz war umstritten, weil die Zerstörung archäologischer Reste befürchtet wurde. Aus demselben Grund wurde die dringend benötigte dritte Metro-Linie erst 2014/2015 eröffnet.

In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Rom im Jahre 2018 den 57. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.

Bereits vor der Besiedelung des Gebiets von Rom durch den anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) lebten hier bereits vor rund 250.000 Jahren Gruppen von Neandertalern, wie u. a. die Fossilien aus der Fundstätte Saccopastore, gelegen im heutigen Industriegebiet Sacco Pastore (Municipio III), belegen.

Früheste Geschichte

Es wurden zwar archäologische Beweise für eine menschliche Besiedlung des Gebietes um Rom vor etwa 14 000 Jahren entdeckt, doch die dichte Schicht aus viel jüngerem Schutt verdeckt die paläolithischen und neolithischen Fundstätten. Funde von Steinwerkzeugen, Keramik und Steinwaffen zeugen von einer etwa 10.000 Jahre alten menschlichen Besiedlung. Mehrere Ausgrabungen stützen die Ansicht, dass Rom aus Hirtensiedlungen auf dem Palatinhügel entstanden ist, die über dem Gebiet des späteren Forum Romanum errichtet wurden. Zwischen dem Ende der Bronzezeit und dem Beginn der Eisenzeit befand sich auf jedem Hügel zwischen dem Meer und dem Kapitol ein Dorf (auf dem Kapitolshügel ist seit dem Ende des 14. Jahrhunderts v. Chr. ein Dorf nachgewiesen). Jahrhundert v. Chr.), aber keine dieser Siedlungen hatte eine städtische Qualität. Heute herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass sich die Stadt allmählich durch den Zusammenschluss mehrerer Dörfer um das größte, oberhalb des Palatin gelegene Dorf herum entwickelte ("Synözismus"). Dieser Zusammenschluss wurde durch die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität über das Existenzminimum hinaus begünstigt, was auch die Ansiedlung von sekundären und tertiären Aktivitäten ermöglichte. Diese wiederum förderten die Entwicklung des Handels mit den griechischen Kolonien in Süditalien (vor allem Ischia und Cumae). Diese Entwicklungen, die archäologischen Funden zufolge in der Mitte des achten Jahrhunderts v. Chr. stattfanden, können als die "Geburtsstunde" der Stadt angesehen werden. Trotz der jüngsten Ausgrabungen auf dem Palatin bleibt die Ansicht, dass Rom in der Mitte des achten Jahrhunderts v. Chr. absichtlich gegründet wurde, wie es die Legende von Romulus nahelegt, eine Randhypothese.

Legende von der Gründung Roms

Kapitolinische Wölfin, eine Skulptur der mythischen Wölfin, die die Zwillinge Romulus und Remus säugt

Die von den alten Römern selbst überlieferten Geschichten erklären die früheste Geschichte ihrer Stadt in Form von Legenden und Mythen. Der bekannteste dieser Mythen, und vielleicht der berühmteste aller römischen Mythen, ist die Geschichte von Romulus und Remus, den Zwillingen, die von einer Wölfin gesäugt wurden. Sie beschlossen, eine Stadt zu errichten, doch nach einem Streit tötete Romulus seinen Bruder und die Stadt erhielt seinen Namen. Den römischen Annalisten zufolge geschah dies am 21. April 753 v. Chr. Diese Legende musste mit einer doppelten, zeitlich früher angesiedelten Tradition in Einklang gebracht werden, der zufolge der trojanische Flüchtling Aeneas nach Italien floh und durch seinen Sohn Iulus, den Namensgeber der julisch-claudischen Dynastie, die Linie der Römer begründete. Dies geschah durch den römischen Dichter Virgil im ersten Jahrhundert vor Christus. Darüber hinaus erwähnt Strabo eine ältere Geschichte, wonach die Stadt eine von Evander gegründete arkadische Kolonie war. Strabo schreibt auch, dass Lucius Coelius Antipater glaubte, Rom sei von Griechen gegründet worden.

Monarchie und Republik

Nach der Gründung durch Romulus wurde Rom einer Legende zufolge 244 Jahre lang von einem monarchischen System regiert, zunächst von Herrschern lateinischer und sabinischer Herkunft, später von etruskischen Königen. Die Tradition überlieferte sieben Könige: Romulus, Numa Pompilius, Tullus Hostilius, Ancus Marcius, Tarquinius Priscus, Servius Tullius und Lucius Tarquinius Superbus.

Die antiken kaiserlich-römischen Paläste des Palatin, eine Reihe von Palästen auf dem Palatinhügel, zeugen von der Macht und dem Reichtum der Kaiser von Augustus bis zum vierten Jahrhundert.

Im Jahr 509 v. Chr. vertrieben die Römer den letzten König aus ihrer Stadt und errichteten eine oligarchische Republik. Danach begann in Rom eine Zeit, die von internen Kämpfen zwischen Patriziern (Aristokraten) und Plebejern (kleinen Landbesitzern) sowie von ständigen Kriegen gegen die Völker Mittelitaliens geprägt war: Etrusker, Latiner, Volsci, Aequi und Marsi. Nachdem Rom die Herrschaft über Latium erlangt hatte, führte es mehrere Kriege (gegen die Gallier, die Osci-Samniten und die griechische Kolonie Tarent, die mit Pyrrhus, dem König von Epirus, verbündet war), deren Ergebnis die Eroberung der italienischen Halbinsel war, vom zentralen Gebiet bis hin zur Magna Graecia.

Im dritten und zweiten Jahrhundert v. Chr. wurde die römische Hegemonie im Mittelmeerraum und auf dem Balkan durch die drei Punischen Kriege (264-146 v. Chr.) gegen Karthago und die drei Makedonischen Kriege (212-168 v. Chr.) gegen Makedonien begründet. Zu dieser Zeit wurden die ersten römischen Provinzen gegründet: Sizilien, Sardinien und Korsika, Hispanien, Makedonien, Achäa und Afrika.

Zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. wurde die Macht zwischen zwei Gruppen von Aristokraten ausgefochten: den Optimaten, die den konservativen Teil des Senats vertraten, und den Popularen, die sich auf die Hilfe der Plebs (städtische Unterschicht) stützten, um an die Macht zu kommen. Im gleichen Zeitraum führten der Konkurs der Kleinbauern und die Einrichtung großer Sklavenhöfe zu einer massiven Abwanderung in die Stadt. Die ständigen Kriege führten zum Aufbau einer Berufsarmee, die sich als loyaler gegenüber ihren Generälen als gegenüber der Republik erwies. Daher kam es in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts und während des ersten Jahrhunderts v. Chr. zu Konflikten sowohl im Ausland als auch im Inneren: Nach dem gescheiterten Versuch einer Sozialreform der Populares Tiberius und Gaius Gracchus und dem Krieg gegen Jugurtha kam es zu einem Bürgerkrieg, aus dem der Feldherr Sulla als Sieger hervorging. Es folgten ein großer Sklavenaufstand unter Spartacus und die Bildung des ersten Triumvirats mit Caesar, Pompejus und Crassus.

Die Kaiserforen gehören zu einer Reihe von monumentalen Fora (öffentlichen Plätzen), die von den Kaisern in Rom errichtet wurden. Ebenfalls auf dem Bild zu sehen ist der Trajansmarkt.

Die Eroberung Galliens machte Caesar ungemein mächtig und populär, was zu einem zweiten Bürgerkrieg gegen den Senat und Pompejus führte. Nach seinem Sieg setzte sich Caesar als Diktator auf Lebenszeit durch. Seine Ermordung führte zu einem zweiten Triumvirat zwischen Octavian (Caesars Großneffe und Erbe), Mark Anton und Lepidus sowie zu einem weiteren Bürgerkrieg zwischen Octavian und Antonius.

Das Reich

Im Jahr 27 v. Chr. wurde Octavian princeps civitatis und nahm den Titel Augustus an, womit er das Prinzipat begründete, eine Diarchie zwischen dem princeps und dem Senat. Während der Herrschaft Neros wurden nach dem Großen Brand von Rom zwei Drittel der Stadt zerstört, und die Christenverfolgung begann. Rom wurde zu einem De-facto-Reich, das seine größte Ausdehnung im zweiten Jahrhundert unter Kaiser Trajan erreichte. Rom wurde als caput Mundi, d. h. als Hauptstadt der bekannten Welt, bestätigt, ein Ausdruck, der bereits in der republikanischen Zeit verwendet worden war. In den ersten beiden Jahrhunderten wurde das Reich von den Kaisern der julisch-claudischen, der flavischen (die auch das gleichnamige Amphitheater, das Kolosseum, errichteten) und der antoninischen Dynastie regiert. Diese Zeit war auch durch die Ausbreitung der christlichen Religion gekennzeichnet, die von Jesus Christus in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts (unter Tiberius) in Judäa gepredigt und von seinen Aposteln im ganzen Reich und darüber hinaus verbreitet wurde. Das antoninische Zeitalter gilt als der Höhepunkt des Imperiums, dessen Territorium sich vom Atlantik bis zum Euphrat und von Britannien bis Ägypten erstreckte.

Das Römische Reich in seiner größten Ausdehnung im Jahr 117 n. Chr., etwa der Landfläche
Das Forum Romanum sind die Überreste der Gebäude, die während des größten Teils der Zeit des antiken Roms das politische, rechtliche, religiöse und wirtschaftliche Zentrum der Stadt und das neuralgische Zentrum der gesamten römischen Zivilisation darstellten.
Trajanssäule, Triumphsäule und Ort, an dem die Reliquien des Kaisers Trajan aufbewahrt werden

Nach dem Ende der Severer-Dynastie im Jahr 235 trat das Reich in eine 50-jährige Periode ein, die als Krise des dritten Jahrhunderts bekannt ist und in der es zahlreiche Putsche von Generälen gab, die aufgrund der Schwäche der Zentralgewalt in Rom versuchten, die ihnen anvertrauten Reichsteile zu sichern. Es gab das so genannte Gallische Reich von 260 bis 274 und die Aufstände der Zenobia und ihres Vaters ab Mitte der 260er Jahre, mit denen persische Einfälle abgewehrt werden sollten. Einige Regionen - Britannien, Spanien und Nordafrika - waren kaum betroffen. Die Instabilität führte zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und zu einem raschen Anstieg der Inflation, da die Regierung die Währung entwertete, um die Ausgaben zu decken. Die germanischen Stämme entlang des Rheins und nördlich des Balkans unternahmen in den 250er bis 280er Jahren ernsthafte, unkoordinierte Einfälle, die eher riesigen Raubzügen als Siedlungsversuchen glichen. Das Perserreich fiel in den 230er bis 260er Jahren mehrmals von Osten her ein, wurde aber schließlich besiegt. Kaiser Diokletian (284) sorgte für die Wiederherstellung des Staates. Er beendete das Fürstentum und führte die Tetrarchie ein, die die Macht des Staates stärken sollte. Das auffälligste Merkmal war die beispiellose Einmischung des Staates bis hinunter auf die Ebene der Städte: Hatte der Staat zuvor einer Stadt eine Steuerforderung vorgelegt und ihr die Zuteilung der Abgaben überlassen, so tat er dies seit seiner Herrschaft bis hinunter auf die Ebene der Dörfer. In einem vergeblichen Versuch, die Inflation einzudämmen, führte er Preiskontrollen ein, die nicht von Dauer waren. Er bzw. Konstantin regionalisierte die Verwaltung des Reiches, was die Art und Weise, wie es regiert wurde, grundlegend veränderte, indem er regionale Diözesen schuf (der Konsens scheint sich von 297 auf 313/14 als Gründungsdatum verschoben zu haben, aufgrund des Arguments von Constantin Zuckerman im Jahr 2002 "Sur la liste de Verone et la province de grande armenie, Melanges Gilber Dagron). Die Existenz regionaler fiskalischer Einheiten ab 286 diente als Vorbild für diese beispiellose Neuerung. Der Kaiser beschleunigte den Prozess der Ablösung des militärischen Kommandos von den Gouverneuren. Von nun an sollten die zivile Verwaltung und die militärische Führung getrennt sein. Er übertrug den Statthaltern mehr fiskalische Aufgaben und übertrug ihnen die Verantwortung für das logistische Unterstützungssystem der Armee, um diese zu kontrollieren, indem er das Unterstützungssystem seiner Kontrolle entzog. Diokletian regierte die östliche Hälfte und residierte in Nikomedien. Im Jahr 296 erhob er Maximian zum Augustus der westlichen Hälfte, wo er meist von Mediolanum aus regierte, wenn er nicht auf Reisen war. Im Jahr 292 schuf er zwei "Junior"-Kaiser, die Caesaren, einen für jeden Augustus, Constantius für Britannien, Gallien und Spanien, der seinen Sitz in Trier hatte, und Galerius in Sirmium auf dem Balkan. Die Ernennung eines Cäsars war nicht unbekannt: Diokletian versuchte, ein System der nicht-dynastischen Erbfolge einzuführen. Nach seiner Abdankung im Jahr 305 traten die Caesaren die Nachfolge an, und sie ernannten ihrerseits zwei Kollegen für sich.

Nach der Abdankung von Diokletian und Maximian im Jahr 305 und einer Reihe von Bürgerkriegen zwischen rivalisierenden Anwärtern auf die kaiserliche Macht in den Jahren 306-313 wurde die Tetrarchie aufgegeben. Konstantin der Große führte in den Jahren 325-330, nachdem er Ende 324 den Ostkaiser Licinius besiegt hatte, eine umfassende Reform der Bürokratie durch, die zwar nicht die Struktur veränderte, aber die Zuständigkeiten der verschiedenen Ministerien rationalisierte. Das so genannte Edikt von Mailand aus dem Jahr 313, eigentlich ein Fragment eines Briefes von Licinius an die Statthalter der östlichen Provinzen, gewährte allen, auch den Christen, die Freiheit der Religionsausübung und ordnete die Rückgabe beschlagnahmter Kirchengüter auf Antrag an die neu geschaffenen Diözesanvikare an. Er finanzierte den Bau mehrerer Kirchen und erlaubte den Geistlichen, als Schiedsrichter in Zivilprozessen aufzutreten (eine Maßnahme, die ihn nicht überdauerte, aber viel später teilweise wieder eingeführt wurde). Er verwandelte die Stadt Byzanz in seine neue Residenz, die jedoch offiziell nicht mehr als eine kaiserliche Residenz wie Mailand, Trier oder Nikomedien war, bis sie im Mai 359 von Constantius II. zum Stadtpräfekten ernannt wurde; Konstantinopel.

Das Christentum in Form des Glaubensbekenntnisses von Nizäa wurde 380 durch das Edikt von Thessaloniki im Namen dreier Kaiser - Gratian, Valentinian II. und Theodosius I. - zur offiziellen Religion des Reiches, wobei Theodosius eindeutig die treibende Kraft dahinter war. Er war der letzte Kaiser eines einheitlichen Reiches: Nach seinem Tod im Jahr 395 teilten seine Söhne Arcadius und Honorius das Reich in einen westlichen und einen östlichen Teil. Der Regierungssitz des Weströmischen Reiches wurde nach der Belagerung von Mailand im Jahr 402 nach Ravenna verlegt. Im 5. Jahrhundert residierten die Kaiser seit den 430er Jahren meist in der Hauptstadt Rom.

Die Pyramide des Cestius und die Aurelianischen Mauern

Rom, das seine zentrale Rolle in der Verwaltung des Reiches verloren hatte, wurde 410 von den Westgoten unter der Führung von Alarich I. geplündert, wobei jedoch nur geringe materielle Schäden entstanden, die größtenteils repariert wurden. Was nicht so leicht ersetzt werden konnte, waren tragbare Gegenstände wie Kunstwerke aus Edelmetall und Gegenstände für den Hausgebrauch (Beutegut). Die Päpste verschönerten die Stadt mit großen Basiliken, wie Santa Maria Maggiore (in Zusammenarbeit mit den Kaisern). Die Einwohnerzahl der Stadt war von 800.000 auf 450-500.000 gesunken, als die Stadt 455 von Genseric, dem König der Vandalen, geplündert wurde. Die schwachen Kaiser des fünften Jahrhunderts konnten den Verfall nicht aufhalten, was zur Absetzung von Romulus Augustus am 22. August 476 führte, die das Ende des Weströmischen Reiches und für viele Historiker den Beginn des Mittelalters bedeutete. Der Rückgang der Stadtbevölkerung wurde durch den Verlust der Getreidelieferungen aus Nordafrika ab 440 und die mangelnde Bereitschaft der senatorischen Klasse verursacht, Spenden für eine Bevölkerung aufrechtzuerhalten, die für die verfügbaren Ressourcen zu groß war. Dennoch wurden große Anstrengungen unternommen, um das monumentale Zentrum, den Palatin, und die größten Bäder zu erhalten, die bis zur gotischen Belagerung von 537 in Betrieb blieben. Die großen Konstantinsthermen am Quirinale wurden sogar 443 repariert, wobei das Ausmaß der Schäden übertrieben und dramatisiert wurde. Dennoch machte die Stadt insgesamt einen schäbigen und verfallenen Eindruck, da es aufgrund des Bevölkerungsrückgangs große verlassene Gebiete gab. Die Einwohnerzahl sank bis 452 auf 500.000 und bis 500 n. Chr. auf 100.000 (vielleicht auch mehr, aber das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen). Nach der gotischen Belagerung von 537 sank die Einwohnerzahl auf 30.000, stieg aber bis zum Pontifikat Gregors des Großen auf 90.000 an. Der Bevölkerungsrückgang fiel mit dem allgemeinen Zusammenbruch des städtischen Lebens im Westen im fünften und sechsten Jahrhundert zusammen, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Subventionierte staatliche Getreideverteilungen an die ärmeren Mitglieder der Gesellschaft hielten bis ins sechste Jahrhundert an und verhinderten wahrscheinlich einen weiteren Rückgang der Bevölkerung. Die Zahl von 450.000-500.000 basiert auf der Menge an Schweinefleisch, 3.629.000 Pfund, die während fünf Wintermonaten an die ärmeren Römer verteilt wurde, und zwar in einer Größenordnung von fünf römischen Pfund pro Person und Monat, was für 145.000 Personen oder 1/4 bzw. 1/3 der Gesamtbevölkerung ausreichte. Die Verteilung von Getreide an 80.000 Karteninhaber zur gleichen Zeit lässt auf 400.000 schließen (Augustus setzte die Zahl auf 200.000 oder ein Fünftel der Bevölkerung fest).

Der Brand Roms 18. Juli 64 A. D., Hubert Robert

Im 1. Jahrhundert n. Chr. war Rom bereits eine Millionenstadt und sowohl geografisches als auch politisches Zentrum des Römischen Reiches. Es verfügte über ein funktionierendes Frisch- und Abwassersystem, ein ausgebautes Straßennetz und funktionierende Bevölkerungsschutzeinheiten (Vigiles), die als Feuerwehr mit Polizeibefugnissen ihren Dienst versahen. Der Ausbau Roms, der besonders unter Caesars Erbe Augustus, dem ersten Kaiser, forciert worden war, wurde durch einen großen Brand von Rom unter Nero im Jahr 64 nur vorübergehend zurückgeworfen.

Kolosseum; erbaut 80 n. Chr.

Das Mittelalter

Illustration aus dem 15. Jahrhundert, die die Plünderung Roms (410) durch den westgotischen König Alarich I. darstellt

Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches 476 n. Chr. stand Rom zunächst unter der Kontrolle von Odoaker und wurde dann Teil des ostgotischen Königreichs, bevor es nach dem Gotenkrieg, der die Stadt in den Jahren 546 und 550 verwüstete, wieder unter oströmische Kontrolle kam. Die Bevölkerung ging von mehr als einer Million im Jahr 210 n. Chr. über 500 000 im Jahr 273 auf 35 000 nach dem Gotenkrieg (535-554) zurück, wodurch die sich ausbreitende Stadt auf Gruppen von bewohnten Gebäuden reduziert wurde, die inmitten großer Ruinen, Vegetation, Weinberge und Gärten lagen. Es wird allgemein angenommen, dass die Bevölkerung der Stadt bis 300 n. Chr. bei 1 Million lag (die Schätzungen reichen von 2 Millionen bis 750.000) und bis 400 n. Chr. auf 750-800.000, bis 450-500.000 und bis 500 n. Chr. auf 80-100.000 zurückging (möglicherweise war sie aber auch doppelt so groß).

Der Bischof von Rom, der so genannte Papst, war seit den Anfängen des Christentums von großer Bedeutung, da die beiden Apostel Petrus und Paulus dort den Märtyrertod erlitten. Die Bischöfe von Rom galten (und gelten bei den Katholiken noch immer) als Nachfolger von Petrus, der als erster Bischof von Rom gilt. So gewann die Stadt als Zentrum der katholischen Kirche zunehmend an Bedeutung.

Nach der langobardischen Invasion Italiens (569-572) blieb die Stadt nominell byzantinisch, doch in Wirklichkeit verfolgten die Päpste eine Politik des Gleichgewichts zwischen den Byzantinern, den Franken und den Langobarden. Im Jahr 729 schenkte der Langobardenkönig Liutprand der Kirche die nordlateinische Stadt Sutri und begründete damit ihre weltliche Macht. Im Jahr 756 übertrug Pepin der Kurze, nachdem er die Langobarden besiegt hatte, dem Papst die weltliche Gerichtsbarkeit über das römische Herzogtum und das Exarchat von Ravenna und schuf damit den Kirchenstaat. Seit dieser Zeit versuchten drei Mächte, die Stadt zu regieren: der Papst, der Adel (zusammen mit den Oberhäuptern der Milizen, den Richtern, dem Senat und der Bevölkerung) und der fränkische König als König der Langobarden, Patrizier und Kaiser. Diese drei Parteien (die theokratische, die republikanische und die kaiserliche) prägten das römische Leben während des gesamten Mittelalters. In der Weihnachtsnacht des Jahres 800 wurde Karl der Große in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt: Bei dieser Gelegenheit trafen in der Stadt zum ersten Mal die beiden Mächte aufeinander, deren Kampf um die Vorherrschaft eine Konstante des Mittelalters sein sollte.

Detailansicht einer Illustration von Raffael, die die Krönung Karls des Großen im alten Petersdom am 25. Dezember 800 zeigt

Im Jahr 846 stürmten muslimische Araber erfolglos die Stadtmauern, plünderten aber die Basilika St. Peter und St. Paul, die beide außerhalb der Stadtmauern lagen. Nach dem Zerfall der karolingischen Macht versank Rom im feudalen Chaos: Mehrere Adelsfamilien kämpften gegen den Papst, den Kaiser und gegeneinander. Es waren die Zeiten von Theodora und ihrer Tochter Marozia, Konkubinen und Mütter mehrerer Päpste, und von Crescentius, einem mächtigen Feudalherrn, der gegen die Kaiser Otto II. und Otto III. kämpfte. Die Skandale dieser Zeit zwangen das Papsttum, sich zu reformieren: Die Wahl des Papstes wurde den Kardinälen vorbehalten, und es wurde eine Reform des Klerus angestrebt. Die treibende Kraft hinter dieser Erneuerung war der Mönch Ildebrando da Soana, der nach seiner Wahl zum Papst unter dem Namen Gregor VII. in den Investiturstreit gegen Kaiser Heinrich IV. verwickelt wurde. In der Folge wurde Rom von den Normannen unter Robert Guiscard geplündert und niedergebrannt, die zur Unterstützung des Papstes in die Stadt eingedrungen waren und die Stadt in der Engelsburg belagerten.

Während dieser Zeit wurde die Stadt autonom von einem Senatore oder Patrizio regiert. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich diese Verwaltung, wie auch in anderen europäischen Städten, zur Kommune, einer neuen Form der sozialen Organisation, die von den neuen wohlhabenden Klassen kontrolliert wurde. Papst Lucius II. kämpfte gegen die römische Kommune, und sein Nachfolger Papst Eugenius III. setzte den Kampf fort: In dieser Phase wurde die mit dem Adel verbündete Kommune von Arnaldo da Brescia unterstützt, einem Mönch, der ein religiöser und sozialer Reformer war. Nach dem Tod des Papstes wurde Arnaldo von Adrianus IV. gefangen genommen, was das Ende der Autonomie der Kommune bedeutete. Unter Papst Innozenz III., dessen Regierungszeit den Höhepunkt des Papsttums darstellte, löste die Kommune den Senat auf und ersetzte ihn durch einen Senatore, der dem Papst unterstellt war.

In dieser Zeit spielte das Papsttum in Westeuropa eine weltliche Rolle, indem es häufig als Vermittler zwischen den christlichen Monarchen auftrat und zusätzliche politische Macht ausübte.

Im Jahr 1266 wurde Karl von Anjou, der im Auftrag des Papstes gegen die Staufer in den Süden zog, zum Senator ernannt. Karl gründete die Sapienza, die Universität von Rom. In dieser Zeit starb der Papst, und die in Viterbo versammelten Kardinäle konnten sich nicht auf einen Nachfolger einigen. Dies verärgerte die Bürger der Stadt, die daraufhin das Gebäude, in dem die Kardinäle zusammentrafen, abdeckten und die Kardinäle so lange einsperrten, bis sie den neuen Papst bestimmt hatten; dies war die Geburtsstunde des Konklaves. In dieser Zeit wurde die Stadt auch durch ständige Kämpfe zwischen den Adelsfamilien erschüttert: Annibaldi, Caetani, Colonna, Orsini, Conti, die sich in ihren Festungen, die über antiken römischen Bauten errichtet worden waren, verschanzt hatten, kämpften gegeneinander um die Kontrolle über das Papsttum.

Papst Bonifatius VIII., gebürtiger Caetani, war der letzte Papst, der für die universelle Herrschaft der Kirche kämpfte; er rief einen Kreuzzug gegen die Colonna-Familie aus und rief im Jahr 1300 das erste Jubiläum der Christenheit aus, das Millionen von Pilgern nach Rom brachte. Seine Hoffnungen wurden jedoch durch den französischen König Philipp den Schönen zunichte gemacht, der ihn gefangen nahm und in Anagni tötete. Danach wurde ein neuer, den Franzosen treuer Papst gewählt, und das Papsttum wurde für kurze Zeit nach Avignon verlegt (1309-1377). Während dieser Zeit wurde Rom vernachlässigt, bis ein Plebejer, Cola di Rienzo, an die Macht kam. Als Idealist und Liebhaber des alten Roms träumte Cola von einer Wiedergeburt des Römischen Reiches: Nachdem er die Macht mit dem Titel Tribuno übernommen hatte, wurden seine Reformen von der Bevölkerung abgelehnt. Cola musste fliehen und kehrte als Mitglied des Gefolges von Kardinal Albornoz zurück, der die Macht der Kirche in Italien wiederherstellen sollte. Nach kurzer Zeit an der Macht wurde Cola von der Bevölkerung gelyncht, und Albornoz nahm die Stadt in Besitz. Im Jahr 1377 wurde Rom unter Gregor XI. wieder Sitz des Papsttums. Die Rückkehr des Papstes nach Rom in jenem Jahr löste das westliche Schisma (1377-1418) aus, und die Stadt war in den folgenden vierzig Jahren von den Spaltungen betroffen, die die Kirche erschütterten.

Frühe moderne Geschichte

Diese fast 500 Jahre alte Karte von Rom von Mario Cartaro (aus dem Jahr 1575) zeigt die wichtigsten Bauwerke der Stadt.
Die Engelsburg oder das Mausoleum des Hadrian ist ein römisches Monument, das im Mittelalter und in der Renaissance radikal verändert wurde. Es wurde 134 n. Chr. errichtet und mit Statuen aus dem 16. und 17.
Fontana della Barcaccia von Gian Lorenzo Bernini, 1629

Im Jahr 1418 wurde auf dem Konzil von Konstanz das abendländische Schisma beigelegt und ein römischer Papst, Martin V., gewählt. Dies brachte Rom ein Jahrhundert des inneren Friedens, das den Beginn der Renaissance markierte. Die bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts regierenden Päpste, von Nikolaus V., dem Gründer der Vatikanischen Bibliothek, bis zu Pius II., dem Humanisten und Literaten, von Sixtus IV., einem Kriegspapst, bis zu Alexander VI., einem unmoralischen und vetternwirtschaftlichen Papst, von Julius II., einem Soldaten und Mäzen, bis zu Leo X., der dieser Zeit seinen Namen gab ("das Jahrhundert Leos X."), widmeten alle ihre Energie der Größe und Schönheit der Ewigen Stadt und der Förderung der Künste.

In jenen Jahren verlagerte sich das Zentrum der italienischen Renaissance von Florenz nach Rom. Majestätische Bauwerke wie der neue Petersdom, die Sixtinische Kapelle und die Ponte Sisto (die erste Brücke über den Tiber seit der Antike, die allerdings auf römischen Fundamenten errichtet wurde) wurden geschaffen. Um dies zu erreichen, engagierten die Päpste die besten Künstler der Zeit, darunter Michelangelo, Perugino, Raffael, Ghirlandaio, Luca Signorelli, Botticelli und Cosimo Rosselli.

Die Epoche war auch berüchtigt für päpstliche Korruption, da viele Päpste Kinder zeugten und in Vetternwirtschaft und Simonie verwickelt waren. Die Korruption der Päpste und die enormen Ausgaben für ihre Bauprojekte führten zum Teil zur Reformation und damit auch zur Gegenreformation. Unter extravaganten und reichen Päpsten wurde Rom zu einem Zentrum der Kunst, Poesie, Musik, Literatur, Bildung und Kultur. Rom wurde in der Lage, mit anderen großen europäischen Städten dieser Zeit in Bezug auf Reichtum, Pracht, Kunst, Bildung und Architektur zu konkurrieren.

Die Renaissance veränderte das Gesicht Roms mit Werken wie der Pietà von Michelangelo und den Fresken in den Borgia-Apartments dramatisch. Den Höhepunkt des Glanzes erreichte Rom unter Papst Julius II. (1503-1513) und seinen Nachfolgern Leo X. und Clemens VII, beide Mitglieder der Familie Medici.

Karneval in Rom,
Ein Blick auf die Piazza Navona, Rom, Hendrik Frans van Lint,

In diesen zwanzig Jahren entwickelte sich Rom zu einem der größten Kunstzentren der Welt. Der alte, von Kaiser Konstantin dem Großen errichtete Petersdom (der sich zu diesem Zeitpunkt in einem baufälligen Zustand befand) wurde abgerissen und ein neuer errichtet. Die Stadt beherbergte Künstler wie Ghirlandaio, Perugino, Botticelli und Bramante, die den Tempel von San Pietro in Montorio errichteten und ein großes Projekt zur Renovierung des Vatikans planten. Raffael, der in Rom zu einem der berühmtesten Maler Italiens wurde, schuf die Fresken in der Villa Farnesina, die Raffael-Zimmer, sowie viele andere berühmte Gemälde. Michelangelo begann mit der Ausschmückung der Decke der Sixtinischen Kapelle und schuf die berühmte Moses-Statue für das Grabmal von Julius II.

Die Stadt war wirtschaftlich reich und beherbergte mehrere toskanische Bankiers, darunter Agostino Chigi, der ein Freund Raffaels und ein Mäzen war. Vor seinem frühen Tod setzte sich Raffael auch zum ersten Mal für die Erhaltung der antiken Ruinen ein. Der Krieg der Liga von Cognac führte zur ersten Plünderung der Stadt seit mehr als fünfhundert Jahren; 1527 plünderten die Landsknechte von Kaiser Karl V. die Stadt und setzten damit dem goldenen Zeitalter der Renaissance in Rom ein jähes Ende.

Mit dem Konzil von Trient im Jahr 1545 begann die Kirche als Reaktion auf die Reformation die Gegenreformation, eine umfassende Infragestellung der kirchlichen Autorität in geistlichen und staatlichen Belangen. Dieser Vertrauensverlust führte zu großen Machtverschiebungen weg von der Kirche. Unter den Päpsten von Pius IV. bis Sixtus V. wurde Rom zum Zentrum eines reformierten Katholizismus und erlebte den Bau neuer Monumente, die das Papsttum feierten. Die Päpste und Kardinäle des 17. und frühen 18. Jahrhunderts setzten die Bewegung fort, indem sie die Landschaft der Stadt mit Barockbauten bereicherten.

Dies war ein weiteres Zeitalter der Vetternwirtschaft; die neuen Adelsfamilien (Barberini, Pamphili, Chigi, Rospigliosi, Altieri, Odescalchi) wurden von ihren jeweiligen Päpsten geschützt, die für ihre Verwandten große Barockbauten errichteten. Während des Zeitalters der Aufklärung erreichten neue Ideen die Ewige Stadt, wo das Papsttum archäologische Studien unterstützte und das Wohlergehen der Menschen verbesserte. Doch während der Gegenreformation lief nicht alles gut für die Kirche. Es gab Rückschläge bei den Versuchen, die Macht der Kirche zu behaupten. Ein bemerkenswertes Beispiel war das Jahr 1773, als Papst Clemens XIV. von weltlichen Mächten gezwungen wurde, den Jesuitenorden aufzulösen.

Spätmoderne und Gegenwart

Die Herrschaft der Päpste wurde durch die kurzlebige Römische Republik (1798-1800) unterbrochen, die unter dem Einfluss der Französischen Revolution errichtet wurde. Der Kirchenstaat wurde im Juni 1800 wiederhergestellt, aber während der Herrschaft Napoleons wurde Rom als Département dem französischen Kaiserreich angegliedert: zunächst als Département du Tibre (1808-1810) und dann als Département Rom (1810-1814). Nach dem Sturz Napoleons wurde der Kirchenstaat durch einen Beschluss des Wiener Kongresses von 1814 wiederhergestellt.

Im Jahr 1849 wurde während des Revolutionsjahres 1848 eine zweite Römische Republik ausgerufen. Zwei der einflussreichsten Figuren der italienischen Einigung, Giuseppe Mazzini und Giuseppe Garibaldi, kämpften für die kurzlebige Republik.

Rom wurde dann zum Mittelpunkt der Hoffnungen auf eine Wiedervereinigung Italiens, nachdem das restliche Italien 1861 als Königreich Italien mit der vorläufigen Hauptstadt Florenz vereinigt worden war. In jenem Jahr wurde Rom zur Hauptstadt Italiens erklärt, obwohl es immer noch unter der Kontrolle des Papstes stand. In den 1860er Jahren standen die letzten Reste des Kirchenstaates dank der Außenpolitik von Napoleon III. unter französischem Schutz. Französische Truppen wurden in der Region unter päpstlicher Kontrolle stationiert. Im Jahr 1870 wurden die französischen Truppen wegen des Ausbruchs des Deutsch-Französischen Krieges abgezogen. Italienische Truppen konnten Rom erobern, indem sie durch eine Bresche in der Nähe der Porta Pia in die Stadt eindrangen. Papst Pius IX. erklärte sich als Gefangener im Vatikan. Im Jahr 1871 wurde die Hauptstadt Italiens von Florenz nach Rom verlegt. Im Jahr 1870 betrug die Einwohnerzahl der Stadt 212.000, die alle in dem von der antiken Stadt umschlossenen Gebiet lebten, und im Jahr 1920 waren es 660.000 Einwohner. Ein großer Teil lebte außerhalb der Stadtmauern im Norden und auf der anderen Seite des Tibers im Vatikangebiet.

Bombardierung Roms durch alliierte Flugzeuge, 1943

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, Ende 1922, erlebte Rom den Aufstieg des italienischen Faschismus unter der Führung von Benito Mussolini, der einen Marsch auf die Stadt anführte. Er schaffte die Demokratie bis 1926 ab, rief schließlich ein neues italienisches Kaiserreich aus und verbündete Italien 1938 mit Nazi-Deutschland. Mussolini ließ weite Teile des Stadtzentrums abreißen, um breite Alleen und Plätze zu bauen, die das faschistische Regime und die Wiederauferstehung und Verherrlichung des klassischen Roms feiern sollten. In der Zwischenkriegszeit wuchs die Bevölkerung der Stadt rasch an und überschritt bald nach 1930 die Millionengrenze. Während des Zweiten Weltkriegs blieb Rom dank der Kunstschätze und der Präsenz des Vatikans weitgehend von dem tragischen Schicksal anderer europäischer Städte verschont. Am 19. Juli 1943 wurde jedoch der Stadtteil San Lorenzo von alliierten Bombenangriffen heimgesucht, die etwa 3.000 Tote und 11.000 Verletzte forderten, von denen weitere 1.500 starben. Mussolini wurde am 25. Juli 1943 verhaftet. Am Tag des italienischen Waffenstillstands, dem 8. September 1943, wurde die Stadt von den Deutschen besetzt. Der Papst erklärte Rom zu einer offenen Stadt. Sie wurde am 4. Juni 1944 befreit.

Nach dem Krieg entwickelte sich Rom im Rahmen des "italienischen Wirtschaftswunders" des Wiederaufbaus und der Modernisierung in den 1950er und frühen 1960er Jahren stark. In dieser Zeit, den Jahren von la dolce vita ("das süße Leben"), wurde Rom zu einer Modestadt, in der beliebte Filmklassiker wie Ben Hur, Quo Vadis, Roman Holiday und La Dolce Vita in den berühmten Cinecittà-Studios der Stadt gedreht wurden. Die steigende Tendenz des Bevölkerungswachstums hielt bis Mitte der 1980er Jahre an, als die Gemeinde mehr als 2,8 Millionen Einwohner hatte. Danach ging die Bevölkerung langsam zurück, da die Menschen begannen, in die nahe gelegenen Vorstädte zu ziehen.

Eingang zur Gedenkstätte Fosse Ardeatine

Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ 1946 König Umberto II. das Land und Italien wurde Republik.

Renaissance

Das Aufblühen Roms in der Renaissance wurde 1527 durch den Sacco di Roma ‚Plünderung Roms‘ unterbrochen, als die Söldnertruppen Karls V. Rom plünderten und verwüsteten.

Sacco di Roma, Francisco J. Amérigo, 1884
Sacco di Roma, Francisco J. Amérigo, 1884

In christlicher Zeit sind viele bedeutende Bauten entstanden, zum Beispiel die sogenannten vier Patriarchalbasiliken Sankt Paul vor den Mauern über dem Grab des heiligen Apostels Paulus aus dem 4. Jahrhundert, die Lateranbasilika, ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert, von Francesco Borromini barockisiert, Santa Maria Maggiore aus dem 5. Jahrhundert und vor allem der Petersdom, der in der heutigen Form aus der Renaissance und dem Barock stammt.

In der Renaissance und im Barock fand die Stadt ein neues Gepräge, das hauptsächlich von Kirchen bestimmt wird, aber auch von neuen Straßenzügen mit Sichtachsen auf Paläste und Plätze mit Brunnen und Obelisken. In diesem Zustand ist Rom bis heute verblieben, weshalb die römische Altstadt neben dem Vatikan eines der beiden Weltkulturerbe in der Stadt Rom darstellt.

Regierung

Lokale Verwaltung

Rom bildet eine comune speciale mit dem Namen "Roma Capitale" und ist sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die größte der 8.101 comuni Italiens. Sie wird von einem Bürgermeister und einem Stadtrat regiert. Der Sitz der Gemeinde ist der Palazzo Senatorio auf dem Kapitolinischen Hügel, der historische Sitz der Stadtregierung. Die lokale Verwaltung in Rom wird gemeinhin als "Campidoglio" bezeichnet, dem italienischen Namen des Hügels.

Administrative und historische Untergliederungen

Die Munizipien von Rom
Die Piazza della Repubblica, Rom

Seit 1972 ist die Stadt in Verwaltungsgebiete unterteilt, die municipi (sing. municipio) genannt werden (bis 2001 circoscrizioni genannt). Sie wurden aus verwaltungstechnischen Gründen geschaffen, um die Dezentralisierung in der Stadt zu verstärken. Jedes Municipio wird von einem Präsidenten und einem Rat aus fünfundzwanzig Mitgliedern geleitet, die alle fünf Jahre von den Einwohnern gewählt werden. Die municipi überschreiten häufig die Grenzen der traditionellen, nichtadministrativen Bereiche der Stadt. Ursprünglich gab es 20 Munizipien, dann 19, und 2013 wurde ihre Zahl auf 15 reduziert.

Rom ist auch in verschiedene Arten von nichtadministrativen Einheiten unterteilt. Das historische Zentrum ist in 22 rioni unterteilt, die sich mit Ausnahme von Prati und Borgo alle innerhalb der Aurelianischen Mauern befinden. Sie gehen auf die 14 Regionen des augusteischen Roms zurück, die sich im Mittelalter zu den mittelalterlichen rioni entwickelten. In der Renaissance, unter Papst Sixtus V., wurden sie wieder auf vierzehn erweitert, und ihre Grenzen wurden schließlich unter Papst Benedikt XIV. im Jahr 1743 festgelegt.

Eine neue Unterteilung der Stadt unter Napoleon war nur von kurzer Dauer, und bis 1870, als Rom zur dritten Hauptstadt Italiens wurde, gab es keine gravierenden Änderungen in der Organisation der Stadt. Die Bedürfnisse der neuen Hauptstadt führten zu einer explosionsartigen Zunahme der Urbanisierung und der Bevölkerung innerhalb und außerhalb der aurelianischen Mauern. Im Jahr 1874 wurde ein fünfzehnter Stadtbezirk, Esquilino, in dem neu erschlossenen Gebiet der Monti gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden weitere Rioni gegründet (zuletzt 1921 Prati - das einzige außerhalb der Mauern von Papst Urban VIII.) Danach wurde für die neuen administrativen Unterteilungen der Stadt der Begriff "Quartiere" verwendet. Heute sind alle rioni Teil des ersten Municipio, das somit vollständig mit der historischen Stadt (Centro Storico) übereinstimmt.

Die 15 (bis zum 11. März 2013 waren es 19) Munizipien sind: (1) Municipio I (mit der Altstadt Centro Storico, Prati und weiteren alten Stadtteilen), (2) Parioli und Nomentano – San Lorenzo, (3) Monte Sacro, (4) Tiburtina, (5) Prenestino und Centocelle, (6) delle Torri, (7) San Giovanni und Cinecittà, (8) Appia Antica, (9) EUR, (10) Ostia, (11) Arvalia Portuense, (12) Monte Verde, (13) Aurelia, (14) Monte Mario und (15) Cassia Flaminia.

Die Altstadt (Municipio 1) ist in 22 Rioni (Stadtteile) eingeteilt, die teilweise bis in die Antike zurückgehen. Sie haben verwaltungstechnisch keine Bedeutung mehr.

Der alte Municipio 14 wurde 1992 ausgemeindet und ist heute die selbständige Stadt Fiumicino.

Einen realistischen Überblick über die historische Stadt vermittelt auch das 16 × 17 m große Gips-Modell Plastico di Roma Antica im Museo della Civiltà Romana im Maßstab 1:250.

Metropolitan- und Regionalregierung

Rom ist der Hauptort der Metropolitanstadt Rom, die seit dem 1. Januar 2015 besteht. Die Metropolitanstadt ersetzte die alte Provincia di Roma, die das Stadtgebiet umfasste und sich weiter nördlich bis Civitavecchia erstreckte. Die Metropolitanstadt Rom ist die flächenmäßig größte Stadt Italiens. Mit ihren Ausmaßen ist sie mit der Region Ligurien vergleichbar. Außerdem ist die Stadt auch die Hauptstadt der Region Latium.

Nationale Regierung

Der Palazzo del Quirinale, heute Sitz des Präsidenten der Italienischen Republik

Rom ist die nationale Hauptstadt Italiens und Sitz der italienischen Regierung. Die offiziellen Residenzen des Präsidenten der Italienischen Republik und des italienischen Premierministers, die Sitze der beiden Kammern des italienischen Parlaments und des italienischen Verfassungsgerichts befinden sich im historischen Zentrum. Die staatlichen Ministerien sind über die ganze Stadt verteilt; dazu gehört auch das Außenministerium, das sich im Palazzo della Farnesina in der Nähe des Olympiastadions befindet.

Geografie

vergrößern
Panoramabild von Rom, der Vatikanischen Museen, des Petersplatzes und der Vatikanischen Audienzhalle (von der Kuppel des Petersdomes aus gesehen)

Standort

Rom liegt in der Region Latium in Mittelitalien am Fluss Tiber (). Die ursprüngliche Siedlung entwickelte sich auf Hügeln, die auf eine Furt neben der Tiberinsel zuliefen, die einzige natürliche Furt des Flusses in diesem Gebiet. Das Rom der Könige wurde auf sieben Hügeln errichtet: dem Aventin, dem Caelischen Hügel, dem Kapitolinischen Hügel, dem Esquilinischen Hügel, dem Palatinischen Hügel, dem Quirinischen Hügel und dem Viminalischen Hügel. Das moderne Rom wird außerdem von einem weiteren Fluss, dem Aniene, durchquert, der nördlich des historischen Zentrums in den Tiber mündet.

Obwohl das Stadtzentrum etwa landeinwärts vom Tyrrhenischen Meer liegt, erstreckt sich das Stadtgebiet bis zur Küste, wo sich der südwestliche Stadtteil Ostia befindet. Die Höhenlage des zentralen Teils von Rom reicht von über dem Meeresspiegel (am Fuß des Pantheons) bis über den Meeresspiegel (Gipfel des Monte Mario). Die Gemeinde Rom erstreckt sich über eine Gesamtfläche von etwa , einschließlich vieler Grünflächen.

Topographie

Satellitenbild von Rom

Während der gesamten Geschichte Roms galt als Stadtgrenze das Gebiet innerhalb der Stadtmauern. Ursprünglich bestand diese aus der Servianischen Mauer, die zwölf Jahre nach der Eroberung der Stadt durch die Gallier im Jahr 390 v. Chr. errichtet wurde. Sie umfasste den größten Teil des Esquilinischen und des Caelischen Hügels sowie die Gesamtheit der anderen fünf Hügel. Rom wuchs über die Servianische Mauer hinaus, aber weitere Mauern wurden erst fast 700 Jahre später errichtet, als Kaiser Aurelian 270 n. Chr. mit dem Bau der Aurelianischen Mauern begann. Diese waren fast so lang wie die Stadtmauer, die die Truppen des Königreichs Italien noch 1870 überwinden mussten, um in die Stadt zu gelangen. Das Stadtgebiet wird von der 1962 fertiggestellten Ringstraße Grande Raccordo Anulare (GRA) in zwei Hälften geteilt, die das Stadtzentrum in einem Abstand von etwa . Obwohl bei der Fertigstellung des Rings die meisten Teile des bewohnten Gebiets innerhalb des Rings lagen (eine der wenigen Ausnahmen war das ehemalige Dorf Ostia, das an der tyrrhenischen Küste liegt), sind inzwischen Stadtteile entstanden, die bis über den Ring hinausreichen.

Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche, die etwa dreimal so groß ist wie die Gesamtfläche des Raccordo und vergleichbar mit der Fläche der Großstädte Mailand und Neapel, bzw. mit einer Fläche, die sechsmal so groß ist wie das Gebiet dieser Städte. Es umfasst auch beträchtliche Flächen an aufgegebenem Sumpfland, das weder für die Landwirtschaft noch für die Stadtentwicklung geeignet ist.

Folglich ist die Gemeinde nicht sehr dicht besiedelt, wobei das Gebiet in stark urbanisierte Gebiete und in Parks, Naturschutzgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen aufgeteilt ist.

Ausdehnung des Stadtgebietes

Der Tiber mit Blick auf die Engelsbrücke und den Petersdom

Rom liegt in der Mitte Italiens bzw. der Apenninhalbinsel am Tiber, unweit des Tyrrhenischen Meeres, durchschnittlich 37 Meter über dem Meeresspiegel. In mehreren Windungen fließt der Tiber in südlicher Richtung durch die Stadt. Im Norden mündet im Stadtteil Parioli der Aniene in ihn. Die weitere Umgebung ist die Campagna Romana oder kurz Campagna. Im Osten Roms befinden sich die Abruzzen, im Nordosten die Sabiner Berge und im Südosten die Albaner Berge.

Die Metropolitanstadt Rom grenzt im Norden an die Provinz Viterbo und die Provinz Rieti, im Osten an die Provinz L’Aquila in der Region Abruzzen sowie im Süden an die Provinz Frosinone und die Provinz Latina.

Klima

Das Klima Roms ist typisch mediterran, sommertrocken (arid) und winterfeucht (humid). Die Trockenheit im Sommer ist auf die Verlagerung des subtropischen Hochdruckgürtels zurückzuführen; in dieser Hochdruckzone sinkt die Luft ab, und Wolken werden dabei aufgelöst. Der subtropische Hochdruckgürtel verlagert sich im Winter nach Süden, und von Norden her erfasst eine feuchte außertropische Westwindzone das Mittelmeergebiet.

Rom
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
76
11
5
 
88
13
5
 
77
15
7
 
72
19
10
 
63
23
13
 
48
28
17
 
14
30
20
 
22
30
19
 
70
26
17
 
128
22
13
 
128
16
9
 
106
13
6
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetter.de; Luftfeuchtigkeit, Wassertemperatur: wetterkontor.de
Klimatabelle Rom
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 11,1 12,6 15,2 18,8 23,4 27,6 30,4 29,8 26,3 21,5 16,1 12,6 Ø 20,5
Min. Temperatur (°C) 4,5 5,4 7,2 9,8 13,3 17,2 19,6 19,4 16,9 12,8 9,3 6,4 Ø 11,8
Niederschlag (mm) 76 88 77 72 63 48 14 22 70 128 128 106 Σ 892
Sonnenstunden (h/d) 4,3 4,7 6,6 7 8,6 9,4 10,8 9,9 8,1 6,4 4,1 3,3 Ø 6,9
Regentage (d) 6 6 8 8 6 4 2 2 5 6 8 8 Σ 69
Wassertemperatur (°C) 14 13 13 14 17 21 23 24 23 20 18 15 Ø 17,9
Luftfeuchtigkeit (%) 75 75 75 75 75 73 72 73 75 76 77 77 Ø 74,8
Quelle: wetter.de; Luftfeuchtigkeit, Wassertemperatur: wetterkontor.de

Klima

Pinien in der Villa Doria Pamphili

In Rom herrscht ein mediterranes Klima (Köppen-Klimaklassifikation: Csa) mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern.

Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen sowohl tagsüber als auch nachts darüber. Im kältesten Monat, dem Januar, liegt die Durchschnittstemperatur tagsüber und nachts. Im wärmsten Monat, dem August, liegt die Durchschnittstemperatur tagsüber und nachts.

Dezember, Januar und Februar sind die kältesten Monate mit einer Tagesdurchschnittstemperatur von etwa . Die Temperaturen in diesen Monaten schwanken im Allgemeinen zwischen tagsüber und nachts, wobei es häufig zu kälteren oder wärmeren Perioden kommt. Schneefall ist selten, aber nicht ungewöhnlich. In manchen Wintern gibt es leichten Schnee oder Schneegestöber, in der Regel ohne größere Schneemengen, und nur sehr selten kommt es zu größeren Schneefällen (zuletzt 2018, 2012 und 1986).

Die durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit liegt bei 75 % und schwankt zwischen 72 % im Juli und 77 % im November. Die Meerestemperaturen schwanken zwischen einem Tiefstwert im Februar und einem Höchstwert im August.

Demografie

Im Jahr 550 v. Chr. war Rom die zweitgrößte Stadt Italiens, während Tarent die größte war. Sie hatte eine Fläche von etwa 35.000 Einwohnern. Andere Quellen gehen davon aus, dass die Einwohnerzahl zwischen 600 und 500 v. Chr. knapp unter 100 000 lag. Als die Republik 509 v. Chr. gegründet wurde, verzeichnete die Volkszählung eine Einwohnerzahl von 130.000. Die Republik umfasste die Stadt selbst und die unmittelbare Umgebung. Andere Quellen sprechen von einer Bevölkerung von 150.000 im Jahr 500 v. Chr. Im Jahr 150 v. Chr. überschritt sie die Zahl von 300.000.

Über die Größe der Stadt zur Zeit des Kaisers Augustus kann nur spekuliert werden, wobei die Schätzungen auf der Grundlage der Getreideverteilung, der Getreideeinfuhren, der Kapazität der Aquädukte, der Stadtgrenzen, der Bevölkerungsdichte, der Volkszählungsberichte und der Annahmen über die Zahl der nicht gemeldeten Frauen, Kinder und Sklaven eine sehr große Bandbreite aufweisen. Glenn Storey schätzt 450.000 Menschen, Whitney Oates geht von 1,2 Millionen aus, Neville Morely gibt eine grobe Schätzung von 800.000 an und schließt frühere Vorschläge von 2 Millionen aus. Die Schätzungen über die Einwohnerzahl der Stadt variieren. A.H.M. Jones schätzte die Bevölkerung in der Mitte des fünften Jahrhunderts auf 650.000. Die durch die Plünderungen verursachten Schäden wurden möglicherweise überschätzt. Bereits ab dem späten vierten Jahrhundert begann die Bevölkerung zu schrumpfen, obwohl Rom um die Mitte des fünften Jahrhunderts offenbar weiterhin die bevölkerungsreichste Stadt der beiden Reichsteile war. Krautheimer zufolge lag die Einwohnerzahl 400 n. Chr. noch bei fast 800.000, sank bis 452 auf 500.000 und schrumpfte 500 n. Chr. auf vielleicht 100.000. Nach den Gotenkriegen (535-552) könnte die Bevölkerung vorübergehend auf 30.000 zurückgegangen sein. Während des Pontifikats von Papst Gregor I. (590-604) könnte die Zahl der Einwohner durch Flüchtlinge auf 90.000 gestiegen sein. Lancon schätzt die Zahl der "incisi", die für den Bezug von Brot, Öl und Wein registriert waren, auf 500.000; bei der Reform von 419 sank diese Zahl auf 120.000. Neil Christie, der sich auf die kostenlosen Rationen für die Ärmsten beruft, schätzt die Zahl auf 500.000 in der Mitte des fünften Jahrhunderts und immer noch auf eine Viertelmillion am Ende des Jahrhunderts. Roman 36 von Kaiser Valentinian III. verzeichnet 3,629 Millionen Pfund Schweinefleisch, die in den fünf Wintermonaten zu 5 Pfund pro Monat an die Bedürftigen verteilt werden sollten, was für 145.000 Empfänger ausreichte. Dies lässt auf eine Bevölkerung von knapp 500.000 Menschen schließen. Die Versorgung mit Getreide blieb bis zur Eroberung der restlichen Provinzen Nordafrikas durch die Vandalen im Jahr 439 konstant und könnte auch danach noch eine Zeit lang in gewissem Umfang fortgesetzt worden sein. Im Frühmittelalter, ab 700 n. Chr., ging die Bevölkerung der Stadt auf weniger als 50 000 Menschen zurück. Bis zur Renaissance stagnierte oder schrumpfte sie weiter.

Als das Königreich Italien Rom 1870 annektierte, hatte die Stadt etwa 225.000 Einwohner. Im Jahr 1881, als weniger als die Hälfte der Stadt innerhalb der Stadtmauern bebaut war, wurde eine Einwohnerzahl von 275 000 verzeichnet. Das faschistische Regime Mussolinis versuchte, den übermäßigen Bevölkerungsanstieg der Stadt zu stoppen, konnte aber nicht verhindern, dass sie Anfang der 1930er Jahre eine Million Einwohner zählte. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich das Bevölkerungswachstum fort, begünstigt durch den Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit. Durch einen Bauboom entstanden in den 1950er- und 1960er-Jahren zahlreiche Vorstädte.

Mitte 2010 lebten 2 754 440 Menschen in der Stadt selbst und etwa 4,2 Millionen im Großraum Rom (der in etwa mit der administrativen Metropole identifiziert werden kann und sich mit einer Bevölkerungsdichte von etwa 800 Einwohnern/km2 über mehr als 1,5 Millionen Einwohner erstreckt). Der Anteil der Minderjährigen (Kinder bis 18 Jahre) an der Gesamtbevölkerung betrug 17,00 %, der der Rentner 20,76 %. Im Vergleich dazu liegt der italienische Durchschnitt bei 18,06 % (Minderjährige) und 19,94 % (Rentner). Das Durchschnittsalter eines römischen Einwohners liegt bei 43 Jahren im Vergleich zum italienischen Durchschnitt von 42 Jahren. In den fünf Jahren zwischen 2002 und 2007 wuchs die Bevölkerung Roms um 6,54 %, während Italien als Ganzes um 3,56 % wuchs. Die aktuelle Geburtenrate in Rom liegt bei 9,10 Geburten pro 1.000 Einwohner, verglichen mit dem italienischen Durchschnitt von 9,45 Geburten.

Das Stadtgebiet von Rom erstreckt sich über die administrativen Stadtgrenzen hinaus und hat rund 3,9 Millionen Einwohner. In der Metropolregion Rom leben zwischen 3,2 und 4,2 Millionen Menschen.

Ethnische Gruppen

Der Esquilino rione

Nach den jüngsten Statistiken des ISTAT sind etwa 9,5 % der Bevölkerung Nicht-Italiener. Etwa die Hälfte der Zuwanderer sind Menschen anderer europäischer Herkunft (vor allem Rumänen, Polen, Ukrainer und Albaner), die zusammen 131.118 Personen oder 4,7 % der Bevölkerung ausmachen. Die restlichen 4,8 % sind nichteuropäischer Herkunft, vor allem Filipinos (26.933), Bangladescher (12.154) und Chinesen (10.283).

Das Viertel Esquilino in der Nähe des Bahnhofs Termini hat sich zu einem Viertel entwickelt, in dem viele Einwanderer leben. Es wird als Roms Chinatown wahrgenommen. Hier leben Einwanderer aus mehr als hundert verschiedenen Ländern. Das Geschäftsviertel Esquilino beherbergt Restaurants mit einer Vielzahl von internationalen Gerichten. Es gibt auch Großhandelsgeschäfte für Kleidung. Von den rund 1 300 Geschäftslokalen des Viertels sind 800 in chinesischem Besitz; etwa 300 werden von Einwanderern aus anderen Ländern der Welt betrieben; 200 sind im Besitz von Italienern.

Religion

Lateranbasilika, Roms Kathedrale, erbaut im Jahr 324 und zwischen 1660 und 1734 teilweise wiederaufgebaut

Wie das übrige Italien ist auch Rom überwiegend christlich geprägt, und die Stadt war jahrhundertelang ein wichtiges Zentrum der Religion und des Pilgerwesens, die Basis der antiken römischen Religion mit dem Pontifex maximus und später der Sitz des Vatikans und des Papstes. Vor der Ankunft der Christen in Rom war die Religio Romana (wörtlich: die "Römische Religion") die wichtigste Religion der Stadt in der klassischen Antike. Die ersten Götter, die von den Römern verehrt wurden, waren Jupiter, der Allerhöchste, und Mars, der Kriegsgott und Vater der Zwillingsgründer Roms, Romulus und Remus, so die Überlieferung. Auch andere Gottheiten wie Vesta und Minerva wurden verehrt. Rom war auch die Basis für verschiedene Mysterienkulte, wie den Mithraismus. Später, nachdem die Heiligen Petrus und Paulus in der Stadt den Märtyrertod erlitten hatten und die ersten Christen eintrafen, wurde Rom christlich, und 313 n. Chr. wurde der alte Petersdom errichtet. Trotz einiger Unterbrechungen (z. B. das Papsttum von Avignon) ist Rom seit Jahrhunderten der Sitz der römisch-katholischen Kirche und des Bischofs von Rom, auch bekannt als Papst.

Obwohl Rom die Vatikanstadt und den Petersdom beherbergt, ist die Kathedrale Roms die Erzbasilika des Lateranpalastes im Südosten des Stadtzentrums. Insgesamt gibt es in Rom etwa 900 Kirchen. Neben dem Dom sind die Basilika Santa Maria Maggiore, die Basilika Sankt Paul vor den Mauern, die Basilika San Clemente, San Carlo alle Quattro Fontane und die Kirche Gesù zu nennen. Unter der Stadt befinden sich auch die antiken Katakomben von Rom. In Rom befinden sich auch zahlreiche bedeutende religiöse Bildungseinrichtungen wie die Päpstliche Lateranuniversität, das Päpstliche Bibelinstitut, die Päpstliche Universität Gregoriana und das Päpstliche Orientalische Institut.

Seit dem Ende der Römischen Republik ist Rom auch das Zentrum einer bedeutenden jüdischen Gemeinde, die einst in Trastevere und später im römischen Ghetto ansässig war. Dort befindet sich auch die wichtigste Synagoge Roms, der Tempio Maggiore.

Vatikanstadt

Das Gebiet der Vatikanstadt besteht aus dem Mons Vaticanus (Vatikanhügel) und den angrenzenden ehemaligen Vatikanischen Feldern, auf denen der Petersdom, der Apostolische Palast, die Sixtinische Kapelle, die Museen und verschiedene andere Gebäude errichtet wurden. Das Gebiet war bis 1929 Teil des römischen Stadtviertels Borgo. Von der Stadt am Westufer des Tibers abgetrennt, war das Gebiet ein Vorort, der durch die Mauern Leos IV. geschützt wurde, die später durch die heutigen Festungsmauern Pauls III. und Pius IV. sowie Urban VIII. erweitert wurden.

Bei der Ausarbeitung des Lateranvertrags von 1929, mit dem der Vatikanstaat gegründet wurde, wurden die Grenzen des vorgeschlagenen Territoriums durch die Tatsache beeinflusst, dass ein großer Teil des Gebietes von dieser Schleife nahezu umschlossen war. Für einige Teile der Grenze gab es keine Mauer, sondern die Linien bestimmter Gebäude bildeten einen Teil der Grenze, und für einen kleinen Teil wurde eine neue Mauer errichtet.

Das Gebiet schließt den Petersplatz ein, der nur durch eine weiße Linie an der Grenze des Platzes von Italien getrennt ist, wo er an die Piazza Pio XII. grenzt. Den Petersplatz erreicht man über die Via della Conciliazione, die vom Tiber zum Petersdom führt. Diese großartige Zufahrt wurde von den Architekten Piacentini und Spaccarelli auf Anweisung von Benito Mussolini und in Übereinstimmung mit der Kirche nach dem Abschluss des Lateranvertrags entworfen. Gemäß dem Vertrag genießen bestimmte Liegenschaften des Heiligen Stuhls, die sich auf italienischem Gebiet befinden, insbesondere der Papstpalast von Castel Gandolfo und die großen Basiliken, einen exterritorialen Status, der dem von ausländischen Botschaften ähnelt.

Pilgerreise

Der Petersdom bei Nacht von der Via della Conciliazione in Rom aus

Rom ist seit dem Mittelalter ein wichtiger christlicher Wallfahrtsort. Menschen aus der ganzen christlichen Welt besuchen die Vatikanstadt, den Sitz des Papsttums in der Stadt Rom. Die Stadt wurde im Mittelalter zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Abgesehen von kurzen Perioden als unabhängige Stadt im Mittelalter behielt Rom jahrhundertelang seinen Status als päpstliche Hauptstadt und heilige Stadt, selbst als das Papsttum für kurze Zeit nach Avignon umzog (1309-1377). Die Katholiken glauben, dass der Vatikan die letzte Ruhestätte des heiligen Petrus ist.

Pilgerreisen nach Rom können den Besuch zahlreicher Stätten sowohl in der Vatikanstadt als auch auf italienischem Gebiet beinhalten. Ein beliebter Anlaufpunkt ist die Pilatus-Treppe: Nach christlicher Überlieferung handelt es sich dabei um die Stufen, die zum Prätorium des Pontius Pilatus in Jerusalem hinaufführten und auf denen Jesus Christus während seiner Passion auf dem Weg zum Prozess stand. Die Treppe wurde angeblich von Helena von Konstantinopel im vierten Jahrhundert nach Rom gebracht. Seit Jahrhunderten zieht die Scala Santa christliche Pilger an, die der Passion Jesu gedenken wollen. Weitere Wallfahrtsorte sind mehrere Katakomben aus der Kaiserzeit, in denen die Christen beteten, ihre Toten bestatteten und in Zeiten der Verfolgung Gottesdienste abhielten, sowie verschiedene Nationalkirchen (u. a. San Luigi dei francesi und Santa Maria dell'Anima) oder Kirchen, die mit einzelnen Orden verbunden sind, wie die Jesuitenkirchen Jesus und Sant'Ignazio.

Traditionell besuchen die Pilger in Rom (ebenso wie die gläubigen Römer) die sieben Pilgerkirchen () innerhalb von 24 Stunden. Dieser Brauch, der im Mittelalter für jeden Pilger obligatorisch war, wurde im 16. Jahrhundert vom Heiligen Philippus Neri kodifiziert. Bei den sieben Kirchen handelt es sich um die vier großen Basiliken (St. Peter im Vatikan, St. Paul vor den Mauern, St. Johannes im Lateran und Santa Maria Maggiore), die anderen drei sind San Lorenzo fuori le mura (eine frühchristliche Basilika), Santa Croce in Gerusalemme (eine von Helena, der Mutter Konstantins, gegründete Kirche, in der Holzfragmente aufbewahrt werden, die dem heiligen Kreuz zugeschrieben werden) und San Sebastiano fuori le mura (die an der Via Appia liegt und über den Katakomben von San Sebastiano errichtet wurde).

Stadtbild

Architektur

Das Pantheon, erbaut als Tempel, der "allen Göttern der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft" gewidmet ist
Das Kolosseum ist noch heute das größte Amphitheater der Welt. Es wurde für Gladiatorenshows und andere öffentliche Veranstaltungen genutzt (Jagdvorführungen, Nachstellungen berühmter Schlachten und Dramen auf der Grundlage der klassischen Mythologie).

Die Architektur Roms hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark entwickelt, insbesondere vom klassischen und kaiserlich-römischen Stil bis hin zur modernen faschistischen Architektur. Rom war eine Zeit lang eines der weltweit wichtigsten Zentren der klassischen Architektur und entwickelte neue Formen wie den Bogen, die Kuppel und das Gewölbe. Der romanische Stil des 11., 12. und 13. Jahrhunderts war in der römischen Architektur ebenfalls weit verbreitet, und später wurde die Stadt zu einem der wichtigsten Zentren der Renaissance, des Barock und des Neoklassizismus.

Das alte Rom

Eines der Wahrzeichen Roms ist das Kolosseum (70-80 n. Chr.), das größte Amphitheater, das je im Römischen Reich gebaut wurde. Ursprünglich bot es Platz für 60 000 Zuschauer und wurde für Gladiatorenkämpfe genutzt. Zu den wichtigsten Denkmälern und Stätten des antiken Roms gehören das Forum Romanum, die Domus Aurea, das Pantheon, die Trajanssäule, der Trajansmarkt, die Katakomben, der Circus Maximus, die Caracalla-Thermen, die Engelsburg, das Mausoleum des Augustus, die Ara Pacis, der Konstantinbogen, die Cestius-Pyramide und die Bocca della Verità.

Mittelalterlich

Die mittelalterlichen Volksviertel der Stadt, die sich hauptsächlich um das Kapitol herum befanden, wurden zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und der faschistischen Periode weitgehend abgerissen, aber viele bemerkenswerte Gebäude sind noch erhalten. Zu den Basiliken aus der christlichen Antike gehören Saint Mary Major und Saint Paul outside the Walls (letztere wurde im 19. Jahrhundert weitgehend umgebaut), die beide wertvolle Mosaike aus dem vierten Jahrhundert nach Christus beherbergen. Bemerkenswerte spätmittelalterliche Mosaike und Fresken finden sich auch in den Kirchen Santa Maria in Trastevere, Santi Quattro Coronati und Santa Prassede. Zu den Profanbauten gehören eine Reihe von Türmen, die größten sind der Torre delle Milizie und der Torre dei Conti, beide in der Nähe des Forum Romanum, sowie die riesige Freitreppe, die zur Basilika Santa Maria in Aracoeli hinaufführt.

Renaissance und Barock

Rom war nach Florenz eines der wichtigsten Zentren der Renaissance und wurde von dieser Bewegung tiefgreifend beeinflusst. Ein Meisterwerk der Renaissancearchitektur in Rom ist unter anderem die Piazza del Campidoglio von Michelangelo. In dieser Zeit bauten die großen Adelsfamilien Roms opulente Wohnhäuser wie den Palazzo del Quirinale (heute Sitz des Präsidenten der Italienischen Republik), den Palazzo Venezia, den Palazzo Farnese, den Palazzo Barberini, den Palazzo Chigi (heute Sitz des italienischen Premierministers), den Palazzo Spada, den Palazzo della Cancelleria und die Villa Farnesina.

Viele der berühmten Plätze der Stadt - einige riesig, majestätisch und oft mit Obelisken geschmückt, andere klein und malerisch - erhielten ihre heutige Form in der Renaissance und im Barock. Die wichtigsten sind Piazza Navona, Spanische Treppe, Campo de' Fiori, Piazza Venezia, Piazza Farnese, Piazza della Rotonda und Piazza della Minerva. Eines der emblematischsten Beispiele barocker Kunst ist der Trevi-Brunnen von Nicola Salvi. Weitere bemerkenswerte Barockpaläste aus dem 17. Jahrhundert sind der Palazzo Madama, heute Sitz des italienischen Senats, und der Palazzo Montecitorio, heute Sitz der italienischen Abgeordnetenkammer.

Neoklassizismus

Das Denkmal von Viktor Emanuel II.

1870 wurde Rom die Hauptstadt des neuen Königreichs Italien. In dieser Zeit wurde der Neoklassizismus, ein von der Architektur der Antike beeinflusster Baustil, zum vorherrschenden Einfluss in der römischen Architektur. In dieser Zeit wurden viele große Paläste im neoklassizistischen Stil gebaut, um Ministerien, Botschaften und andere Regierungseinrichtungen zu beherbergen. Eines der bekanntesten Symbole des römischen Neoklassizismus ist das Denkmal von Vittorio Emanuele II. oder der "Altar des Vaterlandes", in dem sich das Grab des unbekannten Soldaten befindet, das für die 650.000 italienischen Soldaten steht, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind.

Faschistische Architektur

Der Palazzo della Civiltà Italiana im EUR-Viertel

Das faschistische Regime, das zwischen 1922 und 1943 in Italien herrschte, hatte sein Schaufenster in Rom. Mussolini ordnete den Bau neuer Straßen und Plätze an, was zur Zerstörung älterer Straßen, Häuser, Kirchen und Paläste führte, die während der päpstlichen Herrschaft errichtet worden waren. Die wichtigsten Maßnahmen während seiner Regierungszeit waren: die "Isolierung" des Kapitolinischen Hügels, die Via dei Monti, die später in Via del'Impero und schließlich in Via dei Fori Imperiali umbenannt wurde, die Via del Mare, die später in Via del Teatro di Marcello umbenannt wurde, die "Isolierung" des Mausoleums des Augustus mit der Errichtung der Piazza Augusto Imperatore und die Via della Conciliazione.

In architektonischer Hinsicht begünstigte der italienische Faschismus die modernsten Strömungen, wie den Rationalismus. Parallel dazu entstand in den 1920er Jahren ein anderer Stil, der "Stile Novecento", der sich durch seine Anlehnung an die antike römische Architektur auszeichnet. Zwei wichtige Komplexe in diesem Stil sind das Foro Mussolini, heute Foro Italico, von Enrico Del Debbio und die Città universitaria ("Universitätsstadt") von Marcello Piacentini, der auch für die umstrittene Zerstörung eines Teils des Borgo rione verantwortlich ist, um die Via della Conciliazione zu eröffnen.

Das wichtigste faschistische Bauwerk in Rom ist das EUR-Viertel, das 1938 von Piacentini entworfen wurde. Dieses neue Viertel entstand als Kompromiss zwischen den Architekten des Rationalismus und des Novecento, wobei die ersteren von Giuseppe Pagano angeführt wurden. Das EUR wurde ursprünglich für die Weltausstellung 1942 konzipiert und "E.42" ("Esposizione 42") genannt. Die repräsentativsten Gebäude des EUR sind der Palazzo della Civiltà Italiana (1938-1943) und der Palazzo dei Congressi, Beispiele des rationellen Stils. Die Weltausstellung fand nie statt, da Italien 1940 in den Zweiten Weltkrieg eintrat. Die Gebäude wurden 1943 bei Kämpfen zwischen der italienischen und der deutschen Armee teilweise zerstört und später aufgegeben. Das Viertel wurde in den 1950er Jahren restauriert, als die römischen Behörden feststellten, dass sie bereits über den Keim eines Geschäftsviertels abseits des Zentrums verfügten, wie es in anderen Hauptstädten bereits geplant wurde (Londoner Docklands und La Défense in Paris). Auch der Palazzo della Farnesina, der heutige Sitz des italienischen Außenministeriums, wurde 1935 im rein faschistischen Stil entworfen.

Parks und Gärten

Park bei den Caracalla-Thermen
Villa Doria Pamphilj
Die Gärten der Villa Borghese

Unter den zahlreichen fürstlichen Villen, die das päpstliche Rom umringten, existieren noch mit ihren riesigen Parkanlagen Villa Borghese, Villa Ada und Villa Doria Pamphili. Villa bezeichnet in Rom in der Regel den Park, nicht das Gebäude. Weitere Parks sind:

  • Colle Oppio (Esquilin), in der Nähe des Kolosseums, dort befindet sich die Domus Aurea.
  • Parco degli Acquedotti, Grünfläche mit Überresten von sieben Aquädukten
  • Parco Nemorense, auch Parco Virgiliano genannt, in der Nähe der Via Nemorense.
  • Parco Savello (auch: Giardino degli Aranci), Grünanlage am Tiber – mit Orangenbäumen
  • Parco degli Scipioni in der Nähe der Porta Latina.
  • Städtisches Rosarium (Roseto comunale), beim Circus Maximus, an den Hängen des Aventin.
  • Villa Albani, im Stadtteil Nomentano-Trieste.
  • Villa Aldobrandini, an der Via Nazionale.
  • Villa Balestra, im Stadtteil Parioli.
  • Villa Bonelli, zwischen der Via della Magliana und der Via Portuense.
  • Villa Borghese
  • Villa Carpegna, oberhalb der Via Gregorio VII Stadtteil Aurelio.
  • Villa Celimontana, am Caelius, nahe dem Kolosseum.
  • Villa Chigi, im Stadtteil Trieste.
  • Villa Corsini, beherbergt den Zoologischen Garten Roms, den Bioparco Rom.
  • Villa Farnesina in Trastevere (Via della Lungara), beherbergt die Accademia dei Lincei.
  • Villa Fiorelli, in der Nähe der Via Montepulciano
  • Villa Giulia, in der Nähe des Piazzale delle Belle Arti, beherbergt das Museum für etruskische Kunst (Museo d’Arte Etrusca).
  • Villa Glori, auch bekannt als Parco della Rimembranza, in unmittelbarer Nähe der della Villa Ada.
  • Villa Gordiani, in der Nähe der Via Prenestina.
  • Villa Lazzaroni, in der Nähe der Via Appia Nuova.
  • Villa Leopardi, in der Nähe der Via Nomentana.
  • Villa Medici, bei der Dreieinigkeitskirche (Trinità dei Monti), Sitz der Accademia di Francia.
  • Villa Mercede, in der Nähe der Via Tiburtina, in der Nähe des Stadtteils San Lorenzo.
  • Villa Paganini, kürzlich restauriert, in der Nähe der Via Nomentana.
  • Villa Sciarra, an der Via Calandrelli.
  • Villa Stuart, im Stadtteil Monte Mario.
  • Villa Torlonia (errichtet von Giuseppe Valadier), in der Nähe der Via Nomentana.

Springbrunnen und Aquädukte

Der Trevi-Brunnen. Der Bau begann zur Zeit des antiken Roms und wurde 1762 nach einem Entwurf von Nicola Salvi vollendet.

Rom ist berühmt für seine zahlreichen Brunnen, die in den verschiedensten Stilen gebaut wurden, von klassisch und mittelalterlich bis hin zu barock und neoklassisch. Seit mehr als zweitausend Jahren gibt es in der Stadt Brunnen, die der Trinkwasserversorgung dienen und die Plätze Roms schmücken. Zur Zeit des Römischen Reiches, im Jahr 98 n. Chr., verfügte Rom laut Sextus Julius Frontinus, dem römischen Konsul, der zum curator aquarum oder Hüter des Wassers der Stadt ernannt wurde, über neun Aquädukte, die 39 monumentale Brunnen und 591 öffentliche Becken speisten, wobei das Wasser für den kaiserlichen Haushalt, die Bäder und die Besitzer privater Villen nicht mitgerechnet wurde. Jeder der großen Brunnen war an zwei verschiedene Aquädukte angeschlossen, für den Fall, dass eines davon außer Betrieb war.

Im 17. und 18. Jahrhundert rekonstruierten die römischen Päpste weitere zerstörte römische Aquädukte und errichteten neue Schaufontänen, um ihre Endpunkte zu markieren, womit das goldene Zeitalter des römischen Brunnens begann. Wie die Gemälde von Rubens waren auch die römischen Brunnen Ausdruck des neuen Stils der Barockkunst. Sie waren voll von allegorischen Figuren und voller Gefühl und Bewegung. In diesen Brunnen wurde die Skulptur zum Hauptelement, und das Wasser diente lediglich dazu, die Skulpturen zu beleben und zu schmücken. Wie die barocken Gärten waren sie "eine visuelle Darstellung von Vertrauen und Macht".

Statuen

Fontana dei Fiumi von Gian Lorenzo Bernini, 1648

Rom ist bekannt für seine Statuen, insbesondere für die sprechenden Statuen von Rom. Dabei handelt es sich in der Regel um antike Statuen, die zu beliebten Sprachrohren für politische und soziale Diskussionen geworden sind und Menschen die Möglichkeit bieten, ihre Meinung (oft auf satirische Weise) zu äußern. Es gibt zwei sprechende Statuen: den Pasquino und den Marforio, aber es gibt noch vier weitere bekannte Statuen: il Babuino, Madama Lucrezia, il Facchino und Abt Luigi. Die meisten dieser Statuen sind altrömisch oder klassisch, und die meisten von ihnen stellen auch mythische Götter, antike Menschen oder legendäre Figuren dar; il Pasquino stellt Menelaos dar, Abt Luigi ist ein unbekannter römischer Magistrat, il Babuino soll Silenus sein, Marforio stellt Oceanus dar, Madama Lucrezia ist eine Büste von Isis, und il Facchino ist die einzige nicht-römische Statue, die 1580 geschaffen wurde und niemanden im Besonderen darstellt. Aufgrund ihres Status sind sie häufig mit Plakaten oder Graffiti bedeckt, die politische Ideen und Standpunkte zum Ausdruck bringen. Andere Statuen in der Stadt, die nichts mit den sprechenden Statuen zu tun haben, sind die Statuen auf der Engelsbrücke oder verschiedene über die Stadt verteilte Denkmäler, wie das Denkmal für Giordano Bruno auf dem Campo de'Fiori.

Obelisken und Säulen

Flaminio-Obelisk, Piazza del Popolo

Die Stadt beherbergt acht altägyptische und fünf altrömische Obelisken sowie eine Reihe modernerer Obelisken; früher (bis 2005) gab es in Rom auch einen altäthiopischen Obelisken. In der Stadt stehen einige Obelisken auf Plätzen wie der Piazza Navona, dem Petersplatz, der Piazza Montecitorio und der Piazza del Popolo, andere in Villen, Thermenparks und Gärten wie in der Villa Celimontana, den Diokletiansthermen und dem Pincianischen Hügel. Außerdem befinden sich im Zentrum Roms die Trajanssäule und die Antoninische Säule, zwei antike römische Säulen mit Spiralrelief. Die Marcus-Aurelius-Säule befindet sich auf der Piazza Colonna und wurde um 180 n. Chr. von Commodus zum Gedenken an seine Eltern errichtet. Die Marcus-Aurelius-Säule wurde von der Trajanssäule auf dem Trajansforum inspiriert, die Teil der Kaiserforen ist.

Brücken

Ponte Vittorio Emanuele II bei Sonnenuntergang

In der Stadt Rom gibt es zahlreiche berühmte Brücken, die den Tiber überqueren. Die einzige Brücke, die bis heute unverändert aus dem klassischen Zeitalter erhalten ist, ist die Ponte dei Quattro Capi, die die Isola Tiberina mit dem linken Ufer verbindet. Die anderen erhaltenen - wenn auch modifizierten - antiken römischen Brücken über den Tiber sind Ponte Cestio, Ponte Sant'Angelo und Ponte Milvio. Berücksichtigt man die Ponte Nomentano, die ebenfalls in der römischen Antike erbaut wurde und den Aniene überquert, so sind heute noch fünf antike römische Brücken in der Stadt vorhanden. Weitere bemerkenswerte Brücken sind die Ponte Sisto, die erste Brücke, die in der Renaissance auf römischen Fundamenten errichtet wurde, die Ponte Rotto, der einzige noch erhaltene Bogen des antiken Pons Aemilius, der bei der Überschwemmung von 1598 einstürzte und Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, und die Ponte Vittorio Emanuele II, eine moderne Brücke, die den Corso Vittorio Emanuele mit dem Borgo verbindet. Die meisten öffentlichen Brücken der Stadt wurden im Stil des Klassizismus oder der Renaissance, aber auch im Barock, im Neoklassizismus und in der Moderne gebaut. Laut der Encyclopædia Britannica ist die schönste noch erhaltene antike Brücke Roms die Ponte Sant'Angelo, die 135 n. Chr. fertiggestellt wurde und mit zehn Engelsstatuen geschmückt ist, die 1688 von Bernini entworfen wurden.

Flagge der Stadt Rom

Das Wappen der Stadt Rom zeigt einen roten Schild mit dem Akronym S.P.Q.R. und eine mit Edelsteinen besetzte Krone.

S.P.Q.R. steht für das lateinische Senatus Populusque Romanus ‚Senat und Volk von Rom‘ oder ‚der (römische) Senat und das römische Volk‘.

Dieser Schriftzug war das Hoheitszeichen des antiken Rom und findet sich auch heute als Leitspruch im Wappen der Stadt, sowie auf zahlreichen Schrifttafeln, Statuen, Kanaldeckeln und öffentliche Einrichtungen. Die Legionen des Römischen Reiches führten es auf ihren Standarten.

Katakomben

Die Vatikanischen Grotten, der Ort, an dem viele Päpste begraben sind

Rom verfügt über eine große Anzahl antiker Katakomben oder unterirdischer Begräbnisstätten unter oder in der Nähe der Stadt, von denen es mindestens vierzig gibt, von denen einige erst in den letzten Jahrzehnten entdeckt wurden. Obwohl sie vor allem für christliche Bestattungen bekannt sind, gibt es auch heidnische und jüdische Gräber, die entweder in separaten Katakomben oder gemischt untergebracht sind. Die ersten großen Katakomben wurden ab dem 2. Jahrhundert ausgegraben. Ursprünglich wurden sie außerhalb der Stadtgrenzen in Tuffstein, einem weichen Vulkangestein, gegraben, da das römische Recht Grabstätten innerhalb der Stadtgrenzen verbot. Heute liegt die Pflege der Katakomben in den Händen des Papsttums, das den Salesianern Don Boscos die Aufsicht über die Katakomben des Heiligen Kallixtus am Stadtrand von Rom übertragen hat.

Wirtschaft

Als Hauptstadt Italiens beherbergt Rom alle wichtigen Institutionen des Landes, darunter das Präsidium der Republik, die Regierung (und deren Einzelregierung), das Parlament, die wichtigsten Gerichte und die diplomatischen Vertretungen aller Länder für die Staaten Italien und Vatikanstadt. Zahlreiche internationale Institutionen haben ihren Sitz in Rom, vor allem kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen wie das Amerikanische Institut, die British School, die Französische Akademie, die Skandinavischen Institute und das Deutsche Archäologische Institut. Außerdem gibt es Sonderorganisationen der Vereinten Nationen, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO). Rom ist auch Sitz wichtiger internationaler und weltweiter politischer und kultureller Organisationen wie des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), des Welternährungsprogramms (WFP), des NATO Defence College und des Internationalen Zentrums für das Studium der Erhaltung und Restaurierung von Kulturgut (ICCROM).

Laut der GaWC-Studie der Weltstädte ist Rom eine "Beta +"-Stadt. Die Stadt belegte 2014 den 32. Platz im Global Cities Index und damit den höchsten Platz in Italien. Mit einem BIP von 94,376 Mrd. EUR (121,5 Mrd. USD) im Jahr 2005 erwirtschaftet die Stadt 6,7 % des nationalen BIP (mehr als jede andere italienische Stadt), und ihre Arbeitslosenquote, die zwischen 2001 und 2005 von 11,1 % auf 6,5 % gesenkt wurde, ist heute eine der niedrigsten aller Hauptstädte der Europäischen Union. Roms Wirtschaft wächst jährlich um etwa 4,4 % und weist damit ein höheres Wachstum auf als das jeder anderen Stadt im übrigen Land. Wäre Rom ein Land, so wäre es gemessen am BIP das 52. reichste Land der Welt, fast so groß wie Ägypten. Rom hatte 2003 ein Pro-Kopf-BIP von 29.153 € (37.412 US$), das nach Mailand das zweithöchste in Italien war und mehr als 134,1 % des durchschnittlichen Pro-Kopf-BIP der EU betrug. Rom hat insgesamt die höchsten Gesamteinkünfte in Italien, die 2008 47.076.890.463 € erreichten, aber was das Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer angeht, liegt die Stadt mit 24.509 € auf Platz 9 in Italien. Auf globaler Ebene erhalten die Arbeitnehmer in Rom 2009 die 30. höchsten Löhne und liegen damit drei Plätze höher als 2008, als die Stadt auf Platz 33 lag. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Region Rom belief sich auf 167,8 Milliarden Dollar, das Pro-Kopf-Einkommen auf 38.765 Dollar.

Die Handelskammer von Rom im antiken Hadrianstempel

Obwohl die Wirtschaft Roms durch das Fehlen einer Schwerindustrie gekennzeichnet ist und weitgehend von Dienstleistungen dominiert wird, sind die Hochtechnologieunternehmen (IT, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Telekommunikation), die Forschung, das Baugewerbe und die Handelsaktivitäten (insbesondere das Bankwesen) sowie die enorme Entwicklung des Tourismus sehr dynamisch und äußerst wichtig für die Wirtschaft der Stadt. Der internationale Flughafen von Rom, Fiumicino, ist der größte in Italien, und die Stadt beherbergt die Hauptsitze der meisten großen italienischen Unternehmen sowie drei der 100 größten Unternehmen der Welt: Enel, Eni und Telecom Italia.

Die Universitäten, das nationale Radio und Fernsehen und die Filmindustrie in Rom sind ebenfalls ein wichtiger Teil der Wirtschaft: Rom ist auch das Zentrum der italienischen Filmindustrie, dank der Cinecittà-Studios, die seit den 1930er Jahren in Betrieb sind. Die Stadt ist auch ein Zentrum für das Bank- und Versicherungswesen sowie für die Elektronik-, Energie-, Transport- und Raumfahrtindustrie. Zahlreiche internationale Unternehmen und Agenturen, Ministerien, Konferenzzentren, Sportstätten und Museen befinden sich in den wichtigsten Geschäftsvierteln Roms: der Esposizione Universale Roma (EUR), dem Torrino (weiter südlich vom EUR), der Magliana, dem Parco de' Medici-Laurentina und dem sogenannten Tiburtina-Tal entlang der alten Via Tiburtina.

Rom ist seit dem Zweiten Weltkrieg der dynamischste Wirtschaftsstandort in Italien. Seine Wirtschaft basiert auf Dienstleistungsbranchen, profitiert speziell von ansässigen Staatsbetrieben und Großkonzernen (Eni, Enel, Leonardo, Poste Italiane, RAI, Telecom Italia, Unicredit) sowie dem Fremdenverkehr. Daneben dominieren besonders der Groß- und Einzelhandel.

Als Industriestandort produziert Rom vor allem die traditionellen Industrieerzeugnisse Textilien und Souvenirs für Touristen, sowie die neueren Erzeugnisse wie Nahrungsmittel, pharmazeutische Produkte, Maschinen, Papier- und Metallwaren. Daneben ist Rom wegen des Klimas und der Monumente auch für die Filmindustrie ein wichtiger Standort (Cinecittà).

Der Fremdenverkehr spielt eine wichtige Rolle für die Wirtschaft von Rom. Mit knapp 7,1 Millionen ausländischen Besuchern stand Rom 2016 auf Platz 16 der meistbesuchten Städte weltweit und belegte den sechsten Platz in Europa. Touristen aus dem Ausland brachten im selben Jahr Einnahmen von 4,5 Milliarden US-Dollar. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus Europa, Asien und den USA.

Bildung

Die 1303 gegründete Universität Sapienza in Rom

Rom ist ein landesweites und wichtiges internationales Zentrum für höhere Bildung mit zahlreichen Akademien, Hochschulen und Universitäten. Rom verfügt über eine Vielzahl von Akademien und Hochschulen und war schon immer ein weltweit bedeutendes intellektuelles und pädagogisches Zentrum, vor allem in der römischen Antike und der Renaissance, zusammen mit Florenz. Dem City Brands Index zufolge gilt Rom als die historisch, pädagogisch und kulturell zweitinteressanteste und schönste Stadt der Welt.

Rom verfügt über zahlreiche Universitäten und Hochschulen. Die erste Universität, La Sapienza (gegründet 1303), ist eine der größten der Welt mit mehr als 140.000 Studenten. 2005 wurde sie als 33. beste Universität Europas eingestuft und 2013 belegte die Universität Sapienza in Rom den 62. Platz in der Welt und den ersten Platz in Italien im World University Rankings. Um die Überfüllung von La Sapienza zu verringern, wurden in den letzten Jahrzehnten zwei neue öffentliche Universitäten gegründet: Tor Vergata im Jahr 1982 und Roma Tre im Jahr 1992. Rom beherbergt auch die LUISS School of Government, Italiens wichtigste Hochschule für internationale Angelegenheiten und Europastudien, sowie die LUISS Business School, Italiens bedeutendste Wirtschaftshochschule. Die ISIA Rom wurde 1973 von Giulio Carlo Argan gegründet und ist Italiens älteste Einrichtung im Bereich Industriedesign.

Biblioteca Casanatense

In Rom befinden sich zahlreiche päpstliche Universitäten und andere Institute, darunter die British School at Rome, die French School in Rom, die Päpstliche Universität Gregoriana (die älteste Jesuitenuniversität der Welt, gegründet 1551), das Istituto Europeo di Design, die Scuola Lorenzo de' Medici, der Link Campus of Malta und die Università Campus Bio-Medico. In Rom befinden sich auch zwei amerikanische Universitäten: die American University of Rome und die John Cabot University sowie eine Zweigstelle der St. John's University, das John Felice Rome Center, ein Campus der Loyola University Chicago und die Temple University Rome, ein Campus der Temple University. Die Römischen Kollegs sind mehrere Seminare für Studenten aus dem Ausland, die an den Päpstlichen Universitäten auf das Priesteramt vorbereitet werden. Beispiele sind das Venerable English College, das Pontifical North American College, das Scots College und das Pontifical Croatian College of St. Jerome.

Nationale Zentralbibliothek

Zu den wichtigsten Bibliotheken Roms gehören: die Biblioteca Angelica, die 1604 eröffnet wurde und damit die erste öffentliche Bibliothek Italiens war; die Biblioteca Vallicelliana, die 1565 gegründet wurde; die Biblioteca Casanatense, die 1701 eröffnet wurde; die Nationale Zentralbibliothek, eine der beiden Nationalbibliotheken Italiens, die 4.126.002 Bände umfasst; die Biblioteca del Ministero degli Affari Esteri, die auf Diplomatie, auswärtige Angelegenheiten und moderne Geschichte spezialisiert ist; die Biblioteca dell'Istituto dell'Enciclopedia Italiana; die Biblioteca Don Bosco, eine der größten und modernsten Bibliotheken der Salesianer; die Biblioteca e Museo teatrale del Burcardo, eine Museumsbibliothek, die auf die Geschichte des Dramas und des Theaters spezialisiert ist; die Biblioteca della Società Geografica Italiana, die in der Villa Celimontana untergebracht ist und die wichtigste geografische Bibliothek Italiens und eine der wichtigsten Europas ist; und die Vatikanische Bibliothek, eine der ältesten und wichtigsten Bibliotheken der Welt, die offiziell 1475 gegründet wurde, in Wirklichkeit aber viel älter ist und 75.000 Kodizes sowie 1. 1 Million gedruckter Bücher, darunter etwa 8.500 Inkunabeln. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Spezialbibliotheken, die verschiedenen ausländischen Kulturinstituten in Rom angegliedert sind, darunter die der Amerikanischen Akademie in Rom, der Französischen Akademie in Rom und der Bibliotheca Hertziana - Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, einer deutschen Bibliothek, die oft für ihre Exzellenz in den Künsten und Wissenschaften bekannt ist.

Kultur

Unterhaltung und darstellende Künste

Das Teatro dell'Opera di Roma an der Piazza Beniamino Gigli

Rom ist ein wichtiges Zentrum für Musik und verfügt über eine rege Musikszene mit mehreren renommierten Musikhochschulen und Theatern. Sie beherbergt die Accademia Nazionale di Santa Cecilia (gegründet 1585), für die neue Konzertsäle im neuen Parco della Musica, einem der größten Musikzentren der Welt, gebaut wurden. Rom verfügt auch über ein Opernhaus, das Teatro dell'Opera di Roma, sowie über mehrere kleinere Musikinstitutionen. Die Stadt war auch Gastgeber des Eurovision Song Contest im Jahr 1991 und der MTV Europe Music Awards im Jahr 2004.

Rom hat auch einen großen Einfluss auf die Musikgeschichte gehabt. Die Römische Schule war eine Gruppe von Komponisten vorwiegend kirchlicher Musik, die im 16. und 17. Jahrhundert in der Stadt tätig war und damit die Zeit der späten Renaissance und des frühen Barocks überspannte. Der Begriff bezieht sich auch auf die von ihnen produzierte Musik. Viele der Komponisten hatten eine direkte Verbindung zum Vatikan und zur päpstlichen Kapelle, obwohl sie an mehreren Kirchen arbeiteten; stilistisch werden sie oft mit der Venezianischen Schule von Komponisten verglichen, einer gleichzeitigen Bewegung, die viel fortschrittlicher war. Der bei weitem berühmteste Komponist der Römischen Schule ist Giovanni Pierluigi da Palestrina, dessen Name seit vierhundert Jahren mit glatter, klarer, polyphoner Perfektion verbunden ist. Es gab jedoch auch andere Komponisten, die in Rom tätig waren, und zwar in einer Vielzahl von Stilen und Formen.

Zwischen 1960 und 1970 galt Rom wegen der vielen Schauspieler und Regisseure, die dort arbeiteten, als "neues Hollywood"; die Via Vittorio Veneto hatte sich in einen glamourösen Ort verwandelt, an dem man berühmte Leute treffen konnte.

Tourismus

Die Spanische Treppe
Der Strand von Ostia Lido

Rom ist heute eines der wichtigsten Reiseziele der Welt, nicht nur wegen der unermesslichen Größe seiner archäologischen und künstlerischen Schätze, sondern auch wegen des Charmes seiner einzigartigen Traditionen, der Schönheit seines Panoramas und der Majestät seiner prächtigen "Villen" (Parks). Zu den bedeutendsten Schätzen gehören die zahlreichen Museen - die Musei Capitolini, die Vatikanischen Museen, die Galleria Borghese und andere, die der modernen und zeitgenössischen Kunst gewidmet sind -, Aquädukte, Brunnen, Kirchen, Paläste, historische Gebäude, die Monumente und Ruinen des Forum Romanum und die Katakomben. Rom ist nach London und Paris die am dritthäufigsten besuchte Stadt in der EU und wird jährlich von durchschnittlich 7-10 Millionen Touristen besucht, was sich in heiligen Jahren manchmal verdoppelt. Das Kolosseum (4 Millionen Touristen) und die Vatikanischen Museen (4,2 Millionen Touristen) sind laut einer aktuellen Studie die 39. bzw. 37. meistbesuchten Orte der Welt.

Rom ist ein wichtiges archäologisches Zentrum und eines der weltweit wichtigsten Zentren der archäologischen Forschung. In der Stadt gibt es zahlreiche Kultur- und Forschungsinstitute, wie die American Academy in Rom und das Schwedische Institut in Rom. In Rom befinden sich zahlreiche antike Stätten, darunter das Forum Romanum, der Trajansmarkt, das Trajansforum, das Kolosseum und das Pantheon, um nur einige zu nennen. Das Kolosseum, wohl eine der berühmtesten archäologischen Stätten Roms, gilt als Weltwunder.

Rom besitzt eine umfangreiche und beeindruckende Sammlung von Kunstwerken, Skulpturen, Brunnen, Mosaiken, Fresken und Gemälden aus allen Epochen. Rom wurde bereits in der Antike zu einem bedeutenden Kunstzentrum mit wichtigen Formen der römischen Kunst wie Architektur, Malerei, Bildhauerei und Mosaikarbeiten. Metallarbeiten, Münz- und Edelsteingravuren, Elfenbeinschnitzereien, Glasfiguren, Töpferwaren und Buchillustrationen gelten als "kleinere" Formen der römischen Kunst. Später wurde Rom zu einem bedeutenden Zentrum der Kunst der Renaissance, da die Päpste große Summen für den Bau grandioser Basiliken, Paläste, Plätze und öffentlicher Gebäude im Allgemeinen ausgaben. Rom wurde nach Florenz zu einem der wichtigsten Zentren der Renaissance-Kunst in Europa und konnte sich mit anderen großen Städten und Kulturzentren wie Paris und Venedig messen. Die Stadt wurde stark vom Barock beeinflusst, und Rom wurde die Heimat zahlreicher Künstler und Architekten wie Bernini, Caravaggio, Carracci, Borromini und Cortona. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert war die Stadt eines der Zentren der Grand Tour, als wohlhabende, junge Engländer und andere europäische Aristokraten die Stadt besuchten, um sich über die antike römische Kultur, Kunst, Philosophie und Architektur zu informieren. Rom beherbergte eine Vielzahl von Künstlern des Neoklassizismus und des Rokoko, wie Pannini und Bernardo Bellotto. Heute ist die Stadt ein bedeutendes Kunstzentrum mit zahlreichen Kunstinstituten und Museen.

Die Vatikanischen Museen sind das drittmeistbesuchte Kunstmuseum der Welt.

Rom verfügt über einen wachsenden Bestand an zeitgenössischer und moderner Kunst und Architektur. In der Nationalgalerie für moderne Kunst sind Werke von Balla, Morandi, Pirandello, Carrà, De Chirico, De Pisis, Guttuso, Fontana, Burri, Mastroianni, Turcato, Kandisky und Cézanne in einer Dauerausstellung zu sehen. 2010 wurde die neueste Kunststiftung Roms eröffnet, eine Galerie für zeitgenössische Kunst und Architektur, die von der gefeierten irakischen Architektin Zaha Hadid entworfen wurde. Unter dem Namen MAXXI - Nationales Museum der Künste des 21. Jahrhunderts - wird ein verfallenes Areal mit beeindruckender moderner Architektur wiederhergestellt. Maxxi verfügt über einen Campus, der der Kultur, experimentellen Forschungslabors, dem internationalen Austausch sowie Studium und Forschung gewidmet ist. Es ist eines der ehrgeizigsten Projekte moderner Architektur in Rom, neben dem Auditorium Parco della Musica von Renzo Piano und dem Kongresszentrum Centro Congressi Italia EUR von Massimiliano Fuksas im Stadtteil EUR, das 2016 eröffnet werden soll. Das Kongresszentrum besteht aus einem riesigen, lichtdurchlässigen Container, in dem eine Stahl- und Teflonstruktur aufgehängt ist, die einer Wolke ähnelt, und enthält Tagungsräume und ein Auditorium mit zwei Plätzen, die auf beiden Seiten zur Nachbarschaft hin offen sind.

Mode

Via Condotti

Rom ist auch als Welthauptstadt der Mode weithin anerkannt. Obwohl nicht so bedeutend wie Mailand, ist Rom laut Global Language Monitor 2009 nach Mailand, New York und Paris und noch vor London das viertwichtigste Modezentrum der Welt.

Große Luxusmodehäuser und Schmuckketten wie Valentino, Bulgari, Fendi, Laura Biagiotti, Brioni und Renato Balestra haben ihren Sitz in der Stadt oder wurden dort gegründet. Auch andere große Marken wie Gucci, Chanel, Prada, Dolce & Gabbana, Armani und Versace haben Luxusboutiquen in Rom, vor allem entlang der prestigeträchtigen und gehobenen Via dei Condotti.

Kulinarisches

Spaghetti alla carbonara, ein typisch römisches Gericht

Die römische Küche hat sich im Laufe der Jahrhunderte und in Zeiten sozialer, kultureller und politischer Veränderungen entwickelt. In der Antike entwickelte sich Rom zu einem bedeutenden gastronomischen Zentrum. Die antike römische Küche war stark von der griechischen Kultur beeinflusst, und die enorme Ausdehnung des Imperiums brachte die Römer mit vielen neuen, provinziellen kulinarischen Gewohnheiten und Kochtechniken in Kontakt.

Die römische Küche hat sich im Laufe der Jahrhunderte und in Zeiten sozialer, kultureller und politischer Veränderungen entwickelt. In der Antike entwickelte sich Rom zu einem bedeutenden gastronomischen Zentrum. Die antike römische Küche war stark von der griechischen Kultur beeinflusst, und die enorme Ausdehnung des Imperiums brachte die Römer mit vielen neuen, provinziellen kulinarischen Gewohnheiten und Kochtechniken in Kontakt.

Später, in der Renaissance, wurde Rom als Zentrum der gehobenen Küche bekannt, da einige der besten Köche der damaligen Zeit für die Päpste arbeiteten. Ein Beispiel dafür war Bartolomeo Scappi, der als Koch für Pius IV. in der Küche des Vatikans arbeitete und 1570 mit der Veröffentlichung seines Kochbuchs Opera dell'arte del cucinare Berühmtheit erlangte. In diesem Buch listet er etwa 1000 Rezepte der Renaissanceküche auf und beschreibt Kochtechniken und -werkzeuge, wobei er das erste bekannte Bild einer Gabel liefert.

Concia di zucchine, ein Beispiel für die römisch-jüdische Küche

Der Testaccio, Roms Handels- und Schlachthofviertel, wurde oft als "Bauch" oder "Schlachthof" Roms bezeichnet und war von Metzgern, den vaccinari, bewohnt. Die gängigste oder antike römische Küche umfasste das "fünfte Viertel". Die altmodische coda alla vaccinara (Ochsenschwanz nach Art der Metzger) ist immer noch eines der beliebtesten Gerichte der Stadt und steht auf den meisten Speisekarten der römischen Restaurants. Lammfleisch ist ebenfalls ein sehr beliebter Bestandteil der römischen Küche und wird oft mit Gewürzen und Kräutern gebraten.

In der Neuzeit hat die Stadt ihre eigene Küche entwickelt, die auf Produkten aus der nahe gelegenen Campagna basiert, wie Lamm und Gemüse (häufig sind es Artischocken). Parallel dazu entwickelten die römischen Juden, die seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. in der Stadt lebten, ihre eigene Küche, die cucina giudaico-romanesca.

Beispiele für römische Gerichte sind Saltimbocca alla romana - ein Kalbskotelett nach römischer Art, das mit rohem Schinken und Salbei belegt und in Weißwein und Butter geschmort wird; Carciofi alla romana - Artischocken nach römischer Art, die äußeren Blätter entfernt, mit Minze, Knoblauch und Semmelbröseln gefüllt und geschmort; carciofi alla giudia - in Olivenöl gebratene Artischocken, typisch für die römisch-jüdische Küche, äußere Blätter entfernt, gefüllt mit Minze, Knoblauch, Semmelbröseln und geschmort; Spaghetti alla carbonara - Spaghetti mit Speck, Eiern und Pecorino; und gnocchi di semolino alla romana - Grießklößchen nach römischer Art.

Lebensmittelladen in der Altstadt

Das kulinarische Angebot in Rom ist abwechslungsreich und reicht von der Küche berühmter Köche wie Heinz Beck bis zur typisch römischen Küche mit Einflüssen der jüdischen Küche zur Zubereitung von Schalentieren über Spezialitäten aus Latium bis hin zu Fischgerichten.

Die römische Pizza ist im Gegensatz zur neapolitanischen oft eine Pizza bianca ohne passierte Tomaten; sowohl Pizza bianca als auch Pizza rossa gibt es in verschiedenen Zubereitungsarten.

Wildtiere

Im Jahr 2021 wurde Rom von Wildschweinen "erobert", die Müll plünderten, den Verkehr behinderten und die Bewohner bedrohten. Inzwischen gibt es in der Stadt etwa 5.000-6.000 Wildschweine. Bürgermeisterin Virginia Raggi verklagte die Region Latium, weil sie es versäumt hatte, die Stadt zu schützen, während andere Kritiker Roms Versagen bei der Müllabfuhr bemängelten. "Wir müssen so schnell wie möglich handeln und notfalls die Armee einschalten", sagte Coldiretti, ein Bauernverband.

Im Norden Roms wurde ein Picknickverbot verhängt, da die Gesundheitsbehörden versuchen, die Wildschweinpopulation einzudämmen, nachdem bei einem verstorbenen Tier die Afrikanische Schweinepest festgestellt worden war.

Kino

Rom beherbergt die Cinecittà Studios, die größte Film- und Fernsehproduktionsstätte Kontinentaleuropas und das Zentrum des italienischen Kinos, in dem viele der größten Kassenschlager von heute gedreht werden. Der Studiokomplex liegt im Zentrum Roms und ist Teil einer der größten Produktionsgemeinschaften der Welt, die nach Hollywood die zweitgrößte ist, mit weit über 5.000 Fachleuten - von Kostümbildnern bis zu Spezialisten für visuelle Effekte. Mehr als 3.000 Produktionen wurden auf dem Gelände gedreht, von aktuellen Spielfilmen wie The Passion of the Christ, Gangs of New York, HBO's Rome, The Life Aquatic und Dino De Laurentiis' Decameron bis hin zu Filmklassikern wie Ben-Hur, Cleopatra und den Filmen von Federico Fellini.

Die 1937 von Benito Mussolini gegründeten Studios wurden während des Zweiten Weltkriegs von den westlichen Alliierten bombardiert. In den 1950er Jahren war Cinecittà Drehort für mehrere große amerikanische Filmproduktionen und wurde in der Folge das Studio, das am engsten mit Federico Fellini in Verbindung gebracht wird. Heute ist Cinecittà das einzige Studio der Welt, das über Vorproduktions-, Produktions- und Postproduktionseinrichtungen auf einem Gelände verfügt, so dass Regisseure und Produzenten mit ihrem Drehbuch hineingehen und mit einem fertigen Film herausgehen können.

Sprache

Grabinschrift für Tiberius Claudius Tiberinus, einen Plebejer und professionellen Dichter. 1. Jahrhundert n. Chr., Museo Nazionale Romano.

Das antike Rom war mehrsprachig, obwohl man es heute nur mit Latein in Verbindung bringt. Im höchsten Altertum teilten sich sabinische Stämme das Gebiet des heutigen Roms mit lateinischen Stämmen. Die sabinische Sprache gehörte zusammen mit dem Etruskischen zur Gruppe der italischen Sprachen, die die Hauptsprache der letzten drei Könige war, die die Stadt bis zur Gründung der Republik im Jahr 509 v. Chr. regierten. Urganilla oder Plautia Urgulanilla, die Gattin des Kaisers Claudius, soll laut Suetonius' Eintrag über Claudius noch viele Jahrhunderte nach diesem Datum etruskisch gesprochen haben. Die Hauptsprache des klassischen Roms war jedoch Latein, das sich in verschiedenen Formen weiterentwickelte. Da die Stadt jedoch Einwanderer, Sklaven, Einwohner und Botschafter aus vielen Teilen der Welt hatte, war sie auch mehrsprachig. Viele gebildete Römer sprachen auch Griechisch, und in Teilen Roms gab es schon lange vor der Kaiserzeit eine große griechische, syrische und jüdische Bevölkerung.

Das Lateinische entwickelte sich im Laufe des Mittelalters zu einer neuen Sprache, dem "volgare". Letztere entstand aus dem Zusammenfluss verschiedener regionaler Dialekte, unter denen der toskanische Dialekt vorherrschte, aber auch die Bevölkerung Roms entwickelte ihren eigenen Dialekt, das Romanesco. Das Romanesco, das im Mittelalter gesprochen wurde, war eher ein süditalienischer Dialekt, der der neapolitanischen Sprache in Kampanien sehr ähnlich war. Der Einfluss der florentinischen Kultur während der Renaissance und vor allem die Einwanderung vieler Florentiner nach Rom im Gefolge der beiden Medici-Päpste (Leo X. und Clemens VII.) führten zu einer starken Veränderung des Dialekts, der sich immer mehr den toskanischen Varianten anglich. Diese Entwicklung blieb bis zum 19. Jahrhundert weitgehend auf Rom beschränkt, breitete sich dann aber ab Anfang des 20. Jahrhunderts dank der wachsenden Bevölkerung Roms und der Verbesserung der Verkehrssysteme auf andere Gebiete Latiums (Civitavecchia, Latina und andere) aus. Durch Bildung und Medien wie Radio und Fernsehen hat sich das Romanesco dem Standarditalienischen angenähert, stellt aber nicht das Standarditalienische dar. Zur dialektalen Literatur in der traditionellen Form des Romanesco gehören die Werke von Autoren wie Giuseppe Gioachino Belli, Trilussa und Cesare Pascarella. Es sei jedoch daran erinnert, dass das Romanesco eine "lingua vernacola" (Volkssprache) war, was bedeutet, dass es jahrhundertelang keine schriftliche Form hatte, sondern nur von der Bevölkerung gesprochen wurde.

Das heutige Romanesco wird vor allem von bekannten Schauspielern und Schauspielerinnen wie Alberto Sordi, Aldo Fabrizi, Anna Magnani vertreten. Carlo Verdone, Enrico Montesano, Gigi Proietti und Nino Manfredi.

Der historische Beitrag Roms zur Sprache in einem weltweiten Sinne ist jedoch viel umfangreicher. Im Zuge der Romanisierung entwickelten die Völker Italiens, Galliens, der Iberischen Halbinsel und Dakiens Sprachen, die sich direkt vom Lateinischen ableiten und durch kulturellen Einfluss, Kolonisierung und Migration in weiten Teilen der Welt übernommen wurden. Auch das moderne Englisch hat infolge der normannischen Eroberung einen großen Teil seines Wortschatzes aus dem Lateinischen übernommen. Das römische oder lateinische Alphabet ist das am weitesten verbreitete Schriftsystem der Welt und wird von den meisten Sprachen verwendet.

Rom beherbergt seit langem Künstlergemeinschaften, ausländische Wohngemeinschaften und viele ausländische religiöse Studenten oder Pilger und war daher immer eine mehrsprachige Stadt. Aufgrund des Massentourismus werden heute viele Sprachen in der Tourismusbranche verwendet, vor allem Englisch, das in den Touristengebieten weit verbreitet ist, und die Stadt beherbergt eine große Zahl von Einwanderern und hat daher viele mehrsprachige Einwandererviertel.

Sport

Das Stadio Olimpico, Heimat des AS Rom und des SS Lazio, ist mit einem Fassungsvermögen von über 70.000 Zuschauern eines der größten Stadien Europas.

Wie im Rest des Landes ist auch in Rom der Vereinsfußball die beliebteste Sportart. Die Stadt war Austragungsort der Endspiele der FIFA-Weltmeisterschaften 1934 und 1990. Letztere fanden im Stadio Olimpico statt, das auch das gemeinsame Heimstadion der lokalen Serie-A-Vereine S.S. Lazio, gegründet 1900, und A.S. Roma, gegründet 1927, ist, deren Rivalität im Derby della Capitale zu einem festen Bestandteil der römischen Sportkultur geworden ist. Fußballer, die für diese Mannschaften spielen und gleichzeitig in der Stadt geboren sind, sind besonders beliebt, wie Francesco Totti und Daniele De Rossi (beide für den AS Rom) und Alessandro Nesta (für den AS Lazio).

Stadio dei Marmi

Rom richtete 1960 mit großem Erfolg die Olympischen Sommerspiele aus und nutzte viele antike Stätten wie die Villa Borghese und die Caracalla-Thermen als Austragungsorte. Für die Olympischen Spiele wurden viele neue Einrichtungen gebaut, vor allem das neue große Olympiastadion (das später erweitert und erneuert wurde, um mehrere Spiele und das Finale der Fußballweltmeisterschaft 1990 auszutragen), das Stadio Flaminio, das Villaggio Olimpico (Olympisches Dorf, das für die Athleten errichtet und nach den Spielen als Wohnviertel umgestaltet wurde), ecc. Rom bewarb sich um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2020, zog seine Bewerbung jedoch vor Ablauf der Frist für die Einreichung der Bewerbungsunterlagen zurück.

Außerdem war Rom 1991 Gastgeber der EuroBasket und ist die Heimat des international anerkannten Basketballteams Virtus Roma. Die Rugby-Union gewinnt zunehmend an Akzeptanz. Bis 2011 war das Stadio Flaminio das Heimstadion der italienischen Rugby-Union-Nationalmannschaft, die seit 2000 an der Sechs-Nationen-Meisterschaft teilnimmt. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele nun im Stadio Olimpico aus, da das Stadio Flaminio renoviert werden muss, um sowohl seine Kapazität als auch seine Sicherheit zu verbessern. In Rom gibt es lokale Rugby-Union-Mannschaften wie Rugby Roma (gegründet 1930 und Gewinner von fünf italienischen Meisterschaften, die letzte in den Jahren 1999-2000), Unione Rugby Capitolina und S.S. Lazio 1927 (Rugby-Union-Abteilung des Multisportvereins S.S. Lazio).

Jedes Jahr im Mai findet in Rom das Tennisturnier ATP Masters Series auf den Sandplätzen des Foro Italico statt. Der Radsport war in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sehr beliebt, auch wenn seine Popularität inzwischen nachgelassen hat. Rom war dreimal Austragungsort des Finales des Giro d'Italia: 1911, 1950 und 2009. Rom ist auch die Heimat anderer Sportmannschaften, darunter Volleyball (M. Roma Volley), Handball oder Wasserball.

Das Olympiastadion im Foro Italico am Tiber

Der AS Rom wurde dreimal Italienischer Meister und neunmal Italienischer Pokalsieger. Lazio Rom wurde zweimal Meister, sechsmal Pokalsieger und gewann einmal den Europapokal der Pokalsieger.

An einem Sonntag im März wird jedes Jahr der Rom-Marathon ausgetragen. Einige Wochen zuvor findet der Halbmarathon Roma – Ostia statt.

Verkehr

Der Flughafen Rom-Fiumicino war 2016 der zehntgrößte Flughafen in Europa.
Hafen von Civitavecchia

Rom liegt im Zentrum des radialen Straßennetzes, das in etwa den Linien der antiken römischen Straßen folgt, die am Kapitolshügel begannen und Rom mit seinem Reich verbanden. Heute wird Rom etwa in Höhe des Kapitols von der Ringstraße (Grande Raccordo Anulare oder GRA) umfahren.

Aufgrund seiner Lage in der Mitte der italienischen Halbinsel ist Rom der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt für Mittelitalien. Der Hauptbahnhof von Rom, Termini, ist einer der größten Bahnhöfe Europas und der am stärksten frequentierte Bahnhof Italiens mit rund 400 000 Reisenden pro Tag. Der zweitgrößte Bahnhof der Stadt, Roma Tiburtina, wurde zu einem Endbahnhof für Hochgeschwindigkeitszüge umgebaut. Neben den häufigen Hochgeschwindigkeitszügen, die tagsüber in alle größeren italienischen Städte fahren, ist Rom nachts durch Schlafwagenzüge nach Sizilien und international durch Schlafwagenzüge der ÖBB nach München und Wien verbunden.

Rom wird von drei Flughäfen angeflogen. Der interkontinentale Leonardo da Vinci International Airport, Italiens wichtigster Flughafen, befindet sich im nahe gelegenen Fiumicino, südwestlich von Rom. Der ältere Flughafen Rom Ciampino ist ein gemeinsamer ziviler und militärischer Flughafen. Er wird gemeinhin als "Ciampino Airport" bezeichnet, da er sich in der Nähe von Ciampino, südöstlich von Rom, befindet. Ein dritter Flughafen, der Flughafen Roma-Urbe, ist ein kleiner, wenig frequentierter Flughafen nördlich des Stadtzentrums, auf dem hauptsächlich Hubschrauber- und Privatflüge abgefertigt werden.

Die Stadt verfügt zwar über einen eigenen Stadtteil am Mittelmeer (Lido di Ostia), der jedoch nur einen Jachthafen und einen kleinen Kanalhafen für Fischerboote hat. Der Haupthafen, der Rom bedient, ist der Hafen von Civitavecchia, der etwa nordwestlich der Stadt liegt.

Die Stadt leidet unter Verkehrsproblemen, die größtenteils auf dieses radiale Straßenmuster zurückzuführen sind, das es den Römern erschwert, sich problemlos von der Nähe einer der radialen Straßen zu einer anderen zu bewegen, ohne in das historische Zentrum zu gehen oder die Ringstraße zu benutzen. Diese Probleme werden durch die im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größe begrenzte Größe des römischen U-Bahn-Netzes nicht gerade erleichtert. Außerdem kommen in Rom nur 21 Taxis auf 10.000 Einwohner, was weit unter dem Niveau anderer europäischer Großstädte liegt. Die chronische Überlastung durch den Autoverkehr in den 1970er und 1980er Jahren führte dazu, dass der Zugang zum Stadtzentrum während der Tagesstunden für Fahrzeuge eingeschränkt wurde. Die Gebiete, in denen diese Beschränkungen gelten, sind als verkehrsberuhigte Zonen (Zona a Traffico Limitato (ZTL) auf Italienisch) bekannt. In jüngster Zeit hat der starke nächtliche Verkehr in Trastevere, Testaccio und San Lorenzo dazu geführt, dass in diesen Bezirken nächtliche ZTLs eingerichtet wurden.

Metro- und U-Bahn-Plan für Rom, 2016
U-Bahn-Station Conca d'Oro

In Rom gibt es ein U-Bahn-System mit drei Linien, die Metropolitana. Mit dem Bau der ersten Linie wurde in den 1930er Jahren begonnen. Die Linie sollte den Hauptbahnhof schnell mit dem neu geplanten Gebiet E42 in den südlichen Vorstädten verbinden, wo 1942 die Weltausstellung stattfinden sollte. Die Veranstaltung fand wegen des Krieges nie statt, aber das Gebiet wurde später teilweise umgestaltet und in den 1950er Jahren in EUR (Esposizione Universale di Roma: Römische Weltausstellung) umbenannt, um als modernes Geschäftsviertel zu dienen. Die Linie wurde schließlich 1955 eröffnet und ist heute der südliche Teil der Linie B.

Die Linie A wurde 1980 von den Bahnhöfen Ottaviano bis Anagnina eröffnet und später in mehreren Etappen (1999-2000) bis Battistini verlängert. In den 1990er Jahren wurde eine Verlängerung der Linie B von Termini nach Rebibbia eröffnet. Dieses unterirdische Netz ist im Allgemeinen zuverlässig (auch wenn es zu Spitzenzeiten und bei Veranstaltungen zu Überlastungen kommen kann, insbesondere die Linie A), da es relativ kurz ist.

Die Linien A und B kreuzen sich am Bahnhof Roma Termini. Ein neuer Zweig der Linie B (B1) wurde am 13. Juni 2012 nach Baukosten von schätzungsweise 500 Millionen Euro eröffnet. Die B1 hat eine Verbindung zur Linie B an der Piazza Bologna und verfügt über vier Stationen auf einer Strecke von .

Eine dritte Linie, die C-Linie, befindet sich derzeit im Bau (geschätzte Kosten: 3 Mrd. EUR) und wird 30 Bahnhöfe auf einer Strecke von . Sie wird die bestehende Bahnlinie Termini-Pantano teilweise ersetzen. Sie wird mit vollautomatischen, fahrerlosen Zügen ausgestattet. Der erste Abschnitt mit 15 Stationen, der Pantano mit dem Viertel Centocelle im Osten der Stadt verbindet, wurde am 9. November 2014 eröffnet. Das Ende der Arbeiten war für 2015 geplant, aber archäologische Funde verzögern häufig die Bauarbeiten im Untergrund.

Eine vierte Linie, die Linie D, ist ebenfalls geplant. Sie soll 22 Stationen auf einer Strecke von ... Der erste Abschnitt sollte 2015 und die letzten Abschnitte vor 2035 eröffnet werden, aber aufgrund der Finanzkrise der Stadt wurde das Projekt auf Eis gelegt.

Der oberirdische öffentliche Verkehr in Rom besteht aus einem Bus-, Straßenbahn- und S-Bahn-Netz (FR-Linien). Das Bus-, Straßenbahn-, U-Bahn- und Stadtbahnnetz wird von der Atac S.p.A. betrieben (was ursprünglich für die städtische Bus- und Straßenbahngesellschaft stand, Azienda Tramvie e Autobus del Comune auf Italienisch). Das Busnetz umfasst mehr als 350 Buslinien und über achttausend Haltestellen, während das Straßenbahnnetz mit 192 Haltestellen etwas kleiner ist. Es gibt auch eine Trolleybuslinie, die 2005 eröffnet wurde, und zwei weitere Linien wurden eröffnet.

Internationale Einrichtungen, Organisationen und Beteiligung

Hauptsitz der FAO in Rom, Circo Massimo
WFP-Hauptsitz in Rom

Unter den Weltstädten ist Rom insofern einzigartig, als sich zwei souveräne Körperschaften vollständig innerhalb der Stadtgrenzen befinden: der Heilige Stuhl, vertreten durch den Staat Vatikanstadt, und der territorial kleinere Souveräne Militärische Malteserorden. Der Vatikan ist eine Enklave der italienischen Hauptstadt und ein souveräner Besitz des Heiligen Stuhls, der die Diözese Rom und die oberste Regierung der römisch-katholischen Kirche ist. Aus diesem Grund wird Rom manchmal als die Hauptstadt zweier Staaten bezeichnet. Rom beherbergt daher ausländische Botschaften der italienischen Regierung, des Heiligen Stuhls, des Malteserordens und einiger internationaler Organisationen. Mehrere internationale römische Hochschulen und päpstliche Universitäten haben ihren Sitz in Rom.

Der Papst ist der Bischof von Rom, dessen offizieller Sitz die Lateranbasilika ist (in der der Präsident der Französischen Republik von Amts wegen "erster und einziger Ehrenkanon" ist, ein Titel, den die französischen Staatsoberhäupter seit König Heinrich IV. innehaben). Ein weiterer Orden, der Souveräne Militärische Malteserorden (SMOM), fand 1834 aufgrund der Eroberung Maltas durch Napoleon im Jahr 1798 Zuflucht in Rom. Er wird manchmal als souverän eingestuft, beansprucht aber weder in Rom noch anderswo ein Territorium, was zu Streitigkeiten über seinen tatsächlichen souveränen Status führt.

Rom ist der Sitz des so genannten "Polo Romano", der sich aus drei großen internationalen Organisationen der Vereinten Nationen zusammensetzt: der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), dem Welternährungsprogramm (WFP) und dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD).

Rom ist traditionell in den Prozess der europäischen politischen Integration eingebunden. Die EU-Verträge befinden sich im Palazzo della Farnesina, dem Sitz des Außenministeriums, denn die italienische Regierung ist der Verwahrer der Verträge. Die Stadt war 1957 Schauplatz der Unterzeichnung der Römischen Verträge, mit denen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (Vorgängerin der Europäischen Union) gegründet wurde, und war im Juli 2004 auch Gastgeberin der offiziellen Unterzeichnung des Vorschlags für eine europäische Verfassung.

Rom ist der Sitz des Europäischen Olympischen Komitees und des NATO-Verteidigungskollegs. Die Stadt ist der Ort, an dem das Statut des Internationalen Strafgerichtshofs und die Europäische Menschenrechtskonvention formuliert wurden.

Die Stadt beherbergt auch andere wichtige internationale Einrichtungen wie die IDLO (Internationale Organisation für Entwicklungsrecht), das ICCROM (Internationales Zentrum für die Erforschung der Erhaltung und Restaurierung von Kulturgütern) und das UNIDROIT (Internationales Institut für die Vereinheitlichung des Privatrechts).

Internationale Beziehungen

Partnerstädte und Schwesterstädte

Seit dem 9. April 1956 unterhält Rom eine exklusive und gegenseitige Städtepartnerschaft mit:

Solo Parigi è degna di Roma; solo Roma è degna di Parigi.
Seule Paris est digne de Rome; seule Rome est digne de Paris.
"Nur Paris ist Rom würdig; nur Rom ist Paris würdig".

Andere Beziehungen

Die anderen Partnerstädte Roms sind:

Name

Die „Ewige Stadt“

Nachdem bereits in der späten Republik der Dichter Tibull für Rom die Umschreibung „die ewige Stadt“ gefunden hatte, wurde diese Vorstellung weiter entwickelt. So durch den römischen Dichter Vergil (70–19 v. Chr.), der nach dem Vorbild Homers die Aeneis verfasste, die eine Erzählung der Vorgeschichte und Bedeutung Roms darstellt. Dieses Buch wurde schon in jener Zeit zu einem Lehrbuch an römischen Schulen und gilt als das Nationalepos der Römer. Der Gott Jupiter prophezeit in diesem Werk die Ewigkeit Roms, dem keine räumlichen oder zeitlichen Grenzen gesetzt seien.

Auch am Ende der Kaiserzeit (Mitte bzw. Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr.) sprechen einige Autoren vom nie untergehenden Rom. Der Offizier und Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus (um 330–395 n. Chr.) begründet in seiner Lebensanalogie die Ewigkeit Roms damit, dass virtus ‚Kraft‘, ‚Tugend’ und fortuna ‚Glück’ bei der Gründung einen Bund ewigen Friedens geschlossen hätten, welcher garantiert, dass Rom, solange Menschen leben, bestehen wird. Auch der Jurist und hohe Beamte Aurelius Prudentius Clemens (348–nach 405) verglich die Idee des Ewigen Rom mit der Idee des christlichen Rom. Das Römische Reich habe, so Prudentius, die Menge der Völker geeint und mit seinem Frieden den Christen den Weg bereitet. Weiterhin sei Rom nicht seiner Kraft beraubt oder gealtert, sondern könne immer noch zu den Waffen greifen, wenn die Kriege riefen.

Politik

Bürgermeister

Das Rathaus Roms, der Palazzo Senatorio
Seit 2021 amtierender Bürgermeister Roberto Gualtieri

Bei der Bürgermeisterwahl 2021 konnte die Amtsinhaberin Virginia Raggi (M5S) mit etwas mehr als 19 Prozent nur den vierten Platz belegen und verpasste damit den Einzug in die Stichwahl. Dort setzte sich Roberto Gualtieri (PD) mit 60 Prozent gegen Enrico Michetti, den Kandidaten des rechten Parteienbündnisses um Fratelli d’Italia, Lega Nord und Forza Italia durch.

Am 19. Juni 2016 wurde Virginia Raggi (M5S) in einer Stichwahl zur neuen Bürgermeisterin von Rom gewählt. Im ersten Wahlgang am 5. Juni 2016 hatte sie gegen mehrere Gegenkandidaten mit 35,26 % die meisten Stimmen erhalten. Der Kandidat der Partito Democratico Roberto Giachetti erreichte mit 24,91 % der Stimmen den zweiten Platz. Die anschließend erforderliche Stichwahl gewann Raggi mit 67,15 % der Stimmen. Bei der gleichzeitig stattfindenden Gemeinderatswahl erreichte Raggis Partei MoVimento 5 Stelle die absolute Mehrheit im Gemeinderat und in 12 der 15 Stadtbezirke.

Bei den Stichwahlen am 9. und 10. Juni 2013 wurde Ignazio Marino (PD) zum Bürgermeister gewählt. Er gewann mit 63,9 % gegen den Amtsinhaber Gianni Alemanno (PdL). Marino musste jedoch im Oktober 2015 zurücktreten. Am 1. November 2015 übernahm Francesco Paolo Tronca kommissarisch die Amtsgeschäfte bis zu einer Neuwahl des Bürgermeisters.

Giovanni Alemanno wurde am 28. April 2008 zum Bürgermeister von Rom gewählt. In der Stichwahl erreichte er gegen den früheren Bürgermeister Francesco Rutelli 53,7 % der Stimmen. Der bisherige Bürgermeister Walter Veltroni wurde 2001 gewählt und am 28. Mai 2006 für eine zweite Amtszeit mit 61 % der Stimmen im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Giovanni Alemanno scheiterte damals mit nur 37,1 %. Veltroni trat am 13. Februar 2008 als Bürgermeister, wegen seiner Kandidatur bei den Parlamentswahlen, zurück.

Bürgermeister von Rom seit 1944 (Sindaci di Roma)
  • 1944–1946: Andrea Doria Pamphili
  • 1946–1947: Mario De Cesare (FDP)
  • 1947–1956: Salvatore Rebecchini (DC)
  • 1956–1958: Umberto Tupini (DC)
  • 1958–1961: Urbano Ciocchetti (DC)
  • 1962–1964: Glauco Della Porta (DC)
  • 1964–1967: Americo Petrucci (DC)
  • 1967–1969: Rinaldo Santini (DC)
  • 1969–1976: Clelio Darida (DC)
  • 1976–1979: Giulio Carlo Argan (PCI)
  • 1979–1981: Luigi Petroselli (PCI)
  • 1981–1985: Ugo Vetere (PCI)
  • 1985–1988: Nicola Signorello (DC)
  • 1988–1989: Pietro Giubilo (DC)
  • 1989–1993: Franco Carraro (PSI)
  • 1993–2001: Francesco Rutelli (Verdi, ab 1999 I Democratici)
  • 2001–2008: Walter Veltroni (DS, ab 2007 PD)
  • 2008–2013: Gianni Alemanno (PdL)
  • 2013–2015: Ignazio Marino (PD)
  • 2015–2016: Francesco Paolo Tronca, kommissarisch
  • 2016–2021: Virginia Raggi (M5S)
  • seit 2021: Roberto Gualtieri (PD)

Städtepartnerschaften

In Form einer Städtepartnerschaft ist Rom weltweit nur mit einer einzigen Stadt verbunden, und zwar seit 1956 mit Paris.

Darüber hinaus unterhält Rom mit folgenden Städten sogenannte Freundschafts- und Kooperationsabkommen:

  •  Achacachi, Bolivien
  •  Algier, Algerien
  •  Athen, Griechenland
  •  Belgrad, Serbien
  •  Brasilia, Brasilien
  •  :Cincinnati, Vereinigte Staaten
  •  :London, England
  •  :Madrid, Spanien
  •  :Marbella, Spanien
  •  Montreal, Kanada
  •  Multan, Pakistan
  •  Mumbai, Indien
  •  Neu-Delhi, Indien
  •  :New York City, Vereinigte Staaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Teatro Eliseo

Rom spielt eine führende Rolle im italienischen Kulturleben. Im Opernhaus der Stadt, dem Teatro dell’Opera di Roma, das zu den größten in Italien zählt, werden im Stagionebetrieb Opernaufführungen und Ballette geboten; im Sommer finden die Aufführungen in den Caracalla-Thermen statt. Außerdem gibt es in Rom etwa 150 Theater und sechs Konzertsäle, die außerhalb der Sommermonate mit einem abwechslungsreichen Programm aufwarten.

Eines der ältesten Theater Roms ist das Teatro Argentina, das auf das Jahr 1732 zurückgeht. Das Teatro Eliseo wurde 1900 eröffnet und bietet im großen Theatersaal 760 und im kleineren Saal 265 Gästen Platz. Im April 2002 wurde im nördlichen Teil der Stadt der Konzertpark Auditorium Parco della Musica eröffnet; das rund 50.000 Quadratmeter große Areal umfasst unter anderem drei Konzerthallen mit 700, 1200 und 2700 Plätzen, die nach Plänen des Genueser Architekten Renzo Piano erbaut wurden.

Musik

Volksmusik

Giggi Zanazzo, der „Vater“ des römischen Liedes

Erste Spuren der römischen Volksmusik stammen aus dem 13. Jahrhundert, mit dem Lied Sonetto (auch bekannt als Bella quanno te fece mamma tua), das später im Volksmund namensgebend für die römische Musiktradition wurde. Die melodischen Charakteristika dieser Lieder blieben laut dem Komponisten Alessandro Parisotti im Lauf der Jahrhunderte praktisch unverändert.

Das Jahr 1890 gilt gemeinhin als Geburtsjahr des modernen römischen Liedes, mit der Veröffentlichung des Liedes Feste di maggio (mit einem Text von Giggi Zanazzo, dem „Vater“ des modernen römischen Liedes, und Musik von Antonio Cosattini), das für einen Schönheitswettbewerb in Rom anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Hauptstadtstatus geschrieben wurde. Der Erfolg des Titels weckte das Interesse der römischen Künstlerszene, woraufhin 1891 die Verleger Pietro Cristiano und Edoardo Perino die ersten Musikwettbewerbe für römische Lieder initiierten. Die Wettbewerbstradition fasste auch hier schnell Fuß und wurde mit den Feierlichkeiten zum Johannistag verbunden; sie hielt sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Via del Corso

Rom befindet sich im Zentrum eines sternförmigen Straßennetzes, das ausgehend vom kapitolinischen Hügel dem antiken Straßenverlauf folgt und damals Rom mit seinem Reich verband. Heute wird Rom von einem Autobahnring umschlossen (dem Grande Raccordo Anulare oder GRA), der sich etwa zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet.

Die Stadt hat mit schweren Verkehrsproblemen zu kämpfen, da das sternförmige Straßensystem den Einwohnern nur die Fahrt durch das historische Zentrum oder auf der vollgestopften Ringautobahn zur Wahl lässt. Auch das Metrosystem, das im Vergleich zu anderen Städten gleicher Größe recht klein ausfällt, verschafft keine Abhilfe. Darüber hinaus kommen in Rom auf 10.000 Einwohner nur 21 Taxis, weit weniger als in anderen europäischen Großstädten.

In einigen als verkehrsberuhigte Zone (ZTL) (Zona a Traffico Limitato) ausgezeichneten Bereichen der Innenstadt ist zu Tagesstunden nur eingeschränkter Fahrzeugverkehr möglich. Das heißt, Privatautos dürfen sie tagsüber zwischen 6 und 18 Uhr nur mit einer speziellen Ausnahmegenehmigung befahren. Die Zonen wurden wegen der chronischen Überlastung des Straßenverkehrs während der 1970er und 1980er Jahre eingerichtet. In den beiden Stadtteilen Trastevere und San Lorenzo ist hingegen der Nachtverkehr so stark, dass dort entsprechende ZTLs während der Nachtzeit eingerichtet wurden. In Testaccio ist ebenfalls eine Nachtzeit-ZTL geplant. Allerdings hat eine großzügige Praxis der Ausnahmegenehmigungen den Effekt verwässert. Ausländische Reisebusse werden in Rom mit Einfuhrgebühren bis 210 Euro (Stand 2009) zur Kasse gebeten und dürfen dann nur zeitlich befristet oder überhaupt nicht parken.

Medien

In Rom werden mehrere Tages- und Wochenzeitungen herausgegeben: La Repubblica, Il Messaggero, Il Tempo, Il Foglio, Il manifesto, liberazione.

Weiter ist die Filmstadt Cinecittà sehr bekannt für erfolgreiche Produktionen.

Die Rundfunkanstalt Radiotelevisione Italiana hat ebenfalls ihren Hauptsitz in Rom.

Filmproduktionen

Spätrömischer Offiziershelm

Die folgende Liste zeigt eine Auswahl von komplett oder teilweise in Rom gedrehten Filmen und Serien:

  • Rom, offene Stadt (Roma, città aperta), Regie: Roberto Rossellini, 1945
  • Paisà, Regie: Roberto Rossellini, 1946
  • Fahrraddiebe (Ladri di biciclette) von Vittorio de Sica nach einem Roman von Luigi Bartolini, 1948
  • Quo vadis?, Regie: Mervyn LeRoy, 1951 (in den Cinecittà-Studios)
  • Ein Herz und eine Krone (Roman Holiday), Regie: William Wyler, 1953
  • Drei Münzen im Brunnen (Three Coins in the Fountain), Regie: Jean Negulesco, 1954
  • Die Nächte der Cabiria (Le notti di Cabiria), Regie: Federico Fellini, 1957
  • Das süße Leben (La dolce vita), Regie: Federico Fellini, 1960
  • Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß (Accattone), Regie: Pier Paolo Pasolini, 1961
  • Mamma Roma, Regie: Pier Paolo Pasolini, 1962
  • Liebe 1962 (L’eclisse), Regie: Michelangelo Antonioni, 1962
  • So reisen und so lieben wir (If It’s Tuesday, This Must Be Belgium), Regie: Mel Stuart, 1969
  • Fellinis Roma (Roma), Regie: Federico Fellini, 1972
  • Liebes Tagebuch… (Caro diario), Regie: Nanni Moretti, 1993
  • Der talentierte Mr. Ripley, Regie: Anthony Minghella, 1999
  • Menschen in Rom (Gente di Roma), Regie: Ettore Scola, 2003
  • Die besten Jahre (La meglio gioventù), Regie: Marco Tullio Giordana, 2003
  • Ocean’s 12 (Ocean’s Twelve), Regie: Steven Soderbergh, 2004
  • Rom (Fernsehserie) (Rome), 2005–2007
  • Mission: Impossible III, Regie: J. J. Abrams, 2006
  • Il Divo, Regie: Paolo Sorrentino, 2008
  • Illuminati (Angels and Demons), Regie: Ron Howard, 2009
  • Habemus Papam – Ein Papst büxt aus, Regie: Nanni Moretti, 2011
  • Cäsar muss sterben (Cesare deve morire), Regie: Paolo und Vittorio Taviani, 2012
  • To Rome with Love, Regie: Woody Allen, 2012
  • Das andere Rom (Sacro GRA), Regie: Gianfranco Rosi, 2013
  • La Grande Bellezza – Die große Schönheit, Regie: Paolo Sorrentino, 2013
  • James Bond 007: Spectre, Regie: Sam Mendes, 2015
  • The Young Pope, Regie: Paolo Sorrentino, 2016
  • Suburra: Blood on Rome, Regie: Giuseppe Capotondi, Michele Placido, 2017
  • John Wick: Kapitel 2 (John Wick: Chapter 2), Regie: Chad Stahelski, 2017
  • Loro – Die Verführten, Regie: Paolo Sorrentino, 2018
  • Dogman, Regie: Matteo Garrone, 2018
  • Die zwei Päpste (The Two Popes), Regie: Fernando Meirelles, 2019
  • The New Pope, Regie: Paolo Sorrentino, 2020
  • Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins, Regie: Christopher McQuarrie, 2023