Parapsychologie

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Fotografien, die angeblich Geister oder Gespenster darstellen, waren im 19. Jahrhundert sehr beliebt.

Die Parapsychologie ist die Lehre von angeblichen übersinnlichen Phänomenen (außersinnliche Wahrnehmung, Telepathie, Präkognition, Hellsehen, Psychokinese (auch Telekinese genannt) und Psychometrie) und anderen paranormalen Behauptungen, z. B. im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen, Synchronizität, Erscheinungen usw. Da sie als Pseudowissenschaft kritisiert wird, lehnt die Mehrheit der etablierten Wissenschaftler sie ab. Die Parapsychologie wurde von den etablierten Wissenschaftlern auch deshalb kritisiert, weil viele ihrer Vertreter behaupten, ihre Studien seien plausibel, obwohl es nach mehr als einem Jahrhundert der Forschung keine überzeugenden Beweise für die Existenz psychischer Phänomene gibt.

Forschungsarbeiten zur Parapsychologie werden nur selten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht; stattdessen erscheinen die meisten Arbeiten zur Parapsychologie in einer kleinen Anzahl von Nischenzeitschriften.

Die Parapsychologie (von altgriechisch παρα- para-, deutsch ‚neben‘, und ψυχολογία psychología, deutsch ‚Seelenkunde‘) versteht sich selbst als wissenschaftlichen Forschungszweig, der angeblich jenseits des normalen Wachbewusstseins liegende psychische Fähigkeiten untersucht, die das normale Erkenntnisvermögen überschreiten, und ihre Ursachen sowie ein mögliches Leben nach dem Tod.

Die parapsychologischen Experimente benutzten Zufallsgeneratoren für den Versuch, außersinnliche Wahrnehmung, Psychokinese und Präkognition nachzuweisen. Mit sensorischer Deprivation und Ganzfeld-Versuchen wird die Möglichkeit außersinnlicher Wahrnehmung untersucht. In den Vereinigten Staaten spielten diese Tests in der Vergangenheit eine Rolle bei dem Bemühen der Geheimdienste, außersinnliche Wahrnehmung für Spionagezwecke einzusetzen. Parapsychologische Experimente werden nur an wenigen Orten auf der Welt systematisch durchgeführt, so an einigen Universitäten und privat finanzierten Instituten.

Terminologie

Der Begriff Parapsychologie wurde 1889 von dem Philosophen Max Dessoir geprägt und heißt auf Deutsch "Parapsychologie". Er wurde in den 1930er Jahren von J. B. Rhine als Ersatz für den Begriff der psychischen Forschung übernommen, um eine deutliche Hinwendung zur experimentellen Methodik und akademischen Disziplin anzuzeigen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: παρά para, was "neben" bedeutet, und Psychologie.

In der Parapsychologie ist Psi der unbekannte Faktor bei außersinnlichen Wahrnehmungen und Psychokinese-Erfahrungen, der sich nicht durch bekannte physikalische oder biologische Mechanismen erklären lässt. Der Begriff leitet sich vom griechischen ψ psi, dem 23. Buchstaben des griechischen Alphabets und dem Anfangsbuchstaben des griechischen ψυχή psyche, "Geist, Seele" ab. Der Begriff wurde von dem Biologen Bertold Wiesner geprägt und erstmals von dem Psychologen Robert Thouless in einem 1942 im British Journal of Psychology veröffentlichten Artikel verwendet.

Die Parapsychological Association unterteilt psi in zwei Hauptkategorien: psi-gamma für außersinnliche Wahrnehmung und psi-kappa für Psychokinese. In der Populärkultur ist "Psi" mehr und mehr zum Synonym für besondere übersinnliche, mentale und "psionische" Fähigkeiten und Kräfte geworden.

Geschichte

Frühe psychische Forschung

Der amerikanische Psychologe und Philosoph William James (1842–1910) gehörte mit zu den frühen Forschern auf dem Gebiet der Parapsychologie.

Die Geschichte der Parapsychologie begann 1862 mit der Gründung des Ghost Club in England, der es sich zur Aufgabe machte, Geistererscheinungen zu untersuchen. 20 Jahre später, also 1882, wurde die Society for Psychical Research (SPR) in London gegründet. Die SPR war der erste systematische Versuch, Wissenschaftler und Gelehrte in einer Organisation zu versammeln, um eine kritische und nachhaltige Erforschung paranormaler Phänomene zu gewährleisten. Zu den frühen Mitgliedern der SPR gehörten Philosophen, Gelehrte, Wissenschaftler, Pädagogen und Politiker wie Henry Sidgwick, Arthur Balfour, William Crookes, Rufus Osgood Mason und Charles Richet.

Die SPR teilte ihre Forschungsgegenstände in verschiedene Klassen ein: Telepathie, Hypnose, Reichenbachs Lebenskraft Od, Geistererscheinungen und die parapsychologischen Begleitphänomene des Spiritismus wie das Tischerücken und Materialisationen. Eine der ersten gemeinsam vollbrachten Leistungen war die „Erhebung über Sinnestäuschungen“ (Census of Hallucinations), die Geistererscheinungen und Sinnestäuschungen bei Gesunden untersuchte. Diese Erhebung war der erste Versuch der SPR, mittels statistischer Methoden paranormale Phänomene zu erfassen, und die daraus 1886 hervorgegangene Publikation „Erscheinungen Lebender“ (Phantasms of the Living) wird immer noch häufig in der parapsychologischen Literatur zitiert.

Die SPR wurde zum Vorbild für ähnliche Gesellschaften in anderen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten im späten 19. Jahrhundert. Vor allem auf Betreiben durch William James wurde die American Society for Psychical Research (ASPR) in New York 1885 gegründet.

Carl Freiherr du Prel

In Deutschland gründeten 1886 Albert Freiherr von Schrenck-Notzing und Carl du Prel die Psychologische Gesellschaft in München. Sie führte Untersuchungen zur Hypnose und zur Telekinese durch. Vor allem die gut dokumentierten Telekineseversuche in den 1920er und 1930er Jahren an der Münchener Universität, die Schrenck-Notzing im Beisein von Ärzten und Prominenten vorführte, machten die Parapsychologie in Deutschland bekannt. Bei diesen Versuchen mussten sich die Versuchspersonen vor den Tests im Beisein von Beobachtern entkleiden und umziehen und wurden bei den Versuchen oft in Käfige eingesperrt und an Händen und Füßen festgehalten.

Bevor ungewöhnliche Effekte beobachtet werden konnten, gingen oft Stunden des Wartens voraus, in denen die Versuchspersonen in eine tiefe Trance mit lebhaften körperlichen Begleitsymptomen fielen. Die „telekinetischen“ Phänomene zeigten sich dann in Form einer Spieluhr, die von selbst zu spielen begann und danach auf Zuruf des Versuchsleiters vom Medium wieder angehalten oder neu gestartet werden konnte. Von emporschwebenden Taschentüchern wurde auch berichtet. Nach solchen Vorführungen wurden die Gegenstände von den Zeugen inspiziert. Dem Medium selbst waren phosphoreszierende Armbänder und Leuchtpunkte auf die Kleidung befestigt worden, um auch bei geringer Helligkeit mögliche Täuschungsversuche erkennen zu können. Als Besonderheit dieser Trance wird ihre erotische Komponente angemerkt: Es kam mitunter zu Samenergüssen des Mediums während der Trance, was bei der nachfolgenden Kleiderkontrolle bemerkt wurde. Der Schriftsteller Thomas Mann war als prominenter Zeuge bei den telekinetischen Vorführungen Schrenck-Notzings mit dem Medium Rudi Schneider dabei und verarbeitete seine Erfahrungen in dem Roman Der Zauberberg.

Bei der Kriminalpolizei wurden ab 1919 „Telepathen“ zur Aufklärung von Verbrechen eingesetzt, um daraus Rückschlüsse über den möglichen Einsatz von Medien bei der Ermittlungsarbeit zu gewinnen: „Landesweite Schlagzeilen machte beispielsweise im Sommer 1921 die Frankfurter Wahrträumerin Minna Schmidt. Sie hatte im Fall eines Doppelmordes an zwei Bürgermeistern in Heidelberg den späteren Fundort der Leichen bestimmt …, was zum Thema für große Feuilletons … wurde.“ In der überwiegenden Mehrheit der Fälle, in denen Kriminaltelepathen eingesetzt wurden, konnten diese jedoch nichts zur Verbrechensaufklärung beitragen. Auch der Parapsychologe Hans Bender kam zu der Schlussfolgerung, dass die Angaben von Hellsehern vielleicht „parapsychologisch interessant“ seien, aber „für die Ermittlung nutzlos“. Sogar „gemeingefährlich“ sei es, wenn selbsternannte „okkulte Detektive“ sich einmischten.

Der französische Arzt Charles Richet forschte systematisch auf dem Gebiet der Parapsychologie; vor allem untersuchte er spiritistische Sitzungen, war aber auch der erste, der die statistische Methode 1895 in die Parapsychologie eingeführt hat. 1919 wurde in Frankreich das Institut Métapsychique International gegründet. Die ersten Forschungen fanden statt mit dem Medium Franek Kluski, dem nachgesagt wurde, Tiere und menschliche Formen materialisieren zu können. In den Niederlanden wurde 1920 die Studievereiniging voor Psychical Research gegründet, die ab 1921 die Zeitschrift Mededeelingen der Studievereiniging voor Psychical Research (MSPR) herausgab. 1928 begründeten Paul Dietz, Wilhelm Heinrich Carl Tenhaeff und Emil Wegelin die unabhängige Tijdschrift voor Parapsychologie (TP).

Henry Slade mit Zöllner

Im Jahr 1853 führte der Chemiker Robert Hare Experimente mit Medien durch und berichtete über positive Ergebnisse. Andere Forscher wie Frank Podmore wiesen auf Mängel in seinen Experimenten hin, wie z. B. das Fehlen von Kontrollen, um Betrug zu verhindern. Agenor de Gasparin führte frühe Experimente zum Tischkippen durch. Über einen Zeitraum von fünf Monaten im Jahr 1853 erklärte er die Experimente für erfolgreich, da sie das Ergebnis einer "ektischen Kraft" waren. Kritiker merkten an, dass die Bedingungen unzureichend waren, um eine Täuschung zu verhindern. So könnten beispielsweise die Knie der Versuchspersonen zum Bewegen des Tisches benutzt worden sein, und kein Experimentator habe gleichzeitig über und unter den Tisch geschaut.

Der deutsche Astrophysiker Johann Karl Friedrich Zöllner testete das Medium Henry Slade im Jahr 1877. Laut Zöllner waren einige der Experimente ein Erfolg. Es wurden jedoch Mängel in den Experimenten entdeckt, und Kritiker behaupteten, Slade sei ein Betrüger, der bei den Experimenten Tricks anwendete.

Frühe Hellsichtigkeitsexperimente wurden 1884 von Charles Richet berichtet. Spielkarten wurden in Umschläge gesteckt, und eine unter Hypnose stehende Versuchsperson versuchte, sie zu identifizieren. Es wurde berichtet, dass die Versuchsperson in einer Reihe von 133 Versuchen erfolgreich war, aber die Ergebnisse fielen auf das Niveau des Zufalls, als sie vor einer Gruppe von Wissenschaftlern in Cambridge durchgeführt wurden. J. M. Peirce und E. C. Pickering berichteten über ein ähnliches Experiment, bei dem sie 36 Versuchspersonen in 23.384 Versuchen prüften, die keine über dem Zufall liegenden Ergebnisse erzielten.

1881 deckte Eleanor Sidgwick die betrügerischen Methoden auf, die Geisterfotografen wie Édouard Isidore Buguet, Frederic Hudson und William H. Mumler angewandt hatten. Im späten neunzehnten Jahrhundert wurden viele betrügerische Medien von SPR-Forschern enttarnt.

Rheinische Ära

1911 wurde die Stanford University zur ersten akademischen Einrichtung in den Vereinigten Staaten, die außersinnliche Wahrnehmung (ESP) und Psychokinese (PK) in einem Labor untersuchte. Das Projekt wurde von dem Psychologen John Edgar Coover geleitet und durch Spenden von Thomas Welton Stanford, dem Bruder des Universitätsgründers, unterstützt. Nach der Durchführung von etwa 10.000 Experimenten kam Coover zu dem Schluss, dass "die statistische Auswertung der Daten keine über den Zufall hinausgehende Ursache erkennen lässt".

1930 wurde die Duke University die zweite große akademische Einrichtung in den USA, die sich mit der kritischen Untersuchung von ESP und Psychokinese im Labor beschäftigte. Unter der Leitung des Psychologen William McDougall und mit der Hilfe anderer Mitarbeiter des Fachbereichs, darunter die Psychologen Karl Zener, Joseph B. Rhine und Louisa E. Rhine, begannen Laborversuche zur ESP mit freiwilligen Probanden aus der Studentenschaft. Im Gegensatz zu den Ansätzen der psychischen Forschung, die im Allgemeinen nach qualitativen Beweisen für paranormale Phänomene suchte, boten die Experimente an der Duke University einen quantitativen, statistischen Ansatz unter Verwendung von Karten und Würfeln. Als Folge der ESP-Experimente an der Duke University entwickelten sich Standard-Laborverfahren für die Prüfung von ESP, die von interessierten Forschern in der ganzen Welt übernommen wurden.

George Estabrooks führte 1927 ein ESP-Experiment mit Karten durch. Als Versuchspersonen wurden Harvard-Studenten eingesetzt. Estabrooks fungierte als Absender, während sich der Rater in einem Nebenraum befand. Insgesamt wurden 2.300 Versuche durchgeführt. Als die Versuchspersonen in einen entfernten Raum mit Isolierung geschickt wurden, fielen die Ergebnisse auf das Zufallsniveau. Auch Versuche, das Experiment zu wiederholen, schlugen fehl.

Mit der Veröffentlichung von J. B. Rheins Buch New Frontiers of the Mind (1937) wurden die Ergebnisse des Labors einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. In seinem Buch machte Rhine den Begriff "Parapsychologie" populär, den der Psychologe Max Dessoir mehr als 40 Jahre zuvor geprägt hatte, um die in Duke durchgeführten Forschungen zu beschreiben. Rhine gründete auch ein eigenständiges parapsychologisches Labor in Duke und rief das Journal of Parapsychology ins Leben, das er gemeinsam mit McDougall herausgab.

In der frühen parapsychologischen Forschung wurden Zener-Karten in Experimenten verwendet, um die Existenz telepathischer Kommunikation oder hellseherischer bzw. präkognitiver Wahrnehmung zu testen.

Rhine hatte zusammen mit seinem Mitarbeiter Karl Zener ein statistisches Testsystem für ESP entwickelt, bei dem die Versuchspersonen raten mussten, welches von fünf möglichen Symbolen erscheinen würde, wenn sie ein speziell für diesen Zweck entworfenes Kartenspiel durchgingen. Ein Prozentsatz richtiger Vermutungen (oder Treffer), der deutlich über 20 % lag, wurde als höher als der Zufall und als Hinweis auf übersinnliche Fähigkeiten gewertet. Rhine erklärte in seinem ersten Buch, Extrasensory Perception (1934), dass er nach 90.000 Versuchen der Meinung war, dass ESP "eine tatsächliche und nachweisbare Erscheinung" sei.

Das irische Medium und die Parapsychologin Eileen J. Garrett wurde 1933 von Rhine an der Duke University mit Zener-Karten getestet. Bestimmte Symbole wurden auf die Karten gelegt und in einem Umschlag versiegelt, und sie sollte deren Inhalt erraten. Sie schnitt schlecht ab und kritisierte später die Tests, indem sie behauptete, den Karten fehle eine psychische Energie, die als "Energiestimulus" bezeichnet wurde, und sie könne keine Hellsichtigkeit auf Bestellung ausführen. Der Parapsychologe Samuel Soal und seine Kollegen testeten Garrett im Mai 1937. Die meisten der Experimente wurden im Psychologischen Labor des University College London durchgeführt. Insgesamt wurden über 12.000 Vermutungen aufgezeichnet, aber Garrett schaffte es nicht, über das Zufallsniveau hinauszukommen. In seinem Bericht schrieb Soal: "Im Fall von Mrs. Eileen Garrett finden wir nicht die geringste Bestätigung für die bemerkenswerten Behauptungen von J. B. Rhine bezüglich ihrer angeblichen Fähigkeiten zur außersinnlichen Wahrnehmung. Sie hat nicht nur versagt, als ich die Leitung der Experimente übernahm, sondern auch, als vier andere sorgfältig ausgebildete Experimentatoren meinen Platz einnahmen."

Die parapsychologischen Experimente in Duke riefen viel Kritik von Akademikern und anderen hervor, die die Konzepte und Beweise der ESP anzweifelten. Mehrere psychologische Abteilungen versuchten, die Experimente von Rhine zu wiederholen, ohne Erfolg. W. S. Cox (1936) von der Princeton University führte mit 132 Probanden 25.064 Versuche in einem ESP-Experiment mit Spielkarten durch. Cox kam zu dem Schluss: "Es gibt keine Beweise für außersinnliche Wahrnehmung, weder beim 'Durchschnittsmenschen' noch bei der untersuchten Gruppe oder bei einem bestimmten Individuum dieser Gruppe. Die Diskrepanz zwischen diesen Ergebnissen und denen von Rhine ist entweder auf unkontrollierbare Faktoren in der Versuchsdurchführung oder auf die Unterschiedlichkeit der Versuchspersonen zurückzuführen." Vier andere psychologische Abteilungen konnten die Ergebnisse von Rhine nicht wiederholen. James Charles Crumbaugh gelang es auch nach Tausenden von Kartenversuchen nicht, die Ergebnisse von Rhine zu duplizieren.

Hubert Pearce mit J. B. Rhine

1938 schrieb der Psychologe Joseph Jastrow, dass viele der von Rhine und anderen Parapsychologen gesammelten Beweise für außersinnliche Wahrnehmung anekdotisch, voreingenommen und zweifelhaft seien und das Ergebnis "fehlerhafter Beobachtung und bekannter menschlicher Schwächen". Die Experimente von Rhine wurden diskreditiert, weil man entdeckte, dass alle seine Ergebnisse durch sensorische Leckagen oder Betrug zustande kamen, z. B. dass die Versuchspersonen die Symbole auf der Rückseite der Karten lesen konnten und in der Lage waren, den Experimentator zu sehen und zu hören, um subtile Hinweise zu erkennen.

Der Illusionist Milbourne Christopher schrieb Jahre später, dass es seiner Meinung nach "mindestens ein Dutzend Möglichkeiten gibt, wie eine Versuchsperson, die unter den von Rhine beschriebenen Bedingungen betrügen wollte, den Versuchsleiter täuschen könnte". Als Rhine als Reaktion auf die Kritik an seinen Methoden Vorsichtsmaßnahmen ergriff, konnte er keine Probanden mit hohen Punktzahlen finden. Ein weiterer Vorwurf, der u. a. von dem Chemiker Irving Langmuir erhoben wurde, war der einer selektiven Berichterstattung. Langmuir erklärte, dass Rhine die Ergebnisse von Probanden, bei denen er den Verdacht hegte, dass sie sich absichtlich verschätzt hatten, nicht mitteilte und dass dies seiner Meinung nach die statistischen Ergebnisse stärker verzerrte, als sie hätten sein müssen.

Rhine und seine Kollegen versuchten, diesen Kritikpunkten durch neue Experimente zu begegnen, die sie in dem Buch Extrasensory Perception After Sixty Years (1940) beschrieben. Rhine beschrieb drei Experimente, das Pearce-Pratt-Experiment, das Pratt-Woodruff-Experiment und die Ownbey-Zirkle-Reihe, die seiner Meinung nach die ESP bewiesen. C. E. M. Hansel schrieb jedoch: "Es ist jetzt bekannt, dass jedes Experiment schwerwiegende Fehler enthielt, die bei der Untersuchung durch die Autoren von Extra-Sensory Perception After Sixty Years nicht bemerkt wurden". Joseph Gaither Pratt war der Co-Experimentator bei den Experimenten von Pearce-Pratt und Pratt-Woodruff auf dem Duke Campus. Hansel besuchte den Campus, auf dem die Experimente stattfanden, und stellte fest, dass die Ergebnisse durch die Anwendung eines Tricks zustande gekommen sein könnten und daher nicht als Beweis für ESP gelten können.

Im Jahr 1957 schrieben Rhine und Joseph Gaither Pratt das Buch Parapsychology: Frontier Science of the Mind. Aufgrund der methodischen Probleme verwenden Parapsychologen keine Kartenspielstudien mehr. Auch Rheins Experimente zur Psychokinese (PK) wurden kritisiert. John Sladek schrieb:

Bei seinen Untersuchungen wurden Würfel verwendet, die die Versuchspersonen auf eine bestimmte Weise fallen ließen. Würfel können nicht nur gebohrt, rasiert, falsch nummeriert und manipuliert werden, sondern auch gerade Würfel zeigen auf lange Sicht oft Verzerrungen. In Casinos werden aus diesem Grund häufig Würfel ausgemustert, aber in Duke versuchten die Probanden über lange Versuchsreihen hinweg immer wieder denselben Effekt mit denselben Würfeln zu erzielen. Es überrascht nicht, dass PK in Duke auftrat und nirgendwo sonst.

Mr. Zirkle und Miss Ownbey

Das Ownbey-Zirkle-ESP-Experiment in Duke wurde von Parapsychologen und Skeptikern kritisiert. Ownbey versuchte, ESP-Symbole an Zirkle zu senden, der sie erraten sollte. Die beiden wurden in benachbarten Räumen untergebracht, wo sie sich nicht sehen konnten, und ein elektrischer Ventilator verhinderte, dass die beiden über Sinneseindrücke miteinander kommunizierten. Ownbey klopfte Zirkle mit einer Telegrafentaste, um ihm mitzuteilen, wann sie ihm ein Symbol senden wollte. Die Tür, die die beiden Räume trennte, stand während des Experiments offen, und nach jeder Vermutung rief Zirkle seine Vermutung Ownbey zu, die seine Wahl aufzeichnete. Kritiker wiesen darauf hin, dass das Experiment fehlerhaft war, da Ownbey sowohl als Absender als auch als Versuchsleiter fungierte und niemand das Experiment kontrollierte, so dass Ownbey durch die Kommunikation mit Zirkle hätte schummeln oder Aufnahmefehler machen können.

Das Turner-Ownbey-Ferntelepathie-Experiment wurde mit Mängeln behaftet entdeckt. May Frances Turner positionierte sich im Duke Parapsychology Laboratory, während Sara Ownbey behauptete, Übertragungen in einer Entfernung von 250 Meilen zu empfangen. Bei dem Experiment dachte Turner an ein Symbol und schrieb es auf, während Ownbey ihre Vermutungen aufschrieb. Die Ergebnisse waren sehr erfolgreich und beide Aufzeichnungen sollten an J. B. Rhine geschickt werden, Ownbey schickte sie jedoch an Turner. Kritiker wiesen darauf hin, dass dies die Ergebnisse ungültig machte, da sie einfach ihre eigene Aufzeichnung hätte schreiben können, um mit der anderen übereinzustimmen. Als das Experiment wiederholt wurde und die Aufzeichnungen an Rhine geschickt wurden, fielen die Ergebnisse auf den Durchschnitt.

Ein berühmtes ESP-Experiment an der Duke University wurde von Lucien Warner und Mildred Raible durchgeführt. Die Versuchsperson wurde in einem Raum eingeschlossen, in dem ein Schalter eine Signallampe steuerte, die sie zum Erraten der Karte betätigen konnte. In zehn Durchläufen mit ESP-Kartenpaketen erzielte sie 93 Treffer (43 mehr als der Zufall). Später wurden Schwachstellen des Experiments entdeckt. Die Dauer des Lichtsignals konnte variiert werden, so dass die Versuchsperson bestimmte Symbole abrufen konnte, und bestimmte Symbole tauchten in dem Experiment viel häufiger auf als andere, was entweder auf eine schlechte Mischung oder eine Manipulation der Karten hindeutete. Das Experiment wurde nicht wiederholt.

Die Verwaltung von Duke zeigte sich der Parapsychologie gegenüber immer weniger aufgeschlossen, und nach Rhine's Pensionierung im Jahr 1965 wurden die parapsychologischen Verbindungen zur Universität abgebrochen. Rhine gründete später die Foundation for Research on the Nature of Man (FRNM) und das Institut für Parapsychologie als Nachfolger des Duke-Labors. Im Jahr 1995, dem hundertsten Jahrestag von Rheins Geburt, wurde die FRNM in Rhine Research Center umbenannt. Heute ist das Rhine Research Center eine Forschungseinheit für Parapsychologie, die nach eigenen Angaben darauf abzielt, "die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, indem sie ein wissenschaftliches Verständnis jener Fähigkeiten und Empfindungen schafft, die die gewöhnlichen Grenzen von Raum und Zeit zu überschreiten scheinen".

Gründung der Parapsychologischen Vereinigung

In Deutschland wurde 1950 das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg im Breisgau von dem Parapsychologen Hans Bender gegründet. Schwerpunkte waren damals die Erforschung von Spukfällen sowie Laborversuche zu außersinnlicher Wahrnehmung und Psychokinese. Heute beschäftigt sich das Institut „mit der systematischen und interdisziplinären Erforschung von bisher unzureichend verstandenen Phänomenen und Anomalien an den Grenzen unseres Wissens. Dazu zählen veränderte Bewusstseinszustände und Erfahrungsbereiche, psychophysische Beziehungen sowie deren soziale, kulturelle und historische Kontexte aus den Perspektiven von Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften.“

Die Parapsychologische Vereinigung („Parapsychological Association“, abgekürzt PA) wurde in Durham, North Carolina am 19. Juni 1957 gegründet. Ihre Bildung wurde durch J. B. Rhine bei einer Tagung im Parapsychologischen Labor der Duke-Universität angeregt. Rhine wünschte sich, dass die Vereinigung zum Keim einer internationalen professionellen Gesellschaft der Parapsychologie werde. Das Ziel der Vereinigung war laut der Satzung, dass „die Parapsychologie zu einer Wissenschaft aufsteigt, neue Erkenntnisse in ihrem Bereich verbreitet und die Entdeckungen mit den Erkenntnissen anderer Wissenschaftsbereiche verknüpft“.

1969 wurde die Parapsychologische Vereinigung in die American Association for the Advancement of Science (AAAS) aufgenommen, die größte wissenschaftliche Gesellschaft weltweit. Zehn Jahre später verlangte der Physiker John A. Wheeler, dass die AAAS die weitere Mitgliedschaft der Parapsychologischen Vereinigung überprüfen müsse mit der Begründung, die Parapsychologie sei eine Pseudowissenschaft. Wheeler scheiterte jedoch mit seinem Versuch, die Parapsychologische Vereinigung aus der AAAS auszuschließen. Heute besteht die Parapsychologische Vereinigung aus 109 Vollmitgliedern weltweit und ist weiterhin Mitglied in der AAAS.

Stargate-Projekt

In den frühen 1950er Jahren begann die CIA mit umfangreichen Forschungen im Bereich der Verhaltenstechnik. Die Erkenntnisse aus diesen Experimenten führten zur Gründung des Stargate-Projekts, das sich mit der ESP-Forschung für die US-Regierung befasste.

Das Stargate-Projekt wurde 1995 mit der Feststellung eingestellt, dass es für nachrichtendienstliche Operationen nie von Nutzen war. Die Informationen waren vage und enthielten eine Menge irrelevanter und fehlerhafter Daten. Es bestand auch der Verdacht, dass die Forschungsleiter ihre Projektberichte an die bekannten Hintergrundinformationen angepasst hatten.

1970er und 1980er Jahre

Die Angliederung der Parapsychological Association (PA) an die American Association for the Advancement of Science und die allgemeine Aufgeschlossenheit gegenüber übersinnlichen und okkulten Phänomenen in den 1970er Jahren führten zu einem Jahrzehnt der verstärkten parapsychologischen Forschung. In dieser Zeit wurden auch andere ähnliche Organisationen gegründet, darunter die Academy of Parapsychology and Medicine (1970), das Institute of Parascience (1971), die Academy of Religion and Psychical Research, das Institute of Noetic Sciences (1973), die International Kirlian Research Association (1975) und das Princeton Engineering Anomalies Research Laboratory (1979). In dieser Zeit wurde auch am Stanford Research Institute (SRI) parapsychologische Arbeit geleistet.

Der Bereich der Parapsychologie wurde in diesen Jahren erweitert. Der Psychiater Ian Stevenson führte in den 1970er Jahren einen Großteil seiner Forschungen zur Reinkarnation durch, und 1974 wurde die zweite Auflage seiner Twenty Cases Suggestive of Reincarnation veröffentlicht. Die Psychologin Thelma Moss widmete sich im parapsychologischen Labor der UCLA dem Studium der Kirlianfotografie. Der Zustrom von spirituellen Lehrern aus Asien und ihre Behauptungen über Fähigkeiten, die durch Meditation hervorgerufen werden, führten zu Forschungen über veränderte Bewusstseinszustände. Der Forschungsdirektor der American Society for Psychical Research, Karlis Osis, führte Experimente zu außerkörperlichen Erfahrungen durch. Der Physiker Russell Targ prägte 1974 den Begriff Remote Viewing für einige seiner Arbeiten am SRI.

Der Aufschwung der paranormalen Forschung hielt bis in die 1980er Jahre an: Die Parapsychological Association meldete Mitglieder, die in mehr als 30 Ländern arbeiteten. In Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion wurden beispielsweise Forschungen durchgeführt und regelmäßig Konferenzen abgehalten, obwohl der Begriff Parapsychologie zugunsten des Begriffs Psychotronik verworfen wurde. Der wichtigste Förderer der Psychotronik war der tschechische Wissenschaftler Zdeněk Rejdák, der sie als eine physikalische Wissenschaft bezeichnete, Konferenzen organisierte und den Vorsitz der Internationalen Vereinigung für Psychotronikforschung innehatte.

1985 wurde am Fachbereich Psychologie der Universität Edinburgh ein Lehrstuhl für Parapsychologie eingerichtet, der an Robert Morris, einen experimentellen Parapsychologen aus den Vereinigten Staaten, vergeben wurde. Morris und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden forschten zu Themen der Parapsychologie.

Moderne Ära

Bernard Carr, past president of the Society for Psychical Research
Bernard Carr (Astronom), ehemaliger Präsident der Gesellschaft für Psychische Forschung

Seit den 1980er Jahren hat die zeitgenössische parapsychologische Forschung in den Vereinigten Staaten stark nachgelassen. Die frühe Forschung galt als nicht schlüssig, und die Parapsychologen stießen bei ihren akademischen Kollegen auf starken Widerstand. Einige Effekte, die als paranormal galten, wie z. B. die Effekte der Kirlian-Fotografie (von denen einige glaubten, dass sie eine menschliche Aura darstellen), verschwanden unter strengeren Kontrollen, so dass diese Forschungszweige in eine Sackgasse gerieten. Der Großteil der parapsychologischen Forschung in den USA ist heute auf private Einrichtungen beschränkt, die von privaten Quellen finanziert werden. Das Princeton Engineering Anomalies Research Laboratory (PEAR), das sich mit der Erforschung der Psychokinese befasste, wurde 2007 nach 28-jähriger Forschungstätigkeit geschlossen.

Zwei Universitäten in den Vereinigten Staaten verfügen derzeit über akademische Parapsychologie-Labors. Die Abteilung für Wahrnehmungsstudien an der Abteilung für psychiatrische Medizin der Universität von Virginia untersucht die Möglichkeit des Weiterlebens des Bewusstseins nach dem Tod des Körpers, Nahtoderfahrungen und außerkörperliche Erfahrungen. Gary Schwartz vom Veritas Laboratory der Universität von Arizona führte Laboruntersuchungen an Medien durch, die von wissenschaftlichen Skeptikern kritisiert wurden. Mehrere private Einrichtungen, darunter das Institute of Noetic Sciences, betreiben und fördern parapsychologische Forschung.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben einige neue Finanzierungsquellen für die Parapsychologie in Europa zu einem "beträchtlichen Anstieg der parapsychologischen Forschung in Europa geführt, so dass sich der Schwerpunkt des Bereichs von den Vereinigten Staaten nach Europa verlagert hat". Von allen Nationen hat das Vereinigte Königreich die größte Anzahl aktiver Parapsychologen. Im Vereinigten Königreich arbeiten die Forscher in herkömmlichen Psychologieabteilungen und führen auch Studien in der Mainstream-Psychologie durch, um "ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen und zu zeigen, dass ihre Methoden solide sind". Es wird vermutet, dass dieser Ansatz der Grund für die relative Stärke der Parapsychologie in Großbritannien sein könnte.

Im Jahr 2007 ist die parapsychologische Forschung in etwa 30 Ländern vertreten, und eine Reihe von Universitäten weltweit führen akademische Parapsychologieprogramme durch. Dazu gehören die Koestler Parapsychology Unit an der Universität Edinburgh, die Parapsychology Research Group an der Liverpool Hope University (die im April 2011 geschlossen wurde), das SOPHIA-Projekt an der Universität von Arizona, die Consciousness and Transpersonal Psychology Research Unit der Liverpool John Moores University, das Center for the Study of Anomalous Psychological Processes an der Universität Northampton und die Anomalistic Psychology Research Unit an der Goldsmiths University of London.

Zu den Forschungs- und Berufsorganisationen gehören die Parapsychological Association, die Society for Psychical Research, Herausgeberin des Journal of Society for Psychical Research, die American Society for Psychical Research, Herausgeberin des Journal of the American Society for Psychical Research (zuletzt 2004 erschienen), das Rhine Research Center and Institute for Parapsychology, Herausgeberin des Journal of Parapsychology, die Parapsychology Foundation, die das International Journal of Parapsychology (zwischen 1959 und 1968 sowie 2000-2001) herausgab, und das Australian Institute of Parapsychological Research, Herausgeberin des Australian Journal of Parapsychology. Das European Journal of Parapsychology stellte 2010 sein Erscheinen ein.

Die parapsychologische Forschung hat auch andere Teildisziplinen der Psychologie einbezogen. Zu diesen verwandten Bereichen gehören die transpersonale Psychologie, die sich mit transzendenten oder spirituellen Aspekten des menschlichen Geistes befasst, und die anomalistische Psychologie, die paranormale Überzeugungen und subjektive anomale Erfahrungen mit traditionellen psychologischen Begriffen untersucht.

In Deutschland wird parapsychologische Forschung gegenwärtig neben dem Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) unter der Leitung von Dieter Vaitl auch an der von Walter von Lucadou geleiteten Parapsychologischen Beratungsstelle in Freiburg betrieben; die Parapsychologische Beratungsstelle bietet ein Beratungsangebot für Menschen, die behaupten, ungewöhnliche, paranormale, okkulte oder unerklärliche Erfahrungen gemacht zu haben.

Forschung

Bereich

Parapsychologen untersuchen eine Reihe angeblicher paranormaler Phänomene, darunter u. a:

  • Telepathie: Übertragung von Gedanken- oder Gefühlsinformationen zwischen Personen mit anderen Mitteln als den fünf klassischen Sinnen.
  • Präkognition: Wahrnehmung von Informationen über zukünftige Orte oder Ereignisse, bevor sie eintreten.
  • Hellsichtigkeit: Erlangung von Informationen über Orte oder Ereignisse an entfernten Orten mit Mitteln, die der heutigen Wissenschaft unbekannt sind.
  • Psychokinese: Die Fähigkeit des Geistes, Materie, Zeit, Raum oder Energie mit Mitteln zu beeinflussen, die der gegenwärtigen Wissenschaft unbekannt sind.
  • Nahtoderfahrungen: Eine Erfahrung, die von einer Person berichtet wird, die fast gestorben ist oder die den klinischen Tod erlebt hat und dann wiederbelebt wurde.
  • Reinkarnation: Die Wiedergeburt einer Seele oder eines anderen nicht-physischen Aspekts des menschlichen Bewusstseins in einem neuen physischen Körper nach dem Tod.
  • Apparitionelle Erfahrungen: Phänomene, die häufig Geistern zugeschrieben werden und die an Orten auftreten, an denen sich eine verstorbene Person aufgehalten haben soll, oder in Verbindung mit den früheren Gegenständen der Person.

Die Definitionen der oben genannten Begriffe entsprechen nicht unbedingt dem allgemeinen Sprachgebrauch und auch nicht den Meinungen aller Parapsychologen und ihrer Kritiker.

Nach Angaben der Parapsychological Association untersuchen Parapsychologen nicht alle paranormalen Phänomene und befassen sich auch nicht mit Astrologie, UFOs, Kryptozoologie, Heidentum, Vampiren, Alchemie oder Hexerei.

Zu den Zeitschriften, die sich mit Parapsychologie befassen, gehören das Journal of Parapsychology, Journal of Near-Death Studies, Journal of Consciousness Studies, Journal of the Society for Psychical Research und Journal of Scientific Exploration.

Bei der Untersuchung scheinbar paranormaler Phänomene stellt sich unter strengen Experimentalbedingungen immer wieder heraus, dass es sich um normal erklärbare Erscheinungen handelt. Lassen sich parapsychologische Erscheinungen nicht erklären, wird, sofern sich Massenexperimente durchführen lassen, mittels der statistischen Parapsychologie versucht nachzuweisen, dass die Erscheinungen reiner Zufall sind.

Experimentelle Forschung

Ganzfeld

Das Ganzfeld ist eine Technik, mit der Personen auf Telepathie getestet werden. Die Technik - eine Form des moderaten sensorischen Entzugs - wurde entwickelt, um mentale "Geräusche" schnell zum Schweigen zu bringen, indem milde, ungemusterte Reize auf die visuellen und auditiven Sinne ausgeübt werden. Der Sehsinn wird in der Regel isoliert, indem ein sanftes rotes Leuchten erzeugt wird, das durch halbe Tischtennisbälle, die über die Augen des Empfängers gelegt werden, verbreitet wird. Der Gehörsinn wird in der Regel durch weißes Rauschen, statisches Rauschen oder ähnliche Geräusche blockiert, die dem Probanden vorgespielt werden. Die Versuchsperson sitzt außerdem in einer zurückgelehnten, bequemen Position, um den Tastsinn zu minimieren.

Bei einem typischen Ganzfeld-Experiment werden ein "Sender" und ein "Empfänger" isoliert. Der Empfänger wird in den Ganzfeld-Zustand bzw. den Ganzfeld-Effekt versetzt, und dem Sender wird ein Videoclip oder ein Standbild gezeigt und er wird gebeten, dieses Bild mental an den Empfänger zu senden. Der Empfänger wird aufgefordert, während er sich im Ganzfeld befindet, alle mentalen Prozesse, einschließlich Bilder, Gedanken und Gefühle, kontinuierlich laut auszusprechen. Am Ende des Sendezeitraums, der in der Regel 20 bis 40 Minuten dauert, wird der Empfänger aus dem Ganzfeld-Zustand herausgeholt und bekommt vier Bilder oder Videos gezeigt, von denen eines das echte Ziel ist und drei nicht zum Ziel gehörende Köder sind. Der Empfänger versucht, das wahre Ziel auszuwählen, wobei er die während des Ganzfeld-Zustands erlebten Wahrnehmungen als Anhaltspunkte dafür verwendet, was das mental "gesendete" Bild gewesen sein könnte.

Teilnehmer an einem Ganzfeld-Experiment. Befürworter behaupten, solche Experimente hätten Beweise für Telepathie erbracht, während Kritiker wie Ray Hyman darauf hinweisen, dass sie nicht unabhängig wiederholt werden konnten.

Die von Ray Hyman und Charles Honorton untersuchten Ganzfeld-Experimente wiesen methodische Probleme auf, die gut dokumentiert sind. Honorton berichtete, dass nur 36 % der Studien doppelte Zielbildsätze verwendeten, um die Handhabung von Hinweisen zu vermeiden. Hyman entdeckte Mängel in allen 42 Ganzfeld-Experimenten und entwickelte zur Bewertung der einzelnen Experimente eine Reihe von 12 Kategorien von Mängeln. Sechs davon betrafen statistische Mängel, die anderen sechs umfassten verfahrenstechnische Mängel wie unzureichende Dokumentation, Randomisierung und Sicherheit sowie die Möglichkeit eines sensorischen Lecks. Bei mehr als der Hälfte der Studien wurden keine Vorkehrungen gegen sensorische Leckagen getroffen, und alle Studien enthielten mindestens einen der 12 Mängel. Aufgrund dieser Mängel stimmte Honorton mit Hyman überein, dass die 42 Ganzfeld-Studien die Behauptung der Existenz von Psi nicht stützen können.

Zu den möglichen sensorischen Leckagen in den Ganzfeld-Experimenten gehörten, dass die Empfänger hörten, was im Zimmer des Senders nebenan vor sich ging, da die Räume nicht schalldicht waren, und dass die Fingerabdrücke des Senders auf dem Zielobjekt für den Empfänger sichtbar waren. Hyman überprüfte die Autoganzfeld-Experimente und entdeckte ein Muster in den Daten, das darauf hindeutete, dass ein visueller Hinweis stattgefunden haben könnte. Hyman schrieb, die Autoganzfeld-Experimente seien fehlerhaft, weil sie die Möglichkeit eines sensorischen Lecks nicht ausschließen.

Im Jahr 2010 analysierten Lance Storm, Patrizio Tressoldi und Lorenzo Di Risio 29 Ganzfeld-Studien aus den Jahren 1997 bis 2008. Von den 1.498 Versuchen ergaben 483 Treffer, was einer Trefferquote von 32,2 % entspricht. Diese Trefferquote ist mit p < .001 statistisch signifikant. Teilnehmer, die aufgrund von Persönlichkeitsmerkmalen und persönlichen Eigenschaften ausgewählt wurden, von denen man annimmt, dass sie psiförderlich sind, schnitten in der Ganzfeld-Bedingung signifikant besser ab als unselektierte Teilnehmer. Hyman (2010) veröffentlichte eine Widerlegung von Storm et al. Laut Hyman ist "der Rückgriff auf Meta-Analysen als einzige Grundlage für die Rechtfertigung der Behauptung, dass eine Anomalie existiert und dass die Beweise dafür konsistent und replizierbar sind, ein Trugschluss. Sie verzerrt das, was Wissenschaftler mit bestätigenden Beweisen meinen." Hyman schrieb, dass die Ganzfeld-Studien nicht unabhängig repliziert wurden und keine Beweise für Psi erbrachten. Storm et al. veröffentlichten eine Antwort auf Hyman, in der sie feststellten, dass sich das Ganzfeld-Experimentaldesign als konsistent und zuverlässig erwiesen hat, dass die Parapsychologie eine kämpfende Disziplin ist, die nicht viel Aufmerksamkeit erhalten hat, und dass daher weitere Forschung zu diesem Thema notwendig ist. Rouder et al. 2013 schrieben, dass die kritische Auswertung der Meta-Analyse von Storm et al. keine Beweise für Psi, keinen plausiblen Mechanismus und ausgelassene Replikationsfehler aufzeigt.

Parapsychologen wie Dean Radin, Charles Honorton und Daryl J. Bem berichten, dass in den Ganzfeld-Versuchen – weltweit wurden ca. 3000 Sitzungen von rund zwei Dutzend Versuchsleitern durchgeführt – überdurchschnittlich oft vom „Empfänger“ das Bild oder Video ausgewählt wurde, das vorher auch „gesendet“ wurde. Da Metaanalysen, die viele Ganzfeld-Studien berücksichtigen, eine hohe Signifikanz für diese Versuchsreihen feststellen, gab es wiederholt Debatten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, wie diese Ergebnisse angemessen interpretiert werden könnten.

Fernwahrnehmung

Russell Targ, co-founder of the Stargate Project
Russell Targ, Mitbegründer des Stargate-Projekts

Unter Remote Viewing versteht man die Suche nach Eindrücken über ein entferntes oder ungesehenes Ziel mit subjektiven Mitteln, insbesondere außersinnlicher Wahrnehmung. In der Regel wird von einem Remote Viewer erwartet, dass er Informationen über ein Objekt, ein Ereignis, eine Person oder einen Ort liefert, der dem physischen Blick verborgen ist und sich in einiger Entfernung befindet. In den letzten 25 Jahren haben Forscher mehrere hundert solcher Versuche durchgeführt, unter anderem vom Princeton Engineering Anomalies Research Laboratory (PEAR) und von Wissenschaftlern des SRI International und der Science Applications International Corporation. Viele davon wurden von der US-Regierung im Rahmen des Spionageprogramms Stargate Project in Auftrag gegeben, das 1995 eingestellt wurde, da es keinen praktischen nachrichtendienstlichen Nutzen nachweisen konnte.

Die Psychologen David Marks und Richard Kammann versuchten, die Remote-Viewing-Experimente von Russell Targ und Harold Puthoff zu wiederholen, die in den 1970er Jahren am Stanford Research Institute durchgeführt worden waren. In einer Reihe von 35 Studien gelang es ihnen nicht, die Ergebnisse zu wiederholen, was sie dazu veranlasste, den Ablauf der ursprünglichen Experimente zu untersuchen. Marks und Kammann entdeckten, dass die Notizen, die den Richtern in den Experimenten von Targ und Puthoff ausgehändigt wurden, Hinweise auf die Reihenfolge enthielten, in der sie durchgeführt wurden, z. B. einen Verweis auf die beiden Ziele von gestern, oder dass das Datum der Sitzung oben auf der Seite stand. Sie schlossen daraus, dass diese Hinweise der Grund für die hohen Trefferquoten des Experiments waren. Marks war in der Lage, eine 100-prozentige Trefferquote zu erzielen, ohne selbst eine der Seiten zu besuchen, sondern indem er Hinweise verwendete. James Randi schrieb in Zusammenarbeit mit mehreren anderen Forschern kontrollierte Tests, wobei er mehrere Quellen von Hinweisen und fremden Beweisen, die in den ursprünglichen Tests vorhanden waren, eliminierte; Randis kontrollierte Tests ergaben negative Ergebnisse. Die Studenten waren auch in der Lage, die Aufgaben von Puthoff und Targ anhand der Hinweise zu lösen, die versehentlich in die Abschriften aufgenommen worden waren.

Im Jahr 1980 behauptete Charles Tart, dass eine erneute Auswertung der Protokolle eines der Experimente von Targ und Puthoff ein über dem Zufall liegendes Ergebnis ergab. Targ und Puthoff weigerten sich erneut, Kopien der Protokolle zur Verfügung zu stellen, und erst im Juli 1985 wurden sie für Studien zur Verfügung gestellt, als entdeckt wurde, dass sie immer noch sensorische Hinweise enthielten. Marks und Christopher Scott (1986) schrieben: "Wenn man bedenkt, wie wichtig es für die Remote-Viewing-Hypothese ist, angemessene Hinweise zu entfernen, scheint Tarts Versagen, diese grundlegende Aufgabe zu erfüllen, unverständlich. Wie bereits festgestellt, wurde in den von Puthoff und Targ durchgeführten Experimenten kein Remote Viewing nachgewiesen, sondern nur das wiederholte Versagen der Forscher bei der Entfernung von sensorischen Hinweisen."

PEAR schloss seine Pforten Ende Februar 2007. Sein Gründer, Robert G. Jahn, sagte dazu: "28 Jahre lang haben wir das getan, was wir tun wollten, und es gibt keinen Grund, weiterzumachen und noch mehr von denselben Daten zu erzeugen." Andere Parapsychologen und Wissenschaftler haben statistische Schwächen in seiner Arbeit festgestellt. Der Physiker Robert L. Park sagte über PEAR: "Es war eine Blamage für die Wissenschaft und ich denke, eine Blamage für Princeton".

Fernwahrnehmungsversuche (Remote viewing) testen die Fähigkeit, an Informationen über ein entferntes Objekt zu gelangen, das der körperlichen Wahrnehmung der Versuchsperson nicht zugänglich ist. Dabei versucht die Versuchsperson beispielsweise ein an einem entfernten Ort platziertes Foto zu beschreiben; es existieren aber verschiedene Methoden der analytischen Auswertung solcher Versuche. Ein Verfahren besteht darin, sieben Zielfotos und sieben „Antworten“ der Versuchsperson einem unabhängigen Dritten vorzugeben, der dann das richtige Foto und die richtige Antwort der Versuchsperson dazu bestimmen soll.

Psychokinese bei Zufallszahlengeneratoren

Das Aufkommen leistungsfähiger und kostengünstiger Elektronik- und Computertechnologien hat die Entwicklung vollautomatischer Experimente zur Untersuchung möglicher Wechselwirkungen zwischen Geist und Materie ermöglicht. Beim häufigsten Experiment dieser Art erzeugt ein Zufallszahlengenerator (RNG), der auf elektronischem oder radioaktivem Rauschen basiert, einen Datenstrom, der von einer Computersoftware aufgezeichnet und analysiert wird. Eine Versuchsperson versucht, die Verteilung der Zufallszahlen mental zu verändern, in der Regel in einer Versuchsanordnung, die funktionell dem Werfen einer Münze entspricht, bei der mehr Kopf als Zahl herauskommt. Beim RNG-Experiment kann die Flexibilität des Versuchsplans mit strengen Kontrollen kombiniert werden, während gleichzeitig eine große Menge an Daten in sehr kurzer Zeit gesammelt wird. Diese Technik wurde sowohl für die Prüfung von Einzelpersonen auf Psychokinese als auch für die Prüfung des möglichen Einflusses großer Personengruppen auf RNGs verwendet.

Seit ihrem Erscheinen in der Zeitschrift Foundations of Physics im Jahr 1986 wurden alle paar Jahre größere Meta-Analysen der RNG-Datenbank veröffentlicht. PEAR-Gründer Robert G. Jahn und seine Kollegin Brenda Dunne sagen, dass die Experimente "einen sehr kleinen Effekt" ergaben, der nicht groß genug war, um bei einem kurzen Experiment beobachtet zu werden, aber bei einer großen Anzahl von Versuchen zu einer winzigen statistischen Abweichung vom Zufall führte. Laut Massimo Pigliucci lassen sich die PEAR-Ergebnisse erklären, ohne das Paranormale heraufzubeschwören, da es zwei Probleme mit dem Experiment gibt: "die Schwierigkeit, Maschinen zu entwickeln, die in der Lage sind, echte Zufallsereignisse zu erzeugen, und die Tatsache, dass die statistische "Signifikanz" überhaupt kein gutes Maß für die Bedeutung oder Echtheit eines Phänomens ist." Pigluicci hat geschrieben, dass die statistische Analyse, die von der Jahn- und der PEAR-Gruppe verwendet wurde, auf einer Größe beruhte, die als "p-Wert" bezeichnet wird. Ein Problem mit p-Werten ist jedoch, dass man, wenn die Stichprobengröße (Anzahl der Versuche) sehr groß ist wie bei PEAR, garantiert künstlich niedrige p-Werte findet, die auf ein statistisch "signifikantes" Ergebnis hinweisen, obwohl nichts anderes als kleine Verzerrungen in der Versuchsapparatur auftraten.

Zwei deutschen unabhängigen wissenschaftlichen Gruppen ist es nicht gelungen, die PEAR-Ergebnisse zu wiederholen. Pigliucci schrieb, dies sei "ein weiteres Indiz dafür, dass die einfachste Hypothese wahrscheinlich zutrifft: Es gab nichts zu wiederholen." Die jüngste Meta-Analyse zur Psychokinese wurde im Psychological Bulletin veröffentlicht, zusammen mit mehreren kritischen Kommentaren. Darin wurden die Ergebnisse von 380 Studien analysiert; die Autoren berichteten über eine insgesamt positive Effektgröße, die zwar statistisch signifikant, aber im Verhältnis zur Stichprobengröße sehr gering war und im Prinzip durch Publikationsverzerrungen erklärt werden könnte.

Bei Versuchen zu Vorausahnungen (Präkognition) werden einer Testperson auf einem Bildschirm per Zufallsprinzip und in unregelmäßigem Abstand beruhigende oder erregende Bilder gezeigt. Dazu wird ein echter Zufallsgenerator verwendet, wodurch sichergestellt wird, dass die Darbietung keinem berechenbaren Muster folgt. Eine Sonde an der Hautoberfläche misst den Hautwiderstand, der sich bei Erregung verändert. Sowohl die Bilder in ihrer Reihenfolge als auch die Veränderungen des Hautwiderstandes werden aufgezeichnet und hinterher ausgewertet. Bei einem solchen Experiment wurde beobachtet, dass es bereits zu Veränderungen im Hautwiderstand wenige Sekunden vorher kam, bevor die entsprechenden Bilder angezeigt wurden. Der Signifikanzwert p (die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein solches Ergebnis unter rein zufälligen Bedingungen zustande kommt und nicht auf präkognitive Fähigkeiten zurückzuführen ist) war in diesem Experiment kleiner als 0,001, also kleiner als ein Tausendstel.

Direkte mentale Interaktionen mit lebenden Systemen

Parapsychologen halten seit langem den mentalen Einfluss einer Person auf die Gedanken, Empfindungen oder das Nervensystem einer entfernten anderen Person für möglich. Sie benutzen dafür Begriffe wie Psychokinese, „bio-PK“ oder Abkürzungen wie „DMILS“ (engl. „direct mental interactions with living systems“, zu Deutsch Direkte mentale Beeinflussung von lebenden Wesen). Die ersten Untersuchungen gehen auf Charles Tart zurück. Tart fügte sich 1963 selbst Schocks zu, während bei einer Versuchsperson in einem anderen Raum Reaktionen des Sympathikus überwacht wurden. Tart berichtete über „erstaunliche Korrelationen“. Elisabeth Targ versuchte später, die Ergebnisse zu reproduzieren. Bei vielen DMILS-Experimenten wird versucht, aus dem direkten Vergleich der Hirnströme (EEG) oder Hirnaktivitäten der Probanden Schlüsse zu ziehen. Man hat durch viele verschiedene Maßnahmen versucht, statistisch signifikante Ergebnisse zu erzielen. So setzte man die Probanden etwa starken Reizen wie Lichtblitzen aus, weil man hoffte, dass diese sich im Hirn stärker einprägten als Bilder, Filme oder Gedanken. Dabei wurden bevorzugt motivierte Probanden eingesetzt, die sich sehr nahestanden. Positive Ergebnisse erhoffte man sich auch von guten Freunden oder eineiigen Zwillingen. Es wurde auch versucht, die Probanden durch Meditation aufeinander einzustimmen. Daher prägten Schlitz, Radin, Targ, Stone u. a. den scherzhaften Namen „Love studies“.

Duane und Behrendt schilderten 1965 einen DMILS-Versuch mit eineiigen Zwillingen in Science, Grinberg-Zylberbaum wiederholte sie 1993 mit Lichtblitzen als Reiz und Harald Walach, in Freiburg, 2003 mit schwarz-weißen Schachbrettmustern. Grindberg-Zylberbaum berichtete über „zeitgleich-spezifische Muster“ in den EEGs von Paaren, die sich zuvor durch gemeinsame Meditation innerlich einander zugewandt hatten. Bei ähnlichen Versuchen 2004 von M. Kittenis sollen die einzigen Personen, die keinerlei Synchronisierung im EEG zeigten, diejenigen ohne Partnerbindung gewesen sein. Weitere DMILS-Versuche führten 2004 D.I. Radin durch, sowie M.Yamamoto 1996 mit Qigong-Meistern.

Grindberg-Zylberbaum versuchte, durch den Nachweis lokaler Hirnaktivitäten eine Synchronisation zwischen den Probanden nachzuweisen. Ähnlich experimentierten L. J. Standish 2003 und T. Richards 2005 an der Bastyr-Universität. Sie arbeiteten mit 30 sich nahestehenden Paaren, die über Meditationserfahrung verfügten. Auch M. Kittenis wertete ihre Versuche von 2004 als erfolgreich. Grundsätzlich stellen die Parapsychologen bei diesen qualitativen DMILS-Experimenten nicht die Anforderung, dass eine statistisch signifikante Anzahl der Probanden messbare Übereinstimmungen zeigen; für die Wertung als Erfolg genügt ein einziger Proband, der mehrmals zeitgleiche Effekte zeigt, die sich die Parapsychologen nicht anders erklären können. Es gibt deshalb auch keine Metastudien, aber dafür vielfältige Wiederholungen nach den oben beschriebenen Randbedingungen (Standish, Kittenis, Walach u. a.). Jedoch konnten in Untersuchungen von Wolfgang Ambach von 2008 zumindest bzgl. der Schachbrettmuster der von Grinberg gefundene Effekt nicht bestätigt werden.

Eine weitere Abwandlung von DMILS-Tests untersucht das Gefühl, von hinten angestarrt zu werden. Person A und Person B befinden sich in getrennten Räumen, und Person A wird in unregelmäßigen Zeitabständen gebeten, Person B auf einem Bildschirm „anzustarren“. Währenddessen werden die Reaktionen des vegetativen Nervensystems bei Person B gemessen und aufgezeichnet.

Eine Metaanalyse, die im British Journal of Psychology 2004 veröffentlicht wurde, wies einen kleinen, aber insgesamt signifikanten DMILS-Effekt aus. Allerdings wurde auch kritisch festgestellt, dass die Effektstärke unter die Signifikanzgrenze sinkt, wenn nur eine kleine Zahl der qualitativ besten Studien eines einzigen Labors ausgewertet werden. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass zwar die Möglichkeit einer Anomalie im Hinblick auf fernwirkende Bewusstseinsakte nicht ausgeschlossen werden kann, aber die Anzahl unabhängiger Wiederholungsstudien und theoretischer Modelle zur Erklärung dieser Effekte zu gering ist.

Traumtelepathie

Parapsychologische Studien zur Traumtelepathie wurden am Maimonides Medical Center in Brooklyn, New York, unter der Leitung von Stanley Krippner und Montague Ullman durchgeführt. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse einiger ihrer Experimente für die Traumtelepathie sprechen. Die Ergebnisse wurden jedoch nicht von unabhängiger Seite reproduziert.

Die von Krippner und Ullman durchgeführten Zielbildexperimente wurden von C. E. M. Hansel kritisiert. Hansel zufolge wiesen die Experimente Schwächen in der Art und Weise auf, wie der Agent von seinem Zielbild Kenntnis erlangte. Nur die Versuchsperson sollte das Zielbild kennen und keine andere Person, bis die Beurteilung der Ziele abgeschlossen war; ein Versuchsleiter war jedoch bei der Versuchsperson, als der Zielumschlag geöffnet wurde. Hansel schrieb auch, dass das Experiment schlecht kontrolliert wurde, da der Hauptversuchsleiter mit der Versuchsperson kommunizieren konnte. Im Jahr 2002 wies Krippner die Anschuldigungen Hansels zurück und behauptete, der Agent habe nicht mit dem Experimentator kommuniziert.

Ein Versuch, die Experimente mit Bildzielen zu wiederholen, wurde von Edward Belvedere und David Foulkes unternommen. Das Ergebnis war, dass weder die Versuchspersonen noch die Richter die Zielvorgaben mit Träumen über dem Zufallsniveau trafen. Auch die Ergebnisse anderer Experimente von Belvedere und Foulkes waren negativ.

Im Jahr 2003 schrieben Simon Sherwood und Chris Roe einen Bericht, in dem sie behaupteten, dass die Traumtelepathie bei Maimonides belegt sei. James Alcock merkte jedoch an, dass ihr Bericht auf einer "extremen Unordnung" der Daten beruhte. Alcock kam zu dem Schluss, dass die Traumtelepathie-Experimente von Maimonides keine Beweise für Telepathie liefern konnten und dass "der Mangel an Replikation weit verbreitet ist".

Nahtoderfahrungen

isbn=978-0-7382-0625-7

Eine Nahtoderfahrung (NTE) ist eine Erfahrung, die von einer Person berichtet wird, die fast gestorben ist oder den klinischen Tod erlebt hat und dann wiederbelebt wurde. Zu den Nahtoderfahrungen gehören eine oder mehrere der folgenden Erfahrungen: das Gefühl, tot zu sein; eine außerkörperliche Erfahrung; das Gefühl, über dem eigenen Körper zu schweben und die Umgebung zu sehen; ein Gefühl von überwältigender Liebe und Frieden; das Gefühl, sich durch einen Tunnel oder einen engen Durchgang nach oben zu bewegen; die Begegnung mit verstorbenen Verwandten oder spirituellen Gestalten; die Begegnung mit einem Lichtwesen oder einem Licht; das Erleben eines Lebensrückblicks; das Erreichen einer Grenze; und das Gefühl, in den Körper zurückzukehren, oft begleitet von Widerwillen.

Das Interesse an der NTE wurde ursprünglich durch die Forschungen der Psychiater Elisabeth Kübler-Ross, George G. Ritchie und Raymond Moody geweckt. Moody schrieb 1975 den Bestseller Leben nach dem Leben und 1977 ein zweites Buch, Reflections on Life After Life. 1998 wurde Moody auf den Lehrstuhl für "Bewusstseinsstudien" an der Universität von Nevada, Las Vegas, berufen. Die Internationale Vereinigung für Nahtod-Studien (IANDS) wurde 1978 gegründet, um den Bedürfnissen der ersten Forscher und Erlebenden in diesem Forschungsbereich gerecht zu werden. Spätere Forscher wie der Psychiater Bruce Greyson, der Psychologe Kenneth Ring und der Kardiologe Michael Sabom führten die Untersuchung von Nahtoderfahrungen in den akademischen Bereich ein.

Reinkarnationsforschung

Der Psychiater Ian Stevenson von der University of Virginia hat über einen Zeitraum von 40 Jahren mehr als 2 500 Fallstudien durchgeführt und zwölf Bücher veröffentlicht. Er schrieb, dass Kindheitserinnerungen, die angeblich mit Reinkarnation zu tun haben, in der Regel zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr auftreten und kurz danach wieder verblassen. Er verglich die Erinnerungen mit Berichten von Personen, die dem Verstorbenen bekannt waren, und versuchte, dies zu tun, bevor es zu einem Kontakt zwischen dem Kind und der Familie des Verstorbenen gekommen war, und suchte nach widerlegenden Beweisen, die alternative Erklärungen für die Berichte neben der Reinkarnation liefern könnten.

Etwa 35 % der von Stevenson untersuchten Personen hatten Muttermale oder Geburtsfehler. Stevenson war der Ansicht, dass das Vorhandensein von Muttermalen und Missbildungen bei Kindern, wenn sie an der Stelle der tödlichen Wunden der Verstorbenen auftraten, den besten Beweis für Reinkarnation lieferte. Stevenson hat jedoch nie behauptet, dass er die Existenz der Reinkarnation bewiesen habe, und bezeichnete seine Fälle vorsichtig als "vom Reinkarnationstyp" oder "suggestiv für die Reinkarnation". Forschern, die an die Beweise für die Reinkarnation glauben, ist es nicht gelungen, die wissenschaftliche Gemeinschaft dazu zu bringen, sie als ernsthafte Möglichkeit zu betrachten.

Ian Wilson wies darauf hin, dass es sich bei einer großen Anzahl von Stevensons Fällen um arme Kinder handelte, die sich an ein wohlhabendes Leben erinnerten oder einer höheren Kaste angehörten. Er spekulierte, dass es sich bei solchen Fällen um einen Plan handeln könnte, um Geld von der Familie der angeblichen früheren Inkarnation zu erhalten. Der Philosoph Keith Augustine schrieb: "Die überwiegende Mehrheit von Stevensons Fällen stammt aus Ländern, in denen der religiöse Glaube an die Reinkarnation stark ausgeprägt ist, und nur selten aus anderen Ländern, was darauf hindeutet, dass kulturelle Konditionierung (und nicht Reinkarnation) die Behauptungen über spontane Erinnerungen an frühere Leben hervorruft." Nach den Forschungen von Robert Baker lassen sich viele der von Stevenson und anderen Parapsychologen untersuchten angeblichen Erfahrungen aus dem vergangenen Leben durch bekannte psychologische Faktoren erklären. Baker hat geschrieben, dass das Erinnern an vergangene Leben eine Mischung aus Kryptomnesie und Konfabulation ist. Der Philosoph Paul Edwards stellte fest, dass die Reinkarnation auf logisch zweifelhaften Annahmen beruht und mit der modernen Wissenschaft unvereinbar ist.

Methoden

Parapsychologen benutzen qualitative Methoden wie sie auch in der traditionellen Psychologie und der Feldforschung angewendet werden (zum Beispiel das Platz-Experiment), aber auch quantitativ-statistische, empirische Methoden, die vor allem auf der Wahrscheinlichkeitsrechnung aufbauen. Zu den eher umstrittenen Methoden gehören die Metaanalysen zum Nachweis von Psi.

Feldforschung

Die parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg richtet ihr besonderes Augenmerk auf ungewöhnliche Erfahrungen mit Spuk und Poltergeist-Phänomenen. Sie wird von Menschen konsultiert, die scheinbar unerklärliche Vorgänge erleben. Durch Untersuchungen vor Ort soll festgestellt werden, ob eine Erklärung für die beobachteten Phänomene zu finden ist. So wurde beispielsweise ein „sprechender Wasserkessel“ untersucht, mit der Schlussfolgerung, dass ein stark einstrahlender Radiosender das Metall zum Vibrieren und damit zum Sprechen brachte, ähnlich wie eine Lautsprechermembran.

Wissenschaftliche Rezeption

James Alcock ist ein namhafter Kritiker der Parapsychologie.

Bewertung

Die Wissenschaft ist sich einig, dass es keine ausreichenden Beweise für die Existenz von Psi-Phänomenen gibt.

Wissenschaftler, die der Parapsychologie kritisch gegenüberstehen, erklären, dass ihre außergewöhnlichen Behauptungen außergewöhnliche Beweise erfordern, wenn sie ernst genommen werden sollen. Wissenschaftler, die die Parapsychologie bewertet haben, schreiben, dass die gesamte Beweislage von schlechter Qualität und nicht ausreichend kontrolliert ist. Zur Untermauerung dieser Ansicht führen Kritiker Fälle von Betrug, fehlerhaften Studien und kognitiven Verzerrungen (wie z. B. Clustering-Illusion, Verfügbarkeitsfehler, Bestätigungsfehler, Kontrollillusion, magisches Denken und den blinden Fleck) an, um parapsychologische Ergebnisse zu erklären. Die Forschung hat auch gezeigt, dass der Wunsch der Menschen, an paranormale Phänomene zu glauben, sie dazu veranlasst, starke Beweise für deren Nichtexistenz zu ignorieren.

Die Psychologen Donovan Rawcliffe (1952), C. E. M. Hansel (1980), Ray Hyman (1989) und Andrew Neher (2011) haben die Geschichte der Psi-Experimente vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre untersucht. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre untersucht. Bei jedem untersuchten Experiment wurden Fehler und Schwächen entdeckt, so dass die Möglichkeit eines sensorischen Lecks und einer Täuschung nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Daten der Creery-Schwester und der Soal-Goldney-Experimente erwiesen sich als gefälscht, eine der Versuchspersonen der Smith-Blackburn-Experimente gestand den Betrug, das Brugmans-Experiment, die Experimente von John Edgar Coover und die von Joseph Gaither Pratt und Helmut Schmidt wiesen Fehler in der Versuchsplanung auf, schlossen die Möglichkeit von sensorischen Hinweisen oder Tricks nicht aus und konnten nicht repliziert werden.

Kritikern zufolge wird Psi negativ definiert als jeder Effekt, der derzeit nicht durch Zufall oder normale Ursachen erklärt werden kann, und dies ist ein Trugschluss, da es Parapsychologen dazu verleitet, jede Besonderheit in den Daten als Merkmal von Psi zu verwenden. Parapsychologen haben zugegeben, dass es unmöglich ist, die Möglichkeit nicht-paranormaler Ursachen in ihren Experimenten auszuschließen. Es gibt keine unabhängige Methode, um das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Psi nachzuweisen. Persi Diaconis hat geschrieben, dass die Kontrollen in parapsychologischen Experimenten oft locker sind und die Möglichkeit besteht, dass die Versuchspersonen betrügen und unbewusste sensorische Hinweise geben.

Die Existenz parapsychologischer Phänomene und die wissenschaftliche Gültigkeit parapsychologischer Forschung wird von unabhängigen Gutachtern und Forschern angezweifelt. Im Jahr 1988 veröffentlichte die Nationale Akademie der Wissenschaften der USA einen Bericht zu diesem Thema, in dem sie zu dem Schluss kam, dass "die Existenz parapsychologischer Phänomene durch die über einen Zeitraum von 130 Jahren durchgeführte Forschung nicht wissenschaftlich gerechtfertigt ist." Derzeit gibt es keine anerkannte Theorie der Parapsychologie, und viele konkurrierende und oft widersprüchliche Modelle wurden von verschiedenen Parapsychologen in dem Versuch vertreten, berichtete paranormale Phänomene zu erklären. Terence Hines schreibt in seinem Buch Pseudowissenschaft und das Paranormale (2003): "Viele Theorien wurden von Parapsychologen vorgeschlagen, um zu erklären, wie Psi zustande kommt. Skeptikern erscheint eine solche Theoriebildung verfrüht, da die Phänomene, die durch die Theorien erklärt werden sollen, erst noch überzeugend nachgewiesen werden müssen." Skeptiker wie Antony Flew haben das Fehlen einer solchen Theorie als Grund für ihre Ablehnung der Parapsychologie angeführt.

1998 stellte der Physikprofessor Michael W. Friedlander fest, dass die Parapsychologie "keine eindeutigen Beweise für die Existenz anomaler Effekte erbracht hat, die es erforderlich machen, dass wir über den bekannten Bereich der Wissenschaft hinausgehen". Der Philosoph und Skeptiker Robert Todd Carroll hat geschrieben, dass die Forschung in der Parapsychologie durch "Täuschung, Betrug und Inkompetenz bei der Durchführung von ordnungsgemäß kontrollierten Experimenten und der Auswertung von statistischen Daten" gekennzeichnet ist. Der Psychologe Ray Hyman hat darauf hingewiesen, dass einige Parapsychologen wie Dick Bierman, Walter Lucadou, J. E. Kennedy und Robert Jahn zugegeben haben, dass die Beweise für Psi "widersprüchlich und nicht reproduzierbar sind und nicht den akzeptablen wissenschaftlichen Standards entsprechen." Richard Wiseman hat die parapsychologische Gemeinschaft für weit verbreitete Fehler in den Forschungsmethoden kritisiert, darunter die Auswahl neuer Verfahren, die zu bevorzugten Ergebnissen führen können, die Erklärung erfolgloser Replikationsversuche mit der Behauptung eines "Experimentator-Effekts", Data Mining und die retrospektive Datenauswahl.

In einer Übersicht über parapsychologische Berichte schrieb Hyman: "Die Randomisierung ist oft unzureichend, mehrfache statistische Tests ohne Anpassung der Signifikanzniveaus sind weit verbreitet, Möglichkeiten für sensorische Lecks werden nicht einheitlich verhindert, Fehler bei der Anwendung statistischer Tests sind viel zu häufig, und die Dokumentation ist in der Regel unzureichend". Die Parapsychologie wurde kritisiert, weil sie keine präzisen Vorhersagen macht.

Ray Hyman (stehend), Lee Ross, Daryl Bem und Victor Benassi auf der CSICOP-Konferenz 1983 in Buffalo, New York

Im Jahr 2003 veröffentlichte James Alcock, Professor für Psychologie an der Universität York, das Buch Give the Null Hypothesis a Chance: Reasons to Remain Doubtful about the Existence of Psi (Gründe, an der Existenz von Psi zu zweifeln), in dem er behauptet, dass Parapsychologen die Möglichkeit, dass Psi nicht existiert, nie ernst zu nehmen scheinen. Aus diesem Grund interpretieren sie Nullergebnisse nur als Hinweis darauf, dass sie in einem bestimmten Experiment kein Psi beobachten konnten, anstatt sie als Beleg für die Möglichkeit zu nehmen, dass es kein Psi gibt. Das Versäumnis, die Nullhypothese als ernsthafte Alternative zu ihren Psi-Hypothesen zu betrachten, führt dazu, dass sie sich auf eine Reihe von willkürlichen "Effekten" stützen, um Misserfolge bei der Suche nach vorhergesagten Effekten zu entschuldigen, die mangelnde Konsistenz der Ergebnisse zu entschuldigen und Misserfolge bei der Replikation zu entschuldigen.

Zu den grundlegenden endemischen Problemen in der parapsychologischen Forschung gehören unter anderem: unzureichende Definition des Gegenstands, völliges Vertrauen auf negative Definitionen ihrer Phänomene (z.B.. Psi tritt nur dann auf, wenn alle bekannten normalen Einflüsse ausgeschlossen sind); das Fehlen eines einzigen Phänomens, das von neutralen Forschern unabhängig reproduziert werden kann; die Erfindung von "Effekten" wie dem Psi-Experimentier-Effekt, um Ungereimtheiten in den Daten und das Nichterreichen der vorhergesagten Ergebnisse zu erklären; die Nichtüberprüfbarkeit von Behauptungen; Unvorhersehbarkeit von Effekten; mangelnder Fortschritt in mehr als einem Jahrhundert formaler Forschung; methodische Schwächen; Vertrauen auf statistische Verfahren, um festzustellen, wann Psi angeblich aufgetreten ist, obwohl die statistische Analyse an sich eine Behauptung, dass Psi aufgetreten ist, nicht rechtfertigt; und das Versagen, mit anderen Bereichen der Wissenschaft übereinzustimmen. Insgesamt argumentiert er, dass es in der parapsychologischen Forschung nichts gibt, was die Parapsychologen jemals zu dem Schluss bringen würde, dass Psi nicht existiert, und selbst wenn dies nicht der Fall ist, wird die Suche wahrscheinlich noch lange Zeit weitergehen. "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Parapsychologie im Grunde durch den Glauben auf der Suche nach Daten und nicht durch Daten auf der Suche nach Erklärungen motiviert ist.

Alcock und der Kognitionspsychologe Arthur S. Reber haben die Parapsychologie umfassend kritisiert und geschrieben, dass Psi-Effekte, wenn sie wahr wären, grundlegende wissenschaftliche Prinzipien wie Kausalität, den Pfeil der Zeit, Thermodynamik und das Gesetz des umgekehrten Quadrats außer Kraft setzen würden. Laut Alcock und Reber "kann die Parapsychologie nicht wahr sein, wenn der Rest der Wissenschaft es nicht ist. Außerdem hätten Psi-Effekte, wenn sie real wären, den Rest der Wissenschaft bereits auf fatale Weise durcheinander gebracht".

Richard Land hat geschrieben, dass es nach dem, was über die menschliche Biologie bekannt ist, höchst unwahrscheinlich ist, dass die Evolution den Menschen mit ESP ausgestattet hat, da die Forschung gezeigt hat, dass die anerkannten fünf Sinne für die Evolution und das Überleben der Spezies ausreichend sind. Michael Shermer in einem Artikel Psychic Drift: Why most scientists do not believe in ESP and psi phenomena for Scientific American schrieb: "Der Grund für die Skepsis liegt darin, dass wir replizierbare Daten und eine tragfähige Theorie brauchen, beides fehlt in der Psi-Forschung."

Im Januar 2008 wurden die Ergebnisse einer Studie mit Neuroimaging veröffentlicht. Um die angeblich günstigsten Versuchsbedingungen zu schaffen, enthielt die Studie geeignete emotionale Reize und hatte Teilnehmer, die biologisch oder emotional miteinander verwandt sind, wie z. B. Zwillinge. Das Experiment war so angelegt, dass es positive Ergebnisse lieferte, wenn Telepathie, Hellsehen oder Präkognition auftraten. Trotzdem wurden keine unterscheidbaren neuronalen Reaktionen zwischen psychischen und nicht-psychischen Stimuli gefunden, während Variationen derselben Stimuli die erwarteten Auswirkungen auf die Muster der Gehirnaktivierung zeigten. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass "diese Ergebnisse der bisher stärkste Beweis gegen die Existenz paranormaler mentaler Phänomene sind". Andere Studien haben versucht, die Psi-Hypothese mit Hilfe der funktionellen Neurobildgebung zu überprüfen. Eine neurowissenschaftliche Überprüfung der Studien (Acunzo et al. 2013) entdeckte methodische Schwächen, die für die berichteten Psi-Effekte verantwortlich sein könnten.

Eine Studie aus dem Jahr 2014 ergab, dass schizophrene Patienten stärker an Psi glauben als gesunde Erwachsene.

Einige Forscher wie Susan Blackmore und John Taylor stehen der Parapsychologie skeptisch gegenüber, nachdem sie jahrelang geforscht und keine Fortschritte beim Nachweis der Existenz von Psi mit der wissenschaftlichen Methode erzielt haben.

Physik

Die Vorstellungen von Psi (Präkognition, Psychokinese und Telepathie) verstoßen gegen die bekannten Gesetze der Physik. Psychokinese verstößt gegen das Gesetz des umgekehrten Quadrats, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und den Impulserhaltungssatz. Es gibt keinen bekannten Mechanismus für Psi.

Zum Thema Psychokinese hat der Physiker Sean M. Carroll geschrieben, dass sowohl das menschliche Gehirn als auch die Löffel, die sie zu verbiegen versuchen, wie alle Materie aus Quarks und Leptonen bestehen; alles andere, was sie tun, ergibt sich aus den Eigenschaften des Verhaltens von Quarks und Leptonen. Und die Quarks und Leptonen wechselwirken durch die vier Kräfte: starke, schwache, elektromagnetische und Gravitationskräfte. Entweder handelt es sich also um eine der vier bekannten Kräfte oder um eine neue Kraft, und jede neue Kraft mit einer Reichweite von mehr als einem Millimeter darf höchstens ein Milliardstel so stark sein wie die Schwerkraft, sonst ist sie in bereits durchgeführten Experimenten eingefangen worden. Es gibt also keine physikalische Kraft, die für die Psychokinese in Frage käme.

Der Physiker John G. Taylor, der parapsychologische Behauptungen untersucht hat, schreibt, dass eine unbekannte fünfte Kraft, die die Psychokinese verursacht, eine große Menge Energie übertragen müsste. Die Energie müsste die elektromagnetischen Kräfte überwinden, die die Atome zusammenhalten. Die Atome müssten stärker auf die fünfte Kraft reagieren, während sie wirkt, als auf elektrische Kräfte. Eine solche zusätzliche Kraft zwischen den Atomen müsste also ständig vorhanden sein und nicht nur bei angeblichen paranormalen Ereignissen. Taylor schrieb, dass es in der Physik keine wissenschaftliche Spur einer solchen Kraft gibt, und zwar bis hinunter zu vielen Größenordnungen; wenn also ein wissenschaftlicher Standpunkt gewahrt werden soll, muss die Idee einer fünften Kraft verworfen werden. Taylor kam zu dem Schluss, dass es keinen möglichen physikalischen Mechanismus für Psychokinese gibt und dass sie in völligem Widerspruch zur etablierten Wissenschaft steht.

Felix Planer, Professor für Elektrotechnik, schrieb, wenn Psychokinese wirklich existiere, dann sei sie leicht nachzuweisen, indem man Versuchspersonen dazu bringe, eine Skala auf einer empfindlichen Waage zu drücken, die Temperatur eines Wasserbades zu erhöhen, die mit einer Genauigkeit von einem Hundertstel Grad Celsius gemessen werden könne, oder ein Element in einem elektrischen Schaltkreis wie einen Widerstand zu beeinflussen, der auf ein Millionstel Ampere genau überwacht werden könne. Planer schreibt, dass solche Experimente extrem empfindlich und leicht zu überwachen sind, aber von Parapsychologen nicht genutzt werden, da sie "nicht die geringste Hoffnung auf den Nachweis auch nur einer winzigen Spur von PK" machen, weil das angebliche Phänomen nicht existiert. Planer schreibt, dass die Parapsychologen auf Studien zurückgreifen müssen, die nur statistische Daten enthalten, die nicht wiederholbar sind und deren Ergebnisse auf schlechte Versuchsmethoden, Aufzeichnungsfehler und fehlerhafte statistische Mathematik zurückzuführen sind.

Planer zufolge würde "die gesamte Forschung in der Medizin und in anderen Wissenschaften illusorisch werden, wenn die Existenz von PK ernst genommen werden müsste; denn kein Experiment könnte objektive Ergebnisse liefern, da alle Messungen je nach PK-Fähigkeit mehr oder weniger durch die Wünsche des Experimentators verfälscht würden." Planer kam zu dem Schluss, dass das Konzept der Psychokinese absurd ist und keine wissenschaftliche Grundlage hat.

Der Philosoph und Physiker Mario Bunge hat geschrieben, dass "Psychokinese oder PK gegen den Grundsatz verstößt, dass der Geist nicht direkt auf die Materie einwirken kann. (Wenn dies der Fall wäre, könnte kein Experimentator seinen Messinstrumenten trauen.) Außerdem verstößt sie gegen die Grundsätze der Energie- und Impulserhaltung. Die Behauptung, dass die Quantenmechanik die Möglichkeit der Beeinflussung von Zufallsgeneratoren durch geistige Kräfte zulässt - ein angeblicher Fall von Mikro-PK - ist lächerlich, da diese Theorie die genannten Erhaltungsprinzipien respektiert und sich ausschließlich mit physikalischen Dingen beschäftigt."

Der Physiker Robert L. Park stellte in Frage, dass, wenn der Geist die Materie wirklich beeinflussen könnte, es für Parapsychologen ein Leichtes wäre, ein solches Phänomen zu messen, indem sie die angebliche psychokinetische Kraft zur Ablenkung einer Mikrowaage verwenden, was keine zweifelhaften Statistiken erfordern würde, aber "der Grund ist natürlich, dass sich die Mikrowaage hartnäckig weigert, sich zu bewegen." Park ist der Meinung, dass statistische Studien in der Parapsychologie deshalb so beliebt sind, weil sie Unsicherheiten und Fehler zulassen, die dazu benutzt werden, die Voreingenommenheit des Experimentators zu unterstützen. Park schrieb: "Es wird niemals ein Beweis für übersinnliche Phänomene gefunden. Trotz aller Tests, die von Parapsychologen wie Jahn und Radin entwickelt wurden, und trotz der riesigen Datenmengen, die über viele Jahre hinweg gesammelt wurden, sind die Ergebnisse heute nicht überzeugender als zu Beginn ihrer Experimente."

Pseudowissenschaft

Mario Bunge bezeichnete die Parapsychologie als "Pseudowissenschaft schlechthin".

Parapsychologische Theorien werden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als pseudowissenschaftlich angesehen, da sie mit den etablierten Gesetzen der Wissenschaft unvereinbar sind. Da es keine wiederholbaren Beweise für Psi gibt, wird der Bereich oft als Pseudowissenschaft angesehen.

Der Philosoph Raimo Tuomela hat in seinem Aufsatz "Science, Protoscience, and Pseudoscience" zusammengefasst, warum die Mehrheit der Wissenschaftler die Parapsychologie für eine Pseudowissenschaft hält.

  • Die Parapsychologie stützt sich auf eine schlecht definierte Ontologie und scheut in der Regel das exakte Denken.
  • Die Hypothesen und Theorien der Parapsychologie sind nicht bewiesen und befinden sich in einem schlechten Zustand.
  • Insgesamt hat die Parapsychologie nur sehr wenige Fortschritte gemacht und steht im Widerspruch zur etablierten Wissenschaft.
  • Die Parapsychologie hat schlechte Forschungsprobleme, da sie sich mit dem Nachweis der Existenz ihres Gegenstandes befasst und praktisch keine Theorien hat, um richtige Forschungsprobleme zu schaffen.
  • Während in Teilen der Parapsychologie versucht wird, die Methoden der Wissenschaft anzuwenden, gibt es auch unwissenschaftliche Bereiche; und in jedem Fall kann die parapsychologische Forschung aufgrund ihrer schwachen theoretischen Grundlage bestenfalls als vorwissenschaftlich bezeichnet werden.
  • Die Parapsychologie ist ein weitgehend isoliertes Forschungsgebiet.

Die Methoden der Parapsychologen werden von Kritikern, einschließlich derjenigen, die die Wissenschaftsstandards für das California State Board of Education verfasst haben, als pseudowissenschaftlich angesehen. Einige der spezifischeren Kritiken besagen, dass die Parapsychologie weder über einen klar definierten Gegenstand noch über ein leicht wiederholbares Experiment verfügt, das einen Psi-Effekt auf Nachfrage nachweisen kann, noch über eine zugrundeliegende Theorie zur Erklärung der paranormalen Informationsübertragung. James Alcock hat festgestellt, dass nur wenige experimentelle Ergebnisse der Parapsychologie zu interdisziplinären Forschungen mit den etablierten Wissenschaften wie Physik oder Biologie geführt haben und dass die Parapsychologie in einem solchen Ausmaß eine isolierte Wissenschaft bleibt, dass ihre Legitimität fraglich ist und sie als Ganzes nicht berechtigt ist, als "wissenschaftlich" bezeichnet zu werden. Alcock schreibt: "Die Parapsychologie ist von Pseudowissenschaft nicht zu unterscheiden, und ihre Ideen sind im Wesentlichen die der Magie... Es gibt keine Beweise, die den vorsichtigen Beobachter zu der Annahme veranlassen würden, dass Parapsychologen und Paraphysiker einem realen Phänomen auf der Spur sind, einer realen Energie oder Kraft, die bisher der Aufmerksamkeit derjenigen entgangen ist, die sich mit "normaler" Wissenschaft beschäftigen."

Die wissenschaftliche Gemeinschaft betrachtet die Parapsychologie als Pseudowissenschaft, weil sie weiterhin die Hypothese untersucht, dass übersinnliche Fähigkeiten existieren, obwohl ein Jahrhundert an experimentellen Ergebnissen vorliegt, die diese Hypothese nicht schlüssig belegen können. Ein Gremium, das im Auftrag des Nationalen Forschungsrats der Vereinigten Staaten paranormale Behauptungen untersuchte, kam zu dem Schluss, dass "trotz einer 130-jährigen wissenschaftlichen Forschung zu diesen Themen unser Ausschuss keine wissenschaftliche Rechtfertigung für die Existenz von Phänomenen wie außersinnliche Wahrnehmung, mentale Telepathie oder 'Geist-über-Materie'-Übungen finden konnte... Die Auswertung eines großen Teils der besten verfügbaren Beweise stützt einfach nicht die Behauptung, dass diese Phänomene existieren."

Es gibt auch ein Problem der Nicht-Falsifizierbarkeit im Zusammenhang mit Psi. Zu diesem Thema hat Terence Hines geschrieben:

Die häufigste Begründung, die Parapsychologen anführen, um das Fehlen eines wiederholbaren Nachweises von ESP oder anderen Psi-Phänomenen zu erklären, lautet, dass ESP im Besonderen und Psi-Phänomene im Allgemeinen schwer fassbare oder eifersüchtige Phänomene sind. Das bedeutet, dass die Phänomene verschwinden, wenn ein Skeptiker anwesend ist oder wenn skeptische "Schwingungen" vorhanden sind. Dieses Argument scheint einige der Hauptprobleme der Parapsychologie gut zu erklären, bis man erkennt, dass es sich um eine klassische nicht falsifizierbare Hypothese handelt... Die Verwendung der nicht falsifizierbaren Hypothese ist in der Parapsychologie in einem Ausmaß erlaubt, wie es in keiner anderen wissenschaftlichen Disziplin üblich ist. In dem Maße, in dem die Forscher diese Art von Hypothese akzeptieren, sind sie immun dagegen, dass ihr Glaube an Psi widerlegt wird. Egal wie viele Experimente den Beweis für Psi nicht erbringen und egal wie gut diese Experimente sind, die nicht widerlegbare Hypothese wird den Glauben immer schützen.

Mario Bunge hat geschrieben, dass die Forschung in der Parapsychologie seit über hundert Jahren keine einzige gesicherte Erkenntnis und keine überprüfbaren Vorhersagen hervorgebracht hat. Alles, was die Parapsychologen tun können, ist zu behaupten, dass angebliche Daten anomal sind und außerhalb der Reichweite der normalen Wissenschaft liegen. Das Ziel der Parapsychologen "ist nicht, Gesetze zu finden und sie in Theorien zu systematisieren, um sie zu verstehen und vorherzusagen", sondern "alte spiritistische Mythen zu untermauern oder als Ersatz für untergegangene Religionen zu dienen."

Der Psychologe David Marks hat geschrieben, dass es den Parapsychologen nicht gelungen ist, einen einzigen wiederholbaren Beweis für das Paranormale zu erbringen, und bezeichnete die psychische Forschung als Pseudowissenschaft, eine "inkohärente Sammlung von Glaubenssystemen, die von Fantasie, Illusion und Irrtum durchdrungen sind". Chris French, der nicht davon überzeugt ist, dass die Parapsychologie Beweise für Psi erbracht hat, hat jedoch argumentiert, dass parapsychologische Experimente immer noch der wissenschaftlichen Methode entsprechen und nicht völlig als Pseudowissenschaft abgetan werden sollten. "Skeptiker wie ich weisen oft darauf hin, dass die Parapsychologie seit weit über einem Jahrhundert systematisch erforscht wird und dass die breite wissenschaftliche Gemeinschaft bisher nicht überzeugt ist. French stellte fest, dass seine Position "die Minderheitsmeinung unter den Kritikern der Parapsychologie" sei.

Der Philosoph Bradley Dowden bezeichnete die Parapsychologie als Pseudowissenschaft, da die Parapsychologen keine gültigen Theorien zur Überprüfung und keine reproduzierbaren Daten aus ihren Experimenten haben.

Betrug

Der Bühnenmagier und Skeptiker James Randi hat bewiesen, dass Zaubertricks einige vermeintlich übersinnliche Phänomene simulieren oder duplizieren können.

In der Geschichte der parapsychologischen Forschung hat es Fälle von Betrug gegeben. Im späten 19. Jahrhundert wurden die Creery-Schwestern (Mary, Alice, Maud, Kathleen und Emily) von der Society for Psychical Research getestet, und man glaubte, dass sie über echte übersinnliche Fähigkeiten verfügten; bei einem späteren Experiment wurden sie jedoch bei der Verwendung von Signalcodes ertappt und gestanden den Betrug. George Albert Smith und Douglas Blackburn wurden von der Society for Psychical Research als echte Hellseher bezeichnet, aber Blackburn gestand den Betrug:

Seit fast dreißig Jahren werden die von Mr. G. A. Smith und mir durchgeführten telepathischen Experimente akzeptiert und als grundlegender Beweis für die Wahrheit der Gedankenübertragung angeführt... ...alle diese angeblichen Experimente waren gefälscht und entsprangen dem ehrlichen Wunsch zweier Jugendlicher, zu zeigen, wie leicht Männer mit wissenschaftlichem Verstand und Ausbildung getäuscht werden können, wenn sie nach Beweisen für eine Theorie suchen, die sie aufstellen wollen.

Die Experimente von Samuel Soal und K. M. Goldney aus den Jahren 1941-1943 (die auf präkognitive Fähigkeiten eines einzelnen Teilnehmers schließen lassen) galten lange Zeit als einige der besten auf diesem Gebiet, da sie sich auf unabhängige Kontrollen und Zeugen stützten, um Betrug zu verhindern. Viele Jahre später jedoch legten statistische Beweise, die von anderen Parapsychologen auf diesem Gebiet aufgedeckt und veröffentlicht wurden, nahe, dass Soal betrogen hatte, indem er einige der Rohdaten veränderte.

1974 wurde eine Reihe von Experimenten von Walter J. Levy, dem Nachfolger von J. B. Rhine als Direktor des Instituts für Parapsychologie, als Betrug entlarvt. Levy hatte über eine Reihe erfolgreicher ESP-Experimente berichtet, bei denen nicht-menschliche Versuchspersonen, darunter Ratten, computergesteuert manipuliert wurden. Seine Experimente zeigten sehr positive Ergebnisse. Levys Forscherkollegen wurden jedoch misstrauisch gegenüber seinen Methoden. Sie fanden heraus, dass Levy in die Datenaufzeichnungsgeräte eingriff und manuell betrügerische Reihen positiver Ergebnisse erzeugte. Levy gestand den Betrug ein und trat zurück.

1974 veröffentlichte Rhine im Journal of Parapsychology die Abhandlung Security versus Deception in Parapsychology, in der er 12 Fälle von Betrug dokumentierte, die er zwischen 1940 und 1950 aufgedeckt hatte, weigerte sich jedoch, die Namen der Studienteilnehmer zu nennen. Massimo Pigliucci hat geschrieben:

Am vernichtendsten ist, dass Rhine öffentlich zugab, dass er in einem einzigen Jahrzehnt, von 1940 bis 1950, mindestens zwölf Fälle von Unehrlichkeit unter seinen Forschern aufgedeckt hatte. Allerdings verstieß er gegen das übliche akademische Protokoll, indem er sich weigerte, die Namen der Betrüger preiszugeben, was bedeutet, dass es eine unbekannte Anzahl von veröffentlichten Arbeiten in der Literatur gibt, die paranormale Effekte behaupten, während sie in Wirklichkeit das Ergebnis einer bewussten Täuschung waren.

Martin Gardner behauptete, Insiderinformationen darüber zu haben, dass die Akten in Rheins Laboratorium Material enthalten, das auf einen Betrug seitens Hubert Pearce hindeutet. Pearce war nie in der Lage, überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen, wenn andere Personen als der Versuchsleiter während eines Experiments anwesend waren, was es wahrscheinlicher macht, dass er in irgendeiner Weise betrogen hat. Die anderen Versuchspersonen von Rhine konnten nur dann Ergebnisse erzielen, wenn sie in der Lage waren, die Karten zu mischen, was darauf schließen lässt, dass sie die Reihenfolge der Zener-Karten vor Beginn der Experimente mit Tricks arrangierten.

Ein Forscher vom Tarkio College in Missouri, James D. MacFarland, wurde verdächtigt, Daten zu fälschen, um positive Psi-Ergebnisse zu erzielen. Bevor der Betrug aufgedeckt wurde, veröffentlichte MacFarland zwei Artikel im Journal of Parapsychology (1937 und 1938), in denen er die Existenz von ESP bestätigte. Louisa Rhine, die vermutlich über MacFarland sprach, schrieb, dass die Forscher des Duke Parapsychology Lab bei der Überprüfung der 1938 an das Labor übermittelten Daten den Betrug erkannten. "...bald waren sie alle sicher, dass Jim seine Aufzeichnungen konsequent gefälscht hatte... Um zusätzliche Treffer zu erzielen, musste Jim auf Auslöschungen und Vertauschungen in den Aufzeichnungen seiner Anrufserien zurückgreifen." MacFarland hat nie wieder einen Artikel im Journal of Parapsychology veröffentlicht, nachdem der Betrug entdeckt wurde.

Einige Fälle von Betrug unter spiritistischen Medien wurden von frühen psychischen Forschern wie Richard Hodgson und Harry Price aufgedeckt. In den 1920er Jahren erklärte der Zauberkünstler und Entfesselungskünstler Harry Houdini, dass Forscher und Beobachter keine experimentellen Verfahren entwickelt hätten, die Betrug absolut ausschließen würden.

Kritik an experimentellen Ergebnissen

Kritische Analysten, darunter auch einige Parapsychologen, sind mit den experimentellen Studien der Parapsychologie nicht zufrieden. Einige Kritiker, wie der Psychologe Ray Hyman, sind der Meinung, dass scheinbar erfolgreiche experimentelle Ergebnisse in der Psi-Forschung eher auf schlampige Verfahren, schlecht ausgebildete Forscher oder methodische Fehler zurückzuführen sind als auf echte Psi-Effekte. Der Psychologe Stuart Vyse verweist auf die Zeit der Datenmanipulationen, die heute als "P-Hacking" bekannt sind, als Teil des Problems. Auch innerhalb der Parapsychologie gibt es Unstimmigkeiten über die Ergebnisse und die Methodik. So wurden die Experimente des PEAR-Labors in einem im Journal of Parapsychology veröffentlichten Artikel kritisiert, in dem vom PEAR-Labor unabhängige Parapsychologen zu dem Schluss kamen, dass diese Experimente "von den Kriterien abweichen, die normalerweise bei formalen wissenschaftlichen Experimenten erwartet werden", und zwar aufgrund von "Problemen in Bezug auf Randomisierung, statistische Basislinien, Anwendung statistischer Modelle, Agentencodierung von Deskriptorlisten, Rückmeldung an die Wahrnehmenden, sensorische Hinweise und Vorkehrungen gegen Betrug". Sie waren der Meinung, dass die ursprünglich angegebenen Signifikanzwerte "bedeutungslos" seien.

Ein typisches Maß für Psi-Phänomene ist die statistische Abweichung von der Zufallserwartung. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die statistische Abweichung streng genommen nur ein Beweis für eine statistische Anomalie ist und die Ursache der Abweichung nicht bekannt ist. Hyman behauptet, dass, selbst wenn Psi-Experimente entworfen werden könnten, die regelmäßig ähnliche Abweichungen vom Zufall reproduzieren würden, sie nicht notwendigerweise psychische Funktionen beweisen würden. Kritiker haben den Begriff "Psi-Annahme" geprägt, um "die Annahme zu beschreiben, dass jede signifikante Abweichung von den Zufallsgesetzen in einem Test übersinnlicher Fähigkeiten ein Beweis dafür ist, dass etwas Anormales oder Paranormales stattgefunden hat... [mit anderen Worten] die Annahme, was sie beweisen sollten." Diese Kritiker sind der Ansicht, dass die Schlussfolgerung auf die Existenz übersinnlicher Phänomene aufgrund von Zufallsabweichungen in unzureichend konzipierten Experimenten eine Bestätigung der Folgerung oder ein Ausweichen auf die Frage ist.

1979 inszenierte der Magier und Entlarver James Randi einen Schwindel, der heute als Projekt Alpha bezeichnet wird, um eine Verschärfung der Standards innerhalb der parapsychologischen Gemeinschaft zu erreichen. Randi rekrutierte zwei junge Magier und schickte sie undercover in das McDonnell-Labor der Washington University, wo sie "den Forschern vorgaukelten, dass sie paranormale Kräfte hätten." Ziel war es, schlechte Versuchsmethoden und die in der Parapsychologie weit verbreitete Leichtgläubigkeit zu entlarven. Randi gab an, dass seine beiden Rekruten die Experimentatoren über einen Zeitraum von drei Jahren mit Demonstrationen angeblich übersinnlicher Fähigkeiten täuschten: Sie brachten elektrische Sicherungen, die in einer Schachtel versiegelt waren, zum Durchbrennen, brachten einen leichten Papierrotor, der auf einer Nadel saß, dazu, sich in einer Glasglocke zu drehen, verbiegen Metalllöffel, die in einer Glasflasche versiegelt waren, usw. Der Schwindel von Randi rief in den wissenschaftlichen und parapsychologischen Kreisen ethische Bedenken hervor und löste sogar in skeptischen Kreisen wie dem von ihm mitbegründeten Komitee für die wissenschaftliche Untersuchung von Behauptungen über das Paranormale (CSICOP) Kritik aus, aber auch positive Reaktionen vom Präsidenten der Parapsychologischen Vereinigung Stanley Krippner. Der Psychologe Ray Hyman, ein Mitglied der CSICOP, bezeichnete die Ergebnisse als kontraproduktiv".

Selektionsverzerrung und Meta-Analyse

Selektive Berichterstattung wurde von Kritikern als Erklärung für die von Parapsychologen berichteten positiven Ergebnisse angeführt. Selektive Berichterstattung wird manchmal auch als "Schubladenproblem" bezeichnet, das auftritt, wenn nur positive Studienergebnisse veröffentlicht werden, während Studien mit negativen oder ungültigen Ergebnissen nicht veröffentlicht werden. Die selektive Berichterstattung wirkt sich auch auf die Meta-Analyse aus, eine statistische Technik, bei der die Ergebnisse vieler Studien zusammengefasst werden, um eine ausreichende statistische Aussagekraft zu erzielen, um ein Ergebnis nachzuweisen, das die einzelnen Studien selbst nicht auf einem statistisch signifikanten Niveau nachweisen konnten. In einer kürzlich durchgeführten Meta-Analyse wurden beispielsweise 380 Studien über Psychokinese zusammengefasst, darunter auch Daten aus dem PEAR-Labor. Sie kam zu dem Schluss, dass es zwar eine statistisch signifikante Gesamtwirkung gibt, diese aber nicht konsistent ist und relativ wenige negative Studien sie aufheben würden. Folglich könnte eine voreingenommene Veröffentlichung von positiven Ergebnissen die Ursache sein.

Die Beliebtheit der Meta-Analyse in der Parapsychologie wurde von zahlreichen Forschern kritisiert und wird sogar innerhalb der Parapsychologie selbst oft als problematisch angesehen. Kritiker haben behauptet, dass Parapsychologen die Meta-Analyse missbrauchen, um den falschen Eindruck zu erwecken, dass statistisch signifikante Ergebnisse vorliegen, die auf die Existenz von Psi-Phänomenen hindeuten. Der Physiker Robert Park stellt fest, dass die von der Parapsychologie berichteten positiven Ergebnisse problematisch sind, weil die meisten dieser Ergebnisse immer am Rande der statistischen Signifikanz liegen und durch eine Reihe von Störfaktoren erklärt werden könnten; Park stellt fest, dass solche marginalen Ergebnisse ein typisches Symptom der pathologischen Wissenschaft sind, wie sie von Irving Langmuir beschrieben wurde.

Der Forscher J. E. Kennedy sagte, dass die Bedenken hinsichtlich der Verwendung von Meta-Analysen in Wissenschaft und Medizin auch für die Probleme gelten, die bei parapsychologischen Meta-Analysen auftreten. Da es sich um eine Post-hoc-Analyse handelt, betonen die Kritiker die Möglichkeit, dass die Methode durch die Auswahl der zu untersuchenden Fälle, die angewandten Methoden und andere Schlüsselkriterien zu verzerrten Ergebnissen führt. Kritiker sagen, dass analoge Probleme mit Meta-Analysen in der Medizin dokumentiert wurden, wo sich gezeigt hat, dass verschiedene Forscher, die Meta-Analysen derselben Reihe von Studien durchgeführt haben, zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen sind.

Anomalistische Psychologie

In der anomalistischen Psychologie gibt es für paranormale Phänomene naturalistische Erklärungen, die sich aus psychologischen und physischen Faktoren ergeben, die bei manchen Menschen den Eindruck paranormaler Aktivitäten erwecken, obwohl es in Wirklichkeit keine gibt. Das sagt der Psychologe Chris French:

Der Unterschied zwischen der anomalistischen Psychologie und der Parapsychologie liegt in den Zielen, die beide Disziplinen verfolgen. Parapsychologen suchen in der Regel nach Beweisen für die Realität paranormaler Kräfte, um zu beweisen, dass sie wirklich existieren. Sie gehen also davon aus, dass paranormale Dinge geschehen, während anomalistische Psychologen eher davon ausgehen, dass paranormale Kräfte wahrscheinlich nicht existieren und dass wir daher nach anderen Erklärungen suchen sollten, insbesondere nach psychologischen Erklärungen für die Erfahrungen, die Menschen typischerweise als paranormal bezeichnen.

Während der Parapsychologie ein Niedergang nachgesagt wird, soll die anomalistische Psychologie im Aufwind sein. Sie wird heute in vielen Psychologiestudiengängen als Option angeboten und ist im Vereinigten Königreich auch eine Option im A2-Lehrplan für Psychologie.

Skeptiker-Organisationen

Zu den Organisationen, die sich für eine kritische Auseinandersetzung mit der Parapsychologie und der parapsychologischen Forschung einsetzen, gehören das Committee for Skeptical Inquiry, Herausgeber des Skeptical Inquirer, die James Randi Educational Foundation, die von dem Illusionisten und Skeptiker James Randi gegründet wurde, und das Occult Investigative Committee of the Society of American Magicians, eine Gesellschaft für professionelle Magier/Illusionisten, die "die Förderung der Harmonie unter Magiern und den Widerstand gegen die unnötige öffentliche Enthüllung magischer Effekte" anstrebt.